Mittwoch, 14. September 2016

Ein grausames Erwachen (S. M. Berger) [Q]

Hey!

Heute geht es um die Kurzgeschichte "Ein grausames Erwachen" von S. M. Berger. Das Werk wird frei publiziert und beinhaltet 33 Seiten. Handeln tut sie von Dan und Erik, die ihre Beziehung mit BDSM neu aufleben lassen.


Beschreibung:

Dan und Erik führen eigentlich eine gute Beziehung, allerdings ist Dan nicht völlig glücklich. Seit einiger Zeit schon hat er seine Leidenschaft für BDSM entdeckt und möchte seinen Parnter nun in diese Welt mitnehmen. Erik ist davon nicht wirklich begeistert, gibt dem Ganzen aber eine Chance. Leider beginnen die Dinge bald aus dem Ruder zu laufen.

Meine Meinung:

Auch dieses ist wieder ein Buch, dass ich sehr schwer zu bewerten finde. Vielleicht auch, weil ich es nicht wirklich einordnen kann. Es ist keine wirkliche Erotikgeschichte, weil es ja auch vorrangig darum geht, wie ihre Beziehung außer Kontrolle gerät - aber viel mehr ist es dann auch wieder nicht. Ich versuch mal, meine Meinung in Worte zu fassen.
Zunächst finde ich es schön, wie dargestellt wird, dass Dan sich eben von Erik Offenheit gegenüber BDSM erhofft und versucht, diesen heranzuführen. Es ist immer schwierig, wenn in einer Beziehung so etwas passiert, aber ich mag es, wie gezeigt wird, dass man jemanden schon an das heranführen kann, auch wenn dieser erst gar nicht begeistert ist. Ein Kompormiss findet sich immer.
Leider werden die Sexszenen dann nicht richtig ausführlich dargestellt. Eigentlich kaum. Irgendwie schade, was spricht dagegen, erstmal eine gute BDSM-Szene einzubauen, wenn es schon darum geht. Folglich ist das ja auch nicht wirklich eine Erotikgeschichte, weil dafür bräuchte die Geschichte ja auch eine wirkliche, ausführliche Sexszene. Nun gut.
Danach wird geschildert, wie das ganze aus dem Ruder läuft. Hier ist wichtig, dass man erkennt, wo jetzt das Problem liegt, das wird auch gut gelöst. Z.B. wird das Safeword übergangen. Man sollte auch als Laie also erkennen, was jetzt normaler BDSM ist und was Misshandlung. ABER - und ich schreibe es extra groß, weil ich das ein wenig schwierig finde -, teilweise werden Dinge auch als normal hingestellt, die eher sehr extreme BDSM-Beziehungen beschreiben. Es ist z.B. eher selten der Fall, dass der Sub richtig als Sklave gehalten wird und dafür sein ganzes Leben aufgibt. Das gibt es, aber doch nicht in einem sehr großen Teil dieser Beziehungen. Ein bisschen irritierend finde ich das.
Und ich finde es ein bisschen unlogisch. Okay, Erik benutzt sein Safeword und Dan übergeht es. Das läuft falsch. Dann gehen sie zusammen in den Club und Erik wird gegen seinen Willen zu ziemlich krassem Zeug gezwungen. Und dann sagt man mir, dass niemanden auffällt, dass er das nicht will? Tut mir leid, aber dadurch wird die ganze Szene schlecht gemacht. Normalerweise sollte auffallen, wenn ein Sub das gar nicht will und dann wird auch jemand einschreiten. Also entweder ist dieser Club, in den die Protagonisten gehen, ein Heim für lauter perverse Psychos, oder aber es wird zu Gunsten der Geschichte völlig unrealistisch dargestellt. Das regt mich aber einfach auf. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Misshandlung und BDSM völlig und das finde ich echt scheiße.

Zielgruppe:

Lest es bitte nur, wenn ihr euch mit BDSM auskennt, weil sonst bekommt ihr am Ende nur einen völlig falschen Eindruck. Ansonsten ist es schon schockierend, also mir war schlecht, als ich es gelesen habe. Und das, obwohl es ja nicht wirklich groß ausgeführt wird.

Ich reg mich jetzt nicht auf. Ich frage mich nur, wie man etwas so schräg darstellen kann, wenn man doch offenbar selbst einen Faible für BDSM hat.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hallo Jules, also eher eine Geschichte die die Welt nicht braucht oder?
    Jedenfalls nichts was ich Weichherz lesen wollen würde.
    Das ist so was wo ich denke, dass hier mal ein Nachwort angebracht gewesen wäre, frei nach dem Motto: Was der Autor damit aussagen wollte?
    Vielleicht : Vorsicht so was kann auch ins Auge gehen ?
    Es Grüßt Allerleihrau

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    1. Hey,
      nein, wirklich brauchen tut man es nicht, finde ich. Also, mir hat es jetzt nichts gegeben.
      Ich schätze, vielleicht will man damit wirklich sagen: Hey, seid vorsichtig mit dem, was ihr tut, aber ganz ehrlich: Wirklich realistisch finde ich das jetzt nicht. Wenn man seinem Partner wirklich vertraut, dann tut man das ja nicht grundlos und dann verwandelt der sich nicht plötztlich zu einem Schwerverbrecher. Und wenn doch, dann hat man wohl schon bei der Partnerwahl was falsch gemacht und nicht erst bei der Wahl der Sexpraktik...
      Liebe Grüße! :)

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