Mittwoch, 19. April 2017

Dir zu gehören (Anna Martin)

Titel: Dir zu gehören
Autor: Anna Martin
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 236 Seiten
Beschreibung: Seit 3 Jahren lebt Jesse nun schon mit seinem Dom Will in einer Beziehung und eigentlich läuft auch alles super zwischen ihnen. Ein Autounfall bringt ihre Beziehung jedoch deutlich ins Wanken und plötztlich müssen sie auch erkennen, dass zuvor schon nicht mehr alles so perfekt war, wie gedacht. Nun liegt es an ihnen, ob sie ihre Liebe noch retten können.

Meine Meinung:

Ich war von Teil 1 dieser Reihe ja schon sehr begeistert und hatte ein wenig Angst vor der Fortsetzung, weil ich einfach dachte, dass diese sicher nicht an den ersten Teil anknüpfen kann. Aber tatsächlich habe ich an diesem zweiten Teil nichts auszusetzen.
Im Gegenteil, ich bin wirklich absolut begeistert von diesem Buch.
Ich finde, es gelingt Anna Martin sehr gut, die Emotionen in dem Buch so rüberzubringen, dass man sie wirklich nachempfinden kann und verstehen kann, was die Protagonisten in der Geschichte durchmachen müssen. Man spürt, wie ihre Beziehung zu scheitern droht, erkennt aber auch ganz deutlich, dass sie bereit sind, wirklich dafür zu kämpfen, wieder alles ins Lot zu bringen. Es zeigt auch deutlich zwei unterschiedliche Arten, mit so einer Stresssituation umzugehen und dass man eben auch mal einen Kompromiss schließen oder – auf gut Deutsch – einfach mal die Klappe halten muss, damit eine Beziehung wirklich funktionieren kann. Ich finde es super, dass sich ein Buch mal mit den Problemen in einer Beziehung und der Dynamik innerhalb einer solchen auseinandersetzt, weil es so was eigentlich kaum gibt, darin aber doch die eigentliche Arbeit besteht. Zueinander findet man schnell, aber dieses Miteinander dann zu halten, das ist die eigentliche Herausforderung.
Zudem gelingt es auch noch, die Probleme so darzustellen, dass es weder übertrieben wirkt, noch zu schnell wieder in Friede, Freude, Eierkuchen umschwenkt.
Was mir besonders gefallen hat, waren die BDSM-Elemente, die immer wieder auch Thema in ihrer Beziehung sind. Das Buch enthält eigentlich kaum BDSM, aber das macht nichts, man vermisst es nicht, weil das Thema dennoch allgegenwärtig ist und immer mal wieder auftaucht. Es braucht nicht unbedingt eine Sexszene, um BDSM in einem Buch wirken zu lassen.
Und ich finde es hier wirklich großartig gelungen, wie dargestellt wird, dass man manchmal BDSM und eine Beziehung separat von einander betrachten und in Angriff nehmen muss, es aber dennoch immer wieder auch zusammenspielt. Das ist ein sehr komplexes und auch sehr schwer zu begreifendes Thema, was für Laien sicherlich kaum nachvollziehbar ist, aber hier ist es tatsächlich so schlüssig dargestellt, dass man es eigentlich verstehen müsste.
Es zeigt eben deutlich, dass es nie nur eines geben kann, also nur Beziehung oder BDSM, man nicht verzichten sollte, sondern beides braucht.
Ich finde auch, dass die Ich-Perspektive hier sehr gut gewählt ist, dass man sich als Leser noch mal besser in die Situation hineinversetzen kann.
Allgemein gefällt mir der Still von Anna Martin sehr gut und er passt hier auch perfekt dazu, sehr einfühlsam, aber auch sehr lässig, so dass es einfach Spaß macht, das Buch zu lesen und man auch von so ernsten Themen nicht heruntergezogen wird.
Ihr seht, ich bin voller Lob und ich wüsste jetzt auch nichts zu kritisieren. Ein wirklich klasse Buch!

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