Samstag, 14. Januar 2017

Kampf der WuLi [K]

Hi ihr Lieben!

Ich bin mir sicher, ihr kennt das Problem: Eine ewig lange Wunschliste an Büchern, von der man weiß, dass man sie niemals abarbeiten werden wird. Sie wächst und wächst und man weiß einfach nicht, wann man all das jemals lesen soll. Und dann entstehen irgendwann WuLi-Leichen, also Bücher, die schon ewig auf der Liste stehen, aber die ihr einfach nie lest, weil immer andere dazu kommen, die ihr lieber lesen möchtet.
Ich habe mein Problem jetzt endlich mal in Angriff genommen und meine WuLi konsequent auf einen kleinen Haufen Bücher reduziert. Anlässlich dieser radikalen Maßnahme, dachte ich mir, könnte ich euch ja auch ein paar Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, damit ihr eure Liste auch etwas schmälern könnt. Ihr müsst ja nicht so streng vorgehen wie ich, aber wenn eure Liste aussieht, wie meine es tat, dann glaubt mir: Es ist wirklich nötig!

1. Der richtige Moment
Bevor ihr überhaupt loslegt, solltet ihr euch genau überlegen, wann ihr diese Aktion macht. Erstens dauert es vielleicht ein wenig, alles durchzuschauen, also braucht ihr Zeit und zweitens müsst ihr in der richtigen Stimmung dafür sein. Ihr kennt das vielleicht: Manchmal schaut man seine WuLi an und freut sich einfach, dass noch so viele tolle Bücher auf einen warten – und manchmal kotzt sie einen voll an, weil sie so lang ist. Wenn ihr gerade wieder genervt seid, dann macht ihr diese Aktion. Nur so seid ihr in der Lage, euch von Büchern darauf zu trennen, ansonsten werdet ihr immer sagen: „Ach na ja, dass lass ich mal drauf. Und das auch. Und das….“

2. Beschreibungen abchecken
Wenn ihr dann loslegt, beginnt ihr am besten mit Büchern, die euch völlig unbekannt sind. Heißt: Vielleicht geht es euch wie mir und ihr habt Bücher auf der Liste, die ihr euch noch nie genau angesehen habt. Irgendjemand hat sie euch mal empfohlen, ihr habt sie auf einem Blog gefunden oder das Cover hat euch einfach angesprochen. Dann habt ihr sie schnell auf die WuLi gepackt, damit ihr sie nicht vergesst und seitdem gammeln sie dort rum.
Um die kümmert ihr euch als erstes. Schaut euch all die Bücher an, von denen ihr nicht mehr genau wisst, warum sie überhaupt auf der Liste stehen und entscheidet euch dann, ob sie dort berechtigt stehen oder ob ihr sie nicht gleich verbannen könnt.

3. Wunschlisten-Leichen
Ähnlich verfahrt ihr mit den Büchern, die ihr schon ewig auf der Liste habt und deren Kauf ihr immer wieder verschoben habt. Vielleicht wisst ihr nicht mal mehr, um was es darin genau geht, so lange habt ihr sie nicht mehr beachtet. Guckt euch die Bücher an, lest euch die Beschreibung durch und fragt euch einfach: „Warum habe ich es noch nicht gelesen?“
Vielleicht lest ihr es einfach nicht, weil es euch nur halbherzig anspricht. Dann weg damit! Oder ist es zu teuer? Dann überlegt euch einfach, ob ihr es euch irgendwann gönnen werdet, oder ob es nicht sinnvoller ist, es dann gleich ganz zu vergessen.

4. Ranking-System
Erstmal in der Form reduziert, habt ihr vielleicht schon etwas Platz geschaffen und könnt euch nun den Büchern widmen, die mit einer gewissen Berechtigung auf der Liste stehen. Jetzt ist es sinnvoll, die WuLi in Papierform vor euch zu haben. (Also falls ihr sie nicht handschriftlich führt sondern z.B. nur auf dem Kindle, dann tipp sie fix aber oder schmiert sie euch auf einen Zettel, denn sonst wird es schwierig, den Überblick zu behalten.)
Nehmt euch drei verschiedenfarbige Textmarker und dann markiert ihr mit je einer Farbe: „will ich unbedingt lesen“ – „will ich lesen“ – „will ich vielleicht“
Die, die ihr unbedingt lesen wollt, könnt ihr dann gleich abhaken. Die bleiben auf der Liste und ihr wisst dann beim nächsten Kauf genau, welche ihr als erstes wegmachen möchtet.
Die, die ihr jedoch nur mit „vielleicht“ markiert habt, solltet ihr euch noch mal ansehen und euch fragen, warum sie nur ein „vielleicht“ abbekommen haben. Sicher könnt ihr euch dann doch noch von dem einen oder anderen davon trennen und ihr solltet diese Bücher auch im Auge behalten. Wenn sie dann doch zu Wuli-Leichen werden, einfach löschen.
Die Bücher, die ihr irgendwann mal lesen wollt, sind die neutralen Bücher. Auch sie können erstmal stehen bleiben, aber auch sie solltet ihr im Auge behalten. Nur für den Fall, dass sie in ein paar Wochen nur noch ein „Vielleicht“ abbekommen würden.

5. Bleibt am Ball
Nun habt ihr es geschafft und eure Liste ist kleiner geworden. Aber wie in Punkt 4 schon angedeutet, solltet ihr sie alle paar Monate neu durchgehen. Manchmal verändert sich einfach der persönliche Geschmack recht schnell und dann interessieren die Bücher, für die man mal Feuer und Flamme war, einen gar nicht mehr so sehr. Oder ihr merkt auf Dauer, dass euch ein Buch einfach nicht genug anspricht, um es zu kaufen.
Also einfach alles ab und an mal wiederholen, um die Liste nie mehr so endlos lang werden zu lassen.

6. Vorsicht ist besser als Nachsicht
Was ihr auch tun solltet, ist kritisch zu hinterfragen, ob ein Buch es überhaupt auf die Liste schafft. Heißt, nie mehr solche Aktionen starken, wie oben beschrieben, damit ein Buch nur zum „vormerken“ auf der Liste landet. Gleich ganz genau prüfen, ob es euch wirklich interessiert, ihr den Autor mögt, etc. Entweder merkt ihr dann gleich, dass es doch nicht sooo interessant für euch ist oder aber ihr könnt euch sicher sein, dass es auf der Liste auch wirklich mit Begründung steht. Vielleicht dauert das dann einen Moment länger, als das ursprüngliche Verfahren, dafür habt ihr aber nicht mehr so viel Ärger, die Liste klein zu halten.

Jules :)

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