Freitag, 19. August 2016

Gastbeitrag: Pferde in Casto (Xenia Melzer)

Hallo!

Heute folgt der 3. Artikel zu "Casto - Gefährte des Feuers". 

Pferde in Casto
Jeder, der Casto liest, wird sehr schnell feststellen, dass Pferde eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen. Die beiden Hauptgründe dafür sind, dass ich der Meinung bin, eine Fantasy-Geschichte ohne Pferde ist keine richtige Fantasy (ich bin in dieser Hinsicht vorbelastet, also bitte vergeben Sie mir) und, dass ich Pferde einfach liebe. Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu reiten und noch nie daran gedacht aufzuhören. Zu meinem großen Glück habe ich Eltern, die meine Vernarrtheit teilen (wenn man es genau bedenkt, sind sie sogar dafür verantwortlich) und einige meiner liebsten Kindheitserinnerungen drehen sich um Tage, die ich mit meiner Familie und den Pferden verbracht habe.
Wie viele kleine Mädchen war ich verrückt nach allem, was mit Pferden zu tun hat. Ich wuchs mit den Geschichten von Fury, Black Beauty und diversen anderen auf. Ich las alles über Pferde, was ich in die Hände bekommen konnte. Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley hatten ein wunderschönes Pferd auf dem Cover. Aus diesem Grund habe ich das Buch gekauft. Zum Glück hat die Geschichte selbst den Mangel an Pferden, die mehr waren als ein Transportmittel, wettgemacht. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mir angewöhnt, zuerst den Klappentext von Büchern zu lesen.
Casto als Figur ist ein Einzelgänger, einer, der nicht leicht Vertrauen fasst und gut darin ist, auf sich selbst aufzupassen. Um ihm einen soliden Freund zur Seite zu stellen (niemand kann alleine gegen die ganze Welt bestehen und dabei nicht verrückt werden), habe ich Lysistratos erfunden, einen schwarzen Hengst, der den Sturm kontrollieren und im Wettrennen besiegen kann. Es scheint so eine Art Gesetz zu sein, dass außergewöhnliche Pferde oft vollkommen schwarz oder weiß sind. Im Fall von Lys habe ich mich für schwarz entschieden, weil er auch ein Dämon des Chaos ist und die Nacht seine natürliche Umgebung darstellt. Jeder, der selbst reitet, weiß, dass schwarze Pferde in der Pflege ungeheuer aufwändig sind. Sie sind wie Staubmagneten und wegen der dunklen Fellfarbe sieht man das auch immer! Im wahren Leben sind sie nie so sauber, wie das Fernsehen es uns glauben machen will. Es sei denn, ihre Reiter stehen zwei Stunden vor dem eigentlichen Ritt auf und waschen sie. Und selbst wenn sie das tun, müssen die Pferde sich nur einmal hinlegen und alles fängt von vorne an. (Das Fernsehen belügt uns in diesem Punkt die ganze Zeit.)
Lys ist ein ausgleichendes Element in der Geschichte. Er bietet Casto seine Unterstützung und seinen Rat, aber meistens ist er einfach nur da, eine starke Präsenz als Gegengewicht zu dem, was Casto mit Renaldo erlebt.
Als eigene Figur entwickelt Lys sich langsam. Seine Geheimnisse werden nur schrittweise enthüllt und nicht einmal Casto kennt sie alle. (Vor allem nicht, wie Lys es schafft, immer sauber zu bleiben …). Seine Handlungen sind manchmal schwer zu verstehen und wenn es darum geht, ihn kennenzulernen, befindet der Leser sich auf einer Stufe mit Renaldo, der mehr als einmal von Lys Reaktionen überrascht wird.
Natürlich haben die beiden Halbgötter ebenfalls ungewöhnliche Pferde. Geist und Dämon sind Brüder, genau wie Renaldo und Canubis. Ihre Rolle ist nicht so wichtig wie die von Lys, aber wie er sind sie ein roter Faden in der Serie.
Dann gibt es noch Rajan, Darans Pferd. Er ist ein Wallach, den Aegid und Kalad nach ihrem ersten Treffen in Kwarl gekauft haben. Ich habe Rajan nach dem Vorbild eines Pferdes geschaffen, das Teil meiner Familie war, ein sanfter, großmütiger Wallach, der uns Kinder das Reiten gelehrt hat und uns durch viele Abenteuer trug. Dank ihm haben wir Selbstbewusstsein und Vertrauen gelernt, etwas, das auch Rajan Daran vermittelt. Die Reitstunden, die Daran bei Casto nehmen muss, waren für mich eine gute Möglichkeit, Casto mit jemand anderem außer Renaldo zu verbinden. Die Beziehung zwischen Casto und Daran wächst langsam wegen Castos Misstrauen, Darans Verliebtheit in seine Gebieter und ihrer gegensätzlichen Charaktere, aber sie nähern sich immer mehr an, ohne dass es ihnen bewusst ist.
Lord Wolfstans Stute ist im ersten Buch noch namenlos und eine Kulmination aller verrückten Pferde, denen ich im Laufe der Jahre begegnet bin. Natürlich ist es praktisch nie die Schuld des Pferdes, wenn es nicht leicht zu handhaben ist, aber das macht es auch nicht weniger gefährlich. Ich verstehe auch, dass Pferde, die für den Sport gezüchtet werden, ein gewisses Temperament brauchen, obwohl ich nicht erkennen kann, warum sie so nervös sein müssen, dass es praktisch unmöglich ist, normal mit ihnen umzugehen. Casto mag die wilde Stute, weil sie ihm sehr ähnlich ist, auch wenn er selbst der Letzte ist, der das zugeben würde. Die beiden haben eine gute Dynamik und ich genieße die kleinen Episoden, die Casto mit ihr erlebt.

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