Mittwoch, 10. Februar 2016

Vom Kritik üben und vom Kritik annehmen [K]

Hallo ihr Lieben!

Ich kann euch echt nicht sagen, was mich genau dazu bewogen hat, diesen Kolumnenpost zu schreiben, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, meine Gedanken dazu mal auf Papier bringen zu müssen. Es soll quasi darum gehen, wie man als Blogger am besten Kritik übt, aber auch, wie man als Autor am besten mit Kritik umgehen kann. Denn wenn ich etwas in der Zeit, in der ich den Blog nun schon betreibe, bemerkt habe, dann, dass das oft einfach nicht richtig gehandhabt wird.
Ich weiß selbst sehr gut, dass es schwer ist, seine eigene Meinung auszudrücken, ohne vielleicht zu hart oder gar zu subjektiv an die Bewertung heranzugehen. Natürlich soll man als Blogger – oder allgemeint als Rezensierender – ja immer darauf achten, dass man seine Kritik sachlich und relativ objektiv vorträgt. Oft ist das aber irgendwie einfach nicht ganz möglich, weil man sich vielleicht sogar geärgert hat oder einfach einen anderen Geschmack hat als gefühlt der Rest der Menschheit. Deswegen finde ich es wichtig, dass klar gemacht wird, dass es sich wirklich um eine persönliche Meinung handelt und man vielleicht sogar einräumt, dass es für andere Geschmäcker eventuell eben doch eine interessante Geschichte sein kann. Man darf ja nie vergessen, dass hinter der Rezension auch nur ein Mensch mit eigenen Interessen, Vorlieben und Ansichten sitzt, der versucht, sein eigenes Bild zu der Geschichte in Worte zu fassen.
Ich finde es aber wichtig, dass man sagt, was einen gestört hat. Weil nur so kann man seinen Blog auch ehrlich führen. Bei manchen Bloggern habe ich manchmal das Gefühl, dass sie ihre Kritik recht mild ausfallen lassen und Dinge loben oder übergehen, die eigentlich eher im negativen Sinne angemerkt werden sollten. Oft gerade auch, weil sie das Buch als Rezensionexemplar bekommen haben und/oder den Autoren/die Autorin persönlich kennen. Ich möchte niemanden unterstellen, sich einzuschleimen, aber auf mich wirkt es dann leider genau so. Man hat doch seinen Lesern gegenüber eine gewisse Verantwortung, ein Buch, dass nicht sonderlich begeistert hat, auch ehrlich zu rezensieren. Man kann doch nicht, nur um bei anderen einen Stein im Brett zu haben, etwas schön reden. Meiner Meinung nach ist das nicht Sinn einer Rezension bzw. eines Blogs. Klar fällt es irgendwo auch schwieriger, jemanden Kritik vor den Latz zu knallen, wenn man sich mit demjenigen gut versteht, aber andererseits kann man diese ja nett verpacken. Und man muss es ja auch so sehen: Es hilft dem Autor/der Autorin ja auch nur, wenn man ehrlich sagt, was einem nicht gefallen hat. Denn nur so weiß der- oder diejenige ja dann auch, was er bzw. sie in der nächsten Geschichte anders machen sollte. Nur so kann man ja dazu beitragen, dass der Autor/die Autorin sich verbessern kann. Und das ist meiner Meinung nach sehr viel mehr wert als geheucheltes Lob.
Zugegeben, ich selbst halte mich auch nicht immer an das, was ich gerade so predige. Manchmal geht es einfach mit einem durch und man rezensiert etwas mit einem etwas aufgewühlten Gemüt oder lobt ein Buch, dass im Nachhinein auch ein wenig Kritik vertragen hätte… Aber ich bin der Meinung: Fehler sind menschlich. Und solange man grundsätzlich versucht, ehrliche Rezensionen in einem sachlichen Ton zu schreiben, kann auch mal ein Post etwas aus der Reihe tanzen. Solange es jetzt nicht beleidigend wird, etc. Aber man sollte sich schon immer vor Augen führen, warum man eigentlich eine Rezension schreibt und dann vielleicht auch mal sich selbst kontrollieren, ob man sich da auch gerade dran hält oder eben nicht.
Leider sind es aber nicht nur diejenigen, die Rezensionen schreiben, die sich nicht immer richtig verhalten. Oft sind es auch Autoren selbst, die auf Kritik in einer unprofessionellen Art und Weise reagieren. Ich habe das Gefühl, viele fühlen sich gleich persönlich angegriffen, wenn jemand für eine Geschichte nicht nur Lob aufbringen kann. Dabei möchte man ja niemanden persönlich treffen sondern einfach ein paar Dinge aufzeigen, die man noch verbessern kann.
Ganz ehrlich? Man muss auch einfach damit rechnen, dass es Menschen geben wird, denen das Buch nicht gefallen wird und die dann vielleicht etwas zu kritisieren haben. Wenn man nicht mit Kritik umgehen kann, dann sollte man meiner Meinung nach nichts veröffentlichen, denn man kann einfach nicht erwarten, dass es jeden einzelnen Menschen auf diesem Erdball zusagen wird. Selbst Bestsellerautoren müssen sich noch mit Kritik herumschlagen, da kann mal als Neueinsteiger wohl kaum erwarten, nur in den höchsten Tönen gelobt zu werden.
Natürlich ist es nicht schön, wenn jemand an etwas herummeckert, in das man Mühe und Herzblut gesteckt hat – das würde mir auch nicht gefallen. Aber man kann es nicht verhindern und man kann sich dann nicht wie ein Kindergartenkind verhalten und denjenigen angreifen oder in endlose Diskussionen verwickeln.
Ich empfinde es immer als sehr anstrengend, wenn ein Autor versucht, sich zu rechtfertigen. Ich meine, wenn man sich bei etwas, das kritisiert wird, etwas gedacht hat, dann kann man sich sagen: „Okay, dem Blogger hat es nicht gefallen, aber ich finde es gut, so wie es ist“ und die Sache einfach abhaken. Aber es ist schon sehr unprofessionell, wenn man dann demjenigen, der rezensiert hat, versucht, seine eigene Meinung aufzuschwatzen – möglichst noch in der Hoffnung, dass er zu einer Einsicht kommt und die Rezension umändert.
Man belügt sich damit ja auch einfach selbst, wenn man Dinge schön redet. Statt für alles eine Ausrede zu suchen, sollte man sich Kritik vielleicht einfach zu Herzen nehmen, darüber nachdenken und dann entscheiden, ob man sie umsetzen möchte oder nicht. So erreicht man ja vielleicht auch, das spätere Geschichten besser ankommen, was ja auch nur im Interesse des Autors/der Autorin sein kann.
Oft sind es aber gar nicht die Autoren, die einen Blogger für seine Meinung angehen, sondern andere Leser, die der Meinung sind, ihre neue Lieblingsgeschichte vor bösen Rezensionen schützen zu müssen. Auf einmal wird man von einem wildfremden Menschen dumm angemacht, wie man das nur schreiben kann und bekommt aufgelistet, warum das Buch doch eigentlich wunderschön ist. Vermutlich ist es normal, dass nicht nur positive Reaktionen auf Rezensionen folgen, aber eigentlich sollte das nicht sein, dass man für seine eigene Meinung angegriffen wird. Mir hat man auch mal gesagt, dass das, was ich als kitschig kritisiert habe, ja einfach nur romantisch ist und ich denke mir dann einfach nur: „Ja. Für DICH mag es romantisch sein, aber für MICH ist es zu viel des guten. Und deswegen hat es MIR nicht gefallen. Aber meine Ansicht muss sich ja nicht mit DEINER Ansicht decken.“
Und das ist der springende Punkt. Ob man einer Kritik zustimmt oder nicht, dass ist jedem selbst überlassen – nur sollte man dabei einfach einem anderen Menschen seine Meinung lassen.
Amen. :D
Jules :)

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