Samstag, 10. September 2016

Oh boy: Sweet as candy (Kay Monroe)

Hi!

"Oh boy: Sweet as candy" ist das Buch, um das es mir heute geht. Es stammt von Kay Monroe, umfasst 228 Seiten und wird frei publiziert. Handeln tut es von Torey, der sich in den Gaststudenten Mackenzie verliebt.


Beschreibung:

Torey ist wenig begeistert davon, dass der hochbegabte Sohn der besten Freundin seiner Mutter ein paar Monate bei ihnen leben soll, um dort als Gaststudent an ihre Uni zu gehen. Vor allem nicht, weil Mackenzie mit gerade mal 17 Jahren für Torey noch ein Baby ist.
Doch kaum erscheint Mackenzie auf der Bildfläche, spielen Toreys Hormone völlig verrückt.

Meine Meinung:

Ja nun... also... ich hätte es wohl einfach besser wissen müssen. Der Titel impliziert es ja schon und es ist tatsächlich so, dass dieses Buch genaus kitschig zuckrig ist, wie eben der Titel. Nein, eigentlich sogar noch schlimmer.
Also ja, ich weiß, manche von euch lieben solche Geschichten ja total, aber ihr wisst, ich hasse es. Und dieses Buch ist einfach extrem kitschig. Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem so viele Liebeserklärungen, Schmeicheleien und Anbetungen ausgetauscht worden sind, wie hier. Wahnsinn. Das ist schon wirklich bemerkenswert.
Für mich ist das einfach zu viel, vor allem, weil ganz davon ab, dass die Protagonisten sich gegenseitig dermaßen anhimmeln, das ganze Buch auch noch so aufgebaut ist, dass die zwei Jungs förmlich gehypt werden. Torey ist natürlich der Mädchenmagnet schlecht hin und dann taucht Mackenzie auf und dieser ist dann sofort Mittelpunkt der ganzen Uni. Das ist mir einfach viel zu übertrieben und ich verstehe den Sinn dahinter auch einfach nicht. Warum stellt man etwas so dermaßen unrealistisch dar?
Auch unrealistisch finde ich allgemein die Liebesbeziehung: Torey ist genau so lange hetero, bis er Mackenzie sieht und dann ist es Liebe auf den ersten Blick.  Ich meine, von mir aus, aber irgendwie geht es mir einfach so schnell. Obwohl man es irgendwie so darstellen will, als würde er jetzt mit seiner Sexualität straucheln - das ist sogar ganz gut in dem Buch dargestellt -, tut er auf der anderen Seite halt schon in Gedanken Dinge mit Mackenzie, die irgendwie zeigen: Er ist verknallt und weiß es eigentlich auch selbst.
Schön finde ich, dass man die Geschichte aus beiden Perspektiven mitbekommt, weil abwechselnd Torey und Mackenzie erzählen. So bekommt man einfach mehr von der Geschichte mit, weil man von beiden die Gedanken kennt.
Ich muss auch sagen, bis sie zusammen kommen, vergeht einige Zeit und das mag ich eigentlich ganz sehr. Es ist zwar Liebe auf den ersten Blick, braucht aber doch eine Weile, ehe sie zueinander finden - sowas bringt Spannung in die Geschichte und ist schon wesentlich realistischer. Man lässt sogar ein wenig Intrigen und Drama einfließen. Da kann man wirklich nichts dagegen sagen.
Der Stil ist ganz okay, sehr flüssig und ohne Fehler. Man kann sich auch gut in die Geschichte fallen lassen. Ab und zu wird mal etwas unwichtiges etwas zu sehr ausgeführt, aber das ist nicht dramatisch.
Was mich immer wieder aufs neue bei Büchern stört: Wenn die Mädels allesamt als dumme gackender Hühner dargestellt werden.  Hier war das auch wieder so und ich verstehe es einfach nicht. Es gibt auch normale Mädchen, mit denen schwule Kerle klar kommen. Als schwuler Mann empfindet man nicht jede Frau als scheiße und pentrant und hysterisch. Meine Güte.

Zielgruppe:

Das ist wieder so ein Buch, da tut es mir echt leid, dass die Rezension so mies ausfällt, aber das ist eben meine Meinung. Nur, wem soll ich es jetzt empfehlen? Vielleicht mögt ihr ja so zuckrige Geschichten? Dann ist das Buch ganz sicher etwas für euch. Ein wenig erinnert es mich auch an Fanfictions. Wenn ihr das mögt, dann schaut mal rein.

Ja, nun... eher nichts für mich, ich glaube, ich werde künftig wohl noch etwas vorsichtiger sein müssen, bei der Auswahl. Ich vermeide ja auch gerne solche schlechten Rezis.
Jules :)

Kommentare:

  1. Bei dem Titel, dem Cover und dem Inhalt habe ich das was Du beschreibst schon befürchtet.

    Die Darstellung von weiblichen Figuren in Gay-Romance geht mir auch oft gegen den Strich, ursprünglicgh dachte ich ja das ist so was typisch Fanfiktion-Mäßiges und mit zuviel Teenie-Hormonen zu erklären. Leider neigen aber auch erwachsene Autorinnen dazu andere Frauen in ihren Stories extrem mies darzustellen.
    Ist glaub ich was typisch weibliches, bin ja selbst nicht völlig frei davon :-) )
    Und wieder mal die Frage wie ernst man Gay-Romances nehmen sollte, die von Het-Frauen geschrieben werden

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    1. Ich bin wirklich absolut nicht der Meinung, dass man Gay Romance nicht ernst nehmen kann, nur weil es eine Frau geschrieben hat. Es gibt sehr viele äußert fähige weibliche Autoren in diesem Genre und es gibt so ein paar Männer, die so eine Scheiße schreiben, die voller Klischees ist, dass ich der Meinung bin, dass selbst eine 174jährige pubertierende Fanfcitionautorin noch etwas schreiben könnte, das man ernster nehmen kann.

      Vielleicht ist es aber wirklich, wie du sagst und Frauen neigen dazu, andere Frauen schlecht dastehen zu lassen. Vielleicht ist es auch einfach, weil man damit stilistisch unterstreichen möchte, dass der Prota nur einen Mann nehmen kann, weil die Frauen einfach nicht zu ihm passen...
      Egal was es ist, es nervt und man kann es auch einfach lassen - glücklicherweise gibt es aber auch genug, die Frauen einfach ganz normal darstellen, unabhängig davon, welches Geschlecht sie selbst haben.

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