Mittwoch, 7. Juni 2017

Eis bricht langsam (Dima von Seelenburg)

Titel: Eis bricht langsam
Autor: Dima von Seelenburg
Verlag: MAIN
Seitenzahl: 498 Seiten
Beschreibung: Mitten im größten Troubel wagt Aljoscha eine Zeitreise in seine Jugend, in die Zeit zwischen 1989 und 1991, als er Tobias kennelernte und mit diesem seine erste große Liebe.
Von ihren Gefühlen verwirrt, dauert es eine Weile, bis sie sich nähern kommen und auch als sie zusammenfinden, sind die Sterne für sie nicht immer günstig gestellt.

Meine Meinung:

Dieses Buch fand ich wirklich großartig. Zunächst hatte ich ja nicht das Gefühl, so richtig damit warm werden zu können, weil ich anfangs noch dachte, es beginnt ein wenig schleppend. Aber je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat es mir dann doch gefallen.
Ich finde einfach auch schon den Aufbau des Buchs richtig klasse. Es ist ja so, dass Aljoscha in der Gegenwart erzählt, was damals in der Vergangenheit geschehen ist. Ich sag mal so, es geht dabei immer um einen gewissen Gegenstand, der eine Erinnerung hervorruft, die dann die Geschichte fortsetzt. Ich finde das einfach wahnsinnig schön umgesetzt, als wäre es aus dem echten Leben gegriffen. Uns geht es doch allen mal so, dass wir etwas in die Hand nehmen, dass eine Erinnerung in uns erwachen und kurz in die Vergangenheit reisen lässt.
Und es wird auch wirklich wahnsinnig schön erzählt. Es ist fast wie ein Jugendbuch, man geht auf viele kleinere und größere Probleme der Jugendlichen ein und man kann die erste große Liebe, die erste Unsicherheit, den ersten Kuss, den ersten Sex… einfach alles miterleben. Ein bisschen, als wäre man selbst noch mal jung und würde das alles das erste Mal mitmachen. Vielleicht gefällt es mir deshalb so gut, weil es auch ein bisschen an meine Jugend erinnert. Okay, ich bin erst 1994 geboren, aber trotzdem habe ich das alles auch mitgemacht – bis hin zu den dämlichen Fragen an das Dr. Sommer Team, die nie richtig beantwortet wurden.
Ich liebe an diesem Buch auch die Gefühle, die darin geschildert werden. Teilweise ist es wirklich traurig und man leidet mit und hat auch mal Tränchen in den Augen… ich finde das sehr schön.
Ich muss sagen, zum Ende hin dachte ich erst, dass es jetzt doch ein bisschen zu viel Drama wird, weil dann einiges geschieht, von dem ich nicht sagen kann, ob es realistisch ist oder nicht. Aber dennoch war es so geschrieben, dass ich die ganze Sache glauben konnte und es zumindest durchdacht wirkte. Vielleicht hätte es auch weniger sein können, aber sei es wie es ist, es ist dennoch ein sehr schöner Schluss und dieser endet letztlich auch wieder in der Gegenwart – wie ein perfekter Kreis.
Ich muss sagen, die Gegenwart… ich weiß nicht, ich habe damit gerechnet und war dann doch überrascht. Das gefällt mir, wenn man sich denken kann, wie es endet und es einen dann doch verblüfft. Aber vielleicht ging das nur mir so, da müsst ihr euch wohl eure eigene Meinung bilden.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall, nicht nur vom Inhalt her, auch vom Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Und wegen dem ganzen jugendlichen Gefühlschaos, das so vorherrschend darin ist und authentischer nicht sein könnte.

1 Kommentar:

  1. Hallo Jules, was für eine begeisterte Rezension.
    Sie hat mich überzeugt - das Buch nicht zu lesen.
    Ich bin auch nicht die Zielgruppe denke ich.
    Meiner Großen wurde ich es in die Hand drücken denke ich ... wenn sie sich irgendwann mal für Liebesromane Liebesromane interessieren sollte. Irgendwie war ich mit 15 weiter zumindest theoretisch als mein Görlie heute. Manchmal finde ich es glatt schade, dass sie sich so gar nicht für Bravo und Co interessiert. Wobei gibt es das heute noch ?
    Ich meine Dr. Sommer und Co?
    Mich schreckt das jugendliche Gefühlschaos eher ab.
    Aber auch dafür sind so gut gemachte Rezensionenwie diesehier da, um mich vernünftig zu informieren ☺
    Es grüßt Allerleihrau

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