Samstag, 15. Oktober 2016

Alter ist kein Makel (France Carol)

Hi!

Ich will euch heute die Anthologie von France Carol mit dem Namen "Alter ist kein Makel" vorstellen. Diese umfasst 3 Geschichten, rund um das Thema: Liebe ab 50.
Sie wird frei publiziert und umfasst 141 Seiten.


Beschreibung:

Jetzt erst recht:
Karsten feiert 50 Geburtstag und möchte am liebsten flüchten. Glücklicherweise gewinnt er bei einem Rätsel eine Reise und kann so der Party seiner Freunde entgehen. Doch die Reise entpuppt sich als Flopp, das einzig gute daran ist ein Mann, der Karsten schon auf dem Flug schöne Augen macht.


Fünfzig ist nur eine Zahl:
Holger und Bernhard sind Nachbarn, aber keine friedlichen. Stattdessen führen sie einen Nachbarschaftsstreit, weil Bernhard so gar nicht in die Vorstellung von Holger passen möchte. Irgendwann eskaliert dieser Streit dann, allerdings in etwas anderer Form, als erwartet.

Vielleicht alt, aber... noch lange nicht tot:
Horst feiert 50. Geburtstag und seine Freunde wollen ihn wieder einmal verkuppeln. Dafür zerren sie ihn in einen Club, in dem eine Verlosung stattfindet, bei der natürlich Horst gewinnt. Mit drei anderen Männern darf er ein Wochenende in einem Hotel verbringen - allerdings nicht gänzlich in Ruhe, denn die anderen Drei sollen dafür sorgen, dass dieser Aufenthalt unvergesslich wird.

Meine Meinung:

Jetzt erst recht:
Geschichte ist nicht schlecht, aber auch kein Brüller. Ich finde, es ist vielleicht ein bisschen konstruiert. Dass er den Kerl eben schon im Flugzeug trifft, dann wieder im Hotel, dass sie sich annähern und der sich als Ex vom Ex entpuppt... das sind mir einfach zu viele Zufälle, die auch gar nicht nötig gewesen wären, weil die Geschichte auch ohne diese ganzen Zufälle funktioniert hätte.
Vom Stil ist sie gut, flüssig und anschaulich. Es gibt auch eine gute Sexszene. Aber naja... nicht der Brüller.

50 ist nur eine Zahl:
Diese Geschichte mochte ich mehr, als die erste, auch weil sie für mich realistisch gestaltet ist. Ich finde sie auch ziemlich witzig, weil diese Streitigkeiten eben einfach einen gewissen Humor beinhalten, der mir zusagt. Außerdem geht es hier nicht so schnell und sie müssen sich wirklich erst annähern und sich ihrer Liebe sozusagen bewusst werden. Gerade Holger ist daj a viel zu stur zunächst.
Ich finde auch schön, dass man erkennt, wie Bernhard Holger so aus seinem tristen Alltag reißt und zeigt, dass er vom Leben noch was erwarten kann. Also von daher, super gemacht.

Vielleicht alt, aber... noch lange nicht tot:
Auch hier ist wieder ein ziemlich großer Zufall inbegriffen, der auch irgendwie ein wenig vorhersehbar war. Ich mag das immer nicht so, obwohl ich es hier nicht so schlimm fand, wie in der ersten Geschichte.
Der Gewinn des Wochenendes ist vielleicht etwas kosntruiert, aber irgendwie ist die Idee auch ziemlich cool. Und ich mag auch, wie sie letztlich umgesetzt wurde. Teilweise auch ein bisschen witzig und man hätte da auch noch viel mehr draus machen können.
Aber für die Kürze wirlich okay.

Allgemein will ich noch kurz was zu den drei Geschichten sagen. Mir ist aufgefallen, dass eigentlich alle Geschichten nach dem gleichen Schema ablaufen: Erst Sex, dann Liebe. Das würde mich noch nicht mal sonderlich stören, würden die Männer mir nicht zu sehr mit dem Schwanz denken. Klar denkt man als Mann mit dem Schwanz, aber wenn man etwas absolut nicht will, kann man schon auch mal den Kopf sich durchsetzen lassen.
Auch ein Schema aller drei Geschichten: Die Protas sind unzufrieden mit ihrem Alter und müssen sich vom Partner bekehren lassen. Natürlich ist das ein Stück weit das Thema, man will ja zeigen, dass Alter eben doch kein Makle ist - ich bin aber der Meinung, man hätte das noch in anderer Konstruktion zeigen können.

Zielgruppe:

Ich persönlich finde es wichtig, dass es auch Bücher gibt, in denen die Charaktere nicht mehr alle jung und perfekt sind, sondern eben schon älter und auch vom Alter gezeichnet. Das macht die Geschichte irgendwie besonders und hebt sie auch vom restlichen Gay Romance ein wenig ab.
Wenn euch sowas ähnlich zusagt, wie mir, solltet ihr sie lesen.

Ihr ahnt ja gar nicht, wie anstrengend es ist, Anthologien zu rezensieren. Ich hasse es einfach nur, jede Geschichte kurz zu beschreiben und zu kritisieren. Man hat das Gefühl, der Post wird endlos und dabei sagt man noch nicht mal sonderlich viel zu den einzelnen Punkten.
Jules :)

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