Samstag, 1. Juli 2017

City Cowboy (Marcel Duval)

Titel: City Cowboy
Autor: Marcel Duval
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 180 Seiten
Beschreibung: Luke ist single und der Richtige nicht in Sicht. Vor allem, weil er heimlich davon träumt, einmal unterworfen zu werden - am besten von seinem besten Freund.
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt er einen Aufenthalt auf Calebs Range gescheckt, wo er jedoch nicht nur das Farmerleben kennenlernen darf.

Das Buch ist Teil einer Reihe, kann aber notfalls auch seperat gelesen werden.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, zu diesem Buch fehlen mir die Worte. Ich weiß, das klingt jetzt fies und schrecklich, aber ich komme auf dieses Buch einfach nicht klar.
Das liegt jetzt nicht am Schreibstil, der ist eigentlich in Ordnung. Teilweise finde ich ihn ein wenig kindisch, wenn zu sehr geschwärmt wird und zum 20. Mal hintereinander betont wird, wie sexy doch wer auch immer ist, aber so generell kann man den Stil schon lassen. Zumindest kann man es flüssig lesen, sich in die Geschichte fallen lassen und an sich sind die Sexszenen sehr heiß beschrieben, was auch ein Pluspunkt ist.
Doch so heiß die Szenen im eigentlichen auch sind, gehen sie für mich einfach absolut gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich da zu kleinlich bin, aber was in dem Buch abläuft, kann man nicht mit verantwortungsvollem BDSM vergleichen.
Von der Story her, ist es ja okay – Typ will BDSM mal ausprobieren, bekommt die Gelegenheit dazu und darf sich dominieren lassen. Wunderbar. Aber dann hört es auch schon auf. Gerade wenn das doch die erste Session ist, die jemand überhaupt jemals mitmacht – vor allem halt als Sub, da liegt ja das Problem -, dann kann ich doch nicht SOWAS wie in diesem Buch bringen. Darin wird einfach alles, alles, ALLES falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Ich kann einen Sub nicht alleine irgendwo lassen – man kann ihm das Gefühl geben, aber man kann es nicht wirklich tun und wenn, dann nicht so wahnsinnig lange und ohne Wasser. Und schon gar nicht geht das, wenn ein Sub das erste mal spielt und keine Ahnung hat und vielleicht einfach einen psychischen Zusammenbruch erleiden könnte.
Außerdem muss man zu Anfang doch ein wenig erklären, was man da tut und man muss ihm UM GOTTES WILLEN doch irgendein Safeword geben, damit er abbrechen kann.
Ich will mich jetzt nicht verlieren, aber da jagt ein No-Go das nächste und ich war teilweise richtig wütend beim lesen.
Zumal es ja auch völlig falsch dargestellt wird. Man hat permanent das Gefühl, dass der Sub Dinge nur tut, weil er wirklich Angst hat. Ich weiß nicht, ob das nur schlechte Wortwahl darstellt oder man damit implizieren will, dass Angst beim BDSM vorherrscht, aber Angst hat damit nichts zu tun. Mit häuslicher Gewalt vllt, aber nicht mit BDSM.
Tja und auch der Plot an sich ist jetzt nicht wirklich super. Eigentlich gibt es überhaupt keine Story, es geht nur um Sex und die angeblichen Gefühle, die darin eine Rolle spielen, würde man nicht mitbekommen, wenn sie einen nicht ab und an erklärt werden würden.
Hätte man sich ein bisschen mehr mit BDSM auseinandergesetzt und hätte man ein bisschen mehr Story eingebaut, hätte das Buch echt schön werden können, aber so finde ich es wirklich nicht gut. Tut mir leid. Vor allem, da es ein Dreiteiler ist, ich aber mit Sicherheit keinen weiteren Band davon lesen werde. Mir reicht das hier schon.
Lest das bloß nicht, wenn ihr noch nie zuvor bei einem Buch mit BDSM in Kontakt gekommen seid, sonst bekommt ihr eine völlig falsche Sicht der Dinge.

Kommentare:

  1. Hallo Jules, war das nicht die Serie, die mit einer recht harrschen Leserwarnung daherkommt? Frei nach dem Motto, "das hier ist nichts für zarte Gemüter?"
    Ich hab von jehet um diese Serie einen riesen Bogen gemacht ...
    LG

    AntwortenLöschen
  2. Mag sein... aber ich finde ja die Sexszenen an sich nicht hart sondern die Tatsache, dass es kein BDSM ist, sondern Misshandlung - aber völlig überzeugt als BDSM dargestellt wird. Da kann man noch so warnen, es wird dem nicht gerecht.
    Ich denke aber, du fährst gut damit, es zu umgehen. Das werde ich künftig auch tun.

    AntwortenLöschen
  3. Hi,
    vielleicht wäre es mal eine Idee, eine Empfehlungsliste für BDSM-Neulinge/Einsteiger & Fortgeschrittene zu erstellen.
    Hätte ich z.B. "Das graue Halsband" als allererstes BDSM-Buch gelesen wären mir viele Fragezeichen im Kopf erspart geblieben. Wobei ich auf die Bücher von Andy D. Thomas immer noch stehe, auch wenn es viiiiiiel Sex war, denn auch da wurde Rücksicht genommen und es waren Gefühle im Spiel, auch wenn am Anfang der "Spieltrieb" Vorrang hatte. Andere wiederum würde ich einfach nur gerne von meiner Kopf-Festplatte löschen wollen.
    Ich freue mich jetzt erstmal auf den Mittwoch, denn da kann wahrscheinlich schon wieder ein größerer Teil eben dieser noch immer vorhandenen Fragezeichen gelöscht werden :-)
    Ich danke Dir herzlich für diesen Themen-Monat!
    LG Elke

    AntwortenLöschen