Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die Frage aller Fragen: Dürfen Frauen Gay Romance schreiben? [K]

Hallo ihr Lieben!

Der Anlass dieser Kolumne ist eine Mail, die ich erhalten habe und in der kritisiert wird, dass häufig „Müll“ verkauft wird. „Müll“ deshalb, weil Frauen für Frauen Gay Romance schreiben, ja aber keine Ahnung von der männlichen Gefühlswelt eines Mannes haben und deswegen ein völlig falsches Bild von der schwulen Welt und Liebe darstellen. Soll ich euch sagen, was wirklich Müll ist? Diese Aussage. Ehrlich gesagt habe ich schon lange nicht mehr so ein blödes Gerede gehört. Ich musste ja auch wirklich erst mal lachen. Aber natürlich ist das eine Frage, die schon öfter aufgekommen ist und leider ist dieser Verfasser nicht der einzige, der dieser Meinung ist. Deshalb also nun wirklich die Frage aller Fragen: Dürfen Frauen Gay Romance schreiben?
Für mich ist das keine Frage, denn ja, natürlich dürfen Frauen das! Allgemein ist die Frage schon deshalb lächerlich, weil jeder das Schreiben soll, was er möchte. Es gibt ja nirgendwo ein Gesetz, dass verbietet, dass Frauen sich mit männlichen Gefühlswelten in einem Buch auseinandersetzen. Und ich glaube, so etwas wird es auch nie geben, weil selbst Politikern so ein Gesetz zu affig wäre. Trotzdem wird das Thema aus unerfindlichen Gründen heiß diskutiert.
Um jetzt mal auf die Aussage zurück zu kommen: Frauen schreiben Gay Romance ja nur für andere Frauen. Tatsächlich ist es ja so, dass neben schwulen Männern Frauen die Zielgruppe von Gay Romance sind. Das ist einfach so, vermutlich, weil Frauen zwei Männer, die sich lieben, sehr süß finden. Ein ähnliches Phänomen sind Lesbenpornos. Die sind ja auch nicht rein für Lesben da, sondern die meisten dieser Filmchen werden von Männern angesehen, weil sie es sexy finden, wenn zwei Frauen Sex haben. So ist das eben und daran ist auch gar nichts schlecht oder verwerflich.
Trotzdem ist es Schwachsinn, dass eine Frau sich an ihren PC setzt und sagt: Jetzt schreibe ich Gay Romance für andere Frauen. Das wäre auch ziemlich unlogisch, denn wenn man viel verkaufen möchte, muss man es irgendwie schaffen, dass sein Buch beiden Geschlechtern gefällt und dann sowohl Männer als auch Frauen die Geschichte kaufen. Stellt euch mal vor, was das für Einbußen bei den Einnahmen bringt, wenn nur noch ein Geschlecht das Buch kaufen würde. Mit so einem Ziel geht niemand an sein Buch und wer das denkt, denkt für mich nicht zu Ende.
Ebenso verhält es sich bei männlichen Autoren. Da schreibt doch niemand nur für Männer, die sind doch auch froh, wenn eine Frau das Buch kauft, so lange es überhaupt wer kauft.
Hinzu kommt, dass die meisten Bücher dieses Genres tatsächlich von Frauen geschrieben werden. Würden all diese Frauen keine Geschichten mehr schreiben, sähe das Angebot schon recht mager aus. Das wäre aber vermutlich nur im Sinne meines ominösen Mailverfassers, denn wie wir ja jetzt schon gehört haben: Eine Frau kennt sich in der männlichen Gefühlswelt ja nicht aus.
Auch hierzu kann ich nur sagen: Blödsinn! Zunächst muss man einfach sagen, dass die Kunst des Schreibens darin besteht, auch über Dinge und Gefühle zu schreiben, die man selbst nicht erfahren hat. Ein guter Autor kann sich auch in einen komplett anderen Menschen denken und muss es nicht zwingend selbst erlebt haben. Zumal es auch Schwachsinn ist, dass eine Frau keinerlei Ahnung von männlichen Gefühlen hat. Sie wird ja wohl auch einen Mann oder einen Bruder oder einen Sohn oder männliche (vllt sogar schwule) Bekannte haben… Deren Verhaltens- und Denkweisen kennt sie ja, da sollte sie auch fähig sein, diese auf Papier zu bringen. Und was ist das überhaupt für ein Gelaber, dass jemand nur über etwas schreiben darf, dass er selbst erlebt hat. Um ein Gespräch mit einer Leserin meines Blogs zu zitieren und zusammen zu fassen, dürfte ja dann niemand einen Krimi schreiben, außer er hat selbst gemordert oder ist bei der Polizei angestellt. Kein Journalist dürfte über Nachrichten berichten, die er selbst nicht live miterlebt hat. Niemand dürfte ein Jugendbuch schreiben, wenn er schon erwachsen ist. Eine Frau dürfte ja nicht mal eine heterosexuelle Liebesgeschichte verfassen, weil sie sich ja auch da nicht in einem Mann denken kann, genauso wenig, wie Menschen über Tiere schreiben dürfen. Und Fantasy dürfte es dann gar nicht als Genre geben, denn woher soll man bitte wissen, wie ein Vampir oder Werwolf tickt, wenn man selbst keiner ist?
Seht ihr, wie unsinnig so eine Aussage ist und was so ein Quatsch für Kreise zieht, wenn man es denn mal wortwörtlich nimmt.
Ja, natürlich verstehe ich diese Aussage teilweise. Es gibt weibliche Autorinnen, die viele Klischees oder viel Kitsch einbauen. Und vielleicht ist das nicht immer so gänzlich realistisch. Andererseits wird es aber immer jemanden geben, der das Klischee tatsächlich auslebt und es wird immer jemanden geben, der auch als Mann auf sehr viel Romantik – oder eben Kitsch – steht. Also wieso sollte das ein Bild des schwulen Lebens und Liebens falsch aufzeigen?
Zumal – und das muss man jetzt mal ganz konkret klar stellen – es auch männliche Autoren gibt, die teilweise kitschiger und Klischeebelasteter schreiben, als eine Frau.
Tja und manchmal versteckt sich hinter einem weiblichen Pseudonym sogar ein Mann, ebenso, wie sich manchmal hinter männlichen Pseudonymen Frauen verstecken. Manchmal kann man also gar nicht sagen, von wem das Buch eigentlich stammt und folglich gar keine sinnlosen Rückschlüsse ziehen.
Tja und wie oben schon gesagt, wird dieses Gerne eben von Frauen dominiert und das liegt vielleicht auch einfach daran, dass Frauen eher einen Hang zu Liebesgeschichten haben. Männer sind da oft ein wenig mehr auf der sexuellen Schiene, verfassen lieber eine Erotikgeschichte, während die ganzen zarten Gefühle eher von Frauen geschildert werden. Trotzdem finden sich auch Frauen, die ein Herz für Pornogeschichten haben und Männer, die mal ihre romantische Seite in einem Buch ausleben möchten.
Ich sehe da aber kein Problem drin. Jeder soll doch schreiben, was er möchte, oder um Kooky Rooster aus meinem Interview zu zitieren: „[…] Doch mittlerweile denke ich mir, dass ich auch über die Selbstwertproblematik transsexueller Silberfischchen schreiben dürfte, wenn ich mich dazu berufen fühle. […]“ (Das ganze Interview findet ihr hier.) Tja und damit hat sie auch Recht. Deshalb liebe Autorinnen, macht einfach weiter und lasst euch von solchen dummen Diskussionen nicht die Lust verderben oder verunsichern. Nehmt es euch auch nicht zu Herzen, wenn jemand euch solche Dinge an den Kopf wirft und denkt immer daran: ihr schreibt teilweise so wunderbare Bücher, ohne die dieses Gerne nicht dasselbe wäre und auf die wir einfach nicht verzichten wollen.
Jules :)

Kommentare:

  1. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen. Ich bin nämlich eine dieser pöhsen Frauen, die über schwule Männer schreiben, und zwar sehr gerne und mit Begeisterung. *gg*

    Und mit Sicherheit habe ich schon zu viel Kitsch und Romantik eingebaut, warum auch nicht? Mir kann niemand erzählen, dass sich ein Mann nicht genauso über eine romantische Geste seines Partners freut, wie es eine Frau tun würde.

    So unterschiedlich sind die Geschlechter in der Hinsicht nämlich gar nicht, auch wenn es immer wieder behauptet wird. Besonders von angeblich schwulen Männern, die sich in Mails oder auf Amazon in Reviews über weibliche Gay-Autoren echauffieren.

    Persönlich glaube ich, dass es dem Großteil aller Männer und Frauen schlichtweg egal ist, wer ein Buch schreibt, denn beide Geschlechter lesen schließlich nur das, was ihnen gefällt. Oder würdest du dir einen Krimi kaufen, wenn du mit dem Thema überhaupt nichts am Hut hast? :D

    Klar kann man jetzt ewig und drei Tage über die Qualität von Gay-Romanzen schwadronieren, denn wie überall auf dem Buchmarkt, gibt es da von Müll bis Perlen alles. Andererseits kann man in der Zeit genauso gut ein schönes Buch lesen oder, wie in meinem Fall, weiter an meinem neuesten Roman schreiben. Davon haben meine Leser und ich am Ende nämlich wenigstens was.

    Meine zwei Cent. :D

    Liebe Grüße
    Matty

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    1. Hi!

      Ich gebe dir völlig recht, natürlich mögen auch Männer bis zu einem gewissen Grad Romantik - und manche auch noch darüber hinaus. :D
      Ich finde, das kann man gar nicht geschlechterabhängig sehen, weil das wäre ziemlich unrealistisch.
      Deswegen ist auch die ganze Diskussion völlig sinnfrei - aber das ist sie ja eigentlich eh.

      LG

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  2. Danke, lieber Jules. So sehe ich das auch. Als Autor darf und soll und kann man schreiben, worauf man Lust und woran man Spaß hat, und später hoffentlich auch die Leser. Jeden Geschmack kann man sowieso nicht treffen. Und Klischees und Kitsch gibt es ja nicht nur in Gay Romance-Romanen.
    Liebe Grüße,
    Leann

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    1. Hi!

      Korrekt! Es gibt in jedem Genre gewisse Klischees, die viele mit Freuden ausleben und andere gerne lesen.
      Von daher ist das einfach so und sollte nicht extra noch diskutiert werden. Leute mit solchen Äußerungen verstehe ich einfach nicht.

      LG

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  3. Hallo Jules,
    autsch, da schießt aber mal jemand mit Kanonen auf Spatzen.
    Was für ein Blödsinn, warum sollen Frauen nicht darüber schreiben dürfen, du siehst mich kopfschüttelnd vorm PC sitzen.
    Wenn dem Leser die von Frauen geschriebenen Geschichten nicht gefallen, gilt halt "Don't like, don't read"
    Dich überrascht diese Aussage von mir vielleicht ein wenig, kann ich mir vorstellen, habe ich doch hier in einem Kommentar schon die Frage gestellt, "wie ernst ich von Frauen geschriebene Gay-Romance" nehmen kann".

    Bitte nicht missverstehen, ich lese diese Romanzen sehr gerne, ebenso wie ich auch historische Romane gerne lese bzw. gerne gelesen habe. Immer mit dem Wissen im Hinterkopf, dass es halt "nur" Fiktion ist.
    Ich habe jedoch in beiden Fällen den Protagonisten gegenüber ein gewisses Misstrauen, das ich nicht abstellen kann. Ich fragte mich halt immer wie wirklichkeitsgetreu sie dargestellt werden.
    Eben wie ernst nehme ich eine Geschichte. Ich kann von einem Roman, der im späten Mittelalter spielt und eine Frau als Hauptperson hat, nicht erwarten mir ein authentisches Bild des Lebens in der Zeit zu liefern, da fehlt uns einfach das Gefühl für die Zeit. Ähnlich werde ich eben meine Zweifel nicht los, wenn ich mich frage in wie weit man sich ins andere Geschlecht einfühlen kann ...
    Ein Roman ist halt kein Sachbuch.
    Eine gute Autorin, ein guter Autor wird mich aber durch sein Gesamtkonzept der Geschichte immer mitreißen und mitfühlen lassen. Und das bedeutet für mich zum Beispiel, das man Klischeefiguren sehr gezielt einsetzen sollte.


    Im Nachhinein ist mir im Übrigen klargeworden, dass es auch in Hetero-Romanen die von Frauen geschrieben werden, jede Menge von diesen nervigen Frauenfiguren gibt.
    Klischees halt. Nur fallen die mir in den Gay-Romance wesentlich negativer auf, als im Het-Bereich.

    Also ganz klar ich liebe Gay-Geschichten, die von Frauen geschrieben werden.
    Ich habe bisher auch keine Erfahrung mit Gay-Romanzen gesammelt, die von Männern geschrieben worden sind. Letzteres gilt auch für Hetero-Romanzen.
    LG
    Allerleihrau

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    1. Hi!

      Richtig, das gilt doch auch allgemein. Wenn ich was blöd finde, lese ich es halt nicht. Aber da draußen gibt es eben genug saublöde Idioten, die alles lesen und dann alles kritisieren. (Schon gesehehn: Man las Gay Romance und beschwerte sich, dass darin Schwule vorkamen.)

      Ich gebe dir recht, man kann vielleicht nicht wissen, wie realsitisch es ist, wenn es niemand "Betroffenes" geschrieben hat. Aber ich finde die Frage, wie du, nicht wichtig, wenn es gut gemacht ist.

      Und wie du sagst, es ist ein Roman und kein Sachbuch. Hier soll nichts zu 100% korrekt dargestellt werden - sondern einfach Spaß machen.
      Davon ab, dass - wie oben gesagt - es immer jemanden gibt, der genau dieses Klischee tatsächlich wirklich vertritt und es schon allein deshalb nicht unrealistisch sein kann - auch wenn es mal nicht auf die breite Masse zutrifft.

      Nicht nur das, im Heterobereich gibt es auch sehr viele Klischees über Machomänner und Heulsusenfrauen, etc.
      Ich glaube, kein Genre ist davon frei.

      Ich glaube, es gibt auch nicht sooo viele Männer, die wirklich Gay Romance schreiben. Wenn, dann ist das wirklich eher die Erotikschiene.
      Also ich würde mal sagen, gäbe es keine Frauen, gäbe es das Gerne so gut wie gar nicht - worüber regen sich die Leute dann überhaupt auf?
      Wenn es heißt, entweder Frauen-Gay-Romance oder gar kein Gay Romance, dann lieber das von Frauen geschriebene, oder nicht? :D

      LG

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  4. Lesbenpornos zum Vergleich sind ein gaaaaanz schlechtes Beispiel ... die waren noch nie für Lesben gedacht. Also jedenfalls nicht die Filmchen, die man gemeinhin darunter versteht. Das ist eine reine Hetero-Männerfantasie, noch nie einen gesehen? Und für mich ist das auch bei Gay-Romance so, die sind nicht für Schwule (dürfen/können/sollen sie natürlich gerne lesen), sondern für Hetero-Mädels ... eben weil die Kerle 'sehr süß' sind und Frau dann gleich zwei Typen hat, die sie anschmachten kann. Das ist wie bei den Shonen-Ai-Mangas. Aber zwischen Gay-Romance und 'echter' Schwuler Literatur liegen teilweise Welten (und wenn es nur Schwanzlängen sind *zwinker*). Das ändert natürlich so gar nichts an der Frage, ob Frauen Gay Romance schreiben dürfen oder nicht. Klar dürfen sie das, ohne sie würde es das Genre immerhin in der Form so gar nicht geben ... aber es ist und bleibt eben auch voranging ein Genre VON Frauen FÜR Frauen. Und wie ebenfalls schon erwähnt: Besser Gay Romance von Frauen als gar keine Gay Romance! Für mich ist das aber nichts ...

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    1. Ich finde nicht, dass man hier pauschalisieren sollte. Es gibt durchaus auch Gay Romance, die nicht übertrieben süß/kitschig/widerlich dargestellt ist, sondern sehr ernst oder auch einfach realistisch ist.
      Und selbstverständlich lesen nicht nur Mädchen dieses Genre.
      Ich finde, man muss da wirklich durchwühlen und unter all dem Zucker kann man dann auch Schätze finden, die es wirklich nicht verdienen, hier als "Weiberkram" abgestempelt zu werden.

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    2. Ich habe hier nie pauschalisiert und würde etwas auch nie als "Weiberkram" bezeichnen, also das bitte so nicht verstehen. Dadurch würden Frauen herabgewürdigt werden und das passiert schon viel zu oft! Und ganz sicher gibt es auch gutes und entzuckerstes Zeug in der Gay Romance, dass (wie jedes andere Genre auch) über die Grenzen der eigenen Zielgruppe hinweg gelesen wird. Bei Gay Romance ist die Zielgruppe aber nun mal ziemlich offensichtlich hauptsächlich weiblich und wird auch ziemlich offensichtlich hauptsächlich von Frauen (und da helfen auch keine uneindeutigen Pseudonyme) geschrieben. Und ich wiederhole mich wenn ich schreibe: Das ist völlig in Ordnung so! Frauen dürfen und sollen alles schreiben: Sci-Fi, Fantasy, Krimis, Thriller etc. Und Männer auch Kinderbücher, Liebesromane, Gay Romance etc. Eigentlich ist es total bekloppt, darüber noch Diskussionen zu führen ... ;-)

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  5. Natürlich dürfen alle schreiben, was sie wollen - so eine Aussage geht, vorsichtig ausgedrückt, gar nicht. Es hat mich (als Mann) bei meiner ersten näheren Erforschung des Themas nur überrascht, dass fast alle diese Geschichten von Frauen geschrieben werden. Der Vergleich mit Lesbenshows/-pornos, für die sich fast nur Männer interessieren, ist schon nachvollziehbar. Hetero-Männer werden sich nur bedingt für solche Geschichten interessieren (oder überhaupt für Liebesgeschichten), heterosexuelle Frauen zahlenmäßig wohl eher mehr.

    Weil dieser Bereich stark weiblich besetzt ist, kann ich mir schon vorstellen, dass so manche Männer ein weibliches Pseudonym verwenden bzw. das einmal probiert haben. Ich habe es einmal bei einer Hetero-Liebesgeschichte - hat nicht funktioniert, also lasse ich es in Zukunft eher.

    Bei meinen eigenen Geschichten gefällt mir der Begriff "prickelnde Homoerotik", ich verwende aber auch den etablierten Ausdruck "Gay Romance". Wenn ich mir die Klappentexte so anschaue, spricht mich vieles davon nicht wirklich an, aber bei einigen Geschichten lockt mich schon das Lesen. Privat kenne ich beide Seiten - ich habe eine Frau kennengelernt, die sich für Männer interessiert, die sich für Männer interessieren. Sie liest auch gerne schwule Geschichten.

    Sogar wenn es bei diesen fast nur um Sex geht, schaffen das manche Leute mit einem gewissen Anspruch. Diese scheinen aber wirklich eher von Männern geschrieben zu sein. Und "echte" schwule Literatur wäre halt solche, die auf übermäßigen Kitsch, Klischees und bedingungslose Happy Ends verzichtet, aber sonst auch nicht anders ist. Ganz schwierig auf dem Markt zu etablieren wäre dann (Mann-Mann-Frau) bisexuelle, wo nicht nur ein Hetero-Mann was probieren will oder ein Coming out erlebt. Aber es gibt sie.

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  6. passend zu Deinem Artikel bin ich über folgendes Zitat gestolpert *g* - scheinbar gab es schon früher "ähnliche" Diskussionen...

    Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über Schnitzel zu schreiben.
    Maxim Gorki (1868-1936)

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