Samstag, 30. April 2016

Vielleicht für immer (Susann Julieva)

Huhu!

Heute gibt es die Rezension zu "Vielleicht für immer" von Susann Julieva. Das Buch stammt aus dem Cursed Verlag, umfasst 336 Seiten und handelt von Gabriel, einen aufsteigenden Star, der durch Zufall seine Jugendliebe Sam wiedertrifft.



Beschreibung:

Gabriel ist ein gefeierter Rockstar, der gerade seinen Durchbruch geschafft hat. Nur eines belastet ihn: Vor Jahren hat er seinem besten Freund Sam das Herz gebrochen.
Als für seine Tournee Sam als Kameramann eingestellt wird, versucht er, an diesen wieder heranzukommen, aber Sam fällt es schwer zu verzeihen. Erst, als nach und nach die Gründe für Gabriels Handeln ans Licht kommen, kann sich auch Sam den noch immer bestehenden Gefühlen nur noch schwerlich entziehen.

Meine Meinung:

Also gleich vorweg, das Buch hat mir richtig gut gefallen. Ein wenig habe ich diese Star-liebt-Normalo-Geschichten ja langsam satt, obwohl mich die Thematik eigentlich mal sehr gereizt hat, aber hier ist es so schön umgesetzt, dass es mich nicht stört. Zumal sie sich ja eigentlich auch schon von früher kennen und es nicht ganz so wie ein Märchen wirkt. Das mag ich sehr an dem Buch.
Was mich an dem Buch am meisten überzeugt hat, war der Aufbau der Geschichte. Man erlebt quasi parallel, wie sich die Beziehung von Gabe und Sam in der Vergangenheit entwickelt hat und wie sie im Hier und Jetzt wieder zueinander finden. Das fand ich wirklich sehr genial, weil man so gleich zwei Geschichten in einer vorgesetzt bekommt, die zusammen dann die Situation als Gesamtbild darstellen. Ganz davon ab, dass ich ein großer Fan davon bin, solche Puzzelstückchen als Leser vorgesetzt zu bekommen, mochte ich, dass man so gleich doppelte Spannung hat. Man will wissen, wie es damals weiterging und gleichzeitig, wie es in der Gegenwart weitergeht.
Allgemein muss man sagen, dass der Schreibstil wirklich sehr angenehm zu lesen ist. Ich finde zwar, an der einen oder anderen Stelle hätte man noch ein wenig tiefer gehen können und manche Sachen waren auch nicht so ausführlich ausformuliert, wie man es hätte tun können (zum Beispiel die Abschiedsszene zwischen Gabe und Sam, als Gabe wegzieht), aber nichtsdestotrotz fand ich den Stil ausführlich und detailliert.
Mir gefällt ebenfalls sehr gut, dass man so ein wenig hinter die Kulissen des Musikerdaseins - oder hier: insebesondere hinter das Tourleben - blicken kann. Ich mochte, dass man versteht, wie viele Leute bei einer Tour mithelfen und wie alles abläuft, etc. Sowas ist einfach interessant und lässt die Geschichte nebenbei auch realistischer wirken.
Dann beinhaltet die Geschichte natürlich das Thema Coming-out, hier sogar in doppelter Form. Einmal vor den Eltern und einmal vor der Öffentlichkeit. Das hat mir sehr gut gefallen, ihr wisst ja, ich liebe Coming-out-Geschichten. Ein wenig ausführlicher hätte dieser Punkt gerne sein können, aber es tut der Geschichte jetzt keinen Abbruch, dass dem nicht so ist.
Was auch ein Thema ist: Depression. Das finde ich sehr schön umgesetzt, klasse beschrieben und sehr authentisch dargestellt. Ich finde, psychische Krankheiten sind immer schwer darzustellen, weil man sie nicht richtig nachempfinden kann. Deswegen ist es dann richtig klasse, wenn sie ein Buch greifbar rüberbringt und das war hier der Fall.
Ansonsten hat das Buch durchaus ein wenig Drama zu bieten, seien es nun Missverständnisse und ungünstige Situationen/Handlungen, die eben für Spannung sorgen und das Buch abrunden. Mir hat das wirklich sehr gefallen.
Ich mochte auch die Charaktere, alle sehr schön ausgearbeitet und auf ihre Art liebenswert.
Kritik habe ich eigentlich fast keine. Gut, das Ende geht für mich gar nicht, aber irgendwie war es auch rührend, also sehe ich darüber weg. Ansosnten wüsste ich jetzt nicht viel, was mich gestört und hat und die paar Kleinigkeiten, die ich geändert hätte, habe ich in der Rezension ja schon genannt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich würde das Buch wirklich empfehlen, weil es eine schöne Geschichte ist, die die richtige Dosis Gefühl und Spannung besitzt. Ich habe auch wirklich wenig Kritik, die gegen die Geschichte sprechen könnte. Falls euch die Handlung also interessiert, schaut unbedingt vorbei.

Ich bin gerade richtig mies gelaut, weil ich diese Rezension so kurzfristig erst auf Papier bringen konnte. Das lag daran, dass die Prints viel zu spät geliefert wurden, wei offensichtlich sehr viele Leute es nicht für nötig gehalten haben, sich darum zu kümmern, die Bücher den Kunden RECHTZEITIG zu liefern.
Ich hasse es, wenn ich unter Stress lesen muss, weil ich sonst keine Rezis habe. Und ich hasse es, Rezis zu ungünstigen Momenten zu schreiben, weil ich mir damit keine Zeit lassen kann.
Jules :)

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