Montag, 28. März 2016

Safe, sane, consensual [K]

So ihr Lieben,

heute ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Vor gefühlten Ewigkeiten habe ich das erstmal über BDSM in Romanen geschrieben. (Wenn ihr das noch mal nachlesen wollt, dann klickt hier.) Allerdings muss ich wohl zugeben, dass sich seit damals einiges an meiner Einstellung geändert hat. Und deswegen folgt heute ein zweiter Post über BDSM.
Wenn man jemanden erzählt, man steht auf BDSM, dann ist die Reaktion der Leute meistens die gleiche: „Das ist ja eklig/krank/pervers“. (Es geht natürlich auch anders. Manche erzählen einem dann, dass sie auch schon mal Handschellen probiert haben und andere fragen in ihrer naiven Art: „Tut das denn weh?“) BDSM ist etwas, mit dem die Leute nicht viel anfangen können, weil es nicht wirklich populär ist und damit befremdlich. Natürlich hat es sich – zum Fluch oder Segen – schon ein wenig geändert (Stichwort: „Fifty Shades of Grey“), aber trotzdem ist es etwas, das man nicht kennt und was einem dann Angst macht. Es gibt natürlich haufenweise Dokumentationen gewisser Fernsehsender, die gruseliger sind als es die Sache selbst tatsächlich ist, aber wenn jemand nicht in der Szene ist, dann wird er das nicht wissen (können). Und genau so verhält es sicht mit den Büchern. Nicht jedes Buch, das sich in diesem Subgenre bewegt, ist gut gemacht. Manche stellen es sogar (unbewusst) sehr negativ dar. Denn um das jetzt mal klar zu stellen: BDSM hat nichts mit Vergewaltigung und nichts mit häuslicher Gewalt zu tun. Was dabei passiert, sollte nach gewissen Grundsätzen verlaufen. Man hört das häufig als „safe, sane, consensual“, also sicher, vernünftig und einvernehmlich. Und genau das MUSS es sein und ist es eigentlich auch, wenn es richtig praktiziert wird: sicher, in einem vernünftigen Rahmen und vor allem einvernehmlich. BDSM hat sehr viel mit Verantwortung und Vertrauen zu tun. Und in einer guten derartigen Beziehung wird auch darauf geachtet. Es gibt z.B. sehr viele Dinge, die beachtet werden müssen und wenn sich jemand in der Szene auskennt, dann wird er dies auch tun. Man muss das mit einer gewissen Verantwortung an die Sache herangehen, um den Sub nicht nachhaltig zu verletzen. Oder nehmen wir das Bondage: Sowas muss man können. Es hat nichts damit zu tun, jemanden einfach nur irgendwo festzubinden. Dabei muss man einiges beachten, um z.B. nirgendwo die Blutzufuhr zu unterdrücken.
Was man sich auch immer wieder vor Augen führen muss: Beide Teile wollen das! Hier wird niemand zu etwas gezwungen und leidet unter irgendwelchen Prügelattacken. Und es hat auch gar nichts damit zu tun, dass der devote Part krank ist, weil er auf Schmerz steht und der dominante Part in den Knast gehört, weil er gerne andere Leute schlägt. Es geht hier um Lustgewinn/Luststeigerung und nicht darum, jemanden wie ein Psycho zu quälen.
Ich habe das schon mal gesagt und auch wenn ich vielleicht nicht neutral an diese Sache herangehen kann, so bin ich manchmal der Meinung, BDSM ist eine Beziehung auf einer tieferen Ebene. Denn wie gesagt, all das ist nur mit unglaublich viel Vertrauen möglich und häufig auch nur mit Liebe.
Leider gibt es eben immer wieder Amateure, die über Dinge sprechen/schreiben, die sie selbst nie (zur Genüge) ausprobiert haben. Das merkt man dann häufig in den Romanen dadurch, dass entweder alles dargestellt wird, wie in einem schlechten Porno oder das in den Sessions so wenig Liebe und Kreativität steckt, dass der Funke einfach nicht überspringt. Normalerweise hat sowas nämlich eine gewisse Atmosphäre, die einen einfach mitreißt und wenn das in den Büchern dann dargestellt wird, dann wird auch alles andere stimmen.
Und das ist auch wichtig, denn es wird immer wieder Neueinsteiger geben, die daran festhalten, was sie lesen und dann vermutlich ein ganz falsches Bild davon bekommen, was BDSM eigentlich ist. Vielleicht schreckt man damit jemanden ab, der gerade dabei ist, seine Neigung zu erkennen – oder noch schlimmer, er probiert aus, was er gelesen hat, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass das Gelesene einfach nur – sorry – Müll ist.
Und um noch einen Schritt weiter zugehen: Wenn so was dann in der Öffentlichkeit als Tatsache angesehen wird, dann ist es natürlich auch klar, dass über uns die Nase gerümpft wird und alle sagen: „Wie, BDSM?! Wie krank ist das denn?!“
Ihr findet einige Romane zu BDSM unter dem gleichnamigen Label auf diesem Blog. Einige davon sind wirklich großartig und lesenswert. Schaut einfach mal rein, falls ihr euch für das Thema interessiert, ich bin sicher, da findet sich etwas für euch.
Jules :)

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