Samstag, 11. März 2017

Steigende Preise bei eBooks? [K]

Hi!

Vor einigen Tagen ist mir etwas aufgefallen, was ich gerne mit euch teilen möchte. Es ist nicht so, dass ich hierzu aufwändige Statistiken erstellt haben, aber es ist eben mein Eindruck und in erster Linie würde ich von euch gerne wissen, ob ihr diesen Eindruck bestätigen könnt oder ob ich nur weiße Mäuse sehe.
Seid einiger Zeit lese ich über Kindle Unlimited, aber weil ich ein sehr raffgieriger Mensch bin (;D), kaufe ich auch sehr viele Bücher trotzdem, statt sie nur zu leihen. Und dann kommt natürlich noch dazu, dass nicht jedes Buch über Kindle Unlimited zu erhalten ist. Fakt ist: Ich gebe im Monat noch immer viel Geld für Bücher aus und muss deshalb natürlich auch immer mein Budget irgendwie planen.
Was das anfangs gar kein Problem, habe ich neulich einen wahren Schock erlitten, als ich meine Bücher auf der Wunschliste durchgegangen bin. Ich glaube, ich habe kein einziges Buch mehr darauf, dass weniger als fünf Euro kostet. Und wenn ich jetzt bedenke, dass ich „früher“ mit 20 Euro im Monat locker hingekommen bin, wüsste ich jetzt nicht, wie ich sagen wir sieben Blogposts jetzt noch mit nur 20 Euro finanzieren sollte. Das würde bedeuten, dass ich nur knapp 3 Euro für ein Buch ausgeben dürfte – absolut unmöglich, wenn das billigste 5,99 Euro auf meiner Wunschliste ist. Jetzt kann mir doch niemand sagen, dass es früher nicht anders war.
Ja, wir wissen alle, es gibt jetzt 19% Umsatzsteuer auf eBooks, nicht mehr nur 7%. Und ja, natürlich werden Bücher dann ein paar Cent teurer. Aber warum ein Buch plötzlich statt 3,99 Euro 5,99 Euro kostet, das erklärt uns die liebe Umsatzsteuer nicht. Weil, ich rechne euch vor: 3,99 Euro wären früher netto 3,73 Euro gewesen. Darauf dann 19% sind: 4,44 Euro. Wir runden mal zu einer netten Summe: 4,50 Euro. Wo aber kommt der zusätzliche Euro dann bitte her? Hinzu kommt ja noch, dass viele eBooks jetzt mit 6,99 Euro auf den Markt gehen. Vor einiger Zeit noch, hatte ich ganz selten ein Buch mit 6,99 Euro auf der Wunschliste und wenn, dann war es von einem Verlag und ich habe es eingesehen, dass da noch gewisse Kosten gedeckt werden müssen. Das tue ich auch immer noch.
Aber liebe frei publizierenden Menschen da draußen: Warum kosten eure Bücher denn bitte genauso viel, wie die eBooks eines Verlages?
Ich sehe das irgendwie nicht so richtig ein, für ein Buch, dass vermutlich nicht mal jemand Korrektur gelesen hat, so viel Geld zu bezahlen. Am Ende zahle ich rund 7 Euro für Schrott.
Und die Krönung bilden die lieben Kurzgeschichten. Für einen Witz von einem Buch, sagen wir mal 30 Seiten, werden 3,99 Euro verlang. Früher gab es das für 0,99 bis 1,99 Euro. Ein Preis, den ich akzeptabel finde. Aber dass ich fast 4 Euro für etwas ausgebe, dass weder literarisch wertvoll, noch stilistisch schön, noch schreibfehlerfrei ist, das ist ja wohl eine Frechheit.
Witziger Weise finde ich auch, dass es nur bei eBooks der Fall ist. Prints erachte ich jetzt nämlich nicht als wesentlich teurer wie sonst auch. Aber eben weil ich ja nicht mal mehr einen Quickie für unter einen Euro kaufen kann, war ich doch ein wenig erzürnt. Oder sagen wir besser: Mega angepisst!
Deshalb sagt jetzt mal an: Habt ihr den gleichen Eindruck wie ich? Wurde dieses Drama um 19% Umsatzsteuer vielleicht dafür verwendet, die Preise schleichend komplett zu erhöhen? Oder liegt es einfach an den Büchern, die ich auf der Wunschliste habe? Lest ihr immer noch welche für 3,99 Euro? Oder habt ihr vielleicht einen ähnlichen Effekt bemerkt? Kennt ihr vielleicht noch einen anderen Grund, warum dies so sein könnte – literarische Wirtschaftskrise, von der ich nichts mitbekommen habe oder so? Schreibt einfach mal in die Kommentare, was ihr so denkt, es würde mich echt mal interessieren.

Jules :)

Kommentare:

  1. Mit 20 Euro im Monat bin ich noch nie hingekommen und das mag daran liegen, dass ich nicht nur Gaybooks lese, sondern auch Krimis und Thriller. Da gab es schon immer einen ganz anderen Preisspiegel. Im Gegenteil, ich war sehr angenehm überrascht, als ich entdeckte, wie günstig Gaybooks sind - früher und auch heute noch. Natürlich muss man berücksichtigen, dass sie im Normalfall auch kürzer sind als Krimis, aber ich war eben den Blick gewohnt, dass alles, was (pro Buch!) unter 10 Euro liegt, ein wahres Schnäppchen ist. Und durch die weite Verbreitung von eBooks habe ich sogar das Gefühl, dass diese im Krimi/Thriller-Bereich sogar günstiger geworden sind, vor allem, wenn es keine Print-Ausgabe dazu gibt.

    Natürlich habe auch ich meine Schmerzgrenze, bei dem die Länge einer Geschichte und der Preis nicht mehr zueinander passen, ungeachtet des Aufwandes, der vielleicht dahinter steckt (beispielsweise 6 Euro für 20 Seiten würde ich nicht bezahlen, egal von wem die Geschichte stammt und wovon sie handelt). Ich bin aber auch bereit, mehr zu zahlen bei Autoren, von denen ich weiß, dass sie ein vernünfties Korrektorat haben, gut recherchieren und die Geschichte nicht einfach so schnell hingeschludert ist, sondern sprachlich sauber ausgearbeitet, mit schönem Cover versehen und spannend erzählt.

    Aber am Ende ist eine Geschichte zu einem bestimmten Preis immer nur ein Angebot und es bleibt jedem überlassen, es anzunehmen oder nicht. Ich z. B. schaue eben genau hin, WAS ich für mein Geld kaufe und bin damit eigentlich sehr glücklich.

    Weil ich aber keine wirkliche Statistik führe und aus dem Bauch heraus argumentiere, habe ich einfach mal die letzten Bücher, die ich gelesen habe (kann man auf meinem Blog auch nachvollziehen), herausgesucht und die Amazon-eBookpreise dazu geschrieben. Die Übersicht hänge ich einfach mal unten dran.

    LG Gabi

    Umsonst: Mac and Jez do Valentine’s day (englisch) von Jay Northcote – Housemates #4,5

    99 Cent: Leaning Into Love (englisch) von Lane Hayes – Leaning Into #1 (78 Seiten)

    99 Cent: An Invitation von Jay Northcote (35 Seiten)

    1,49 €: Pinselspiele von Mathilda Grace (41 Seiten)

    2,99 €: the Message von Tibor Rode (209 Seiten)

    2,99 €: When Forever Ended (englisch) von Cara Dee – Camassia Cove #2 (183 Seiten)

    4,62 €: Hard Wired (englisch) von Megan Erickson und Santino Hassell – Cyberlove #3 (270 Seiten)

    5,49 €: … und raus bist du von Sam Jira (255 Seiten)

    8,99 €: Zapfig von Felicitas Gruber (320 Seiten)

    12,99 €: Der Mörder und das Mädchen von Sofie Sarenbrant (368 Seiten)

    19,99 € Totenfang von Simon Beckett (560 Seiten)

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  2. Lieber Jules,
    ja auch mir ist aufgefallen, dass die E-Books unter zwei Euro immer weniger werden.
    Allerdings habe ich eine solche Entwicklung auch erwartet.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es von Seiten der Angebotsplattformen durchaus erwünscht ist, dass es weniger Veröffentlichungen gibt, die "billig" von den Dächern schreien.
    Auch wenn es Anfangs eine gute Möglichkeit zum Anfüttern war um die Leute zu den E-Books zu bekommen, will man doch auch Geld verdienen.

    Für mich ist es auch ein Hinweis, dass das große A hat auch keine Werbung mehr auf seiner Seite hat mit "soundsoviele E-Books unter einem Euro". Sämtliche Deals die ich grad beim oberflächlichen Recherchieren finden konnte, waren bei 1,49 oder eher noch bei 2,49 Euro.
    Ich vermute mal, dass man auf Seiten der Anbieter ein paar Schräubchen gedreht hat.

    Ich kann mich erinnern, dass es auf einem Blog mal eine Kalkulation gab, bei der ich dann erfahren habe, dass der veröffentlichende Autor, erstens nicht etwa direkt auf die Plattformen geht, sondern über eine Zwischenstufe gehen muss, leider finde ich den Post nicht mehr, bin aber der Meinung diese Stufe nannte sich Distributionsanbieter oder so.
    Zweitens habe ich dabei festgestellt, dass von den 99 Cent nur noch wenige Cents für den Schreiberling übrigblieben.
    Ich denke mal für das Tamtam was man dann hat, mit Steuer und Gewerbe und so weiter lohnt es sich schlicht nicht.

    Nun mich hat es bisher noch nicht so gestört, weil ich Kurzgeschichten und Co eher über Schreibportale lese.

    Ich muss eine Autorin oder einen Autor wirklich gerne lesen, um für Kurzgeschichten Geld auszugeben.


    Inzwischen sehe ich auch bei den Büchern über 2 Euro sehr genau hin und wenn da z.B. der Name einer Selfpublischer Plattform steht sehe ich noch 3 mal hin und kaufe es in der Regel nicht, weil ich da eher böse auf die Nase gefallen bin.
    Wie gesagt für den kurzen, unperfekten Lesespaß lese ich bei Hobby-Schreiberlingen.

    Denn die Gleichung, es kostet Geld und ist deshalb sorgfältig gemacht stimmt leider so gar nicht.

    LG Allerleihrau

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  3. Hi
    Ich habe auch das Gefühl das viele Bücher teurer werden, bin aber auch der Meinung das jeder selbst entscheiden muss was er/sie liest und bereit ist dafür zu zahlen.
    Klar ärgere ich mich wenn ein Buch, das ich unbedingt lesen möchte, recht teuer ist. Ich überlege mittlerweile 3x welches Buch ich kaufe und welches nicht.
    Was mich mehr ärgert, ist die Tatsache das ich viel Geld bezahlen soll, für etwas das nicht mal Korrektur gelesen wurde und kein vernünftiges Lektorat gesehen hat.
    Selbst das simpelste Schreibprogramm zeigt eine vielzahl an Fehlern an, die der Autor nur beheben müsste, es aber warum auch immer nicht tut. Die Story kann noch so toll sein, aber ab einer gewissen Menge an Fehlern, tut das lesen einfach weh. Zum Beispiel das Vertauschen von Namen oder Orten oder anderen Dingen, wenn aus Max plötzlich Jörg und später Christian wird.
    Es geht nicht um die persönliche Meinung zu einer Geschichte, sondern um die Qualität.
    Ist diese gut, sprich keine Schreibfehler und auch ein Lektor hat mal drüber geschaut, bin ich bereit etwas mehr für Bücher zu bezahlen.
    Was Kurzgeschichten betrifft lese ich sie mittlerweile selten da ich einfach nicht bereit bin für 20 bis 40 Seiten 2 bis 4 € auszugeben. Es muss schon ein bisschen in Relation stehen.

    Lg

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