Samstag, 11. Februar 2017

Eine Unverschämtheit ist das! [K]

Hi ihre Lieben!

Ihr wisst, dass ich eigentlich ein Verfechter freier Meinungsäußerung bin und immer wieder darüber predige, dass man in einer Rezension schreiben dürfen sollte, was man eben schreiben möchte, ohne dass irgendjemand einen für diese Meinung beschimpft oder in anderer Art und Weise angeht. Wenn allerdings Leute ihren persönlichen Frust in einer Rezension unterbringen, hat meine Toleranz ihre Grenzen.
In letzter Zeit habe ich mehrere Rezensionen auf Amazon entdeckt, die mich wirklich aufgeregt haben und die einfach nicht in Ordnung sind. Beispiel Nummer 1: Ein Buch bekam eine richtig schlechte Rezension, weil es die Liebe zwischen zwei Männern beschrieben und auch noch mit Sexszenen untermalt hat. Ja nun, das hätte man sich vielleicht auch vorher denken können, wenn doch groß und breit Gay Romance dabei steht und in der Buchbeschreibung auch noch darauf hingewiesen wird, dass in diesem Buch explizite Szenen zwischen zwei Männern dargestellt werden. Aber offenbar sind manche Leute zu – sorry – blöd, auch nur irgendetwas zu checken, oder aber die Rezension war nur ein Mittel zum Zweck, um mal wieder seine Homophobie kund zu tun. Was auch immer der Grund ist, warum man so etwas schreibt, das ist einfach scheiße und ich möchte solche Leute am liebsten ohrfeigen. Nein, schlimmeres… Ich meine, es geht nicht nur alleine darum, dass das ziemlich homophob ist, sondern einfach ums Prinzip. Ich kann keinen Krimi scheiße finden, weil darin ein Mord passiert. Ich kann keinen Comic scheiße finden, weil er aus Bildchen besteht. Und ich kann kein Gay Romance scheiße finden, weil darin Schwule vorkommen. So ein dummes Gelaber ist keine ernstzunehmende Rezension und hat NICHTS mit Meinungsfreiheit zu tun.
Beispiel Nummer 2: Ein Buch bekam nur einen von fünf Sternen, weil es eigentlich echt gut geschrieben ist, aber die Autorin leider eben weiblich ist. Laut besagtem Leser ist es nämlich eine Unverschämtheit, dass eine Frau sich einbildet, sie wüsste über das Innere eines Mannes bescheid und maßt sich auch noch an, darüber zu schreiben. Soll ich euch was sagen? Eine Unverschämtheit ist NICHT, dass eine Frau Gay Romance schreibt, eine Unverschämtheit ist, dass jemand sich hinstellt und ein gutes Buch schlecht redet, nur weil es von einer Frau geschrieben wurde. Eine Unverschämtheit ist, dass solche diskriminierenden Äußerungen in einer Rezension verpackt werden, weil sie darin nämlich einfach nichts zu suchen haben. Eine Unverschämtheit ist, dass sich jemand anmaßt, so einen Schwachsinn überhaupt als sachliche Rezension zu verkaufen.
Und soll ich euch was sagen? Bei so was hört mein Verständnis für freie Meinungsäußerung einfach auf. Wenn ich mir schon diese beiden Beispiele angucke, dann wünschte ich mir, manchen Leuten würde man einfach das Maul verbieten, damit dem Rest der Menschheit ein Gefallen getan wird.
Und das sind ja nur die krassesten Beispiele. Es gibt auch andere Dinge, die nicht okay sind. Wenn zum Beispiel mindestens ein Stern abgezogen wird, weil das Cover nicht schön ist, finde ich das auch nicht in Ordnung. „Die Geschichte ist perfekt, aber das Cover ist hässlich, also nur vier von fünf Sternen.“ Was soll das bitte? Als hätte das auch nur IRGENDETWAS mit dem Inhalt des Buches zu tun.
Ich verstehe es wirklich nicht. Macht es die Leute geil, wenn sie so einen Schwachsinn schreiben. Fühlen sie sich dann superwichtig? Geilen sie sich jetzt an diesem Post auf, weil ich meine wertvolle Zeit dafür verschwende, ihnen zu sagen, dass sie sich schämen sollten, so eine Scheiße zu posten?
Es tut mir leid, ich flippe hier noch völlig aus, aber das macht mich so unglaublich wütend, weil ich diese Ungerechtigkeit nicht in Ordnung finde. Weil ein gutes Buch auch eine gute Bewertung verdient hat und nicht wegen irgendwelcher Diskriminierungen nur einen Stern bekommen sollte. Oder weil ein Leser einfach nichts besseres zu tun hat, als krampfhaft nach einem lächerlichen Grund zu suchen, um bloß keine fünf von fünf Sternen zu geben…
Für mich ist das einfach nur noch ein weiterer Grund, warum ich mich nicht mehr nach Amazon-Rezensionen richte, sondern lieber auf die Meinung von Bloggern/Freunden/sonst wem vertraue. Weil wirklich ernst nehmen, kann man nur noch einen sehr geringen Teil von Meinungen auf Amazon. Alles andere ist einfach nur Gelaber, das mit einer Rezension nicht mal im Entferntesten etwas zu tun hat.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hi Jules,
    ich kann deinen Unmut gut nachvollziehen. Ich selbst gebe auch nicht mehr viel auf Reviews bei *a*, allerdings ist es wohl für Autoren immer noch die Verkaufsplattform No.1 und von daher für diese wichtig.
    Ich hoffe immer, dass intelligente Leser so eine Mecker-Rezi, die nur wegen des meckerns geschrieben wurde, erkennen können. Aber wir haben das Thema ja schon mal gehabt, auch wegen bösartiger Antworten/Kommentare auf gut begründete Reviews mit einer weniger guten Bewertung. Für mich ist *a* was die Rezis angeht kein Maßstab mehr - aber eben wie gesagt, für die Autoren/Verlage einfach noch wichtig.

    Mein Schwerpunkt hat sich auf meinen Blog und Goodreads (hier kann ich einfach den Link zu meinem Blog einsetzen, was die ganze Sache wesentlich vereinfacht - und es werden 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen ;-) ) verlagert, dort gibt es ab und zu mal eine Nachfrage, aber nie etwas "böses".
    Falls das der Fall wäre, würde ich mir sogar überlegen, ob es die Mühe (und das ist es) noch Wert ist.

    Ich hatte mal spaßeshalber den Account eines solchen Mecker"futzis" angeklickt und gesehen, dass diese(r) wohl wirklich keine anderen Hobbies hat, als negative Bewertungen zu schreiben. Hab' einfach Mitleid mit solchen Leuten - scheinbar haben die nix anderes in ihrem Leben...

    Liebe Grüße und genieße deinen Sonntag ohne Störeinflüsse ;-)
    Elke

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  2. Hey Jules,

    ich kann deinen Frust voll und ganz nachvollziehen. Auf Amazon Rezensionen habe ich noch nie was gegeben, weil ich die dort qualitativ sehr schlecht finde. Natürlich kann jeder schreiben was er will. Aber gerade auf Amazon ist das meiste einfach nicht hilfreich.

    Über das erste Beispiel kann man ja fast nur lachen. Aber solche Leute gibt es ja immer. Verklagen Zigarettenfirmen weil man von Zigaretten Krebs bekommt. Na so eine Überraschung.

    Und Nummer zwei... auch Schwachsinn, ja. Vor allem: Würde die Autorin ihr Buch unter männlichem Pseudonym veröffentlichen, wäre es ein fünf Sterne Buch. Wo ist da die Logik? Wenn gut ist was drin ist, ist doch egal was drauf steht. Ich berücksichtige das Cover bei meiner Bewertung auch nicht. Mich regt das zwar auch auf, wenn das Cover überhaupt nicht zum Inhalt passt (in einem Buch über Kühe gehört keine Katze aufs Cover), aber das spreche ich nur an, ohne das es was an der Bewertung ändert.

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