Mittwoch, 28. Juni 2017

Traurig aber wahr [K]

Ich muss es jetzt loswerden, weil es mich nervt. Und weil ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der genervt davon ist. Als Leser bekommt ihr das ja meistens nicht mit, außer ihr seid einer der wenigen auserwählten, die auch ohne Blog mal ein Rezensionsexemplar abbekommen, um die Rezi dann auf Amazon oder Lovelybooks oder sonst wo hochzuladen.
Aber glaubt mir, es ist teilweise unter aller Sau, auf welche Art und Weise man als Blogger auf Rezensionsexemplare angesprochen wird.
Ich bekomme so oft Mail, in denen dann der glorreiche Satz steht: „Ich habe mir gerade deinen Blog angesehen und glaube, dass mein Buch perfekt dazu passen würde. Hast du Lust, es zu lesen?“ Daraufhin folgt ein Buch, dass ABSOLUT ÜBERHAUPT NICHT zu meinem Blog passt. Bestes Beispiel: Hetero-Bücher. Ihr wisst gar nicht, wie oft man mir schon Hetero-Bücher andrehen wollte, die ja angeblich so gut zu meinem Blog passen, weil man sich nämlich einen Scheiß vorher auf meinem Blog umgesehen hat.
Ich könnte da ausrasten. Ich könnte da so bösartig zurückschreiben, dass wahrscheinlich jeder Serienkiller Angst vor mir kriegen würde.
Aber einfach dieses offenkundige Desinteresse daran, wen man sein Buch andreht und diese plumpe Art, wie man es auch noch heraushaut, dass man sich eben nicht mit dem Blog befasst hat… tut mir leid, das widert mich echt an.
Auch schön: neulich hat mir eine Autorin geschrieben, sie würde mir gerne ihr Rezensionsexemplar übergeben, weil sie meinen Blog ja schon länger verfolgt und total mag und mich auch so sympathisch findet… spricht mich dann aber allen ernstes mit Julia an. Ganz ehrlich, ich weiß, dass „Jules“ ein spezieller Spitzname ist und viele daraus irgendwie „Jule“ machen und dann auf „Julia“ oder „Juliane“ oder so kommen, aber jeder, der länger meinen Blog verfolgt oder sich zumindest die Mühe macht, sich kurz mit meiner Person zu befassen, weiß doch, dass es für „Julian“ steht. Und wenn man mir weismachen will, dass man meinen Blog schon so lange liest, dann ist es einfach nur peinlich, mich dann als Mädchen anzusprechen.
Und ihr ahnt ja gar nicht, wie oft das das der Fall ist. Wie oft irgendjemand den Namen einfach falsch schreibt. Nicht nur, dass ich wahnsinnig oft „Jule“ oder „Julia“ bin, auch wenn man begriffen hat, dass ich ein „Julian“ bin, heißt dass noch lange nicht, dass man mich dann auch mit „Julian“ anspricht. Da kommen teilweise Namen raus, die gibt es gar nicht.
Falls ihr mal ein Rezensionsexemplar andrehen wolltet und nie eine Antwort bekommen habt, dann schaut doch einfach mal, ob ihr meinen Namen richtig geschrieben habt.
Und sicherheitshalber noch mal für alle zum Mitschreiben: Ich heiße J-U-L-I-A-N. Nicht „Julien“, nicht „Juliane“ und auch nicht „Julius“. Okay? Ja? Danke!
Aber glaubt mir, es ist ja nicht damit getan, dass man dämliche Rezensionsanfragen von Autoren bekommt. Manchmal passt ja auch alles, man nimmt das Buch an und am Ende ist es wie eine schreckliche Krankheit, die über einen hereinbricht und der man nie mehr entkommen kann.
Ihr wisst ja gar nicht, wie sehr manche Autoren nerven können. Nicht nur, die die nicht mit Kritik umgehen können, und dir dann deine Kritikpunkte schön reden, in der Hoffnung, man ändert die Rezension… die schlimmste Seuche sind eher die Autoren, die einfach ständig nerven, ob man das Buch schon gelesen hat und wann man es denn liest und die gerne beim Lesen einen „Zwischenstand“ gemailt bekommen möchten, wie einen das Buch denn bisher gefällt… Chillt doch mal, man.
Ich hatte ja in letzter Zeit wenig Zeit, habe ja auch Blogpause gemacht und bei Rezensionsexemplaren immer erwähnt, dass es länger dauern kann und ob das okay ist oder man einfach kein Rezensionsexemplar rüber schiebt. Und es nervt so, wenn es dann angeblich okay ist, zwei Wochen später dann aber nachgefragt wird, wo die Rezension bleibt. Schiebt sie euch doch eure Nachfrage einfach in den Arsch, ich sage doch nicht umsonst, dass es länger dauern wird. Dann hättet ihr gar nicht erst ein Buch überreichen brauchen, wenn es angeblich okay ist, aber eigentlich dann doch nicht okay ist. Selber Schuld.
Traurig ist aber, dass das ja nicht nur jetzt passiert ist, sondern auch schon vorher, wo ich teilweise nur zwei oder drei Wochen Wartezeit auf ein Rezensionsexemplar hatte…
Ihr seid doch nicht der Nabel meiner Welt. Ihr seid doch nicht das einzige, was in meinem Leben eine Rolle spielt. Und euer blödes Buch hat genauso zu warten, wie jedes andere Buch, wenn ich gerade keine Zeit zum Lesen habe. Punkt, aus, fertig.
Auch schön sind dämliche Nachfragen: Kannst du bitte den Titel deiner Rezension ändern, kannst du bitte noch den und den Tag dazufügen, kannst du das Cover ändern, kannst du das und das Buch verlinken…
Ich mache es ja, insofern ich es nachvollziehen kann und weil ich ja auch möchte, dass meine Rezension auf dem neuesten Stand ist, etc… Aber ganz ehrlich, nur weil jemand sich dazu berufen fühlt, fünf mal im Jahr den Titel oder das Cover zu ändern, ist das nicht mein Problem. Und das ich ein Buch lese und rezensiere ist reine Gutmütigkeit und sicher nicht für die Autoren sondern für meine Leser und nein, wenn ich gerade keine Zeit habe, dann kann ich es nicht ändern. Dann überlegt euch vorher einen anständigen Titel und desingt vorher ein passendes Cover und dann müsst ihr auch nicht zwanzig Mal im Jahr zwanzig Blogger mit euren dämlichen Problemchen nerven.
Ja, ja und so könnte man die Liste noch endlos fortsetzen. Und man darf sich ja auch gar nicht zu sehr beschweren, schließlich möchte man ja auch Angebot für Rezensionsexemplare und macht es ja auch gerne – ändert auch gerne mal etwas… ihr wisst schon.
Es ist eben nur die Fülle, die dann nervt. Oder die Penetranz. Oder einfach dieses offensichtliche Desinteresse, dass ich oben beschrieben habe.
Mittlerweile antworte ich dann eben einfach nicht mehr. Das ist vielleicht nicht die feine Art, aber was soll’s? Besser, bevor man sich ärger, oder?
Also liebe Mitblogger: Habt ihr auch solche Probleme? Ärgert ihr euch auch manchmal über das Verhalten einiger Autoren? Erzählt’s mir, los, los. ;D
Jules :)

Kommentare:

  1. Ich habe vor mehr als drei Monaten mal zwei Rezensionsexemplare für mein Jugend-HIV-Buch vergeben, mit der Hinweis, dass es nicht eilt, weil ich niemanden hetzen will. Ich werde auch nicht nachfragen und letztendlich auch damit leben, wenn niemals eine Rezension kommt, auch wenn ich mich manchmal schon frage, wie groß eine angemessene Zeitspanne ist. Ich schätze, dass viele Autoren erwarten, dass eine Rezension zeitnah zur Veröffentlichung herauskommt. Das sieht man ja schließlich auch oft. Das Buch ist keine 24 Stunden auf dem Markt und hat 20 oder mehr Rezensionen. Vermutlich kommt also daher der Druck. Ich habe für mich entschieden, dass ich nur auf Anfrage und in seltenen Fällen Rezensionsexemplare vergebe. Auch wenn das vielleicht seltsam oder überheblich klingt (anhand der Rezensionen für meine Bücher kann ich aber das Gegenteil beweisen *lach*), wer sich für meine Geschichten interessiert, kann sie kaufen und mich damit letztendlich auch in meiner Arbeit unterstützen. Ich freue mich über jede Rezension, aber lerne eben auch damit zu leben, dass die Themen meiner Bücher oftmals nicht ganz dem Mainstream entsprechen.
    Lass dich nicht stressen. Du machst einen großartigen Job und ich verfolge deinen Blog tatsächlich mit regem Interesse, weil deine Einschätzungen von Büchern oftmals auch meinem Empfinden entsprechen.
    lg
    Karo

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  2. Hey Jules,

    man merkt, dass du ein bisschen genervt bist ;) Aber ich kann dich gut verstehen.

    "perfekt passen" ist halt so eine Standardphrase, die man per Copy and Paste in jede E-Mail packt. Kann ich auch nicht nachvollziehen. Ich frage mich dann auch immer, was der Autor davon hat. Mal angenommen du würdest tatsächlich ein Hetero-Buch als RE annehmen. Groß Werbung für das Buch/den Autor könntest du doch gar nicht machen. Die Leser besuchen ja deinen Blog, weil sie gerade KEINE Hetero-Bücher suchen.

    Den falschen Namen finde ich auch absolut unmöglich. Das sind so Dinge, da muss man einfach drauf achten, wenn man sein Produkt an den Mann bringen will. Wenn diese Leute mit ihren Verlegern kommunizieren oder - falls vorhanden - ihrem Brotjob nachgehen, achten sie doch auch darauf ihre Mitmenschen korrekt anzusprechen/schreiben. Ich versteh auch nicht was daran so kompliziert ist, sechs Buchstaben richtig anzuordnen :D

    Was die Fristen angeht, bin ich immer ein bisschen zwiegespalten. Ich persönlich nehme ja nur ganz selten Rezensionsexemplare an und auch nur dann, wenn ich weiß ich hab die Zeit es zu lesen. Wenn ich das manchmal sehe, dass Leute dreißig von den Dingern rumfliegen haben... hab ich kein Verständnis für. Und nicht weil ich neidisch bin, sondern weil ich finde das man sich mit der Annahme eines Rezensionsexemplares verpflichtet das Buch zeitnah zu lesen und zu rezensieren. Wenn du mit den Autoren sprichst und sagst du schaffst es erst in acht Wochen und sie stimmen zu, finde ich das vollkommen in Ordnung. Und dann finde ich es auch gerechtfertigt wenn du dich aufregst, wenn nach zwei Wochen schon nachgefragt wird. Grundsätzlich finde ich aber, sollte man REs nur annehmen, wenn man auch die Zeit dafür hat.

    Ich hab bisher glücklicherweise nur gute Erfahrungen gemacht. Die Autoren haben sich über die schnelle und zuverlässige Rückmeldung gefreut, aber auch Kritik gut angenommen.
    Nur einmal habe ich, nachdem ich die Mail mit Beleglinks abgeschickt habe, keine Rückmeldung bekommen. Keine Antwortmail, keinen Kommentar... aber später kam dann ein Rezensionsangebot für ein anderes Buch der Person, also scheint die Rezi wohl gelesen worden zu sein. Hätte mir aber trotzdem ein Lebenszeichen gewünscht ;)

    Ich hoffe, du hast dich wieder abgeregt ;)
    Hab ein schönes Wochenende :)
    Julia

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    1. Gerade auf Twitter gelesen, was dich aggressiv macht. Bitte demütigst um Entschuldigung für meine Smileys!

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