Samstag, 9. April 2016

Operation Wahnsinn (Sydney Stafford/Nicole Henser)

Hey!

Das heutige Buch nennt sich "Operation Wahnsinn", stammt von Sydney Stafford und Nicole Henser, umfasst 129 Seiten und wird frei publiziert. Die Geschichte handelt von Falk, der seine große Liebe in einem Soldat findet, und diesem nach Afghanistan hinterherreist.


Beschreibung:

Falk ist Fotograf und mit seinem Leben nicht recht zufrieden. Seine Arbeit langweilt ihn, diese Hochglanzwelt, in der er sich befindet, ist ihm zu oberflächlich.
Dann begegnet er dem Soldaten Joe und schon nach kurzer Zeit ist Falk ihm verfallen, obwohl Joe immer auf Distanz bleibt.
Ein spontaner Einsatz trennt die beiden und Falk erfährt, dass er Joe vielleicht nie mehr wieder sehen wird. Kurzerhand entschließt er sich, ihm zu folgen und besteigt das nächste Flugzeug nach Kabul. Doch angekommen, befindet er sich in einer völlig anderen Welt und kämpft ums Überleben.

 Meine Meinung:

Also... das ist wieder so ein Buch, zu dem ich so viel Kritik habe und das mir trotzdem irgendwie gefallen hat. Also nur schon vorweg: Ich werde sehr viel kritisieren, aber das soll euch nicht abhalten, das Buch zu lesen, weil es einfach irgendetwas an sich hat, dass mir echt zugesagt hat und euch vielleicht auch zusagen wird.
Zunächst muss man es einfach sagen, wie es ist: Die Geschichte ist unrealistisch. Damit meine ich jetzt nicht mal die Tatsache, dass Falk Joe hinterherfliegt, sondern eher die Art, wie er das verwirklicht. Dass sich da irgendwelche hochrangigen Tiere für sie einsetzen und er auf fadenscheinige Art die Erlaubnis bekommt, sich im Lager aufzuhalten...  Es wird zwar nachvollziehbar erklärt, aber unrealistisch ist es dennoch.
Auch so die Leute in dem Lager sind mir ein wenig zu unrealisitsch. Bis auf ein, zwei Leute, sind eigentlich alle recht offen gegenüber Homosexualität eingestellt, gerade auch die, die was zu sagen haben. Ich finde das ziemlich merkwürdig. Also... ich unterstelle Soldaten nicht, dass sie homophob sind, da wird es klar solche und solche geben. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man SO wenig Probleme als Homosexueller bekommt, wie Falk und Joe. Vielleicht nicht gleich offene Anfeidung, aber doch so unterschwellig... keine Ahnung. Ich glaube, wenn dem so wäre, würden viel mehr Homosexuelle beim Bund offen zu ihrer Homosexualität stehen und dass sie das nicht tun, zeugt wohl davon, dass sie irgendetwas davon abhält. Ist bis zu einem gewissen Grad ja auch verständlich. Ich meine, dort herrscht Testosteron pur und ich möchte da auch nicht rumrennen und rumschreien "Ich bin schwul, juhu!".
Dann Falk. Ich meine, was er da tut ist hochromantisch (und wahnsinnig bescheuert), aber ich kapiere es trotzdem nicht. Er kennt Joe ja noch nicht so lange, dieser hat ihn sehr auf Distanz gehalten und dann reist er ihm nach, obwohl er nicht mal weiß, ob Joe überhaupt Bock auf ihn hat? Wie der Titel schon sagt, das ist "Wahnsinn". Also, ich finde das jetzt nicht schlecht, aber wirklich nachvollziehen kann ich es nicht. Man muss aber dazu sagen: Teilweise zweifelt Falk selbst an sich und der Aktion, was das ganze abmildert. Und ich finde auch, diese Zweifel werden gut geschildert.
Ein letzter Kritikpunkt ist der Stil. Eigentlich war er nicht schlecht, aber ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen. Zum einen könnte man mache Stelle noch ein wenig ausführen. Oft kam ich mir vor, als wenn jemand so eine Vorspultaste gedrückt hat, gerade bei ihren Dates. Etwas mehr Detail und Länge hätten der Szene dann gut getan. Zum anderen so Kleinigkeiten, wie z. B. Gedanken, die als wörtliche Rede - also in "..." - geschrieben sind. Das sieht aus, als würde er Selbstgespräche führen und das finde ich in einem Buch eher seltsam zu lesen. (Also, selbst wenn es richtige Selbstgespräche darstellen soll, ist es meiner Meinung nach komisch.) Dann lieber kursiv schreiben.
Auch ein wenig seltsam fand ich, dass man teilweise versucht, einen sehr rauen Ton anzuschlagen, dann aber wieder ziemlich kitschige Szenen einbaut. Als will man einerseits zeigen, wie männlich die Jungs sind, aber andererseits dann wieder große Romantik aufkommen lassen will.
Jetzt aber auch Lob. Ich finde, das Klima im Lager ist super dargestellt. Wie die Jungs miteinander umgehen und die Abläufe... das gibt sehr spannende Einblicke in das Leben eines Soldaten und das erwarte ich bei so einem Buch auch. Ich mochte auch, dass die Umgebung super erklärt worden ist. Man fühlt sich selbst in die Hitze Afghanistans versetzt.
Falks Entführung ist ebenfalls authentisch dargestellt - wenn man von der Tatsache absieht, dass es sehr unrealistisch ist, dass ausgerechnet er entführt wird. Es gibt dem ganzen auch sehr viel Spannung, auch weil nix verschönt und einem knallhart vorgesetzt wird.
Joes Art finde ich auch klasse. Die Distanz, die er am Anfang wahrt. Das ist gut umgesetzt worden.
Tja und wie gesagt: Irgendetwas hat die Geschichte einfach an sich, dass es mir gut gefällt. Vielleicht der außergewöhnliche Plot oder dieses Military-Gedöhnse. Sowas mag ich einfach.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:




Ich glaube, wenn man mal eine etwas andere Liebesgeschichte lesen will, ist man hier richtig. Ja, ich habe oben viel kritisiert, aber trotzdem finde ich die Story lesenswert. Ich kann euch nicht sagen, was es ist, aber sie hat etwas an sich, dass man einfach mögen muss. Selbst dann, wenn man vielleicht mit Militärthematik nicht so viel anfangen kann.

Ich hasse mich selbst.Ich hab keine Lust, eine Rezi zu schreiben, dann sammeln sich 100e an, dann muss ich alle auf einmal schreiben und hab noch weniger Lust. Und wenn ich mal Lust hab, hab ich keine Zeit.
Jules :)

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