Mittwoch, 19. Juli 2017

Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]

Anlass für diese Kolumne war eine Frage einer Leserin, die mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken hat. Da ihre Auffassung aber leider etwas ist, dass Unwissende öfters einmal verwechseln, dachte ich, gehe ich mal näher darauf ein.
Dieser Meinung nach setzt sich BDSM mit Selbstaufgabe gleiche. Heißt, man glaubt, dass der Sub eine schwache Persönlichkeit haben muss und sich deshalb rumschubsen lässt. Jetzt jemand anderem zu dienen, bedeutet damit, seine eigene Persönlichkeit abzustreifen und nur noch auf Befehl von jemand anderen zu leben.
Selbstverständlich ist das Blödsinn. Um Gottes Willen, Leute, das ist einfach komplett das Gegenteil von dem, was BDSM eigentlich darstellt.
Man kann nicht davon ausgehen, dass sich ein Sub selbst aufgibt, wenn er sich seinem Dom hingibt. Das sagt ja schon das Wort. Hingabe ist nicht Aufgabe! Und tatsächlich hat der Sub ja auch einfach dem Drang, den Befehlen des Dom zu gehorchen und damit erfüllt er sich ja selbst den Wunsch des Gehorsam. Heißt, er tut es ja nicht, weil er unterbuttert wird, sondern weil er es selbst will.
Dies wiederum bedeutet, dass ein Sub auf gar keinen Fall eine schwache Persönlichkeit hat. Im Gegenteil, es gehört sehr viel Mut – und natürlich auch Vertrauen – dazu, sich jemand anderem so auszuliefern. Jemand, der schwach im Willen ist, der wird tatsächlich geführt, aber nur, wer stark im Willen ist, lässt sich führen. Versteht ihr jetzt vermutlich nicht, oder? Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Man darf einfach nicht davon ausgehen, dass der Sub passiv ist. Er lässt es nicht einfach geschehen, dass mit ihm gemacht wird, was jemand anderes möchte, sondern er erlaubt es. Dafür gibt es ja auch das Safeword. Am Ende entscheidet immer noch der Sub, nach welchen Regeln gespielt wird. Damit hat er eigentlich die Kontrolle. Und deshalb gibt er sich nicht selbst auf, sondern hat in gewisser Weise sogar die Zügel in der Hand.
Ich kann schon verstehen, dass es nach Außen hin leicht so aussieht, als würde man als Sub wirklich seine eigene Persönlichkeit opfern und nur noch dienen, aber in den meisten Beziehungen bezieht sich BDSM ja meist nur auf Sex oder gewisse Dominanzspiele im Alltag… nichts, was jetzt dauerhaft Bestand hat. Das heißt, außerhalb des Spiels hat der Sub ja noch immer seine eigene Persönlichkeit und auch während des Spiels legt er diese ja nicht komplett ab. Im Gegenteil, das Wesen eines Menschen kann man ja nicht mal eben über den Haufen werfen. Natürlich kann es sein, dass man gewisse Bereiche für ein Spiel unterdrückt, andererseits wird das Spiel ja auch erst dadurch spannend, dass die Persönlichkeit eben trotzdem da ist. Würde ein Sub immer nur brav gehorchen, wo bliebe dann der Spaß?
Heißt, jemandes Persönlichkeit zu nehmen, könnte man nur schaffen, in dem man ihn bricht und dies wiederum ist Misshandlung und kein BDSM. Und das BDSM keine Misshandlung darstellt, ist ja wohl klar.
Wo die Grenzen teilweise verschwimmen, ist bei Spielen, die wirklich 24/7 sind. Ich denke, da kann es durchaus auch mal passieren, dass es ins ungesunde abrutscht, aber auch hier wird so was in den meisten Fällen nicht passieren. Solange der Sub auch hier ein Safeword hat und in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen, ist auch alles in Ordnung.
Im Übrigen muss ich das jetzt einfach auch mal sagen: Ein guter Dom wird immer das Beste für seinen Sub wollen und dazu gehört nun mal auch, diesem Entscheidungen zu überlassen und ihm einfach in seinem Vorhaben zu unterstützen. Kein guter Dom hat das Ziel, seinen Sub zu brechen und gefügig zu machen, sondern er wird ihn immer als eigenes Individuum sehen, dass es durchaus zu beherrschen aber auch zu fördern gilt.
Auch ist es ja so, dass eine BDSM-Beziehung oft auch eine Liebesbeziehung mit sich führt – und selbst, wenn es nur um Sex geht, gibt es da sehr viel Wertschätzung zwischen den Parteien. Niemand würde doch jemanden, der ihm wahnsinnig wichtig ist, Schaden zufügen wollen. Im Gegenteil. Von daher würde ja nie jemand wollen, dass sich der andere selbst aufgibt. Also: Totaler Blödsinn. Diese Denkweise bitte aus dem Gehirn streichen, okay? Fein!
Jules :)

Samstag, 15. Juli 2017

Grenzen 1 (Gabriella Queen) [Q]

Titel: Grenzen 1
Autor: Gabriella Queen
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 26 Seiten
Beschreibung: Julians Leben könnte perfekt sein, guter Job, tolle Freundin. Aber in Wahrheit sehnt er sich nach etwas ganz anderem und als sein Chef ihn auf Arbeit dabei erwischt, wie er sich einen schwulen BDSM-Porno ansieht, nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn plötzlich wird ihm ein Angebot gemacht, dass alles verändern kann.

Meine Meinung:

Diese Kurzgeschichte ist der erste Teil einer Reihe, die auch zusammenhängend gelesen werden muss.
In diesem ersten Teil passiert noch nicht sehr viel, auch nicht, was den BDSM angeht. Der Protagonist ist selbst noch unerfahren und muss erstmal in die komplexen Regeln eingeführt werden. Ich finde es super, dass dies ins Buch mit eingebaut wird und ich finde auch die Umsetzung klasse. Dadurch bekommt man nämlich auch als unerfahrener Leser einen guten Überblick und versteht as Thema besser.
Es gibt noch keine richtig Sexszene, allerdings ist das bisschen, was man vorgesetzt bekommt, schon wahnsinnig erotisch und macht total viel Lust auf mehr.
Auch sonst ist die Geschichte gut gestaltet, es gibt eine schöne Story drum herum, dreht sich also nicht nur um Sex. Gefühle und Gedanken der Protagonisten werden super vermittelt, so dass man sich in die Charaktere und die Story fallen lassen kann. Auch sonst ist der Stil wirklich schön, teilweise mit einem gewissen Witz, aber an passender Stelle auch mal etwas ernster – gefällt mir wirklich gut.
Wie gesagt, es ist ein Mehrteiler und dadurch gibt es am Ende auch einen Cliffhanger, also nur lesen, wenn ihr Lust auf die ganze Reihe habt. Bei der geringen Seitenzahl ist es aber sicher eine Überlegung wert, ich fand es jedenfalls schon mal großartig und freue mich auf Teil 2.

Mittwoch, 12. Juli 2017

Das kleine BDSM-ABC [K]

Huhu!

Weil einige von euch es sich gewünscht haben, habe ich heute eine kleine ABC-Liste mit den gängigsten BDSM-Begriffen für euch vorbereitet. Ich hoffe, das kleine „Lexikon“ kann euch das eine oder andere Wort näher bringen.

ALLES WAS IHR HIER LEST GESCHIEHT AUF FREIWILLIGER BASIS UND MUSS SEHR SORGFÄLTIG UND VORSICHTIG AUSGEÜBT WERDEN!
FALSH AUSGEFÜHRT, IST ALLES HIER GEFÄHRLICH UND IHR SOLLTET ES NUR NACHMACHEN, WENN IHR EUCH DAMIT AUSKENNT!
ALLGEMEIN GILT: JEDER MENSCH HAT ANDERE VORLIEBEN UND FETISCHE, VON DENEN ICH NICHT WILL, DASS SIE AUF MEINEM BLOG VERURTEILT WEREN!

A
Abbinden: Hierbei werden Körperteile abgebunden, um sie z.B. schmerzempfindlicher zu machen. Das Tragen eines „Cockrings“ verzögert zudem einen Orgasmus
Ampelcode: Eine gängige Methode, die als „Safeword“ angewendet wird. Grün bedeutet, alles ist in Ordnung, Gelb bedeutet langsamer machen und Rot bedeutet Stopp
Angstspiele: Spiele bei denen man gezielt mit den Ängsten des Sub spielt. Folglich können sie sehr unterschiedlich ausfallen, da ja jeder vor etwas anderem Angst hat. Das kann von einfacher Androhung von Strafen bis hin zum Spiel mit Ängsten wie Höhe oder Enge alles sein
Atemkontrolle: Hierbei erschwert oder unterbricht der Dom kurzzeitig die Atmung des Subs. Entweder mit Toys, den bloßen Händen oder z.B. auch durch den „Deep Throat“ beim Blasen
Augenbinde: Ein einfaches Hilfsmittel um den Sub die Sicht zu nehmen und so sensibler zu machen
Absturz: Emotionaler Absturz der während oder nach einem Spiel auftreten kann, weil es zu heftig war oder der Dom bzw. Sub aus anderen Gründen einfach emotional aufgewühlt ist. Deshalb ist die „Nachsorge“ auch so wichtig
Anal: Ist klar, beim Analsex wird der Penis in den After eingeführt
Andreaskreuz: Ein großes Holz-X, an welches der Sub gebunden werden kann

B
Bastonade: Dabei wird die Fußsohle gereizt, meist durch Schläge – ihr könnt euch die Stärke der Schmerzen vorstellen
BDSM: (=Bondage, Dominance, Submission, Sadism, Masochism) Überbegriff für alle Spiele, die mit Bondage, Machtgefälle und Schmerz zu tun haben
Beißen: Bisse werden zur Stimulation oder Bestrafung eingesetzt
Bestrafung: Wenn ein Sub nicht seine Anweisungen befolgt, kann der Dom ihn „bestrafen“, in dem er z.B. Spielarten anwendet, die der Sub nicht so mag (die aber natürlich noch innerhalb der Grenzen des Subs sind)
Bloodplay: Eine sehr spezielle Spielart, bei der z.B. „Cuttings“ zur Anwendung kommen können. Letztlich dreht sich alles ums Blut, fließt es erstmal, geht es auch um das Ablecken/Trinken/Whatever
Bondage: Bezeichnet im Prinzip sämtliche Fesslungsarten, die einen Sub in Position halten oder auch zum „Abbinden“ taugen. Gefesselt ist ein Sub dem Dom hilflos ausgesetzt, was auf viele großen Reiz ausübt
Branding: Manche reizt es, Brandmale oder Brandzeichen zu setzen bzw. zu bekommen


C
Cockring: Ein Ring, den man um die Peniswurzel anbringt, um so einen Orgasmus länger hinausschieben zu können
Cockcage: Ein enger Käfig, der um den Penis liegt und ihn so daran hindert, voll zu erigieren
CBT: (=Cock and Ball Torture) Folter von Hoden und Penis z.B. durch quetschen, langziehen oder leichte Schläge
Cutting: Hierbei wird Haut mit Messern oder ähnlichem eingeritzt. Gehört mit zu den „Klinikspielen“

D
Doggystyle: Wir alle kennen diese Sexstellung. Im BDSM ist sie deshalb so beliebt, weil der passive Part so in eine sehr unterwürfige Haltung gezwungen wird
Dogplay: Ein „Rollenspiel“, bei dem der Sub als „Hündchen“ des Doms auftritt
Deep Throat: Kennt ihr sicher, dabei wird der Penis beim Oralverkehr bis in den Rachen geschoben

E
Elektrostimulation: Durch kleine Elektroschocks wird der Sub stimuliert oder bestraft
Erniedrigung: Eine Form des Spiels, bei welcher der Sub mit Worten oder Gesten vorgeführt wird
Entführung: Im Bereich der „Angstspiele“ können auch Entführungsszenarien als Rollenspiel nachgestellt werden
Ertränkungsspiele: Dabei wird der Sub tatsächlich kurzzeitig unter Wasser gehalten, so dass er das Gefühl bekommt, zu ertrinken. Ist aber eher selten
Einlauf: Einführen von Wasser in den Anus, meist bei „Klinikspielen“ oder zur Vorbereitung von „Analsex“

F
Fesseln: Ganz einfaches Bondage, dass als gängige Art herhält, um den Sub zu bewegungsunfähig zu machen
Figging: Bei diesem „Tunnelspiel“ wird ein stück Ingwer in den Anus eingeführt, was mit der Zeit zu einem ziemlichen brennen führt
Fisting: Analer oder Vaginaler Sex mit der Faust
Folter: Bei Folterspielen werden dem Sub Schmerzen zugefügt. Meist in Zusammenhang mit Fesselungen
Flogger: mehrsträngige Peitschen, die je nach Material ziemlich sanft oder ziemlich schmerzhaft sein können

G
Gerte: Wie eine Reitgerte, nur oft mit breiterer Lasche. Etwas weniger schmerzhaft, aber richtig eingesetzt tut natürlich auch eine Gerte ordentlich weh
Gagball: Ein kleiner Ball, der als Knebel dient und oft mit einem Riemen am Kopf des Subs befestigt ist, so dass er ihn auch nicht einfach ausspucken kann

H
Halsband: Kann viele verschiedene Bedeutungen haben. Manche Subs nutzen es einfach als Zeichen der Submission, bei Paaren bedeutet es oft, der Sub ist an den Dom vergeben, wieder andere benutzen kein Halsband, für andere ist es nur ein typisches Kleidungsstück des Subs oder Teil des Spiels (z.B.: „Dogplay“)
Handschellen: Ein simples Mittel zur Fixierung des Subs

I

J

K
Katheder: Innerhalb der „Klinikspiel“ wird oft ein Katheder in die Harnröhre gelegt
Ketten: Mittel zur Fixierung des Subs
Klinikspiele: Sämtliche Spielarten, die strikt klinisch oder tatsächlich mit sozusagen Doktorspielen zu tun haben, z.B.: „Cuttings“, „Katheder“, „Piercings“, etc.
Knebel: Simples Mittel, um den Sub zum Schweigen zu bringen, oft dient es auch einfach der Erniedrigung
Käfig: Dabei wird der Sub tatsächlich in einen Käfig gesperrt
Klammern/Klemmen: Ein gutes Mittel, um z.B. die Nippel zu foltern
Kratzen: Einfache Art, Schmerz zu erzeugen oder zu verstärken
Kaviar: Spiele mit Kot, echt nicht jedermanns Sache
Knien: Eine häufige Position im BDSM, die die Unterlegenheit des Subs demonstrieren soll – und auch perfekt für Oralsex

L
Lack/Leder/Latex: Manche Leute mögen solche Kleidung auch ohne BDSM zu praktizieren, aber auch im BDSM-Bereich ist so was oft erwünscht

M
Maske: Masken haben unterschiedliche Funktionen. Viele sollen einfach nur die Sinne schärfen, in dem sie z.B. die Sicht bedecken, andere haben gewisse Formen, die z.B. das „Dogplay“ authentischer gestalten
Military: Militär-Rollenspiel. Dadurch, dass es beim Militär um viel Disziplin geht, passt das hervorragend zum BDSM
Mind-Fuck: Dabei soll der Sub sozusagen psychisch gefoltert werden. Er soll nicht wissen, was der Dom als nächstes tun und die eigentliche Folter ist dann z.B. nicht die Strafe an sich, sondern die Frage: Tut er es? Tut er es nicht? Wenn ja, wie wird die Strafe sein? Etc. 

N
Nachsorge: Viele sprechen es oft nicht an, aber ein Spiel endet nicht einfach, es ist oft wichtig, für den Sub auch hinterher da zu sein, um ihn emotional zu stabilisieren und evtl. Wunden, Fesselspuren und blaue Flecke zu versorgen
Nadeln: Spiele mit Nadeln können sehr unterschiedlich ausfallen und gehören in das große Feld der Klinikspiele
Natursekt: Dabei geht es um Urin in jeglicher Form. Trinken, Anpinkeln, alles kann sein

O
Oral: Gut, das ist klar. Blasen halt
Ohrfeigen: Ein Züchtigungsmittel, wobei oft der Schreck mehr wiegt als der kurze Schmerz
Orgasmuskontrolle: Hierbei wird immer dann der Reiz entzogen, wenn der Sub kurz vor dem Orgasmus steht. Durch das ständige verzögern, ist der Orgasmus letztlich um ein vielfaches intensiver

P
Plug: Übersetzt ein Stöpsel, mit dem man z.B. den After dehnen kann
Petplay: Bei diesem Spiel dient der Sub dem Dom als Haustier. Am bekanntesten ist das „Dogplay“
Piercing: Im Bereich der Klinikspiele kann es gut sein, dass der Dom den Sub pierct oder auch tätowiert
Ponyplay: Auch ein Tier-Rollenspiel, bei dem der Sub als Pferdchen herhält
Peitsche: Langer Lederriemen oder Strick, der ziemlich in die Haut einschneiden kann, aber meist nur in leichter Form zur Züchtigung verwendet wird
Paddle: Meist ein längliches Holzbrett mit flachem Ende, dass zur Züchtigung eingesetzt wird. Kann wehtun, ist aber meist noch recht angenehm, ähnlich wie ein Schlag mit der flachen Hand
Präsentation: Es gibt gewisse Positionen für Subs, bei denen z.B. ihre Genitalien gut zur Geltung kommen und die oft als Ausgangspose für das Spiel genutzt werden

Q

R
Rollenspiele: Ganz klassisch, Sexspiele, bei welcher der Sub und Dom eine gewisse Rolle einnehmen und ihr Spiel danach ausrichten (gibt es natürlich auch außerhalb der BDSM-Szene)
Rimming: Kennt man, das stimmulieren des Anus mit der Zunge. Dient oft zur Vorbereitung auf Analsex
Rohrstock: dünner Rattan- oder Weidenstock, die ziemlich in die Haut einschneiden und deshalb starke Striemen oder auch Wunden hervorrufen können

S
Safe, sane & consensual: (=sicher, gewissenhaft, einvernehmlich) Sozusagen das Motto des BDSM
Schwarzer BDSM: Überbegriff für den Bereich Bondage/Schmerz
Safeword: Irgendein banals Wort, dass nichts mit dem Sex zu tun hat und genutzt werden kann, wenn der Sub das Spiel ab- oder zumindest unterbrechen möchte, weil es seine Grenzen überschreitet
Schmerz: Der Sub wird sexuell stimmuliert, in dem man ihm Schmerzen z.B. durch das „Spanking“ zuführt
Spanking: Schläge, meist mit der Hand oder dem „Paddle“ auf den Po
Sling: Eine Schaukel, in der der Sub fixiert wird und gut zugänglich ist
Strappado: Eine Fesslungsart im „Bondage“, bei welcher die Hände auf den Rücken gefesselt und dann mit einem Seil nach oben gezogen werden. Der Sub steht breitbeinig, manchmal nur auf den Zehenspitzen. Es ist eine ziemlich anstrengende aber sehr beliebte Haltung, die jedoch eher etwas für Spieler mit mehr Erfahrung ist

T
Tunnelspiele: Spiele, bei denen es kein Zurück gibt. Einmal angefangen, müssen sie durchgezogen werden. Bestes Beispiel ist das „Figging“

U

V
Vanilla: So wird „normaler“ Sex bezeichnet
Vertrag: Manche erstellen Verträge, in denen Dom und Sub ihre Grenzen schriftlich niederlegen
Verleih: Dabei wird der Sub tatsächlich an einen anderen Dom ausgeliehen, so dass dieser ihn bespielen kann
Vergewaltigung: Im Bereich der Angstspiele, kann ein Sub auch „vergewaltigt“ werden – natürlich ist es keine richtige Vergewaltigung, der Sub könnte es abbrechen, wenn er wollte

W
Weißer BDSM: Überbegriff für den Bereich „Klinikspiele“
Wachs: Dabei wird mit Kerzenwachs Schmerz oder zumindest ein leichtes Brennen zur Stimulation ausgelöst

X

Y

Z

123
24/7: Die D/s-Beziehung besteht 24 Stunden, 7 Tage die Woche – das heißt, man hört nie auf, sich in seinen Rollen zu befinden

Samstag, 8. Juli 2017

Beste Freunde liebt man nicht (Grace R. Duncan)

Titel: Beste Freunde liebt man nicht
Autor: Grace R. Duncan
Verlag: Cursed Verlag
Seitenzahl: 340 Seiten
Beschreibung: Ian und Kane sind seit jeher beste Freunde und führen zeitgleich eine D/s-Beziehung. Ian will schon länger mehr als nur das, aber Kane ist fest überzeugt, nicht lieben zu können, deshalb hat Ian Angst, ihre Freundschaft zu gefährden, würde er Kane seine Liebe gestehen.

Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass mir dieses Buch wirklich richtig gut gefallen hat. Das lag zu einem großen Teil an tollen, wirklich ausführlichen BDSM-Szenen, die wahnsinnig gut dargestellt worden sind. In dem Buch ist jede einzelne Session wirklich sehr detailliert und liebevoll ausgearbeitet, man bekommt die Gefühle der beiden Männer dabei mit und erkennt, dass sie eine tiefere Verbindung als nu das reine Spiel zusammen hält. Und sie sind einfach wahnsinnig heißt erzählt. Es ist richtig sexy, die einzelnen Szenen zu verfolgen und es erfreut mich immer wieder aufs Neue, wenn ein Buch so was Schönes bieten kann.
Auch sonst hat mir das Buch richtig gut gefallen. Wenn man etwas mitbekommt, dann vielen, vielen Emotionen der beiden Protagonisten in dem Buch. Teilweise ist es wirklich bewegend und rührt einen, teilweise ist es einfach witzig – aber egal, was es ist, man ist immer Mitten im Geschen und weiß genau, was die Zwei denken und fühlen. Dieses komplexe Thema, in den besten Freund verliebt zu sein, aber aus Angst, die Freundschaft zu zerstören, nichts zusagen, wird wirklich sehr gut umgesetzt. Ich glaube, bisher habe ich das kaum in einem anderen Buch so schön ausgearbeitet vorgefunden. Es berührt einen, man verzweifelt zusammen mit Ian und kann aber auch verstehen, warum Kane so abblockt, was dieses Thema betrifft.
Besonders interessant umgesetzt finde ich dabei, dass es letztlich ihre D/s-Beziehung ist, die ein wenig die Brücke zwischen ihnen aufbauen kann. Nicht nur, weil Ian es dafür benutzt, Kane nahe zu kommen, sondern weil es Kane auch teilweise aufzeigt, wie wichtig Ian ihm eigentlich ist.
Man kann wirklich sagen, dass da sehr viele Komponenten letztlich zusammenführen, um das logische Happy Ende zu erzielen, was einfach sehr zum Lesespaß beiträgt. Es ist toll, wenn sich nicht alle Probleme sofort lösen und die Protas eine Weile umeinander herum tänzeln, auch wenn es einen als Leser schon ein bisschen frustrieren kann, wenn sie so lange dafür brauchen, zueinander zu finden. Einen kurzen Augenblick dachte ich, dass es vielleicht ein bisschen zu viel Zeit in Anspruch nimmt, aber je länger ich darüber nachdenke, desto passender finde ich den gesamten Ablauf in dem Buch. Ich glaube, bei so einem heiklen Ding ist dieses Tempo eindeutig die bessere Wahl, um das Buch realistisch zu gestalten.
Was mir auch gut gefallen hat, ist, dass es nicht kitschig ist. Okay, am Ende vielleicht mal ganz kurz, aber alles in allem ist weder sonderlich kitschig noch sonderlich dramatisch, sondern einfach sehr schön erzählt. Ich habe es auch in wirklich kurzer Zeit verschlungen, weil ich zum einen unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht und weil man einfach so gut in dem Buch versinken kann.
Ihr könnt euch vorstellen, dass mir folglich auch der Schreibstil sehr zugesagt hat. Ich fand ihn flüssig, schön in der Wortwahl und offensichtlich auch in der Lage, Gefühle zu übermitteln.
Wenn ich überhaupt Kritik äußern sollte, dann vielleicht nur, dass teilweise ein wenig viel von ihrer IT-Firma geredet wird… andererseits hat mir sehr gut gefallen, dass auch viel Alltag in das Buch eingebaut wurde und es somit realistischer wirkt… ich glaube, ich fand das mit der Firma nur ein wenig weit hergeholt… das also meine Kritik, die aber nicht sonderlich schwer wiegt, weil sie nicht unbedingt so viel Story ausmacht.
Also ganz klar eine Leseempfehlung von mir, auch was den BDSM betrifft. Der ist super geschildert und auch für Leser geeignet, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben. Aber wie gesagt, auch der Rest des Plots ist sehr schön, deshalb kann man das Buch auch gut ganz unabhängig vom BDSM lesen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kann es in einer BDSM-Beziehung Liebe geben? [K]

Hallo ihr Lieben!

Neulich, als ich für die BDSM-Themenwoche nach Bildern gesucht habe, bin ich auf ein Forum gestoßen, in dem tatsächlich darüber diskutiert wurde, ob es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben kann. Ehrlich gesagt habe ich das erst für einen Witz gehalten, bis ich die Beiträge dazu gelesen habe und erstaunt feststellen musste, dass manche Leute diese Frage wirklich ernst meinen.
Selbstverständlich kann ich nicht an so einem Thema vorbei gehen, ohne meine Meinung dazu loszuwerden. Deshalb hier meine Ansicht zu dieser doch sehr fragwürdigen Frage.
Also gleich vorweg die einzig richtige Antwort: Natürlich kann es in einer BDSM-Beziehung auch Liebe geben. Aber selbstverständlich ist das nicht alles, was ich dazu zu sagen habe. Stattdessen möchte ich einfach kurz auf die Argumente eingehen, die in dem Forum gefallen sind.
Zunächst etwas, das selbstverständlich auch richtig ist: BDSM ist eine Sexpraktik, in er es vor allem um Lustgewinnung geht und natürlich muss man diese Praktik nicht wirklich als sich liebendes Paar ausführen. Man kann auch einfach mit einem Fremden oder einem Bekannten oder was auch immer eine Session abhalten. Aber genauso verhält es sich ja auch mit „normalem“ Sex. Ich kann jetzt ja auch Sex mit einem Fremden haben, ohne den gleich heiraten zu müssen. Deswegen ist „normaler“ Sex aber trotzdem Bestandteil einer Liebesbeziehung und bei einem Pärchen, dass auf BDSM ist, ist eben diese Sexspielart Bestandteil ihrer Liebesbeziehung.
Jetzt herzugehen und zu behaupten, man kann jemanden nicht schlagen oder verletzen, wenn man ihn liebt, ist ja völliger Quatsch. Das zeigt nur, dass die Leute, die diese Äußerungen machen, keine Ahnung von BDSM haben. Letztlich schlägt man denjenigen oder diejenige ja, weil es für denjenigen oder diejenige Lust fördernd ist. Man darf ja nicht vergessen, dass BDSM immer noch einvernehmlich ist und nichts mit Misshandlung zu tun. Der devote Part möchte ja ausgepeitscht werden, es gefällt ihm. Und folglich zeit der dominante Part ja seine Liebe darin, demjenigen oder derjenigen dass zuzufügen, dass seinem/ihren Bedürfnis entspricht.
Hinzu kommt noch, dass gerade in einer BDM-Beziehung Vertrauen ein extrem wichtiger Faktor ist. Eine Session kann nie wirklich gut werden, wenn nicht gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Das kann man selbstverständlich auch zu fremden Personen haben, aber man kann sich selbst zusammenreimen, wie intensiv dieses Vertrauen erst sein muss, wenn man wirklich ein Paar ist. Eben weil dann auch Liebe im Spiel ist. Und wenn man das dann noch weiter ausführt und ich z. B. 24/7-Paare anschaut… irgendwo müssen da ja schon Gefühle im Spiel sein, weil man es sonst einfach nicht miteinander aushalten würde. Aber nicht nur bei 24/7-Paaren sondern vor allem auch bei Paaren, deren Sexleben zwar aus Sessions besteht, die sonst ja aber „normal“ zusammenleben und einfach so auf Augenhöhe zusammen sind. Das würde doch niemand ohne Liebe ertragen.
Ich habe in einem der Beiträge gelesen, dass es zwar außerhalb der Session sehrwohl Liebe geben kann, man sie aber nicht mit in die Session nimmt. Auch diese Aussage halte ich für falsch. Natürlich ist es ein wenig komisch, wenn irgendwo zwischen Dirty Talk und noch mehr Dirty Talk ein „ich liebe dich“ hingesülzt wird, weil es einfach unpassend und irritierend ist, aber dennoch kann man seine Wertschätzung und Liebe durch ein Lob oder ähnliches zum Ausdruck bringen.
Oft gibt es ja aber auch sehr emotionale Sessions, in denen ein „ich liebe dich“ vielleicht auch nicht deplaziert ist. Da kommt es eben einfach auf die Situation an, aber eine strikte Trennung halte ich nicht für zwingend erforderlich.
Ich weiß echt nicht so genau, wie man darauf kommen kann, dass BDSM Liebe ausschließt. Oft findet man ja gerade über seine Neigung die große Liebe, weil man jemanden findet, der einfach 100%ig zu einem passt.
Wie gesagt, eine Trennung von BDSM und Liebe ist sehr wohl möglich, aber definitiv nicht zwingend erforderlich.
Jules :)

Samstag, 1. Juli 2017

City Cowboy (Marcel Duval)

Titel: City Cowboy
Autor: Marcel Duval
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 180 Seiten
Beschreibung: Luke ist single und der Richtige nicht in Sicht. Vor allem, weil er heimlich davon träumt, einmal unterworfen zu werden - am besten von seinem besten Freund.
Zu seinem 30. Geburtstag bekommt er einen Aufenthalt auf Calebs Range gescheckt, wo er jedoch nicht nur das Farmerleben kennenlernen darf.

Das Buch ist Teil einer Reihe, kann aber notfalls auch seperat gelesen werden.

Meine Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, zu diesem Buch fehlen mir die Worte. Ich weiß, das klingt jetzt fies und schrecklich, aber ich komme auf dieses Buch einfach nicht klar.
Das liegt jetzt nicht am Schreibstil, der ist eigentlich in Ordnung. Teilweise finde ich ihn ein wenig kindisch, wenn zu sehr geschwärmt wird und zum 20. Mal hintereinander betont wird, wie sexy doch wer auch immer ist, aber so generell kann man den Stil schon lassen. Zumindest kann man es flüssig lesen, sich in die Geschichte fallen lassen und an sich sind die Sexszenen sehr heiß beschrieben, was auch ein Pluspunkt ist.
Doch so heiß die Szenen im eigentlichen auch sind, gehen sie für mich einfach absolut gar nicht. Ich weiß nicht, ob ich da zu kleinlich bin, aber was in dem Buch abläuft, kann man nicht mit verantwortungsvollem BDSM vergleichen.
Von der Story her, ist es ja okay – Typ will BDSM mal ausprobieren, bekommt die Gelegenheit dazu und darf sich dominieren lassen. Wunderbar. Aber dann hört es auch schon auf. Gerade wenn das doch die erste Session ist, die jemand überhaupt jemals mitmacht – vor allem halt als Sub, da liegt ja das Problem -, dann kann ich doch nicht SOWAS wie in diesem Buch bringen. Darin wird einfach alles, alles, ALLES falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Ich kann einen Sub nicht alleine irgendwo lassen – man kann ihm das Gefühl geben, aber man kann es nicht wirklich tun und wenn, dann nicht so wahnsinnig lange und ohne Wasser. Und schon gar nicht geht das, wenn ein Sub das erste mal spielt und keine Ahnung hat und vielleicht einfach einen psychischen Zusammenbruch erleiden könnte.
Außerdem muss man zu Anfang doch ein wenig erklären, was man da tut und man muss ihm UM GOTTES WILLEN doch irgendein Safeword geben, damit er abbrechen kann.
Ich will mich jetzt nicht verlieren, aber da jagt ein No-Go das nächste und ich war teilweise richtig wütend beim lesen.
Zumal es ja auch völlig falsch dargestellt wird. Man hat permanent das Gefühl, dass der Sub Dinge nur tut, weil er wirklich Angst hat. Ich weiß nicht, ob das nur schlechte Wortwahl darstellt oder man damit implizieren will, dass Angst beim BDSM vorherrscht, aber Angst hat damit nichts zu tun. Mit häuslicher Gewalt vllt, aber nicht mit BDSM.
Tja und auch der Plot an sich ist jetzt nicht wirklich super. Eigentlich gibt es überhaupt keine Story, es geht nur um Sex und die angeblichen Gefühle, die darin eine Rolle spielen, würde man nicht mitbekommen, wenn sie einen nicht ab und an erklärt werden würden.
Hätte man sich ein bisschen mehr mit BDSM auseinandergesetzt und hätte man ein bisschen mehr Story eingebaut, hätte das Buch echt schön werden können, aber so finde ich es wirklich nicht gut. Tut mir leid. Vor allem, da es ein Dreiteiler ist, ich aber mit Sicherheit keinen weiteren Band davon lesen werde. Mir reicht das hier schon.
Lest das bloß nicht, wenn ihr noch nie zuvor bei einem Buch mit BDSM in Kontakt gekommen seid, sonst bekommt ihr eine völlig falsche Sicht der Dinge.

Freitag, 30. Juni 2017

Themenmonat: BDSM (Juli)

Hallo!

Wie schon heute morgen angekündigt, beginnt morgen mein Themenmonat mit dem Motto BDSM. Ich hoffe, ihr freut euch darüber, aber ich dachte mir, nachdem ständig so eine hohe Nachfrage nach BDSM-Büchern ist/war und viele sich auch mit dem Thema selbst auseinandersetzen möchte, passt das ganz gut. Ich hatte es ja auch schon versprochen, dass ich noch mal etwas zu dem Thema mache.

Für alle die nicht wissen, wovon ich rede:

Ursprünglich habe ich die Themenwochen auf meinem Blog so gestaltet, dass eine Woche jeden Tag ein Post zu einem bestimmten Thema veröffentlicht wurde - in unserem Fall nun BDSM.
Dabei waren alle Kolumen, Rezensionen und Interviews darauf zugeschnitten.
Aus zeitlichen Gründen kann ich aktuell keine Woche veranstalten und muss diese dafür über einen gesamten Monat ziehen. Allerdings hat das für euch einen Vorteil: Statt 7 gibt es 9 Blogposts zu dem Thema - und zwar jeden Mittwoch und jeden Samstag.

Themenmonat: BDSM

Ich habe schon einmal eine Themenwoche zu diesem Motto gemacht, welche bei euch super ankam. Seitdem sprechen mich immer mal Leser auf das Thema BDSM im Allgemeinen an und ich versuche dann auch immer, eure Fragen so gut es geht zu beantworten.
Außerdem weiß ich dank meiner Statistik, dass BDSM-Bücher einfach sehr gefragt sind auf dem Blog.
Schon damals habe ich versprochen, noch eine 2. Themenwoche hierzu zu machen und da habt ihr sie nun - sogar einen ganzen Monat lang.
Es war viel Arbeit, weil ich sehr wenig Zeit habe, aber ich hoffe, ihr freut euch darüber.
Und das wird euch die nächste Zeit erwarten:
 
Samstag: Rezension zu "City Cowboy"
Mittwoch: Kann es Liebe in einer BDSM-Beziehung geben? [K]
Samstag: Rezension zu "Beste Freunde liebt man nicht"
Mittwoch: Das kleine BDSM-ABC [K]
Samstag: Rezension zu "Grenzen 1" [Q]
Mittwoch: Kann sich ein Sub in seinem Dom verlieren? [K]
Samstag:  Rezension zu "Grenzen 2"
Mittwoch: BDSM-Q&A [K]
Samstag: Rezension zu "Leon&Mick: 24/7"

Noch mehr Bücher und Themen findet ihr hier.

Falls ihr Interesse an den anderen Themenwochen habt, dann klickt hier.

Ich wünsche euch viel Spaß diese Woche! Bis morgen!
Jules :)


PS:
Wer fragen zum Thema BDSM hat, kann sich immer an mich wenden (am besten per Mail) und ich werde sie gerne beantworten! Es ist mir lieber, ihr fragt, ehe ihr die Sache falsch versteht. Leider gibt es genug Leute da draußen in der weiten Welt, die gar nichts verstanden haben! ;)

Ankündigung #26

Hallo meine Lieben!

Vielleicht kommt das ein wenig unerwartet, ist die Aktivität auf meinem Blog doch momentan relativ gering... allerdings habe ich es euch vor langer, langer Zeit versprochen und gewöhnlich halte ich meine Versprechen.
Aufgrund sehr großer Nachfrage, habe ich beschlossen, noch eine zweite Themenwoche zum Thema BDSM zu machen. Ehrlich gesagt habe ich mich sehr darüber gefreut, ist und bleibt es doch mein absolutes Lieblingsgenre.
Allerdings muss ich gestehen, dass die Themenwoche eher ein Themenmonat wird, weil ich zeitlich leider nicht anders hinkomme. Tut mir leid, für alle, die dann einen Monat nichts auf meinem Blog finden werden, dass ihnen zusagt - obwohl, vielleicht kommt ihr dadurch ja auch noch auf den Geschmack. ;D
Die Themenwoche erstreckt sich über den Monat Juli, sozusagen auch ein kleines Geburtstagsgeschenk an mich persönlich.
Ich hoffe ihr freut euch darüber, wehe wenn nicht!
Mehr Infos dazu gibt es dann heute Abend.

Liebe Grüße, Julian <3

Mittwoch, 28. Juni 2017

Traurig aber wahr [K]

Ich muss es jetzt loswerden, weil es mich nervt. Und weil ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, der genervt davon ist. Als Leser bekommt ihr das ja meistens nicht mit, außer ihr seid einer der wenigen auserwählten, die auch ohne Blog mal ein Rezensionsexemplar abbekommen, um die Rezi dann auf Amazon oder Lovelybooks oder sonst wo hochzuladen.
Aber glaubt mir, es ist teilweise unter aller Sau, auf welche Art und Weise man als Blogger auf Rezensionsexemplare angesprochen wird.
Ich bekomme so oft Mail, in denen dann der glorreiche Satz steht: „Ich habe mir gerade deinen Blog angesehen und glaube, dass mein Buch perfekt dazu passen würde. Hast du Lust, es zu lesen?“ Daraufhin folgt ein Buch, dass ABSOLUT ÜBERHAUPT NICHT zu meinem Blog passt. Bestes Beispiel: Hetero-Bücher. Ihr wisst gar nicht, wie oft man mir schon Hetero-Bücher andrehen wollte, die ja angeblich so gut zu meinem Blog passen, weil man sich nämlich einen Scheiß vorher auf meinem Blog umgesehen hat.
Ich könnte da ausrasten. Ich könnte da so bösartig zurückschreiben, dass wahrscheinlich jeder Serienkiller Angst vor mir kriegen würde.
Aber einfach dieses offenkundige Desinteresse daran, wen man sein Buch andreht und diese plumpe Art, wie man es auch noch heraushaut, dass man sich eben nicht mit dem Blog befasst hat… tut mir leid, das widert mich echt an.
Auch schön: neulich hat mir eine Autorin geschrieben, sie würde mir gerne ihr Rezensionsexemplar übergeben, weil sie meinen Blog ja schon länger verfolgt und total mag und mich auch so sympathisch findet… spricht mich dann aber allen ernstes mit Julia an. Ganz ehrlich, ich weiß, dass „Jules“ ein spezieller Spitzname ist und viele daraus irgendwie „Jule“ machen und dann auf „Julia“ oder „Juliane“ oder so kommen, aber jeder, der länger meinen Blog verfolgt oder sich zumindest die Mühe macht, sich kurz mit meiner Person zu befassen, weiß doch, dass es für „Julian“ steht. Und wenn man mir weismachen will, dass man meinen Blog schon so lange liest, dann ist es einfach nur peinlich, mich dann als Mädchen anzusprechen.
Und ihr ahnt ja gar nicht, wie oft das das der Fall ist. Wie oft irgendjemand den Namen einfach falsch schreibt. Nicht nur, dass ich wahnsinnig oft „Jule“ oder „Julia“ bin, auch wenn man begriffen hat, dass ich ein „Julian“ bin, heißt dass noch lange nicht, dass man mich dann auch mit „Julian“ anspricht. Da kommen teilweise Namen raus, die gibt es gar nicht.
Falls ihr mal ein Rezensionsexemplar andrehen wolltet und nie eine Antwort bekommen habt, dann schaut doch einfach mal, ob ihr meinen Namen richtig geschrieben habt.
Und sicherheitshalber noch mal für alle zum Mitschreiben: Ich heiße J-U-L-I-A-N. Nicht „Julien“, nicht „Juliane“ und auch nicht „Julius“. Okay? Ja? Danke!
Aber glaubt mir, es ist ja nicht damit getan, dass man dämliche Rezensionsanfragen von Autoren bekommt. Manchmal passt ja auch alles, man nimmt das Buch an und am Ende ist es wie eine schreckliche Krankheit, die über einen hereinbricht und der man nie mehr entkommen kann.
Ihr wisst ja gar nicht, wie sehr manche Autoren nerven können. Nicht nur, die die nicht mit Kritik umgehen können, und dir dann deine Kritikpunkte schön reden, in der Hoffnung, man ändert die Rezension… die schlimmste Seuche sind eher die Autoren, die einfach ständig nerven, ob man das Buch schon gelesen hat und wann man es denn liest und die gerne beim Lesen einen „Zwischenstand“ gemailt bekommen möchten, wie einen das Buch denn bisher gefällt… Chillt doch mal, man.
Ich hatte ja in letzter Zeit wenig Zeit, habe ja auch Blogpause gemacht und bei Rezensionsexemplaren immer erwähnt, dass es länger dauern kann und ob das okay ist oder man einfach kein Rezensionsexemplar rüber schiebt. Und es nervt so, wenn es dann angeblich okay ist, zwei Wochen später dann aber nachgefragt wird, wo die Rezension bleibt. Schiebt sie euch doch eure Nachfrage einfach in den Arsch, ich sage doch nicht umsonst, dass es länger dauern wird. Dann hättet ihr gar nicht erst ein Buch überreichen brauchen, wenn es angeblich okay ist, aber eigentlich dann doch nicht okay ist. Selber Schuld.
Traurig ist aber, dass das ja nicht nur jetzt passiert ist, sondern auch schon vorher, wo ich teilweise nur zwei oder drei Wochen Wartezeit auf ein Rezensionsexemplar hatte…
Ihr seid doch nicht der Nabel meiner Welt. Ihr seid doch nicht das einzige, was in meinem Leben eine Rolle spielt. Und euer blödes Buch hat genauso zu warten, wie jedes andere Buch, wenn ich gerade keine Zeit zum Lesen habe. Punkt, aus, fertig.
Auch schön sind dämliche Nachfragen: Kannst du bitte den Titel deiner Rezension ändern, kannst du bitte noch den und den Tag dazufügen, kannst du das Cover ändern, kannst du das und das Buch verlinken…
Ich mache es ja, insofern ich es nachvollziehen kann und weil ich ja auch möchte, dass meine Rezension auf dem neuesten Stand ist, etc… Aber ganz ehrlich, nur weil jemand sich dazu berufen fühlt, fünf mal im Jahr den Titel oder das Cover zu ändern, ist das nicht mein Problem. Und das ich ein Buch lese und rezensiere ist reine Gutmütigkeit und sicher nicht für die Autoren sondern für meine Leser und nein, wenn ich gerade keine Zeit habe, dann kann ich es nicht ändern. Dann überlegt euch vorher einen anständigen Titel und desingt vorher ein passendes Cover und dann müsst ihr auch nicht zwanzig Mal im Jahr zwanzig Blogger mit euren dämlichen Problemchen nerven.
Ja, ja und so könnte man die Liste noch endlos fortsetzen. Und man darf sich ja auch gar nicht zu sehr beschweren, schließlich möchte man ja auch Angebot für Rezensionsexemplare und macht es ja auch gerne – ändert auch gerne mal etwas… ihr wisst schon.
Es ist eben nur die Fülle, die dann nervt. Oder die Penetranz. Oder einfach dieses offensichtliche Desinteresse, dass ich oben beschrieben habe.
Mittlerweile antworte ich dann eben einfach nicht mehr. Das ist vielleicht nicht die feine Art, aber was soll’s? Besser, bevor man sich ärger, oder?
Also liebe Mitblogger: Habt ihr auch solche Probleme? Ärgert ihr euch auch manchmal über das Verhalten einiger Autoren? Erzählt’s mir, los, los. ;D
Jules :)

Samstag, 24. Juni 2017

Kaminfeuer (Diana Wintermeer) [Q]

Titel: Kaminfeuer (Sinnenlust #3)
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 69 Seiten
Beschreibung: Als Charles Preston verletzt auf das Gut gebracht wird, in dem Harverty dient und er diesen auch noch pflegen muss, stößt Harverty schnell an seine Grenzen, so weckt Charles doch Gefühle in ihm, die er lange verborgen halten musste.

Meine Meinung:

Was mir hier sehr gut gefallen hat ist, dass es eben nicht nur eine Sexszene ist, sondern dass man um diese herum noch eine schöne Hintergrundstory geflochten hat. Die eigentliche Sexszene ist natürlich sehr prickelnd und erotisch und wahnsinnig gut beschrieben, aber das ist nicht alles und das finde ich toll. Ich finde, eine Sexszene kann viel mehr wirken, wenn man ein wenig Hintergrundinfo hat und deshalb gefällt mir diese Kurzgeschichte auch so gut.
Man bekommt auch ziemlich viel Hintergrundstory mit, z.B. ist sehr schön gestaltet, wie die beiden Männer sich annähern und wie von Anfang an eine gewisse Anziehung zwischen ihnen herrscht.
Schön ist auch, dass man erkennt, wie Haverty gegen seine Gefühle anzukämpfen versucht und nicht dem Verlangen nachgehen möchte, weil zu der Zeit eben Homosexualität noch als falsch gilt. Man kann sich also sehr gut in diese innere Zerrissenheit und den Charakter insgesamt hineinversetzen, was das ganz noch greifbarer macht.
Ich meine, man kann hier keine ausgefuchste Lovestory erwarten und das ist vermutlich auch der Grund, warum das Ende ein bisschen konstruiert wirkt, allerdings finde ich das hier gar nicht schlimm. Es ist ja nur eine Kurzgeschichte und es wirkt jetzt auch nicht total unrealistisch, so dass man durchaus damit Leben kann.
Wie gesagt, der Schreibstil ist – wie erwartet echt super und ich kann die Kurzgeschichte echt nur empfehlen.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Das ewige Blabla [K]

Ihr könnt dem Titel ja schon entnehmen, dass das wieder ein Thema ist, das mir sehr auf die Nerven geht. Und zwar geht es mir heute um diese schreckliche Eintönigkeit und Langweile, die meiner Meinung nach vom Gay Romance Genre Besitz ergriffen hat.
Keine Ahnung, ob es nur mir so geht, aber für mich ist es einfach mittlerweile so: Ich gehe auf Amazon, möchte mir ein neues Buch holen und werde von einer Flut von neuen Gay Geschichten erschlagen – aber KEINE EINZIGE davon spricht mich auch nur im Entferntesten an.
Ich habe das Gefühl, dass sich einfach jeder Idiot mittlerweile dazu berufen fühlt, eine Gay-Geschichte online zu stellen, ob er nun Talent fürs Schreiben hat oder nicht. Und je mehr dieses Genre gehypt wird, je größer der Leserkreis wird, desto größer wird auch die Flut an Autoren, die Bücher schreiben, die einfach die schlechteste Fanfiction noch überbieten. Nur mit dem Unterschied, dass man für eine Fanfiction wenigstens kein Geld zahlen muss.
Und ich möchte nicht mal sagen, dass es nur ein paar Self Publisher sind, die einfach totalen Schrott online stellen, denn mich sprechen auch immer weniger Verlagbücher an.
Ich habe das Gefühl, es ist immer wieder die gleiche Geschichte, nur in anderer Form, weil das ganze Genre einfach schon so ausgelutscht ist. Geschichten, die sich noch richtig von anderen abheben und wirklich mal etwas völlig neues erzählen oder auf irgendeine andere Art und Weise aus der Masse hervorstechen, gibt es immer seltener. Meistens lese ich die Beschreibung und bin schon davon gelangweilt.
Und wenn mal eine Beschreibung dabei ist, die einen wirklich anspricht, dann liest man oft das Buch und muss erkennen: Vom Inhalt her ist es trotzdem so, dass es einen ähnlichen Ablauf hat wie 100 andere Bücher vor ihm auch schon.
Ich meine, klar werden sich gewisse Dinge immer wieder wiederholen, das ist bei jedem Genre so, das ist völlig normal. Aber man muss doch irgendwie als Autor den Ehrgeiz haben, dass sich sein Buch abhebt. Und man muss doch auch so viel Kreativität besitzen, wenn man schon ein Buch schreibt, dass es dann nicht wie die Kopie von 30 anderen Büchern endet, sondern etwas Individuelles darstellt.
Es gibt immer weniger Autoren, die es wirklich noch schaffen, in das Genre ein wenig Abwechslung zu bringen.
Und auch manche Verlage achten mittlerweile mehr auf Quantität als auf Qualität. Ich meine, okay, es ist hart, mit so einem relativ kleinen Genre am Markt zu bestehen, aber irgendwie ist es einfach schade, wenn die Bücher immer unspektakulärer und ähnlicher werden und man einfach das Gefühl hat, niemand gibt sich mehr Mühe.
Das ist für mich auch echt so ein Grund, warum ich mittlerweile kaum noch Lust auf dieses Genre habe und auch bei Rezensionsexemplaren immer kritischer be ider Annahme bin – vom Bücherkauf ganz zu schweigen.
Ich weiß nicht, geht es euch denn auch so wie mir? Ödet euch dieses Genre nicht auch langsam an? Habt ihr nicht mittlerweile auch Autoren, von denen ihr wisst, die haben’s drauf und seid bei allen anderen einfach total vorsichtig geworden?
Mir ist es einfach auch zu schade ums Geld. Denn nicht immer ist die Geschichte ja kostenlos oder über Unlimited kostenlos… man zahlt ja oft auch einen gewissen Betrag, nur dafür, dass man dann etwas liest, was man schon 100x vorher auch gelesen hat…
Es kann auch sein, dass ich über dieses ewige kritische Lesen von Büchern zwecks Rezension einfach zu streng geworden bin. Aber trotzdem… jedes Buch hat so sein Manko nur bei manchen stört es einfach nicht, weil sie besonders sind. Und bei 1.000 anderen ist es einfach nur furchtbar, weil sie so gewöhnlich sind und das dann noch schwerwiegend dazu kommt.
Also: Sagt mir, ob es euch auch so geht und ob auch ihr irgendeine negative Entwicklung von Verlagen oder Autoren oder dem Genre im Allgemeinen erkannt habt.
Jules :)

Samstag, 17. Juni 2017

Der gezähmte Boy (Noah Winters) [Q]

Titel: Der gezähmte Boy
Autor: Noah Winters
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 39 Seiten
Beschreibung: Gareth lebt nur für den schnellen Sex und das schon seit vielen Jahren. Eine Beziehung scheint für ihn unmöglich, doch dann holt ihn die Liebe ein. Bei Florian denkt er zum ersten Mal an mehr als nur Sex - nur hat er auch Chancen bei ihm?

Meine Meinung:

Also ich muss sagen, diese Kurzgeschichte hat mich doch sehr überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie mir so gut gefallen könnte.
Ich glaube allerdings, dass diese Geschichte nicht für jeden von euch geeignet sein wird. Ich finde, es ist absolut keine typische Gay Romance sondern eher eine sehr erotische schwule Geschichte, die sich fast ausschließlich auf Sex bezieht. Und glaubt mir, die Sexszenen sind wahnsinnig heiß. Dabei gibt es eigentlich kaum richtigen Sex, sondern es geht auch viel um Selbstbefriedigung und solche Dinge – jedoch absolut heiß erzählt und wirklich schon ein bisschen Porno. Aber nicht falsch verstehen, ich finde, es ist eine sehr gute Art von Porno.
Dem entsprechend kann man jetzt vielleicht nicht absolut viel Story erwarten, es gibt schon einen groben Plot, aber ich würde mal sagen, dass Hauptaugenmerk liegt dann doch eher auf den Sexszenen. Deshalb leidet die Geschichte an der Stelle dann etwas. Man bekommt zwar einen Hauch einer Liebesgeschichte mit, aber so wirklich viel Gefühl kann man nicht erwarten. Tatsächlich hat mich das aber gar nicht gestört, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass es einige andere stören wird. Man darf wohl einfach nicht zu viel Gefühl erwarten und auch keine großartige Story, aber für ein kurzes, absolut heißes Leseerlebnis taugt die Geschichte super.
Leider musste ich ein paar Tippfehler feststellen. Da waren Wörter mal zusammengeschrieben, oder klein oder mit falschem Anfangsbuchstaben… das finde ich ziemlich ärgerlich, denn wenn man Geld dafür bezahlt, kann man eigentlich schon erwarten, dass diese Dinge eben nicht ständig auftauchen.
Ansonsten kann ich aber am Stil nicht groß meckern, im Gegenteil. Für die Kürze der Geschichte war er sehr ausführlich und wirklich anschaulich geschrieben. Ich mag auch die Wortwahl, also da gibt es wirklich absolut nichts dran zu meckern. Da steckt auch ziemlich viel Potential darin, um mal eine länger Geschichte zu schreiben – gerne auch wieder mit vielen heißen Sexszenen.
Also wenn ihr auf solche Geschichten steht, unbedingt lesen. Eine klare Empfehlung von mir!

Mittwoch, 14. Juni 2017

Stille Sehnsucht (Diana Wintermeer) [Q]

Titel: Stille Sehnsucht (Sinnenlust #4)
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 64 Seiten
Beschreibung: Diego ist jung und voller Sehnsucht nach etwas, dass er nich so genau greifen kann - zumindest nicht, bis er Javier begegnet und dieser alles verändert.

Meine Meinung:

Wie der Titel schon sagt, geht es in diesem Buch um Sehnsucht und wenn man als Leser etwas in diesem Buch nachempfinden kann, dann eindeutig die quälende Sehnsucht, die Diego verspürt, wann immer er an den Körper eines anderen Mannes denkt.
Er beobachtet dann auch noch zwei andere Männern beim Sex, was sein Verlangen nur noch mehr schürt und man merkt ganz eindeutig, wie es innerlich einfach an ihm nagt. Man kann sich also auch bei dieser Kurzgeschichte wieder völlig in den Charakter hineinversetzen und versteht Diegos Verzweiflung.
Damit ergibt sich dann wieder eine schöne Hintergrundgeschichte, welche die eigentliche Sexszene sehr gut umrahmt. Diese ist auch hier wieder sehr schön und sehr erotisch gestaltet, so dass es einfach Spaß macht, das Buch zu lesen.
Natürlich gibt es auch hier wieder ein Happy End und es mag sein, dass auch in dieser Geschichte alles wieder ein bisschen zu sehr nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht, aber ich glaube echt, dass es schon okay so ist. Ich meine, es ist doch besser, wenn man eine kurze Episode ein wenig anpasst, anstatt wenn man in so wenig Seitenzahlen eine komplexe Story presst, die dann unrealistisch oder zu schnell abgehandelt wirkt.
Von daher will ich mich mal nicht beschweren und möchte euch die Geschichte einfach empfehlen, denn auch vom Stil her finde ich die Geschichte wieder sehr schön.

Samstag, 10. Juni 2017

Jonas & Dennis: Abschluss in Sachen Liebe (Katharina B. Gross)

Titel: Jonas & Dennis: Abschluss in Sachen Liebe
Autor: Katharina B. Gross
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 148 Seiten
Beschreibung: Eher mädchenhaft und auch noch schwul, hat es Jonas in seiner Klasse nicht gerade leicht. Vor allem sein Schwarm Dennis und dessen Clique machen ihm das Leben schwer. Doch auf der Klassenfahrt ändert sich Dennis Verhalten plötztlich und sie kommen sich unverhofft näher.

Meine Meinung:

Für mich eine ganz klare Teenie-Lovestory, womit sie eigentlich schon mal total in mein Beuteschema fällt. Ihr wisst ja, dass ich eine Schwäche für so Jugendromane und –erzählungen habe.
Diese hier hat mir nur leider nicht so gut gefallen.
Das liegt zum einen daran, dass sie ein wenig künstlich in die Länge gezogen wird.
Jonas ist ja in einen Klassenkameraden verknallt und ich finde es auch gut gemacht, wie dieser sich erst abweisend gegenüber ihm verhält, dann aber immer mehr die Nähe sucht oder ihn in Schutz nimmt… es ist einfach schön zu sehen, wie sie ganz langsam zueinander finden und von dem Punkt aus auch gut gemacht.
Leider ist es dann so, dass ein klärendes Gespräch zwischen den beiden dann nie stattfinden kann, weil immer irgendetwas dazwischen kommt. Am Anfang hebt es noch so ein wenig die Spannung, aber dann später ist es dann einfach too much. Ich habe mir dann ständig gedacht: „ach ja, genau“ und war wirklich ziemlich genervt.
Ich glaube, das ist das erste mal, dass mir ein Quickie noch zu lang gezogen ist.
Auch bin ich mit Jonas nicht richtig warm geworden. Für mich ist er einfach ein totales Weichei, viel zu mädchenhaft und nicht in der Lange, seinen Mann zu stehen. Dann kann er dies nicht und das nicht und ist einfach so eine richtige – sorry – Pussy. Das kann ich gar nicht ab. Und dann wird noch geschwärmt, wie in so einem Boys-Love-Manga, das ist mir irgendwie einfach zu süß. Ihr kennt mich ja, ich komme auf so was einfach nicht klar.
Deswegen war die Geschichte dann insgesamt einfach nichts für mich, aber ich weiß ja, dass ihr teilweise gerne so was lest, also ist sie wahrscheinlich etwas für euch.
Ansonsten ist der Stil auch echt okay und abgesehen von meinen beiden Kritikpunkten ist die Geschichte auch durchaus schön gestaltet und gut gemacht.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Eis bricht langsam (Dima von Seelenburg)

Titel: Eis bricht langsam
Autor: Dima von Seelenburg
Verlag: MAIN
Seitenzahl: 498 Seiten
Beschreibung: Mitten im größten Troubel wagt Aljoscha eine Zeitreise in seine Jugend, in die Zeit zwischen 1989 und 1991, als er Tobias kennelernte und mit diesem seine erste große Liebe.
Von ihren Gefühlen verwirrt, dauert es eine Weile, bis sie sich nähern kommen und auch als sie zusammenfinden, sind die Sterne für sie nicht immer günstig gestellt.

Meine Meinung:

Dieses Buch fand ich wirklich großartig. Zunächst hatte ich ja nicht das Gefühl, so richtig damit warm werden zu können, weil ich anfangs noch dachte, es beginnt ein wenig schleppend. Aber je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat es mir dann doch gefallen.
Ich finde einfach auch schon den Aufbau des Buchs richtig klasse. Es ist ja so, dass Aljoscha in der Gegenwart erzählt, was damals in der Vergangenheit geschehen ist. Ich sag mal so, es geht dabei immer um einen gewissen Gegenstand, der eine Erinnerung hervorruft, die dann die Geschichte fortsetzt. Ich finde das einfach wahnsinnig schön umgesetzt, als wäre es aus dem echten Leben gegriffen. Uns geht es doch allen mal so, dass wir etwas in die Hand nehmen, dass eine Erinnerung in uns erwachen und kurz in die Vergangenheit reisen lässt.
Und es wird auch wirklich wahnsinnig schön erzählt. Es ist fast wie ein Jugendbuch, man geht auf viele kleinere und größere Probleme der Jugendlichen ein und man kann die erste große Liebe, die erste Unsicherheit, den ersten Kuss, den ersten Sex… einfach alles miterleben. Ein bisschen, als wäre man selbst noch mal jung und würde das alles das erste Mal mitmachen. Vielleicht gefällt es mir deshalb so gut, weil es auch ein bisschen an meine Jugend erinnert. Okay, ich bin erst 1994 geboren, aber trotzdem habe ich das alles auch mitgemacht – bis hin zu den dämlichen Fragen an das Dr. Sommer Team, die nie richtig beantwortet wurden.
Ich liebe an diesem Buch auch die Gefühle, die darin geschildert werden. Teilweise ist es wirklich traurig und man leidet mit und hat auch mal Tränchen in den Augen… ich finde das sehr schön.
Ich muss sagen, zum Ende hin dachte ich erst, dass es jetzt doch ein bisschen zu viel Drama wird, weil dann einiges geschieht, von dem ich nicht sagen kann, ob es realistisch ist oder nicht. Aber dennoch war es so geschrieben, dass ich die ganze Sache glauben konnte und es zumindest durchdacht wirkte. Vielleicht hätte es auch weniger sein können, aber sei es wie es ist, es ist dennoch ein sehr schöner Schluss und dieser endet letztlich auch wieder in der Gegenwart – wie ein perfekter Kreis.
Ich muss sagen, die Gegenwart… ich weiß nicht, ich habe damit gerechnet und war dann doch überrascht. Das gefällt mir, wenn man sich denken kann, wie es endet und es einen dann doch verblüfft. Aber vielleicht ging das nur mir so, da müsst ihr euch wohl eure eigene Meinung bilden.
Ich empfehle das Buch auf jeden Fall, nicht nur vom Inhalt her, auch vom Schreibstil, der mir sehr gut gefallen hat. Und wegen dem ganzen jugendlichen Gefühlschaos, das so vorherrschend darin ist und authentischer nicht sein könnte.

Samstag, 3. Juni 2017

Ihr seid gefragt!

Hallo ihr Lieben!

Diesmal seid ihr gefragt und ich hoffe, ihr seid nicht zu schüchtern zum antworten:

Für einen neuen Blogbeitrag wüsste ich gerne von euch, was ihr schon immer über BDSM wissen wolltet.
Stellt mir eure Fragen und dann werde ich sie vllt bald auf dem Blog beantworten können.

Wenn euch das zu peinlich für einen Kommi ist, könnt ihr euch auch per Mail melden.
Keine Angst, wenn ihr die Frage nicht gerade selbst öffentlich stellt, bleibt es auch anonym.

Jules ;)

Aufs Spiel gesetzt (Amy Lane)

Titel: Aufs Spiel gesetzt
Autor: Amy Lane
Verlag: Dreamspinner Press
Seitenzahl: 269 Seiten
Beschreibung: Xander wollte immer nur zwei Dinge im Leben: Chris und Basketball. Nun hat er beides, doch um seinen Traum als Profisportler zu Leben, muss die Liebe zu Chris geheim bleiben. Was zunächst gut geht, wird mehr und mehr zu Qual und bald schon muss Xander eine Entscheidung treffen, die alles verändern wird.

Meine Meinung:

Was mir bei dieser Geschichte sehr gut gefallen hat, ist, dass man sehr viel Hintergrundgeschehen rund um ihren Sport mitbekommt. Dass muss man zwar auch, weil es einfach zur Story beiträgt, aber dennoch möchte ich es positiv hervorheben, weil es einfach viel zu viele Sportromane gibt, in denen es einfach nicht der Fall ist.
Was mir auch oft fehlt, sind ausgeschriebene Sportszenen. Hier kommt der Sport ab und an zur Sprache und man bekommt auch mal die eine oder andere kleine Szene mit – für meinen Geschmack zwar leider immer noch zu wenig, aber immerhin.
Trotzdem finde ich, dass die Sportwelt an sich gut dargestellt wird, auch was z.B. einen intoleranten Trainer betrifft, etc.
Man erkennt auch gut, dass Basketball – ja, es geht um Basketball, ich liebe das!!! -, für die beiden Jungs einfach extrem wichtig ist und wie ehrgeizig sie an diese Sache herangehen. Auch erkennt man, was ihre Beziehung betrifft, wie sich das auf ihre Spielweise auswirkt und dass sie allein deshalb so gut auf dem Spielfeld miteinander harmonieren.
Das Buch zieht in der Richtung auch eine Parallele zum Alltag, man erkennt also, dass sie sich sowohl im Sport als auch im Leben einfach gegenseitig brauchen, beeinflussen und eben lieben.
Am Anfang bekommt man noch ein wenig von ihrer Jugendzeit mit und ich muss ehrlich sagen, dass mich das Buch dort an der einen oder anderen Stelle echt gerührt hat, weil es teilweise einfach sehr bewegend ist. Ich hätte noch viel mehr davon lesen können. Auch erkennt man in dieser frühen Zeit, wie ihre Beziehung eben das ganze weitere Leben prägt und kann nachvollziehen, warum sie sich so sehr brauchen. Wieso vor allem Xander Chris so sehr braucht.
Es gibt auch wirklich viel Gefühl in dem Buch, teilweise schon fast ein bisschen viel. Teilweise war es für mich einfach so, dass es mir zu viel Drama und Gejammer war. Vor allem Xander ist schon sehr rumheulen… andererseits ist es auch relativ nachvollziehbar gemacht, wie oben schon gesagt – deshalb denke ich, dass es noch im Rahmen ist.
Auch sonst mag die Geschichte an der einen oder anderen Stelle ein wenig unrealistisch sein, oder zumindest ein wenig abgehoben, aber unterm Strich gefällt sie mir doch wahnsinnig gut und auch der Schreibstil ist einfach sehr schön.
Man kann sich gut in die Story fallen lassen, man kann sich super in die Charaktere hineinversetzen und es macht auch einfach Spaß, das Buch zu lesen.
Wenn ihr also solche Sportgeschichten mögt, dann ist das Buch echt empfehlenswert.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Neuzugänge #8

Hi!

Neue Mangas!
Viel Spaß damit!



Love Prism – Kae Maruya

Der Manga hat mir sehr gut gefallen. Ich liebe eh den Zeichenstil von Kae Maruya und auch die Geschichte. Diese hier ist… keina Ahnung, ob man sagen kann, sie hat einen Hauch Fantasy oder Magie oder was auch immer – aber ich fand sie trotzdem schön. Sie entwickelt sich auch recht langsam, was in Mangas ja nicht selbstverständlich ist. Ich finde sie auch putzig und mit ein bisschen Drama – so viel, dass man es noch gut ertragen kann, aber ansonsten eher ruhig und einfach auch ein bisschen alltäglich. Ich mag so etwas und ich denke, es könnte euch vielleicht auch gefallen, also schaut ihn euch mal an.

Ein Spiel namens Liebe - Chise Ogawa

Ein typischer Manga, in dem sich alles ein wenig zu schnell entwickelt. Es kommt schnell zum Sex und überhaupt erkennt man eben nicht so gut, wie sich die Gefühle aufbauen. Aber trotzdem fand ich die Idee ganz witzig und mir hat auch der Zeichenstil gut gefallen.
Es gibt auch ein paar Nebengeschichten in dem Manga, die ich teilweise sogar besser finde, auch wenn einige vielleicht recht offen enden.
Es haut einen nicht vom Hocker, aber man kann es gut lesen.

Love whispers in the rusted night - Ogeretsu Tanaka

Etwas tieferer Manga, in dem nicht alles so zuckersüß und lockerflockig ist, wie man es sonst so von Mangas kennt. Trotzdem sind typische Elemente eines Mangas eingebaut, also er unterscheidet sich jetzt nicht komplett von den sonstigen teils sehr kitschigen Mangas, die man im Boys Love Genre so findet.
Der Zeichenstil ist wirklich schön und auch der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen.
Ich finde, es ist einfach mal ein bisschen was anderes, weil der Manga einen ernstern Ton anschlägt, was ich fast besser finde. Ich glaube, dadurch wird es einfach mal wieder spannender, sonst weiß man ja eigentlich immer schon ganz genau, auf was es in Mangas hinauslaufen wird. Deshalb: Empfehlenswert!

Samstag, 27. Mai 2017

Augenblicke: Die Begegnung (Minelle Chevalier) [Q]

Titel: Augenblicke: Die Begegnung
Autor: Minelle Chevalier
Verlag: BookRix
Seitenzahl: 21 Seiten
Beschreibung: Markus macht Urlaub, um seine gescheiterte Beziehung zu vergessen. Tatsächlich kommt er sehr schnell auf andere Gedanken, als er in ein Paar silberne Augen blickt, welche ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Meine Meinung:

Wenn ich das jetzt richtig mitbekommen habe, dann ist diese Kurzgeschichte nur ein kleiner Auszug aus der richtigen Geschichte bzw. scheint die richtige Geschichte mit längerer Seitenzahl dann an diese hier anzuschließen. Also ist das hier sozusagen ein kleiner Teaser, der erst richtig Lust auf die tatsächliche Story machen soll.
Daraus können wir natürlich schon mal schlussfolgern, dass die Geschichte somit nicht abgeschlossen ist. Ist ja aber nicht dramatisch, weil ja eine Fortsetzung existiert.
Leider finde ich aber schon die Kurzgeschichte nicht so toll. Für mich entwickelt sich die Geschichte viel zu schnell, sie reden kurz miteinander, haben aber gleich Sex und gestehen sich schon gefühlt gleich ihre Liebe… Finde ich irgendwie too much und einfach auch lächerlich, da gleich schon von Liebe zu reden.
Dabei finde ich, dass der Stil durchaus Potential hat. Man geht auch ein wenig auf das Hintergrundgeschehen ein und bietet einen guten Rahmen für die Story. Auch bekommt man Gedanken des Protagonisten mit und erfährt etwas von seiner Vorgeschichte… alles eben so Sachen, die richtig super sind, wäre der eigentliche Verlauf der Geschichte nicht so lieblos hingeklatscht.
Ich meine, die Kurzgeschichte ist kostenlos und daher kann man sie sich auch reuelos durchlesen, aber sie soll ja Lust auf die eigentliche Geschichte machen und mich hat das jetzt nun mal eher abgeschreckt. Ich werde jetzt folglich die Geschichte wahrscheinlich nie lesen, obwohl es natürlich sein kann, dass sich meine Kritikpunkte in der richtigen Geschichte noch zerschlagen.
Probiert es halt mal aus und urteilt selbst. Vielleicht kennt ihr auch die andere Geschichte? Dann sagt mir doch bitte mal, ob sie lesenswert ist oder nicht.

Mittwoch, 24. Mai 2017

Das Problem mit Sexszenen [K]

Hi!

Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich teilweise schon viel Wert auf Sexszenen lege – also sprich darauf, dass ein Buch eine Sexszene hat und man Dinge, die man andeutet auch ausschreibt, statt sie einfach zu überspringen. Ich habe darüber auch schon mal etwas geschrieben, könnt ihr hier nachlesen.
Wahrscheinlich kommt dieser Artikel deshalb ein wenig überraschend, denn ich muss euch einfach gestehen, dass mich Sexszenen mittlerweile einfach nur noch anöden. Ja, ihr habt richtig gelesen, mich langweilen Sexszenen momentan sehr häufig und es gab auch schon Bücher, in denen ich nur eine gelesen und alle anderen übersprungen habe.
Deswegen muss ich nun meine Meinung ein wenig revidieren. Mittlerweile bin ich nämlich der Meinung, dass man eine Sexszene durchaus weglassen kann, wenn sie eigentlich nur überflüssig ist. Dieses erzwungene Rumvögeln, nur weil gerade in dem Buch Leerlauf ist und man nicht weiß, was die Protagonisten sonst machen sollen, nervt. Ebenso, wenn nach dem ersten Kuss auch gleich der erste Sex folgt, weil es sich eben gerade anbietet. Oder Massen an Sexszenen, weil Männer sowieso immerzu nur an Sex denken. Ich könnte da noch hunderte Beispiele nennen, wann eine Sexszene einfach nur vom Autor/von der Autorin verwendet wird, um irgendwelche Lücken zu füllen oder mal kurz zu verdeutlichen, dass sie Männer, geil aufeinander und totally in love sind.
Das nervt einfach nur. Und was noch mehr nervt, als dieser erzwungene Sex, alle 20 Seiten, sind Sexszenen, die an ihrer Kreativität ungefähr genauso originell sind wie eine Klobürste. Wisst ihr, dieses immer gleiche Schema, da abgespult wird und den Eindruck erweckt, man hätte eine vorherige Szene kopiert und die Sätze etwas umgestellt.
Es ist tatsächlich erschreckend, in wie vielen Büchern Sex immer den gleichen Ablauf hat. Da wird ein wenig gegenseitig rumgespielt, dann geblasen und am Ende fickt einer den anderen eben in den Arsch. Und das war es. Manchmal mit Gefühlen untermalt, manchmal ohne – aber immer gleich und vor allem gleich schlecht.
Dabei besteht Sex doch aus so vielen Kleinigkeiten, es gibt so viele Arten Sex zu haben (ich will jetzt übrigens nicht auf BDSM hinaus, weil die Chance, eine BDSM-Sexszene zu ruinieren, ist doch 1000x größer, als die, eine normale zu ruinieren und das geschieht schon viel zu oft) und so viele wunderbare Wörter, mit denen man all das beschreiben kann, ohne dass es klingt, als hätte man sich den schlechtesten Porno als Beispiel genommen.
Und ich meine damit nicht, dass solche Szenen auch automatisch schlecht geschrieben sind, sprich niveaulos und obszön. Sondern ich meine damit auch Sexszenen, die stilistisch eigentlich echt gut gemacht sind, aber eben auch zu wenig Kreativität besitzen. Selbst wenn man solche Szenen wunderbar beschreibt, muss man ein wenig Variation hineinbringen, sonst wird es nämlich nach dem 2. Mal schon langweilig.
Deswegen echt meine Bitte (auf die eh niemand Rücksicht nimmt ;-D): Bringt doch in einem Buch nicht 10 sondern nur 2 Sexszenen und formuliert die dann so wunderschön und so fantasievoll, dass sie einen einfach gefangen nehmen. Und wenn euch wirklich überhaupt nix einfällt, mit dem ihr so eine Szene heißt oder romantisch oder was-auch-immer-sie-werden-soll wird, dann lasst sie doch einfach weg.
Weil es gibt tatsächlich etwas Schlimmeres als übersprungene Sexszenen: Schlecht ausgearbeitete Sexszenen.
Jules :)

Samstag, 20. Mai 2017

Pfirsichduft (Diana Wintermeer) [Q]

Titel: Pfirsichduft (Sinnenlust #1)
Autor: Diana Wintermeer
Verlag: frei publiziert
Seitenzahl: 49 Seiten
Beschreibung: Jahrelang hat Desmond gegen das Verlangen in sich gekämpft, doch als Jimmy auftaucht und ihn so frech herausfordert, kann er diesem nicht mehr länger wiederstehen.

Meine Meinung:

Hier ist es so, dass die Sexszene nicht alleine im Vordergrund steht, sondern von einer Geschichte umrahmt wird, die wirklich sehr gut gelungen ist. Das finde ich einfach super, weil es so einfach viel abgerundeter wirkt.
Man kann sich als Leser sehr gut in Desmond hineinversetzen und erkennt deutlich, wie sehr er darunter leidet, dass er sich eben zu Männern hingezogen fühlt. In der damaligen Zeit gilt Homosexualität ja noch als Krankheit und er versucht wirklich, dagegen anzukämpfen und sein Leben gesellschaftskonform zu leben – sprich, vor seiner Neigung zu flüchten.
Deshalb finde ich es auch super umgesetzt, dass er dann versucht, gegen die Versuchung anzukämpfen, sobald sie sich ihm bietet. Aber gleichzeitig erkennt man, dass ihn der ständige Kampf einfach depressiv macht und er letztlich erkennt, dass er der „Sünde“ nachgehen muss, wenn er selbst glücklich sein möchte.
Das Ende ist relativ offen, weil sich noch ein weiterer Teil anschließt, aber ich finde das ziemlich gut, weil es für mich in dem Rahmen hier eigentlich perfekt ist. Ich denke, hätte man hier ein anderes Ende zurechtgebastelt, hätte es vermutlich unrealistisch gewirkt.
Die Sexszene selbst ist wieder sehr gut und mir gefällt die Idee mit dem Pfirsich, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Auch der Stil ist wieder sehr schön und deshalb auch bei dieser Geschichte wieder eine klare Leseempfehlung von mir.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sagt es doch einfach mal auf Deutsch! [K]

Hallo!

Ich weiß, es wird immer moderner in unserer Gesellschaft, englische Wörter in unsere Sprache einfließen zu lassen. Warum sollte man auch seine Muttersprache benutzen, wenn es auf Englisch doch gleich viel besser und wichtiger klingt? Ich bin da ja auch nicht besser als alle anderen und benutze ebenfalls (d)englische Wörter, um durch den Alltag zu kommen.
Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich der Globalisierung anzupassen und englische Wörter zu benutzen – auch wenn ich es absolut unnötig finde, dass es jetzt nicht mehr Bürokauffrau/mann heißt, sondern Kauffrau/mann für Büromanagment. Ich meine, man kann es auch übertreiben. Und man muss auch nicht zwingend überall ein blödes, englisches Wort mit reinzwängen, egal wie scheiße es sich dann plötzlich anhört.
Und genau so ist es auch bei Büchern.
Ich kriege mittlerweile wirklich einen Hals, wenn jemand sein Buch unter einem englischen Titel verkauft. Ich sehe es ja noch ein, wenn es die Übersetzung eines englischen Originales ist, auch wenn ich trotzdem der Meinung bin, dass man sich da auch einen deutschen Titel zu einfallen lassen könnte – aber immerhin heißt das Buch in dem Fall ja auch in Wirklichkeit so.
Nur warum müssen deutsche Autoren ihrem Buch einen englischen Titel geben? Ich meine, es ist doch vollkommen sinnlos. Das Buch ist doch selbst auch auf Deutsch und irgendwie wirkt der Titel dann einfach unpassend. Zumal man es ganz ehrlich sagen muss – ich will jetzt keinen beleidigen, aber ich empfinde das wirklich so – ein deutsches Buch mit englischem Titel wirkt auf mich immer irgendwie billig. Ich weiß, das klingt hart, aber es ist einfach so, dass ich, sobald ich den englischen Titel lese, mir denke: Och, das ist jetzt wieder so eine 14jährige, die in ihrer Fanfiction die Namen geändert hat, um ihr Buch auf Amazon anbieten zu können. Und manchmal ist dem tatsächlich dann auch noch so, dem Selfpublishing – wieder ein englisches Wort, juhe – sei Dank.
Ich habe auch wirklich die Erfahrung gemacht – und selbstverständlich stimmt das nicht auf jedes Buch, das einen englischen Titel hat zu –, dass diese Bücher dann auch eher 0-8-15 sind.
Ich will jetzt nicht sagen, man erkennt an einem englischen Titel ein schlechtes Buch, denn das stimmt natürlich nicht, denn ein Buch lebt nicht von seinem Titel alleine. Aber manchmal erkennt man eben doch, dass jemand mit der deutschen Sprache wirklich umgehen kann, wenn das Buch einen Namen trägt, der wie Faust aufs Auge zum Buch passt.
Natürlich gibt es auch deutsche Titel, da kann man nur mit dem Kopf schütteln und manchmal passt ein englischer Titel auch aus irgendwelchen Gründen zum Buch und ist damit völlig okay – aber wenn jemand wirklich mit Worten – deutschen Worten – umgehen kann, wird er auch einen deutschen Titel finden, der einen schon vor dem Lesen vom Buch überzeugen kann.
In gewisser Hinsicht ist das dann also auch eine Werbestrategie, mit der man vielleicht den einen oder anderen Leser mehr anziehen kann – inklusive mir, denn ich sortiere manchmal Bücher allein wegen ihres Titels aus und ich schätze, ich bin da nicht der einzige.
Jules :)

Samstag, 13. Mai 2017

Eisprinz und Herzbube (Elena Losian)

Titel: Eisprinz und Herzbube
Autor: Elena Losian
Verlag: MAIN Verlag
Seitenzahl: 410 Seiten
Beschreibung: Emilios Leben ist das reine Chaos. Er gerät öfters mit seinem Stiefvater aneinander, in der Schule gehen ihm alle auf die Nerven und dann gerät er auch noch mit dem Schulsprecher Nicholas aneinander. Es könnt nicht schlimmer kommen, als ein ungewollter Kuss plötzlich alles verändert.

Meine Meinung:

Ich schleiche jetzt schon echt lange um dieses Buch herum, und jetzt war es einfach an der Zeit, es zu lesen. Ich muss sagen, es hat mir echt gut gefallen.
Ich mag, dass es wirklich Richtung Jugendbuch geht, man kann sich super in die Welt der Charaktere hineinversetzen und wird mit den Problemen konfrontiert, mit denen man sich eben so in seiner Jugend auseinandersetzen muss. Man erkennt die Probleme, die man manchmal mit seinen Eltern hat, in der Schule… wie so die Denkweise und der Alltag aussehen… also, unterm Strich kurz gesagt: die Welt eines Teenagers wird hier wirklich gut umgesetzt und geschildert, echt schön.
Ich mag auch die Liebesgeschichte der beiden Jungs, es gefällt mir, wie sie ein wenig brauchen, bis sie zueinander finden und auch dann noch an ihrer Beziehung oder anfangs Nicht-Beziehung arbeiten müssen, dass es auch wirklich funktioniert. Auf so was wird viel zu selten eingegangen, meistens kommen die Protagonisten einfach zusammen und dann ist Schluss. Hier ist das ein längerer Prozess, der auch gut dargestellt wird, hat mir gefallen.
Es ist auch nicht so viel Drama eingebaut, zugegeben, an mancher Stelle ist es mir ein wenig too much (z.B. kommen darin Intrigen vor, das mag ich einfach überhaupt nicht, aber okay…), doch so im Großen und Ganzen kommt die Geschichte ohne Übertriebenes und ohne Kitsch aus, was mir gut gefällt.
Außerdem gibt es gute Sexszenen.
Aber ich habe trotzdem auch Kritik.
Zum einen die Sache mit den zwei Vätern. Einerseits fand ich das richtig gut, weil es schön umgesetzt wird. Man erkennt an der einen oder anderen Stelle z.B., wie Emilio so ein paar Probleme damit hat, weil es eben auch unter seinen Mitschülern intolerante Arschlöcher gibt… andererseits erkennt man gut, wie auch sein einer Vater eben keine Rechte hat, weil er „nur“ der Lebensgefährt von Emilios richtigen Vater ist… ihr versteht was ich sagen will, oder? Dieses doch sehr komplexe Thema wird eben angeschnitten und das auch auf eine gute Art und Weise.
Aber andererseits nervt es mich auch einfach. Ich hätte vielleicht noch mit den zwei schwulen Vätern leben können, aber irgendwie ist so gefühlt fast jeder in Emilios Umfeld schwul. Ich meine, mich nervt das einfach so unglaublich sehr, weil nicht immer jeder schwul sein muss. Und es ab einem gewissen Häufigkeitsgrad auch einfach absolut unglaubwürdig wirkt. Ich finde das echt nicht gut. Gefühl jeder ist schwul, das ist einfach too much und dadurch absolut unrealistisch. Das mochte ich gar nicht.
Zum anderen hat mir das Ende nicht gefallen. Also, das eigentlich Ende ist schon schön, keine Angst, es gibt auch ein Happy End und alles, aber ich finde, es gibt so einen Punkt, an dem einfach hätte Schluss sein können. Doch statt aufzuhören, schreibt man dann noch einige Kapitel weiter und auf mich wirkt das dann einfach, als wenn man unbedingt noch was dranhängen wollte, es unnötig in die Länge ziehen wollte… keine Ahnung, vielleicht wollte man eine gewisse Seitenzahl füllen oder hatte das Gefühl, noch mehr sagen zu müssen, als nötig gewesen wäre… ich weiß es nicht, aber mir ist das Ende zu lang gezogen, das hätte man abkürzen können.
Auf mich wirkt das Buch echt wie so ein Diamant, der noch geschliffen gehört. Es ist teilweise so perfekt und dann sind da so ein paar Kleinigkeiten, die man einfach noch verbessern kann. Aber ich glaube, das ist auch Jammern auf hohem Niveau, denn unterm Strich hat mir das Buch –wie gesagt – sehr gut gefallen und Elena Losian hat definitiv Potential. Sie muss es nur ausschöpfen.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Klare Rollentrennung beim Sex?! [K]

Hallo!

„Wer von euch ist eigentlich das Mädchen in der Beziehung?“
Ich glaube, jeder von uns hat diesen Satz schon mal gehört. Entweder, weil er einen wirklich an den Kopf geworfen wurde, oder aber, weil er uns irgendwo schon mal begegnet ist. In Filmen, in Büchern, bei Freunden… vielleicht habt ihr diese Frage ja selbst schon gestellt.
Denn nein, auch wenn einige jetzt glauben, so eine Frage kann nur von einem homophoben Spinner kommen, ist es in Wahrheit so, dass sehr viele Leute diese Frage stellen. Nicht nur aus einer bösen Absicht heraus, sondern weil wir Menschen einfach eine extreme Neugier an den Tag legen, wenn es um das Sexleben unserer Mitmenschen geht.
Das Problem ist nur, dass solche Denkansätze, wie sie in dieser Frage stecken, nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun haben, leider aber in vielen Köpfen so fest verankert sind. Ich möchte jetzt keine Grundsatzdiskussion anfangen, aber ich möchte zumindest eine Brücke zur Literatur ziehen. Denn auch da begegnet einen oft diese stupide Denken in schwarz und weiß – und das oft in einem Klischeedenken, dass seinesgleichen sucht.
Jeder, der Gay Romance liest, wird irgendwann einmal auf das klassische Modell treffen. Ein junger, blonder, schlanker Twink als Bottom und ein muskulöser, männlicher, älterer Mann als Top. Nichts daran ist erstmal verkehrt, solche Paare gibt es und manche werden auch tatsächlich ihr Sexleben so gestalten, wie es das Buch suggeriert. Aber manchmal ist da eben auch ein Twink, der aktiv ist, obwohl sein passiver Partner ein Bär von einem Mann ist. Auch das gibt es, nur witziger Weise tut das manche Leser tatsächlich so irritieren, dass sie es dann in der Rezension ankreiden. Ich habe so was schon gesehen und auch so einiges andere. Da wird kritisiert, dass es unrealistisch ist, wenn sich die beiden Männer mit der aktiven Rolle abwechseln, obwohl so was in vielen, vielen Beziehungen völlig normal ist. Es gibt auch Paare, die sehr wenig Analsex haben. Oder gar keinen. Es gibt also nichts, dass nicht realistisch ist.
Ich meine, man muss es als Autor schon realistisch gestalten, das Sexleben seiner Protagonisten. Es darf nicht – wie man so schön sagt – völlig out-of-charater sein. Aber das heißt nicht, dass der eher sanftere in der Beziehung nicht auch mal aktiv sein kann.
Und ja, ich weiß, es gibt Dinge, auf die man selbst nicht so richtig klar kommt. Ich wasche mich da auch gar nicht frei von Sünde. Ich hatte es auch schon mal, dass in einem BDSM-Buch plötzlich der Sub aktiv war und mich das ziemlich irritiert hat. Hauptsächlich, weil das etwas ist, dass ich mir für mich nicht vorstellen kann. Sowas muss ich aber dann in einer Rezension herauslassen oder zwar ansprechen, aber klarstellen, dass das keine Kritik, sondern persönlicher Geschmack ist. Denn auch hier ist es eben so, dass es für manche in einer Session okay ist, wenn der Sub als Top agiert. Irgendwie kann man das sicher einbauen, ohne dass das ganze Machtgefälle verschoben wird. Alles ist möglich und alles ist okay.
Also bitte, kritisiert solche Dinge nicht an Büchern, sondern akzeptiert einfach, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint und dass in der Realität immer alles möglich ist, selbst wenn es nicht in euer Denkschema passt.
Und glaubt nicht, dass alle Stereotypen, die einem in Büchern/Filmen/sonst wo begegnen, immer gleich die einzig mögliche Realität sind. Wir sind doch alle clever genug zu wissen, dass man nie alle Menschen über einen Kamm scheren kann und häufig in einer Person mehr steckt, als man äußerlich zunächst erwartet.
Und das ist doch auch gut, das macht uns doch alle aus und es wäre doch auch langweilig, wenn alles immer gleich offensichtlich wäre. Vor allem wäre es langweilig, wenn es in allen Betten dieser Welt genau gleich ablaufen und jeder genau das gleiche mögen würde.
Also lasst den haarigen Bären passiv und den devoten Sklaven aktiv sein und genießt einfach die Sexszene. Wenn sie gut gemacht ist, ist es nämlich egal, welcher Schwanz wo drin steckt – und vor allem ist es ziemlich irrelevant für den Rest der Geschichte, um den es ja eigentlich geht.
Jules :)