Mittwoch, 17. Mai 2017

Sagt es doch einfach mal auf Deutsch! [K]

Hallo!

Ich weiß, es wird immer moderner in unserer Gesellschaft, englische Wörter in unsere Sprache einfließen zu lassen. Warum sollte man auch seine Muttersprache benutzen, wenn es auf Englisch doch gleich viel besser und wichtiger klingt? Ich bin da ja auch nicht besser als alle anderen und benutze ebenfalls (d)englische Wörter, um durch den Alltag zu kommen.
Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich der Globalisierung anzupassen und englische Wörter zu benutzen – auch wenn ich es absolut unnötig finde, dass es jetzt nicht mehr Bürokauffrau/mann heißt, sondern Kauffrau/mann für Büromanagment. Ich meine, man kann es auch übertreiben. Und man muss auch nicht zwingend überall ein blödes, englisches Wort mit reinzwängen, egal wie scheiße es sich dann plötzlich anhört.
Und genau so ist es auch bei Büchern.
Ich kriege mittlerweile wirklich einen Hals, wenn jemand sein Buch unter einem englischen Titel verkauft. Ich sehe es ja noch ein, wenn es die Übersetzung eines englischen Originales ist, auch wenn ich trotzdem der Meinung bin, dass man sich da auch einen deutschen Titel zu einfallen lassen könnte – aber immerhin heißt das Buch in dem Fall ja auch in Wirklichkeit so.
Nur warum müssen deutsche Autoren ihrem Buch einen englischen Titel geben? Ich meine, es ist doch vollkommen sinnlos. Das Buch ist doch selbst auch auf Deutsch und irgendwie wirkt der Titel dann einfach unpassend. Zumal man es ganz ehrlich sagen muss – ich will jetzt keinen beleidigen, aber ich empfinde das wirklich so – ein deutsches Buch mit englischem Titel wirkt auf mich immer irgendwie billig. Ich weiß, das klingt hart, aber es ist einfach so, dass ich, sobald ich den englischen Titel lese, mir denke: Och, das ist jetzt wieder so eine 14jährige, die in ihrer Fanfiction die Namen geändert hat, um ihr Buch auf Amazon anbieten zu können. Und manchmal ist dem tatsächlich dann auch noch so, dem Selfpublishing – wieder ein englisches Wort, juhe – sei Dank.
Ich habe auch wirklich die Erfahrung gemacht – und selbstverständlich stimmt das nicht auf jedes Buch, das einen englischen Titel hat zu –, dass diese Bücher dann auch eher 0-8-15 sind.
Ich will jetzt nicht sagen, man erkennt an einem englischen Titel ein schlechtes Buch, denn das stimmt natürlich nicht, denn ein Buch lebt nicht von seinem Titel alleine. Aber manchmal erkennt man eben doch, dass jemand mit der deutschen Sprache wirklich umgehen kann, wenn das Buch einen Namen trägt, der wie Faust aufs Auge zum Buch passt.
Natürlich gibt es auch deutsche Titel, da kann man nur mit dem Kopf schütteln und manchmal passt ein englischer Titel auch aus irgendwelchen Gründen zum Buch und ist damit völlig okay – aber wenn jemand wirklich mit Worten – deutschen Worten – umgehen kann, wird er auch einen deutschen Titel finden, der einen schon vor dem Lesen vom Buch überzeugen kann.
In gewisser Hinsicht ist das dann also auch eine Werbestrategie, mit der man vielleicht den einen oder anderen Leser mehr anziehen kann – inklusive mir, denn ich sortiere manchmal Bücher allein wegen ihres Titels aus und ich schätze, ich bin da nicht der einzige.
Jules :)

1 Kommentar:

  1. Die englischen Titel hängen oft mit dem deutschen Titelschutz zusammen und es wird immer schwieriger deutsche Titel zu finden, die es noch nicht gibt.

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