Mittwoch, 23. März 2016

Was macht eine gute Sexszene aus? [K]

Hey ihr!

Lange, lange habe ich es vor mir hergeschoben, aber dann habe ich doch zu einem richtigen Erotikroman gegriffen – also einen Roman, der sich wirklich nur mit Sex befasst und keine richtige Hintergrundstory drum herum hat. Ein wenig hatte ich Angst davor, denn ich hatte immer das Bild von derben Pornos vor mir – nur halt eben in Schriftform. Glücklicherweise habe ich dann aber zu einem Roman gegriffen, der mich wirklich überzeugt hat. Keine meine Befürchtungen ist eingetreten und das lag daran, dass die Sexszenen in dem Buch einfach all das hatten, was eine gute Sexszene ausmacht. Ich habe eine Theorie, wenn uns eine solche Szene zusagt und ich glaube, wenn man sich als Autor an diese einfachen Grundsätze hält, dann wird man wirklich schönen, anregenden Sex zu Papier bringen.
Meiner Meinung nach braucht eine solche Szene gar nicht viel, nur: Gefühl, Kreativität und Niveau.
Ich weiß, dass es Leute gibt, die auch Sexszenen mögen, die sehr derb, nahezu obszön geschrieben sind. Aber ich schätze, der Großteil der Leser (wahrscheinlich auch gerade viele Frauen) legt eher Wert auf eine niveauvolle Sprache. Zugegeben, Dirty Talk kann sexy sein, aber gar zu plumpe Worte findet man dann doch eher mal leicht abturnend. Ein wenig Stil sollte also schon in diese Szenen fließen, gerade, wenn es noch eine richtige Geschichte in dem Buch gibt, die ebenfalls in „normalen“ Worten geschrieben ist. Ich hatte das schon, dass ich eine ganz romantische Story vor mir hatte, die mir super gefallen hat – bis dann die Sexszene kam, die dem schlechtesten Porno noch Konkurrenz gemacht hätte. Das hat einfach gar nicht zusammen gepasst und war einfach nur grauenvoll zu lesen. Im Endeffekt hat es einfach den Gesamteindruck zunichte gemacht. Das muss wirklich nicht sein. Ein paar schöne Worte, die zu einer erotischen Atmosphäre beitragen, sind hingegen eine wirkliche Bereicherung für jede Sexszene.
Was ich persönlich auch als abturnend empfunden habe, sind Sexszenen, die zu mechanisch beschrieben werden. Eine solche Szene nach dem Motto: „jetzt er das, dann das und danach macht er das und dann ist er auch schon fertig“ spricht den Leser einfach nicht richtig an. Vor allem dann nicht, wenn in dem Buch noch mehrere Sexszenen vorkommen, die einfach alle nach dem gleichen Schema ablaufen. Gerade deshalb ist Kreativität meiner Meinung nach so wichtig. Der menschliche Körper bietet genug erogene Zonen und Sex umfasst so viel Spielarten… man kann so wunderbar variieren und findet immer neue Dinge, die man in seinen Sex einbauen kann – mit etwas Kreativität kann man sicher mehr erreichen, als mechanisch runter geleierte Eintönigkeit.
Stellt euch nur vor, die Protagonisten schlafen vielleicht das erste Mal miteinander. Da muss doch mehr gehen, als ein wenig Fummel und Rein-Raus. Wenn man frisch verliebt ist (oder meinetwegen einfach geil aufeinander ist) dann gibt es doch nichts aufregenderes, als den Körper des anderen zu entdecken. So etwas einfließen zu lassen, macht jede Sexszene gleich um Vieles interessanter.
Im Prinzip liegt in diesem Beispiel schon der letzte Punkte versteckt: Gefühl. Ich weiß, dass auch in diesem Punkt nicht jeder zustimmt, aber für mich gibt es keine schöneren Sexszenen als diese, in denen man erkennt, dass zwischen den Protagonisten Gefühle herrschen. Eine Sexszene, in der die Charaktere noch Liebe machen, statt einfach zu ficken, wirkt auf mich einfach erotischer. Das muss nicht so sein, ein heißer One-Night-Stand, der gut beschrieben ist, kann genauso sexy sein. Meistens aber finde ich es prickelnder, beim Lesen das Gefühl zu haben, dass da mehr ist, als nur ein animalischer Trieb. Damit meine ich aber nicht zwingend Blümchensex (ihr wisst ja selbst, was ich bevorzuge und Blümchensex kann man das definitiv nicht nennen.). Verliebt sein, heißt ja nicht automatisch Kuschelsex haben. Das kann auch in ganz stürmischem Sex enden. Wie dieser ist, ist mir völlig egal – nur gefühlvoll muss er sein. Das macht ihn dann in meinen Augen wirklich heiß.
Nun, das ist also meine Theorie. Ich schätze, da wird mir nicht jeder zustimmen. Aber ich glaube, da gibt es auch kein richtig oder falsch. Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Deshalb bin ich aber nur umso gespannter darauf, zu erfahren, was eure Theorie ist. Was macht für euch eine gute Sexszene aus? Lasst es mich unbedingt wissen!
Jules :)

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