Donnerstag, 28. Juli 2016

Grenzen: Love in Germany 1 (Chris McHart) [E] [Q]

Hey!

Heute habe ich wieder eine Rezension zu einer Kurzgeschichte. Und zwar handelt es sich dabei um den ersten Teil von Chris McHarts "Love in Germany"-Serie. Die Geschichte nennt sich "Grenzen", umfasst 85 Seiten und erschien bei MLR Press.
Handeln tut sie von Ryan, der bei einer Geschäftsreise nach Deutschland Julian kennenlernt.
Das Buch ist wie gesagt Teil 1, eine Rezension zu Teil 2 gibt es übermogen. Morgen habe ich für euch ein Interview mit der Autorin vorbereitet.


Beschreibung:

Bei einer Geschäftsreise lernt Ryan auf dem Nürnberger Weihnachtsmarkt Julian kennen und verbringt eine heiße Nacht mit ihm. Schnell wird klar: Julian ist ein Dom und er möchte Ryan gerne als Sub behalten. Während seines Deutschlandaufenthalts alles kein Problem, doch dann muss Ryan zurück in die USA und plötztlich steht die halbe Welt zwischen ihnen und ihrer Beziehung.

 Meine Meinung:

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Ihre Beziehung entwickelt sich schön langsam und nicht überstürzt. Es ist wirklich erst eine Affäre und wird dann nach und nach zu mehr, bis sie sich gar nicht mehr trennen möchten. Außerdem finde ich die Geschichte dank der Umgebung ziemlich romantisch - Weihnachtsmärkte sind eh das romantischste überhaupt, finde ich. Und ganz abgesehen von der Romantik, macht das Buch auch noch ein bisschen Lust auf Weihnachten - und das jetzt im Sommer, ohweh. ;D
Es wird auch wirklich nicht viel übersprungen in der Geschichte, sondern die Szenen sind schön detailliert und so, dass man sich wirklich in die Story und die Protagonisten hineinversetzen kann. Ich konnte auch sonst super mitfühlen, sei es, wenn Ryan wieder seinem nervigen Kollegen ausgesetzt war oder auch, wenn er weiß, er muss bald wieder zurück und schon vorab unter Sehnsucht leidet. Das ist wirklich super dargestellt, so dass man echt mitfühlen kann und wirklich auf ein Happy End hofft, dass so weit entfernt scheint.
Wie das Ende letztlich gelöst ist, finde ich echt gut, weil es nicht all zu unrealistisch rüber kommt. Nichts klappt sofort auf Anhieb, sondern Ryan tritt da schon trotzdem einen unsicheren Weg ein. So sollte es meiner Meinung nach sein, wenn man es realistisch halten möchte.
Auch gefallen haben mir die BDSM-Elemente. Ich fand es auch super, wie das ganze "System" erklärt wird, so dass auch Neulinge einen guten Einblick in diese Spielart bekommen. Mir gefällt zum Beispiel, dass hier das Ampelsystem als Safeword genutzt wird und man vor allem auch wirklich erkennt, wie es angewendet werden sollte. Also echt klasse gemacht! Auch sonst wird dieses Element super erklärt, mit Nachsorge und allem Drum und Dran.

Verständlichkeit:

Ich bin wirklich gut durchgekommen und habe das meiste verstanden. Es gab hier doch ein paar Wörter, mit denen ich mir ein wenig schwer tat und die ich letztlich entweder nachschlagen oder überlesen musste. Glücklicherweise kann man aber auch viel aus dem Zusammenhang interpretieren, wenn man einigermaßen fit in Englisch ist. Das setzt allerdings schon ein paar Grundkenntnisse voraus. Dafür gibt es aber keine Umgangssprache, keine komischen Phrasen, die man vielleicht nicht kennt und sogar ein paar Wörtchen Deutsch.
Deswegen würde ich sagen, dass im Allgemeinen schon leicht zu verstehen ist, man es aber vielleicht nicht als erstes Buch lesen sollte, wenn man mit englischsprachigen Büchern anfangen möchte. Eher so als zweites oder drittes, um damit seine Kenntnisse aufzubauen.


Zielgruppe:

Was das Verständnis anbelangt, wie gesagt ein gutes Buch, um seine Kenntnisse damit aufzubauen und trotzdem noch genug zu verstehen.
Was die Geschichte anbelangt, muss man sich eben gewahr sein, dass es BDSM beinhaltet. Ansonsten ist es eben eine schöne Liebesgeschichte, in der geografische und persönliche Grenzen überwunden werden und die ein wenig Stimmung auf Weihnachten macht.

Ich fand es irgendwie cool, Nürnberg - oder Deutschland allgemein - mal aus einer etwas anderen Sicht zu sehen. Man ist sein Land ja gewöhnt und es ist erstaunlich, dass Fremde es mit ganz anderen Augen sehen. Das fand ich total witzig an dem Buch.
Jules :)

PS: Als Bayer kann ich euch sagen: Der Nürnberger Weihnachtsmarkt ist sooooo toll, ihr müsst da mal hin. Aber ja - er ist auch mega überlaufen, also macht vorher vielleicht ein Antiaggressionstraining.

Kommentare:

  1. So, nachdem Du ja schon einige Tage wirklich schöne Artikel über englische Bücher postest, muss ich auch mal meinen Senf (ohne Nürnberger Bratwürste) dazugeben *g*.

    Du hast recht und mir ja auch immer wieder gesagt, ich solle mich einfach trauen :-) und dies habe dann schlussendlich irgendwann auch mal getan. Dank dem direkten Zugriff auf die Wörterbücher im Kindle, ging das Lesen zwar langsam, aber dafür sehr stetig voran. Mittlerweile habe ich 3 Bücher auf Englisch durch (stolz bin) und merke - dass wenn ich im Büro doch mal etwas mit dem Google Translator übersetzen muss - wenn der Satzbau nicht stimmt. Hier war ich vorher extrem unsicher. Ob es sich auf den Sprachgebrauch auswirken wird, werde ich erst im Herbst merken, wenn es wieder nach Schottland geht. Allerdings war auch in den vergangenen Jahren die Hemmschwelle beim Sprechen nie so hoch, dass ich mich nicht getraut hätte etwas zu fragen (da wäre ich sonst glatt verhungert oder in den falschen Bus gestiegen ;-) ).
    Mir wurden von einigen Blog-Kolleginnen "einfach" geschriebene Autorinnen wie z.B. Sue Brown oder Amy Lane "ans Herz" gelegt und ich kam wunderbar mit ihnen zurecht.
    Ich habe hier noch zwei Bücher von TJ Klune auf englisch liegen, die ich unbedingt lesen möchte, aber hier werde ich wohl noch ein wenig Übung brauchen, da er schon einen eigenen Schreibstil mit mMn nicht sehr gängigen Redewendungen gebraucht. Aber... ich arbeite mich ran :-) und mittlerweile liegen schon einige (auf Goodreads) sehr gut bewertete neue Bücher auf dem Kindle.
    Man sieht also, wenn man über seinen Schatten springt, kommt das Erfolgserlebnis von selbst (auch wenn ein Buch dann mal länger dauert ;-) ).
    LG El

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    1. Es ist auch wirklich so: Man kann alles schaffen, wenn man sich nur traut, es zu probieren. Und wenn es überhaupt, absolut gar nichts ist, hat man es zumindest versucht.

      Ich kenne von TJ Klune ja nur eine deutsche Übersetzung und es ist eben ziemlicher Slapstick mit vielen Elementen, die einem im Deutschen schon erschlagen. Ich glaube also auch, dass es anfangs noch ein wenig liegen bleiben muss. Aber ich freue mich für dich, wenn du dich durchkämpfst und Fortschritte machst und ich drücke die Daumen, dass du ganz, ganz bald schon TJ Klune lesen werden kannst.

      Danke, dass du das hier schreibst. Ich hoffe, das motiviert andere auch noch mal. :)

      LG

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  2. Vielen lieben Dank für die tolle Rezi! Ich bin froh, dass dir die Bücher so gut gefallen haben!
    (Und auch für mich als geborene Nürnbergerin war es interessant, zu versuchen, den Nürnberger Weihnachtsmarkt mit "anderen" Augen zu sehen!)

    Alles Liebe
    Chris

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    1. Gerne gerne :)
      (Ist dir wirklich gelungen! Ich finde es so schön dargestellt, dass ich es jetzt irgendwie mehr zu schätzen weiß, als vorher. :D)

      LG

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