Mittwoch, 19. Oktober 2016

Homosexualität außerhalb des Genres Gay Romance [K]

Heyho!

Diesmal finde ich es ein wenig schwierig, meine Gedanken verständlich auf Papier zu bringen, damit ihr versteht, was ich sagen möchte. Aber ich versuche es natürlich trotzdem:
Ich lese jetzt schon so lange Gay Romance – und ich lese es für mein Leben gerne! -, aber natürlich ist mir bewusst, dass es eine Nischenliteratur ist und wohl bleibt. Klar, es gibt schon sehr viele, die dieses Genre mögen, aber hauptsächlich sind das eben Homosexuelle selbst oder Frauen, die das irgendwie süß oder sexy finden. Aber ein Großteil der Menschheit interessiert sich so gar nicht für dieses Genre und wird das niemals lesen.
Im Prinzip ist das ja auch echt okay, weil ja nicht jeder alles lesen kann und weil Geschmäcker einfach verschieden sind, aber irgendwie ist es dennoch traurig, dass dieses Thema nur in Büchern erscheint, die für Menschen geschaffen werden, die tolerant oder „betroffen“ sind.
Dabei finde ich es so wichtig, dass Homosexualität noch viel mehr in die Gesellschaft integriert wird. Es sollte nicht nur im Gay Romance Genre Krimis geben, deren Protagonist homosexuell ist, sondern es sollte auch in ganz normalen Krimis mal ein Kommissar Männer lieben bzw. eine Kommissarin Frauen. Es wäre so schön, wenn in ganz normalen Büchern Homosexualität stecken würde, ohne auch nur im Ansatz im Mittelpunkt zu stehen, aber so ganz selbstverständlich, wie sie es eben in unserer Gesellschaft sein sollte.
Das kein Hetero-Mann sagt: „Ne, so was les ich doch nicht!“, sondern dass sie einfach einen Thriller kaufen, den sie cool finden, ganz gleichgültig, ob vielleicht irgendein Charakter darin homosexuell ist.
Oder Jugendbücher. Es gibt einige Jugendbücher, die sich mit dem Thema befassen. Aber die befassen sich dann ganz konkret damit. Und dann gibt es welche, in denen vielleicht eine Nebenfigur schwul/lesbisch ist. Aber in den allerwenigsten Fällen ist eine Hauptfigur homosexuell, ohne dass es gleich Thema wird. Dabei würde gerade das die Toleranz doch so viel mehr fördern. Wenn Kinder und Jugendliche schon in Büchern klar gemacht bekommen: so was ist völlig normal und gar nicht der Rede wert.
Homosexualität sollte nicht immer nur im Fokus stehen, aber sie sollte da sein. Damit sie eine größer Zielgruppe anspricht und damit endlich auch der Dümmste einsehen muss, dass es völlig normal ist, als Mann einen Mann und als Frau eine Frau zu lieben.
Übrigens gilt das nicht nur für Bücher. Auch für Filme. Da ist es nämlich dasselbe Spiel.
Wie gesagt, ich sage nicht, dass es keine Bücher mehr geben sollte, in denen das Ganze im Fokus liegt. Gay Romance ist ein ganz wunderbares Genre. Aber es wäre schon, wenn sich alle die, die über glückliche Heteropärchen schreiben, mal überlegen würden, ob es nicht auch völlig legitim wäre, wenn ihr Charakter auf das gleiche Geschlecht steht, während seine eigentliche Hauptaufgabe nicht darin besteht, die große Liebe zu finden, sondern die Welt zu retten.
Ich habe das Gefühl, das ist ein Fortschritt, auf den wir noch lange werden warten müssen. Und das ist so schade. Ich denke nämlich, es könnte etwas bewegen. Vielleicht würde es nicht jeden vor Augen führen, dass Homosexualität nicht so abnormal ist, wie sie denken, aber vielleicht wenigstens ein paar Leuten. Und dann wäre es die Sache ja schon wert.
Jules :)

Kommentare:

  1. Mit diesem Beitrag sprichst Du mir aus der Seele. Ich finde ganz genauso, dass Homosexuelle in Film, Fernsehen, Buch, Musik usw als Hauptpersonen oder Nebencharaktere vertreten sein sollten wie jede andere Gruppierung der Menschen auch. Es ist zwar (noch) selten, aber es gibt schon ein paar Autoren, die das auch jetzt schon umsetzen.
    Maarten S. Snejider, der Haupt-Ermittler von Andreas Grubers Krimiserie (Todesfrist, Todesurteil, Todesmärchen) zum Beispiel ist homosexuell, aber die Tatsache an sich hat mit der Krimihandlung nichts zu tun. Es ist eben eine seiner Eigenschaften und gehört dazu, ohne großen Aufstand darum zu machen.
    Darüber hinaus fällt mir aber leider schon kein anderes Beispiel aus dem Genre Krimi oder Thriller ein, obwohl ich viel davon lese.
    Ich bin überzeugt, dass es die Toleranz und Aufgeschlossenheit insgesamt fördert, wenn man in den Unterhaltungsmedien demonstriert, wie selbstverstandlich Homosexualität ein Teil der Gesellschaft ist. Schön wär's, wenn das einfach öfter passieren würde!

    Liebe Grüße
    Gabi

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  2. Ich habe auch mal gedacht das die Toleranz insgesamt zunimmt und zwar bei allen "anderen" Lebensformen die nicht durch Gesetze verboten sind. Diese Hoffnung beruhte darauf, dass heute jeder seine Bildung durch die moderen Medien ergänzen kann.
    Leider ist das Gegenteil eingetreten. Die die Decke der Zivilisation in letzter Zeit sehr dünn geworden ist und sich über das Internet verbreiten sich Verschwörungstheorien, finden sich Gruppen zusammen die sich in ihrer Verirrung gut ergänzen und meinen das ihre Meinung die einzig richtige ist und vertreten dies auf eine Art und Weise die nicht vertretbar ist.
    Ich fürchte die Menschheit verdummt und lernt nichts mehr dazu.

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