Samstag, 13. Mai 2017

Eisprinz und Herzbube (Elena Losian)

Titel: Eisprinz und Herzbube
Autor: Elena Losian
Verlag: MAIN Verlag
Seitenzahl: 410 Seiten
Beschreibung: Emilios Leben ist das reine Chaos. Er gerät öfters mit seinem Stiefvater aneinander, in der Schule gehen ihm alle auf die Nerven und dann gerät er auch noch mit dem Schulsprecher Nicholas aneinander. Es könnt nicht schlimmer kommen, als ein ungewollter Kuss plötzlich alles verändert.

Meine Meinung:

Ich schleiche jetzt schon echt lange um dieses Buch herum, und jetzt war es einfach an der Zeit, es zu lesen. Ich muss sagen, es hat mir echt gut gefallen.
Ich mag, dass es wirklich Richtung Jugendbuch geht, man kann sich super in die Welt der Charaktere hineinversetzen und wird mit den Problemen konfrontiert, mit denen man sich eben so in seiner Jugend auseinandersetzen muss. Man erkennt die Probleme, die man manchmal mit seinen Eltern hat, in der Schule… wie so die Denkweise und der Alltag aussehen… also, unterm Strich kurz gesagt: die Welt eines Teenagers wird hier wirklich gut umgesetzt und geschildert, echt schön.
Ich mag auch die Liebesgeschichte der beiden Jungs, es gefällt mir, wie sie ein wenig brauchen, bis sie zueinander finden und auch dann noch an ihrer Beziehung oder anfangs Nicht-Beziehung arbeiten müssen, dass es auch wirklich funktioniert. Auf so was wird viel zu selten eingegangen, meistens kommen die Protagonisten einfach zusammen und dann ist Schluss. Hier ist das ein längerer Prozess, der auch gut dargestellt wird, hat mir gefallen.
Es ist auch nicht so viel Drama eingebaut, zugegeben, an mancher Stelle ist es mir ein wenig too much (z.B. kommen darin Intrigen vor, das mag ich einfach überhaupt nicht, aber okay…), doch so im Großen und Ganzen kommt die Geschichte ohne Übertriebenes und ohne Kitsch aus, was mir gut gefällt.
Außerdem gibt es gute Sexszenen.
Aber ich habe trotzdem auch Kritik.
Zum einen die Sache mit den zwei Vätern. Einerseits fand ich das richtig gut, weil es schön umgesetzt wird. Man erkennt an der einen oder anderen Stelle z.B., wie Emilio so ein paar Probleme damit hat, weil es eben auch unter seinen Mitschülern intolerante Arschlöcher gibt… andererseits erkennt man gut, wie auch sein einer Vater eben keine Rechte hat, weil er „nur“ der Lebensgefährt von Emilios richtigen Vater ist… ihr versteht was ich sagen will, oder? Dieses doch sehr komplexe Thema wird eben angeschnitten und das auch auf eine gute Art und Weise.
Aber andererseits nervt es mich auch einfach. Ich hätte vielleicht noch mit den zwei schwulen Vätern leben können, aber irgendwie ist so gefühlt fast jeder in Emilios Umfeld schwul. Ich meine, mich nervt das einfach so unglaublich sehr, weil nicht immer jeder schwul sein muss. Und es ab einem gewissen Häufigkeitsgrad auch einfach absolut unglaubwürdig wirkt. Ich finde das echt nicht gut. Gefühl jeder ist schwul, das ist einfach too much und dadurch absolut unrealistisch. Das mochte ich gar nicht.
Zum anderen hat mir das Ende nicht gefallen. Also, das eigentlich Ende ist schon schön, keine Angst, es gibt auch ein Happy End und alles, aber ich finde, es gibt so einen Punkt, an dem einfach hätte Schluss sein können. Doch statt aufzuhören, schreibt man dann noch einige Kapitel weiter und auf mich wirkt das dann einfach, als wenn man unbedingt noch was dranhängen wollte, es unnötig in die Länge ziehen wollte… keine Ahnung, vielleicht wollte man eine gewisse Seitenzahl füllen oder hatte das Gefühl, noch mehr sagen zu müssen, als nötig gewesen wäre… ich weiß es nicht, aber mir ist das Ende zu lang gezogen, das hätte man abkürzen können.
Auf mich wirkt das Buch echt wie so ein Diamant, der noch geschliffen gehört. Es ist teilweise so perfekt und dann sind da so ein paar Kleinigkeiten, die man einfach noch verbessern kann. Aber ich glaube, das ist auch Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich hat mir das Buch –wie gesagt – sehr gut gefallen und Elena Losian hat definitiv Potential. Sie muss es nur ausschöpfen.

1 Kommentar:

  1. Ich muss ein bisschen lachen, weil das original meine Rezension sein könnte und ich hab das Buch noch nichtmal gelesen.
    Ich hab das erstens auch schon länger im Auge und zweitens sind deine Kritikpunkte genau das, was ich auch nicht leiden kann. Besonders dieses einer schwul, alle schwul. Wobei mich das persönlich eher bei der Familie stört, als bei Freunden. Ich weiß ja nicht, wie das in dem Buch ist.
    Aber man sucht sich schon oft Freunde, die einem ähnlich sind. Sei es was Sport angeht, Bildung angeht usw. Daher finde ich das nicht unbedingt unrealistisch, wenn man als Homosexuelle/r auch viele solcher Freunde hat. Aber wenn zwei von drei Kindern, der Nachbar, der Frisör, der Supermarktleiter und der Lehrer schwul sind... na ja.

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