Samstag, 15. April 2017

Rauschgefühle (Jannis Plastargias)

Titel: Rauschgefühle
Autor: Jannis Plastargias
Verlag: Astikos
Seitenzahl: 222 Seiten
Beschreibung: Jonas' Leben könnte nicht besser sein, er genießt seine Zeit mit seinem Freund Paul. Doch als sein Kumpel Fabi einen Schicksalsschlag erleidet, ist nichts mehr wie vorher und Jonas muss zusehen, wie dieser immer weiter abzurutschen droht.

Meine Meinung:

Ich habe bei diesem Buch ein bisschen das Problem gehabt, dass ich zwar Plattenbaugefühle gelesen habe, aber nicht den zweiten Teil (dies ist Teil 3). Dadurch war ich gar nicht mit im Bilde, wie die Geschichte verlaufen ist, allerdings muss man sagen, dass ich doch recht schnell wieder rein gekommen bin. Glücklicherweise wird mal grob immer wieder darauf eingegangen, was eigentlich in Teil 2 so passiert ist, so dass ich dann einigermaßen im Bilde war. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Teil 2 jetzt nicht sooo viel Einfluss auf Teil 3 hat, so dass es jetzt nicht sehr schlimm war, dass ich das Buch nicht gelesen habe.
Aber ich empfehle euch echt, vorher den zweiten Teil zu lesen, weil es schon anfangs etwas verwirrend ist.
Der Stil besteht aus kurzen Sätzen. Das ist echt nicht so meins, ich kritisiere so was auch gern bei anderen Büchern, weil es mir einfach nicht gefällt. Ich habe dann immer das Gefühl, dass man sich nicht wirklich in die Geschichte reinfallen lassen kann. Allerdings muss man es differenziert betrachten: Dieses Buch ist ja doch ein Jugendbuch und ich glaube, so für Jugendliche ist das ein Stil, mit dem viele sicher gut klarkommen werden. Es liest s ich eben dadurch relativ schnell und einfach.
Man merkt auch wirklich, dass es ein Jugendbuch ist und dass sich da jemand auch wirklich Gedanken über die Welt der Jugendlichen gemacht hat. Ich finde, der Alltag und auch die Gefühle der Protagonisten werden unheimlich authentisch dargestellt. Vielleicht kann ich mich damit nicht so identifizieren, mir ist solch ein Stadtleben – gerade auch in diesen Vierteln, in denen die Charaktere leben – einfach fremd. Ich bin ein unbescholtenes Dorfkind, hier ist alles noch fernab der bösen Großstadteinflüsse.
Aber auch ich muss erkennen, dass es wirklich sehr realistisch dargestellt ist, auch wie die Jugendlichen zu Drogen kommen, wie sie versuchen, ihre Gefühlswelt damit in Kontrolle zu bekommen und wie das letztlich in Abhängigkeit ausartet. Und darum geht es in dem Buch ja auch. Es geht auch viel um die Beziehung der beiden Protagonisten, aber es steht nicht allein im Vordergrund, weil auch das Thema Abhängigkeit und Drogen hier viel Raum einnimmt, was ich gut finde, weil ich nicht der Meinung bin, dass das Thema „Homosexualität“ immer im Vordergrund stehen muss.
Was mich ein wenig gestört hat, war, dass dadurch, dass auch viel Alltag erzählt wird, immer mal wieder sehr Unwichtige Dinge erläutert werden, die ein wenig langweilig sind, weil sie nicht zwingend zum Geschehen im Buch beitragen. Wie gesagt, es schildert eben die Welt der Charaktere und macht sie auch irgendwie echt, aber es ist halt nicht sooo spannend.
Auch nicht so schön fand ich, dass hier wieder das Thema Dreierbeziehung angesprochen wurde. Ich weiß nicht, es ist einfach nicht meins. Und ich kann das auch immer absolut gar nicht nachvollziehen. Ich glaube, für mich wäre das einfach ein Trennungsgrund und ich komm nicht so darauf klar, wenn andere sich damit einigen und arrangieren. Aber gut, muss jeder selbst wissen.

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