Mittwoch, 4. Mai 2016

Von Meinungsfreiheit und Charakterlosigkeit [K]

Hey ihr!

Es ist noch gar nicht so lange her, das habe ich in einem Kolumnenpost darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Kritik richtig zu äußern und Kritik aber auch richtig anzunehmen. Leider habe ich das Gefühl, dass es seitdem nicht besser sondern gar noch schlimmer geworden ist. Wenn ihr zum Beispiel höre, dass Autoren zusammen mit ihren Lesern auf Facebook über Blogger oder andere Leute, die negative Rezensionen geschrieben haben, ablästern, diese beleidigen und sie einfach schlecht reden, dann finde ich das wirklich nur noch traurig. Und vor allem ist es peinlich.
Ich weiß nicht, wie wenig Charakter man haben muss, wenn man so schlecht mit Kritik umgehen kann, dass man so etwas tun muss. Ich meine, wir wissen, dass viele Leser sich manchmal nicht unter Kontrolle haben, wenn es um ihr Lieblingsbuch geht, aber dann muss man doch als Autor dafür sorgen, dass seine Fans sich im Rahmen halten. Einfach mal ein Statement bringen, dass so etwas nicht in Ordnung ist. Aber statt das zu tun, machen sie einfach mit oder sind selbst diejenigen, die so einen Shitstorm auslösen.
Ich muss das echt mal so sagen: Wahre Größe zeigt sich nicht darin, dass man andere fertig macht, sondern darin, dass man auch mit einer schlechten Rezension umgehen kann.
Und ich verstehe wirklich nicht, warum manchen Leuten das so schwer fällt: Wie gesagt. Man kann es ja ignorieren, wenn man es als nicht gerechtfertigt empfindet. Aber ich glaube, das Problem ist, dass die Autoren ganz genau wissen, dass es gerechtfertigt ist. Und damit können sie nicht umgehen. Und statt dann aber zu sagen, ich versuche die Kritik beim nächsten Buch umzusetzen, lassen sie ihren angegriffenen Stolz sprechen und verwenden Beleidigungen und üble Nachreden, um sich selbst besser dastehen zu lassen. Ich hoffe, euch fällt selbst auf, wie widerlich das ist.
Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass wir bei einer Rezension niemanden etwas Böses wollen oder das wir nicht den Menschen angreifen sondern einfach Dinge äußern, die uns an einem Buch nicht gefallen haben. Uns. Jeder weiß, dass es eine persönliche Meinung ist, die nicht mit der von anderen übereinstimmen muss. Niemanden kann alles gefallen und jedem gefällt etwas anderes und solange es nicht verboten wird, seine Meinung frei äußern zu können, werden wir das auch weiterhin tun.
Wir Blogger sind nicht blöd, wir rechnen mit bösen Kommentaren zu unseren Rezensionen – und um ehrlich zu sein, geht uns so was am Allerwertesten vorbei. Das ist leider einfach normal. Aber oft sind es ja auch ganz „normale“ Leser, die dann den Zorn zu spüren zu bekommen. Das sollte nicht Sinn sein, dass man Angst haben muss, seine eigene Meinung zu äußern, weil man sonst von irgendwem angegriffen wird. Was soll das denn?
Und vor allem: Es fällt doch auf einen zurück. Wenn dann neutrale Personen sehen, wie unprofessionell mit Kritik umgegangen wird, dann wird sich zweimal überlegen, ob man das Buch kauft, einfach, weil einem der Autor unsympathisch ist. Ich glaube nicht, dass das der Sinn ist, wenn man ein Buch verkaufen will.
Und selbst wenn sich Leser vom Autor manipulieren lassen und das Buch dann trotzdem kaufen, statt auf die Rezensionen zu achten, werden sie beim Lesen wohl selbst feststellen, dass das Buch einfach nicht gut ist.
Es tut mir leid, wenn ich das jetzt so sage, aber Kritik geschieht gerade bei Bloggern nicht in böser Absicht sondern einfach aus Erfahrung heraus. Und vielleicht sollte man weniger Energie in das Lästern und Beleidigen und Schlechtreden stecken und mehr in die Geschichte – und vielleicht ist uns allen damit dann mehr geholfen
Jules

So schade es auch ist, dass wir es überhaupt ansprechen müssen, so wichtig ist es auch. Deshalb freue ich mich sehr, dass auch andere Blogger dieses Problem mittlerweile erkannt haben und darüber berichten. Die liebe Elma hat zu dem Thema einen ähnlichen Post verfasst und bringt dieses Problem ebenfalls sehr gut auf den Punkt. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei, ich verlinke euch ihren Beitrag hier

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