Mittwoch, 19. Juli 2017

Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]

Anlass für diese Kolumne war eine Frage einer Leserin, die mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken hat. Da ihre Auffassung aber leider etwas ist, dass Unwissende öfters einmal verwechseln, dachte ich, gehe ich mal näher darauf ein.
Dieser Meinung nach setzt sich BDSM mit Selbstaufgabe gleiche. Heißt, man glaubt, dass der Sub eine schwache Persönlichkeit haben muss und sich deshalb rumschubsen lässt. Jetzt jemand anderem zu dienen, bedeutet damit, seine eigene Persönlichkeit abzustreifen und nur noch auf Befehl von jemand anderen zu leben.
Selbstverständlich ist das Blödsinn. Um Gottes Willen, Leute, das ist einfach komplett das Gegenteil von dem, was BDSM eigentlich darstellt.
Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Sub selbst aufgibt, wenn er sich seinem Dom hingibt. Das sagt ja schon das Wort. Hingabe ist nicht Aufgabe! Und tatsächlich hat der Sub ja auch einfach dem Drang, den Befehlen des Dom zu gehorchen und damit erfüllt er sich ja selbst den Wunsch des Gehorsam. Heißt, er tut es ja nicht, weil er unterbuttert wird, sondern weil er es selbst will.
Dies wiederum bedeutet, dass ein Sub auf gar keinen Fall eine schwache Persönlichkeit hat. Im Gegenteil, es gehört sehr viel Mut – und natürlich auch Vertrauen – dazu, sich jemand anderem so auszuliefern. Jemand, der schwach im Willen ist, der wird tatsächlich geführt, aber nur, wer stark im Willen ist, lässt sich führen. Versteht ihr jetzt vermutlich nicht, oder? Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Man darf einfach nicht davon ausgehen, dass der Sub passiv ist. Er lässt es nicht einfach geschehen, dass mit ihm gemacht wird, was jemand anderes möchte, sondern er erlaubt es. Dafür gibt es ja auch das Safeword. Am Ende entscheidet immer noch der Sub, nach welchen Regeln gespielt wird. Damit hat er eigentlich die Kontrolle. Und deshalb gibt er sich nicht selbst auf, sondern hat in gewisser Weise sogar die Zügel in der Hand.
Ich kann schon verstehen, dass es nach Außen hin leicht so aussieht, als würde man als Sub wirklich seine eigene Persönlichkeit opfern und nur noch dienen, aber in den meisten Beziehungen bezieht sich BDSM ja meist nur auf Sex oder gewisse Dominanzspiele im Alltag… nichts, was jetzt dauerhaft Bestand hat. Das heißt, außerhalb des Spiels hat der Sub ja noch immer seine eigene Persönlichkeit und auch während des Spiels legt er diese ja nicht komplett ab. Im Gegenteil, das Wesen eines Menschen kann man ja nicht mal eben über den Haufen werfen. Natürlich kann es sein, dass man gewisse Bereiche für ein Spiel unterdrückt, andererseits wird das Spiel ja auch erst dadurch spannend, dass die Persönlichkeit eben trotzdem da ist. Würde ein Sub immer nur brav gehorchen, wo bliebe dann der Spaß?
Heißt, jemandes Persönlichkeit zu nehmen, könnte man nur schaffen, in dem man ihn bricht und dies wiederum ist Misshandlung und kein BDSM. Und das BDSM keine Misshandlung darstellt, ist ja wohl klar.
Wo die Grenzen teilweise verschwimmen, ist bei Spielen, die wirklich 24/7 sind. Ich denke, da kann es durchaus auch mal passieren, dass es ins ungesunde abrutscht, aber auch hier wird so was in den meisten Fällen nicht passieren. Solange der Sub auch hier ein Safeword hat und in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch alles in Ordnung.
Im Übrigen muss ich das jetzt einfach auch mal sagen: Ein guter Dom wird immer das Beste für seinen Sub wollen und dazu gehört nun mal auch, diesem Entscheidungen zu überlassen und ihm einfach in seinem Vorhaben zu unterstützen. Kein guter Dom hat das Ziel, seinen Sub zu brechen und gefügig zu machen, sondern er wird ihn immer als eigenes Individuum sehen, dass es durchaus zu beherrschen aber auch zu fördern gilt.
Auch ist es ja so, dass eine BDSM-Beziehung oft auch eine Liebesbeziehung mit sich führt – und selbst, wenn es nur um Sex geht, gibt es da sehr viel Wertschätzung zwischen den Parteien. Niemand würde doch jemanden, der ihm wahnsinnig wichtig ist, Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil. Von daher würde ja nie jemand wollen, dass sich der andere selbst aufgibt. Also: Totaler Blödsinn. Diese Denkweise bitte aus dem Gehirn streichen, okay? Fein!
Jules :)

Samstag, 15. Juli 2017

Grenzen 1 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 1
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 26 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Diese Kurzgeschichte ist der erste Teil einer Reihe, die auch zusammenhängend gelesen werden muss.
In diesem ersten Teil passiert noch nicht sehr viel, auch nicht, was den BDSM angeht. Der Protagonist ist selbst noch unerfahren und muss erstmal in die komplexen Regeln eingeführt werden. Ich finde es super, dass dies ins Buch mit eingebaut wird und ich finde auch die Umsetzung klasse. Dadurch bekommt man nämlich auch als unerfahrener Leser einen guten Überblick und versteht as Thema besser.
Es gibt noch keine richtig Sexszene, allerdings ist das bisschen, was man vorgesetzt bekommt, schon wahnsinnig erotisch und macht total viel Lust auf mehr.
Auch sonst ist die Geschichte gut gestaltet, es gibt eine schöne Story drum herum, dreht sich also nicht nur um Sex. Gefühle und Gedanken der Protagonisten werden super vermittelt, so dass man sich in die Charaktere und die Story fallen lassen kann. Auch sonst ist der Stil wirklich schön, teilweise mit einem gewissen Witz, aber an passender Stelle auch mal etwas ernster – gefällt mir wirklich gut.
Wie gesagt, es ist ein Mehrteiler und dadurch gibt es am Ende auch einen Cliffhanger, also nur lesen, wenn ihr Lust auf die ganze Reihe habt. Bei der geringen Seitenzahl ist es aber sicher eine Überlegung wert, ich fand es jedenfalls schon mal großartig und freue mich auf Teil 2.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Das kleine BDSM-ABC [K]

Huhu!

Weil einige von euch es sich gewünscht haben, habe ich heute eine kleine ABC-Liste mit den gängigsten BDSM-Begriffen für euch vorbereitet. Ich hoffe, das kleine „Lexikon“ kann euch das eine oder andere Wort näher bringen.

ALLES WAS IHR HIER LEST GESCHIEHT AUF FREIWILLIGER BASIS UND MUSS SEHR SORGFÄLTIG UND VORSICHTIG AUSGEÜBT WERDEN!
FALSH AUSGEFÜHRT, IST ALLES HIER GEFÄHRLICH UND IHR SOLLTET ES NUR NACHMACHEN, WENN IHR EUCH DAMIT AUSKENNT!
ALLGEMEIN GILT: JEDER MENSCH HAT ANDERE VORLIEBEN UND FETISCHE, VON DENEN ICH NICHT WILL, DASS SIE AUF MEINEM BLOG VERURTEILT WEREN!

A
Abbinden: Hierbei werden Körperteile abgebunden, um sie z.B. schmerzempfindlicher zu machen. Das Tragen eines „Cockrings“ verzögert zudem einen Orgasmus
Ampelcode: Eine gängige Methode, die als „Safeword“ angewendet wird. Grün bedeutet, alles ist in Ordnung, Gelb bedeutet langsamer machen und Rot bedeutet Stopp
Angstspiele: Spiele bei denen man gezielt mit den Ängsten des Sub spielt. Folglich können sie sehr unterschiedlich ausfallen, da ja jeder vor etwas anderem Angst hat. Das kann von einfacher Androhung von Strafen bis hin zum Spiel mit Ängsten wie Höhe oder Enge alles sein
Atemkontrolle: Hierbei erschwert oder unterbricht der Dom kurzzeitig die Atmung des Subs. Entweder mit Toys, den bloßen Händen oder z.B. auch durch den „Deep Throat“ beim Blasen
Augenbinde: Ein einfaches Hilfsmittel um den Sub die Sicht zu nehmen und so sensibler zu machen
Absturz: Emotionaler Absturz der während oder nach einem Spiel auftreten kann, weil es zu heftig war oder der Dom bzw. Sub aus anderen Gründen einfach emotional aufgewühlt ist. Deshalb ist die „Nachsorge“ auch so wichtig
Anal: Ist klar, beim Analsex wird der Penis in den After eingeführt
Andreaskreuz: Ein großes Holz-X, an welches der Sub gebunden werden kann

B
Bastonade: Dabei wird die Fußsohle gereizt, meist durch Schläge – ihr könnt euch die Stärke der Schmerzen vorstellen
BDSM: (=Bondage, Dominance, Submission, Sadism, Masochism) Überbegriff für alle Spiele, die mit Bondage, Machtgefälle und Schmerz zu tun haben
Beißen: Bisse werden zur Stimulation oder Bestrafung eingesetzt
Bestrafung: Wenn ein Sub nicht seine Anweisungen befolgt, kann der Dom ihn „bestrafen“, in dem er z.B. Spielarten anwendet, die der Sub nicht so mag (die aber natürlich noch innerhalb der Grenzen des Subs sind)
Bloodplay: Eine sehr spezielle Spielart, bei der z.B. „Cuttings“ zur Anwendung kommen können. Letztlich dreht sich alles ums Blut, fließt es erstmal, geht es auch um das Ablecken/Trinken/Whatever
Bondage: Bezeichnet im Prinzip sämtliche Fesslungsarten, die einen Sub in Position halten oder auch zum „Abbinden“ taugen. Gefesselt ist ein Sub dem Dom hilflos ausgesetzt, was auf viele großen Reiz ausübt
Branding: Manche reizt es, Brandmale oder Brandzeichen zu setzen bzw. zu bekommen


C
Cockring: Ein Ring, den man um die Peniswurzel anbringt, um so einen Orgasmus länger hinausschieben zu können
Cockcage: Ein enger Käfig, der um den Penis liegt und ihn so daran hindert, voll zu erigieren
CBT: (=Cock and Ball Torture) Folter von Hoden und Penis z.B. durch quetschen, langziehen oder leichte Schläge
Cutting: Hierbei wird Haut mit Messern oder ähnlichem eingeritzt. Gehört mit zu den „Klinikspielen“

D
Doggystyle: Wir alle kennen diese Sexstellung. Im BDSM ist sie deshalb so beliebt, weil der passive Part so in eine sehr unterwürfige Haltung gezwungen wird
Dogplay: Ein „Rollenspiel“, bei dem der Sub als „Hündchen“ des Doms auftritt
Deep Throat: Kennt ihr sicher, dabei wird der Penis beim Oralverkehr bis in den Rachen geschoben

E
Elektrostimulation: Durch kleine Elektroschocks wird der Sub stimuliert oder bestraft
Erniedrigung: Eine Form des Spiels, bei welcher der Sub mit Worten oder Gesten vorgeführt wird
Entführung: Im Bereich der „Angstspiele“ können auch Entführungsszenarien als Rollenspiel nachgestellt werden
Ertränkungsspiele: Dabei wird der Sub tatsächlich kurzzeitig unter Wasser gehalten, so dass er das Gefühl bekommt, zu ertrinken. Ist aber eher selten
Einlauf: Einführen von Wasser in den Anus, meist bei „Klinikspielen“ oder zur Vorbereitung von „Analsex“

F
Fesseln: Ganz einfaches Bondage, dass als gängige Art herhält, um den Sub zu bewegungsunfähig zu machen
Figging: Bei diesem „Tunnelspiel“ wird ein stück Ingwer in den Anus eingeführt, was mit der Zeit zu einem ziemlichen brennen führt
Fisting: Analer oder Vaginaler Sex mit der Faust
Folter: Bei Folterspielen werden dem Sub Schmerzen zugefügt. Meist in Zusammenhang mit Fesselungen
Flogger: mehrsträngige Peitschen, die je nach Material ziemlich sanft oder ziemlich schmerzhaft sein können

G
Gerte: Wie eine Reitgerte, nur oft mit breiterer Lasche. Etwas weniger schmerzhaft, aber richtig eingesetzt tut natürlich auch eine Gerte ordentlich weh
Gagball: Ein kleiner Ball, der als Knebel dient und oft mit einem Riemen am Kopf des Subs befestigt ist, so dass er ihn auch nicht einfach ausspucken kann

H
Halsband: Kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Manche Subs nutzen es einfach als Zeichen der Submission, bei Paaren bedeutet es oft, der Sub ist an den Dom vergeben, wieder andere benutzen kein Halsband, für andere ist es nur ein typisches Kleidungsstück des Subs oder Teil des Spiels (z.B.: „Dogplay“)
Handschellen: Ein simples Mittel zur Fixierung des Subs

I

J

K
Katheder: Innerhalb der „Klinikspiel“ wird oft ein Katheder in die Harnröhre gelegt
Ketten: Mittel zur Fixierung des Subs
Klinikspiele: Sämtliche Spielarten, die strikt klinisch oder tatsächlich mit sozusagen Doktorspielen zu tun haben, z.B.: „Cuttings“, „Katheder“, „Piercings“, etc.
Knebel: Simples Mittel, um den Sub zum Schweigen zu bringen, oft dient es auch einfach der Erniedrigung
Käfig: Dabei wird der Sub tatsächlich in einen Käfig gesperrt
Klammern/Klemmen: Ein gutes Mittel, um z.B. die Nippel zu foltern
Kratzen: Einfache Art, Schmerz zu erzeugen oder zu verstärken
Kaviar: Spiele mit Kot, echt nicht jedermanns Sache
Knien: Eine häufige Position im BDSM, die die Unterlegenheit des Subs demonstrieren soll – und auch perfekt für Oralsex

L
Lack/Leder/Latex: Manche Leute mögen solche Kleidung auch ohne BDSM zu praktizieren, aber auch im BDSM-Bereich ist so was oft erwünscht

M
Maske: Masken haben unterschiedliche Funktionen. Viele sollen einfach nur die Sinne schärfen, in dem sie z.B. die Sicht bedecken, andere haben gewisse Formen, die z.B. das „Dogplay“ authentischer gestalten
Military: Militär-Rollenspiel. Dadurch, dass es beim Militär um viel Disziplin geht, passt das hervorragend zum BDSM
Mind-Fuck: Dabei soll der Sub sozusagen psychisch gefoltert werden. Er soll nicht wissen, was der Dom als nächstes tun und die eigentliche Folter ist dann z.B. nicht die Strafe an sich, sondern die Frage: Tut er es? Tut er es nicht? Wenn ja, wie wird die Strafe sein? Etc. 

N
Nachsorge: Viele sprechen es oft nicht an, aber ein Spiel endet nicht einfach, es ist oft wichtig, für den Sub auch hinterher da zu sein, um ihn emotional zu stabilisieren und evtl. Wunden, Fesselspuren und blaue Flecke zu versorgen
Nadeln: Spiele mit Nadeln können sehr unterschiedlich ausfallen und gehören in das große Feld der Klinikspiele
Natursekt: Dabei geht es um Urin in jeglicher Form. Trinken, Anpinkeln, alles kann sein

O
Oral: Gut, das ist klar. Blasen halt
Ohrfeigen: Ein Züchtigungsmittel, wobei oft der Schreck mehr wiegt als der kurze Schmerz
Orgasmuskontrolle: Hierbei wird immer dann der Reiz entzogen, wenn der Sub kurz vor dem Orgasmus steht. Durch das ständige verzögern, ist der Orgasmus letztlich um ein vielfaches intensiver

P
Plug: Übersetzt ein Stöpsel, mit dem man z.B. den After dehnen kann
Petplay: Bei diesem Spiel dient der Sub dem Dom als Haustier. Am bekanntesten ist das „Dogplay“
Piercing: Im Bereich der Klinikspiele kann es gut sein, dass der Dom den Sub pierct oder auch tätowiert
Ponyplay: Auch ein Tier-Rollenspiel, bei dem der Sub als Pferdchen herhält
Peitsche: Langer Lederriemen oder Strick, der ziemlich in die Haut einschneiden kann, aber meist nur in leichter Form zur Züchtigung verwendet wird
Paddle: Meist ein längliches Holzbrett mit flachem Ende, dass zur Züchtigung eingesetzt wird. Kann wehtun, ist aber meist noch recht angenehm, ähnlich wie ein Schlag mit der flachen Hand
Präsentation: Es gibt gewisse Positionen für Subs, bei denen z.B. ihre Genitalien gut zur Geltung kommen und die oft als Ausgangspose für das Spiel genutzt werden

Q

R
Rollenspiele: Ganz klassisch, Sexspiele, bei welcher der Sub und Dom eine gewisse Rolle einnehmen und ihr Spiel danach ausrichten (gibt es natürlich auch außerhalb der BDSM-Szene)
Rimming: Kennt man, das stimmulieren des Anus mit der Zunge. Dient oft zur Vorbereitung auf Analsex
Rohrstock: dünner Rattan- oder Weidenstock, die ziemlich in die Haut einschneiden und deshalb starke Striemen oder auch Wunden hervorrufen können

S
Safe, sane & consensual: (=sicher, gewissenhaft, einvernehmlich) Sozusagen das Motto des BDSM
Schwarzer BDSM: Überbegriff für den Bereich Bondage/Schmerz
Safeword: Irgendein banals Wort, dass nichts mit dem Sex zu tun hat und genutzt werden kann, wenn der Sub das Spiel ab- oder zumindest unterbrechen möchte, weil es seine Grenzen überschreitet
Schmerz: Der Sub wird sexuell stimmuliert, in dem man ihm Schmerzen z.B. durch das „Spanking“ zuführt
Spanking: Schläge, meist mit der Hand oder dem „Paddle“ auf den Po
Sling: Eine Schaukel, in der der Sub fixiert wird und gut zugänglich ist
Strappado: Eine Fesslungsart im „Bondage“, bei welcher die Hände auf den Rücken gefesselt und dann mit einem Seil nach oben gezogen werden. Der Sub steht breitbeinig, manchmal nur auf den Zehenspitzen. Es ist eine ziemlich anstrengende aber sehr beliebte Haltung, die jedoch eher etwas für Spieler mit mehr Erfahrung ist

T
Tunnelspiele: Spiele, bei denen es kein Zurück gibt. Einmal angefangen, müssen sie durchgezogen werden. Bestes Beispiel ist das „Figging“

U

V
Vanilla: So wird „normaler“ Sex bezeichnet
Vertrag: Manche erstellen Verträge, in denen Dom und Sub ihre Grenzen schriftlich niederlegen
Verleih: Dabei wird der Sub tatsächlich an einen anderen Dom ausgeliehen, so dass dieser ihn bespielen kann
Vergewaltigung: Im Bereich der Angstspiele, kann ein Sub auch „vergewaltigt“ werden – natürlich ist es keine richtige Vergewaltigung, der Sub könnte es abbrechen, wenn er wollte

W
Weißer BDSM: Überbegriff für den Bereich „Klinikspiele“
Wachs: Dabei wird mit Kerzenwachs Schmerz oder zumindest ein leichtes Brennen zur Stimulation ausgelöst

X

Y

Z

123
24/7: Die D/s-Beziehung besteht 24 Stunden, 7 Tage die Woche – das heißt, man hört nie auf, sich in seinen Rollen zu befinden

Samstag, 8. Juli 2017

Beste Freunde liebt man nicht (Grace R. Duncan)

Titel: Beste Freunde liebt man nicht
Autor: Grace R. Duncan
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Beschreibung: Ian und Kane sind seit jeher beste Freunde und führen zeitgleich eine D/s-Beziehung. Ian will schon länger mehr als nur das, aber Kane ist fest überzeugt, nicht lieben zu können, deshalb hat Ian Angst, ihre Freundschaft zu gefährden, würde er Kane seine Liebe gestehen.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch wirklich richtig gut gefallen hat. Das lag zu einem großen Teil an tollen, wirklich ausführlichen BDSM-Szenen, die wahnsinnig gut dargestellt worden sind. In dem Buch ist jede einzelne Session wirklich sehr detailliert und liebevoll ausgearbeitet, man bekommt die Gefühle der beiden Männer dabei mit und erkennt, dass sie eine tiefere Verbindung als nu das reine Spiel zusammen hält. Und sie sind einfach wahnsinnig heißt erzählt. Es ist richtig sexy, die einzelnen Szenen zu verfolgen und es erfreut mich immer wieder aufs Neue, wenn ein Buch so was Schönes bieten kann.
Auch sonst hat mir das Buch richtig gut gefallen. Wenn man etwas mitbekommt, dann vielen, vielen Emotionen der beiden Protagonisten in dem Buch. Teilweise ist es wirklich bewegend und rührt einen, teilweise ist es einfach witzig – aber egal, was es ist, man ist immer Mitten im Geschen und weiß genau, was die Zwei denken und fühlen. Dieses komplexe Thema, in den besten Freund verliebt zu sein, aber aus Angst, die Freundschaft zu zerstören, nichts zusagen, wird wirklich sehr gut umgesetzt. Ich glaube, bisher habe ich das kaum in einem anderen Buch so schön ausgearbeitet vorgefunden. Es berührt einen, man verzweifelt zusammen mit Ian und kann aber auch verstehen, warum Kane so abblockt, was dieses Thema betrifft.
Besonders interessant umgesetzt finde ich dabei, dass es letztlich ihre D/s-Beziehung ist, die ein wenig die Brücke zwischen ihnen aufbauen kann. Nicht nur, weil Ian es dafür benutzt, Kane nahe zu kommen, sondern weil es Kane auch teilweise aufzeigt, wie wichtig Ian ihm eigentlich ist.
Man kann wirklich sagen, dass da sehr viele Komponenten letztlich zusammenführen, um das logische Happy Ende zu erzielen, was einfach sehr zum Lesespaß beiträgt. Es ist toll, wenn sich nicht alle Probleme sofort lösen und die Protas eine Weile umeinander herum tänzeln, auch wenn es einen als Leser schon ein bisschen frustrieren kann, wenn sie so lange dafür brauchen, zueinander zu finden. Einen kurzen Augenblick dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen zu viel Zeit in Anspruch nimmt, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich den gesamten Ablauf in dem Buch. Ich glaube, bei so einem heiklen Ding ist dieses Tempo eindeutig die bessere Wahl, um das Buch realistisch zu gestalten.
Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass es nicht kitschig ist. Okay, am Ende vielleicht mal ganz kurz, aber alles in allem ist weder sonderlich kitschig noch sonderlich dramatisch, sondern einfach sehr schön erzählt. Ich habe es auch in wirklich kurzer Zeit verschlungen, weil ich zum einen unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und weil man einfach so gut in dem Buch versinken kann.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mir folglich auch der Schreibstil sehr zugesagt hat. Ich fand ihn flüssig, schön in der Wortwahl und offensichtlich auch in der Lage, Gefühle zu übermitteln.
Wenn ich überhaupt Kritik äußern sollte, dann vielleicht nur, dass teilweise ein wenig viel von ihrer IT-Firma geredet wird… andererseits hat mir sehr gut gefallen, dass auch viel Alltag in das Buch eingebaut wurde und es somit realistischer wirkt… ich glaube, ich fand das mit der Firma nur ein wenig weit hergeholt… das also meine Kritik, die aber nicht sonderlich schwer wiegt, weil sie nicht unbedingt so viel Story ausmacht.
Also ganz klar eine Leseempfehlung von mir, auch was den BDSM betrifft. Der ist super geschildert und auch für Leser geeignet, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben. Aber wie gesagt, auch der Rest des Plots ist sehr schön, deshalb kann man das Buch auch gut ganz unabhängig vom BDSM lesen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kann es in einer BDSM-Beziehung Liebe geben? [K]

Hallo ihr Lieben!

Neulich, als ich für die BDSM-Themenwoche nach Bildern gesucht habe, bin ich auf ein Forum gestoßen, in dem tatsächlich darüber diskutiert wurde, ob es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben kann. Ehrlich gesagt habe ich das erst für einen Witz gehalten, bis ich die Beiträge dazu gelesen habe und erstaunt feststellen musste, dass manche Leute diese Frage wirklich ernst meinen.
Selbstverständlich kann ich nicht an so einem Thema vorbei gehen, ohne meine Meinung dazu loszuwerden. Deshalb hier meine Ansicht zu dieser doch sehr fragwürdigen Frage.
Also gleich vorweg die einzig richtige Antwort: Natürlich kann es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben. Aber selbstverständlich ist das nicht alles, was ich dazu zu sagen habe. Stattdessen möchte ich einfach kurz auf die Argumente eingehen, die in dem Forum gefallen sind.
Zunächst etwas, das selbstverständlich auch richtig ist: BDSM ist eine Sexpraktik, in er es vor allem um Lustgewinnung geht und natürlich muss man diese Praktik nicht wirklich als sich liebendes Paar ausführen. Man kann auch einfach mit einem Fremden oder einem Bekannten oder was auch immer eine Session abhalten. Aber genauso verhält es sich ja auch mit „normalem“ Sex. Ich kann jetzt ja auch Sex mit einem Fremden haben, ohne den gleich heiraten zu müssen. Deswegen ist „normaler“ Sex aber trotzdem Bestandteil einer Liebesbeziehung und bei einem Pärchen, dass auf BDSM ist, ist eben diese Sexspielart Bestandteil ihrer Liebesbeziehung.
Jetzt herzugehen und zu behaupten, man kann jemanden nicht schlagen oder verletzen, wenn man ihn liebt, ist ja völliger Quatsch. Das zeigt nur, dass die Leute, die diese Äußerungen machen, keine Ahnung von BDSM haben. Letztlich schlägt man denjenigen oder diejenige ja, weil es für denjenigen oder diejenige Lust fördernd ist. Man darf ja nicht vergessen, dass BDSM immer noch einvernehmlich ist und nichts mit Misshandlung zu tun. Der devote Part möchte ja ausgepeitscht werden, es gefällt ihm. Und folglich zeit der dominante Part ja seine Liebe darin, demjenigen oder derjenigen dass zuzufügen, dass seinem/ihren Bedürfnis entspricht.
Hinzu kommt noch, dass gerade in einer BDM-Beziehung Vertrauen ein extrem wichtiger Faktor ist. Eine Session kann nie wirklich gut werden, wenn nicht gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Das kann man selbstverständlich auch zu fremden Personen haben, aber man kann sich selbst zusammenreimen, wie intensiv dieses Vertrauen erst sein muss, wenn man wirklich ein Paar ist. Eben weil dann auch Liebe im Spiel ist. Und wenn man das dann noch weiter ausführt und ich z. B. 24/7-Paare anschaut… irgendwo müssen da ja schon Gefühle im Spiel sein, weil man es sonst einfach nicht miteinander aushalten würde. Aber nicht nur bei 24/7-Paaren sondern vor allem auch bei Paaren, deren Sexleben zwar aus Sessions besteht, die sonst ja aber „normal“ zusammenleben und einfach so auf Augenhöhe zusammen sind. Das würde doch niemand ohne Liebe ertragen.
Ich habe in einem der Beiträge gelesen, dass es zwar außerhalb der Session sehrwohl Liebe geben kann, man sie aber nicht mit in die Session nimmt. Auch diese Aussage halte ich für falsch. Natürlich ist es ein wenig komisch, wenn irgendwo zwischen Dirty Talk und noch mehr Dirty Talk ein „ich liebe dich“ hingesülzt wird, weil es einfach unpassend und irritierend ist, aber dennoch kann man seine Wertschätzung und Liebe durch ein Lob oder ähnliches zum Ausdruck bringen.
Oft gibt es ja aber auch sehr emotionale Sessions, in denen ein „ich liebe dich“ vielleicht auch nicht deplaziert ist. Da kommt es eben einfach auf die Situation an, aber eine strikte Trennung halte ich nicht für zwingend erforderlich.
Ich weiß echt nicht so genau, wie man darauf kommen kann, dass BDSM Liebe ausschließt. Oft findet man ja gerade über seine Neigung die große Liebe, weil man jemanden findet, der einfach 100%ig zu einem passt.
Wie gesagt, eine Trennung von BDSM und Liebe ist sehr wohl möglich, aber definitiv nicht zwingend erforderlich.
Jules :)

Samstag, 1. Juli 2017

City Cowboy (Marcel Duval)

Titel: City Cowboy
Autor: Marcel Duval
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 180 Seiten
Beschreibung: Luke ist single und der Richtige nicht in Sicht. Vor allem, weil er heimlich davon träumt, einmal unterworfen zu werden - am besten von seinem besten Freund.
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt er einen Aufenthalt auf Calebs Range gescheckt, wo er jedoch nicht nur das Farmerleben kennenlernen darf.

Das Buch ist Teil einer Reihe, kann aber notfalls auch seperat gelesen werden.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, zu diesem Buch fehlen mir die Worte. Ich weiß, das klingt jetzt fies und schrecklich, aber ich komme auf dieses Buch einfach nicht klar.
Das liegt jetzt nicht am Schreibstil, der ist eigentlich in Ordnung. Teilweise finde ich ihn ein wenig kindisch, wenn zu sehr geschwärmt wird und zum 20. Mal hintereinander betont wird, wie sexy doch wer auch immer ist, aber so generell kann man den Stil schon lassen. Zumindest kann man es flüssig lesen, sich in die Geschichte fallen lassen und an sich sind die Sexszenen sehr heiß beschrieben, was auch ein Pluspunkt ist.
Doch so heiß die Szenen im eigentlichen auch sind, gehen sie für mich einfach absolut gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich da zu kleinlich bin, aber was in dem Buch abläuft, kann man nicht mit verantwortungsvollem BDSM vergleichen.
Von der Story her, ist es ja okay – Typ will BDSM mal ausprobieren, bekommt die Gelegenheit dazu und darf sich dominieren lassen. Wunderbar. Aber dann hört es auch schon auf. Gerade wenn das doch die erste Session ist, die jemand überhaupt jemals mitmacht – vor allem halt als Sub, da liegt ja das Problem -, dann kann ich doch nicht SOWAS wie in diesem Buch bringen. Darin wird einfach alles, alles, ALLES falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Ich kann einen Sub nicht alleine irgendwo lassen – man kann ihm das Gefühl geben, aber man kann es nicht wirklich tun und wenn, dann nicht so wahnsinnig lange und ohne Wasser. Und schon gar nicht geht das, wenn ein Sub das erste mal spielt und keine Ahnung hat und vielleicht einfach einen psychischen Zusammenbruch erleiden könnte.
Außerdem muss man zu Anfang doch ein wenig erklären, was man da tut und man muss ihm UM GOTTES WILLEN doch irgendein Safeword geben, damit er abbrechen kann.
Ich will mich jetzt nicht verlieren, aber da jagt ein No-Go das nächste und ich war teilweise richtig wütend beim lesen.
Zumal es ja auch völlig falsch dargestellt wird. Man hat permanent das Gefühl, dass der Sub Dinge nur tut, weil er wirklich Angst hat. Ich weiß nicht, ob das nur schlechte Wortwahl darstellt oder man damit implizieren will, dass Angst beim BDSM vorherrscht, aber Angst hat damit nichts zu tun. Mit häuslicher Gewalt vllt, aber nicht mit BDSM.
Tja und auch der Plot an sich ist jetzt nicht wirklich super. Eigentlich gibt es überhaupt keine Story, es geht nur um Sex und die angeblichen Gefühle, die darin eine Rolle spielen, würde man nicht mitbekommen, wenn sie einen nicht ab und an erklärt werden würden.
Hätte man sich ein bisschen mehr mit BDSM auseinandergesetzt und hätte man ein bisschen mehr Story eingebaut, hätte das Buch echt schön werden können, aber so finde ich es wirklich nicht gut. Tut mir leid. Vor allem, da es ein Dreiteiler ist, ich aber mit Sicherheit keinen weiteren Band davon lesen werde. Mir reicht das hier schon.
Lest das bloß nicht, wenn ihr noch nie zuvor bei einem Buch mit BDSM in Kontakt gekommen seid, sonst bekommt ihr eine völlig falsche Sicht der Dinge.