Sonntag, 3. April 2016

Interview mit Violet Mascarpone [K]

Hey ihr Lieben!

Meine Themenwoche geht zu Ende, aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Ihr könnt euch wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sehr ich mich darüber freue, euch heute ein Interview mit Violet Mascarpone präsentieren zu können.Wer meinen Blog verfolgt, weiß, wie sehr ich ihre Arbeit schätze und wie sehr ich ihre Geschichten lieben. Deshalb noch einmal vielen lieben Dank, dass du meine Fragen beantwortet hast, liebe Violet!
Ich wünsche euch ganz viel Spaß damit!


Liebe Violet,

zunächst wäre es schön, wenn wir etwas über dich erfahren könnten. Wie würdest du dich selbst beschreiben?


Ich lebe mit Teenager, aber ohne Haustiere im Bergischen Land, wo ich als Grafikerin arbeite. Meine freie Zeit verbringe ich mit Menschen, Büchern, Musik, schreiben und Poker. Das Innenleben meiner Handtasche gleicht einer Müllhalde, aber dafür bin ich immer pünktlich.

Wie bist du dazu gekommen, über BDSM zu schreiben und wie hat dein Umfeld darauf reagiert?

Aus reiner Freude am Thema. Mit Thekenwelt, meiner ersten Geschichte, habe ich mir den Wunsch erfüllt, meinen persönlichen Traum-Porno mit Handlung zu schreiben, in dem BDSM einfach Spaß macht. Ich wollte, dass diese Form des sexuellen Ausdrucks in meinem Roman eine gleichwertige Möglichkeit darstellt, sein Liebesleben zu gestalten, ohne die Neigung als solche in Frage zu stellen, zu rechtfertigen oder zu problematisieren. Darüber hinaus sollte die Raumgestaltung und Kleidungswahl meinem Geschmack entsprechen, der nicht unbedingt Fetischdesign-orientiert ist.

Meine Familie und Freunde waren darüber nicht sonderlich überrascht, sie kennen mich ja. Menschen, die mich nicht kennen und keine Berührungspunkte mit dem Thema BDSM haben, reagieren überwiegend mit höflich überspieltem Unbehagen, wenn sie erfahren, worüber ich schreibe.

Oft schreiben Autoren über BDSM, ohne sich aber richtig darüber zu informieren, und vermitteln so ein falsches Bild. Wie stehst du dazu? 

Schwierige Frage. Ob mir eine Geschichte gefällt, hängt eigentlich nicht davon ab, wie realistisch sie ist oder die Praktiken technisch korrekt wiedergegeben werden.

Problematisch hingegen finde ich BDSM-Erotik-Geschichten, die nicht auf Einvernehmlichkeit basieren: die Diebin, die sich aus Angst vor einer Anzeige den sexuellen Wünschen des Kaufhausdetektivs beugt und das plötzlich total scharf findet. Oder der Mann, dessen sexuelle Demütigung Teil eines fremden Racheakts ist. Nötigung ist nicht geil. Missbrauch zu sexualisieren, ist für mich weder erotisch, noch hat das etwas mit BDSM zu tun.

Deine Protagonisten sind immer alle sehr authentisch, mit Fehlern und Eigenarten. Wie wichtig ist es dir, dass deine Charaktere nicht perfekt, sondern menschlich sind?

Danke, es freut mich, wenn du das so empfindest. Es ist eigentlich ganz simpel: Mich zieht gerade die Ambivalenz und Eigenartigkeit eines Menschen an. Perfektion ist für mich einfach nicht sexy. Klar, dass ich keine erotische Geschichte über etwas schreiben möchte, das ich selbst nicht sexy finde.

Verrate uns doch bitte: Wie viel von dir selbst steckt in deinen Figuren?

In meine Geschichten fließen viele Dinge aus meinem realen Leben ein.

Ich bin jede Figur und gleiche dennoch keiner Einzigen. Wobei ich zu jedem Charakter eine eigene Freundschaft pflege. So ist mir Arnies Mutter eine treue Verbündete im Alltagskampf, mein innerer Linus hingegen macht mir das Leben oft zur Hölle, wogegen ich dann die problemglattbügelnde Medea hervorkrame, um nicht als sozial unangepasst zu gelten :-)

Ich finde es immer sehr erfrischend, welche teils skurrilen Namen du für deine Protagonisten auswählst. Woher kommt diese Leidenschaft?

Wenn ich das nur wüsste! Schon als Kind haben mich seltsame Namen begeistert. Wahrscheinlich haben mich früher Comics in dieser Hinsicht geprägt und später Mangas meine Vorliebe vertieft.

Mein Spleen geht so weit, dass ich einmal ein Date mit einem Mann hatte, nur weil mir sein Name so gut gefiel. (Durch Erfahrung klüger geworden, empfehle ich dieses Vorgehen bei der Partnersuche ausdrücklich nicht weiter.)

Einige deiner Geschichten gibt es sowohl in hetero als auch in homo. Was hat dich dazu bewogen, die Geschichten in beiden Versionen zu schreiben?

Ich habe mir schon immer gewünscht, es gäbe Bücher in verschiedenen Versionen. Stell dir „Vom Winde verweht“ in einer Homo-Variante vor! Oder „Fight Club“ mit einem weiblichem Tyler Durden! Aber da man die Geschichten anderer nicht einfach umschreiben darf, musste ich meine eigenen nehmen.

Was ist das schönste Kompliment, das du je von einem Leser/einer Leserin bekommen hast?

Jedes ist das schönste.

Dürfen wir auf ein neues Buch zum Thema BDSM von dir hoffen – gerade auch im Gay Romance Bereich?

Leider ist mein Leben momentan voller Pflichten, die mir wenig Zeit zum Schreiben lassen. Aber ich bin mir sicher, dass ich noch nicht meine letzte Geschichte erzählt habe. Zumindest fast sicher.




Nun, ich hoffe sehr, dass noch Geschichten folgen werden, schon alleine aus egoistischen Gründen. (Wir wollen doch nicht, dass ich in eine mittelschwere Krise gerate, oder? ;))
Bisher geben wir uns aber mal mit den vorhandenen zufrieden. Ich verlinke euch wie immer die Rezensionen dazu und hoffe sehr, ihr schaut mal rein. Ansonsten findet ihr hier Vios Facebookseite, da bleibt ihr auf dem Laufenden.

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch noch!
Jules :)

Arnies Kosmos
Thekenwelt 1
Thekenwelt 2
Thekenwelt 3
Nachtpark
Falls ihr aus unerfindlichen Gründen diesen Blog lest, obwohl ihr lieber Heterobücher mögt, dann sei gesagt: "Arnies Kosmos" und "Nachtpark" gibt es auch als Heteroversion.

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