Samstag, 11. Juni 2016

Kein schwuler Land (Kooky Rooster)

Hallo!

Das heutige Buch stammt von Kooky Rooster, nennt sich "Kein schwuler Land" und umfasst 348 Seiten. Es erschien bei Books on demand und handelt von Johan, der sich zwar in Stefan verliebt, aber seine Homosexualität in seinem Dörfchen verleugnen möchte.


Beschreibung:

Johan ist bei der Dorfjugend beliebt, auch, weil er nach außen hin den homophoben Macho raushängen lässt. In Wahrheit steht er aber selbst auf Jungs, auch, wenn er das nicht zugeben würde. Dann aber tritt Stefan in sein Leben und plötzlich führt Johan ein Doppelleben, dass ihn stark unter Druck setzt. Er hat panische Angst davor, sich zu outen, merkt aber auch, dass er, wenn er weiter auf homphoben Macho macht, Stefan verlieren wird.

Meine Meinung:

Obwohl mir das Buch an sich schon gut gefallen hat, konnte es mich doch nicht so stark überzeugen, wie viele andere Bücher von Kooky Rooster.
Was mir hier sehr gut gefallen hat, ist definitiv die Art und Weise, wie Stefan mit sich selbst ringt. Ich finde, das kommt sehr gut rüber und man kann seine Panik, die er vor dem Outing hat, definitiv gut nachvollziehen. Auch, weil man eben vom Umfeld genug mitbekommt und nachvollziehen kann, warum er da nicht unbedingt mit der Sprache herausrücken möchte. Man merkt auch, wie es ihn selbst belastet und wie viel Angst er davor hat, durch seine Panik vor dem Outing wiederum Stefan zu verlieren.
In manchen Rezensionen habe ich gelesen, dass ihnen am Ende seine Wandlung zu schnell geht, aber das finde ich nicht. Ich finde, er arbeitet sich langsam an eine Entscheidung vor und am Schluss bekommt er eben einene Stups in die richtige Richtung und geht eigentlich nur noch einen Schritt, den er schon viele eher hätte gehen können.
Sehr gut gemacht ist übrigens, wie er sich immer wieder selbst verleugnet und vor den anderen unbedingt beweisen will, wie hetero und homophob er doch ist. Das er sich dabei nur in peinliche Situationen bringt und die Leute dadurch misstrauischer werden, als würde er sich nicht so verhalten, merkt er dabei selbst nicht. Leider hat man sich da an der einen oder anderen Stelle wirklich fremdschämen müssen. Ich finde das einerseits gut - offenbar kommt die Sitaution richtig beim Leser an - andererseits ist das auch immer ein wenig unangenehm.
Was ich nicht nachvollziehen konnte, war Stefans Verhalten. Liebe hin oder her, so manches Verhalten von Johan hätte ich nicht einfach so verzeihen oder hinnehmen können. Teilweise kann ich es ja noch verstehen, dass er nachsichtig ist, aber teilweise kam er mir schon sehr naiv, fast dumm, vor. Ich glaube, das war es auch, was mich am meisten gestört hat. Es war keine wirkliche Liebesgeschichte, sondern nur ein Geben von Stefan und Nehmen von Johan.
Ich weiß jetzt gar nicht, ob die Sitaution auf dem Land realistisch ist. Ich wohne nicht auf dem Land und auch weit von einer homophoben Gegend entfernt. Aber ich glaube, dass es durchaus wohl noch Orte gibt, in denen man nicht schwul ist. Eigentlich traurig.
Irgendwie mochte ich aber diese ländliche Umgebung gerne. Meistens spielt Gay Romance ja doch eher in Städten, aber dieses Landfeeling ist auch mal ganz schön zum lesen. Und macht irgendwie Lust auf Volksfeste und dergleichen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich finde, das Buch ist schon mal was anderes. Verbotene Liebe auf dem Dorf, mir gefällt das Thema recht gut und ich denke, wem das auch zusagt, der wird hier sicher auch Spaß haben. Ein wenig schade ist, dass Stefan und Johan sich manchmal echt blöd verhalten, aber sonst ist das Buch schon lesesnwert.

Heute ist es so mega warm. Nervt. Ich will Herbst.
Jules :)

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