Samstag, 8. Oktober 2016

Die Blechdose (Kim Fielding)

Hey ihr!

Heute möchte ich euch ein sehr berührendes Buch vorstellen. Es nennt sich "Die Blechdose", stammt von Kim Fielding und erschien bei Dreamspinner Press. Auf 229 Seiten geht es um William, der als Hausmeister in einer ehemaligen psychiatrischen Anstalt zum einen zu sich selbst und zum anderen zu seiner große Liebe findet.


Beschreibung:

Um in Ruhe an seiner Dissertation arbeiten zu können, und auch, um die Scheidung von seiner Frau zu verarbeiten, nimmt William einen Job als Hausmeister in einer alten Psychiatrie an.
Dort angekommen, lernt er schnell Colby kennen. Dieser arbeitet im Lebensmittelgeschäft der kleinen Stadt und nimmt es sich zur Aufgabe, William in das schwule Leben einzuführen.
Als William eine Blechdose findet, in der alte Briefe eines früheren Insassen versteckt sind, gelingt es William, nach und nach zu sich selbst zu finden und zu erkennen, was er wirklich will.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich wirklich fertig gemacht, weil es einfach unter die Haut geht. Zu lesen, was mit Bill - dem Verfasser der Briefe - geschehen ist, ist wirklich nur schwer zu ertragen, einfach weil es wirklich großartig dargestellt wird. Die Briefe sind sehr authentisch und beschreiben ein Schicksal, dass tatsächlich damals nichts ungewöhnliches war. Sie zeigen eine Grausamkeit, von der einem wirklich schlecht wird und das war auch der Grund, warum ich öfter eine Pause einlegen musste, weil mir das Buch einfach zu nahe ging. Es ist einfach erschreckend, so etwas zu lesen, aber natürlich macht es das Buch auch einfach großartig. Solche Gefühle hervorzurufen, muss man als Auror erstmal hinbekommen, wenn dazu muss man die Sache eben in aller Schrecklichkeit darstellen und das auf eine sehr einfühlsame Weise.
Das Buch beinhaltet aber auch eine zarte Liebesgeschichte, die mir sehr zusagt. William hat jahrelang sein Schwulsein verleugnen müssen und muss jetzt erstmal damit klarkommen, es ausleben zu können. Das wird wirklich gut dargestellt und ich finde auch, dass super rüber kommt, wie Colby und Bills Briefe Will helfen, jetzt zu sich selbst zu stehen und sein neues Leben zu genießen.
Die Beziehung zwischen Will und Colby entwickelt sich langsam, nachvollziehbar und einfach schön. Es gibt ein paar Missverständnisse, die jedoch gut umgesetzt sind und deshalb nicht einfach nur irgendwelche Muster typischer Gay Romance erfüllen.
Auch gibt es Sexszenen, die wirlich gut gemacht sind.
Ich finde auch schön, dass in dem Buch rüber kommt, dass jetzt, nach so langer Zeit, jemand an Bill denkt und seine Geschichte erzählen möchte, so dass er nicht in Vergessenheit gerät. Ich hätte gerne noch sehr viel mehr von Bills Geschichte gelsen, aber das ist keine Kritik - so, wie es in dem Buch dargestellt ist, ist es meiner Meinung nach genau richtig.

Zielgruppe:

Ich sage euch, das Buch ist nichts für schwache Nerven, weil es einen einfach so tief berührt und irgendwie auch verstört. Ich musste sehr oft weinen und ab und an konnte ich auch gar nicht weiterlesen, sondern musste erstmal schwer schlucken und das Gelesene verdauen. Aber so traurig es auch ist, so toll ist es gemacht und mir gefällt auch die Liebesgeschichte in dem Buch. Deshalb kriegt es auch eine klare Leseempfehlung von mir.

Was für ein Buch! Ich bin echt sprachlos.
Jules :)

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