Montag, 8. Februar 2016

Eine Randbemerkung (Isabelle Rowan)

Hi ihr Lieben!

Diesmal gibt es eine Rezension zu "Eine Randbemerkung"* von Isabelle Rowan. Das Buch erschien bei Dreamspinner Press und umfasst 289 Seiten. In diesem geht es um John, der sein Leben neu ordnen muss und sich dabei in den obdachlosen David verliebt.


Beschreibung:

Für John zählen nur Zahlen und Fakten und folglich dreht sich sein Leben nur um seinen Job. Doch auch er muss einsehen, dass seine Gesundheit dies nicht länger mitmacht. Sein Arzt rät ihm zu einem Tapetenwechsel und diesen findet John in einem kleinen Buchladen, den er pachtet.
Zunächst versucht er als neuer Geschäftsführer nur, sein altes Verhalten beizubehalten, aber nach und nach muss er erkennen, dass er sein Leben von grundauf neu ordnen muss. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei der ungepflegte David, der jeden Tag zum Lesen in den Laden kommt und John zunächst ein Dorn im Auge ist. Doch je mehr er über David erfährt, desto mehr muss er erkennen, dass zu leben mehr bedeudet, als nur zu einen erfolgreichen Job zu machen.

Meine Meinung:

Ich musste ja erstmal in die Geschichte reinkommen, wenn ich ehrlich sein sollte. Am Anfang wusste ich noch nicht so genau, auf was das Ganze hinauslaufen wird und was ich davon halten soll. Aber als die Geschichte dann Fahrt aufgenommen hat, hat sie mich wirklich komplett überzeugt. Es steckt letztlich einfach so viel mehr in ihr, als man zunächst vermutet und sie entpuppt sich dann als wahres Schätzchen, dass man kaum aus der Hand legen mag.
Beeindruckend daran ist, wie sehr sie einen emotional einfach mitreißt. Ich hatte kaum ein Kapitel, bei dem ich nicht wegen irgendetwas Tränen in den Augen hatte. Man kann einfach nicht nicht mitfühlen.
Das liegt einfach an der Geschichte selbst, die wie ein Märchen rüber kommt, aber trotzdem so echt wirkt, als wäre sie wirklich alltäglich. Der Stil spielt da natürlich viel mit rein. Er beschreibt alles sehr greifbar und nachvollziehbar, so dass man alles super nachempfinden kann und nichts in Frage stellen muss, weil alles, so märchenhaft es auch sein mag, nie unrealistisch wirkt.
Ich mochte auch sehr, wie sich die Charaktere so wunderbar in die Geschichte einfügen und wie real sie einfach wirken. Dadurch, dass jeder seinen festen Platz in der Story hat, wird es eben einfach noch einmal authentischer. So als würde genau diese Geschichte sich gerade im Buchladen um die Ecke ereignen.
Man muss auch ganz allgemein sagen, dass die Protagonisten wunderbar dargestellt werden. Hauptsächlich eben dadurch, dass ihre Gefühle dem Leser sehr offen dargestellt werden und man einfach genau nachvollziehen kann, warum wer wie denkt und wie handelt.
Gerade auch Dave, der doch ein sehr undurchsichtiger und verschlossener Charakter ist, ist dennoch für den Leser greifbar. Natürlich handelt er oft anders, als man es erwartet oder sagen wir besser, er handelt anders, als man es von einem „normalen“ Menschen erwarten würde. Aber man erkennt eben deutlich, warum er das tut und was er gerade für ein Problem hat und warum er deshalb weg muss, so dass man dann nicht das Gefühl hat, ihn jetzt nicht verstehen zu können. Ich finde, es ist eine Kunst, einen Charakter so unlogisch handeln zu lassen, es aber so darzustellen, dass es dennoch Sinn ergibt.
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Gefühle dem Leser allgemein wirklich nahe gebracht werden. Man versteht einfach Davids Ängste und seine Unsicherheit, ob er all das wirklich verdient hat, genauso, wie man Johns Verzweiflung am eigenen Leib fühlen kann. Beide durchleben in dem Buch auch eine Wandlung, die sehr authentisch beschrieben wird. John kann eben nicht von jetzt auf gleich seinen alten Charakter ablegen, aber man erkennt, wie es in ihm arbeitet und David ihn nach und nach zu einem offeneren Menschen macht.
Und David wiederum hat Dinge erlebt, die jeden hemmen würden, aber er erkennt, dass er an sich Arbeiten muss um das zu ändern. Ich finde es auch wunderbar, wie man einfach mitverfolgen kann, wie sich die Veränderung der Charaktere dann auch auf ihre Beziehung auswirkt – oder vielleicht eher andersherum. Es ist einfach alles ein homogener Prozess, der wunderbar passt.
Ich mag auch die Nebencharaktere sehr gerne. Allen voran Jamie, der so unbeschwert und doch so einfühlsam ist oder auch Adam, Daves Sohn, der so stark und tapfer ist, aber trotzdem auch noch ein verletzlicher Teenager. Sie sind alle so menschlich und das ist einfach schön.
Ich weiß nicht, was ich kritisieren soll. Die Geschichte ist wunderbar ruhig und dabei so rührend und ergreifend, dass mir einfach nichts Negatives einfallen will.
Das Buch ist wunderbar und man muss es einfach lesen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wie kann man das Buch nicht lesen wollen? Ihr müsst der Geschichte eine Chance geben, sie ist so warmherzig und wundervoll und rührend, man muss sie einfach gelesen haben!
Unbedingt kaufen.

Und da haben wir schon wieder eine endlos lange Rezension... Ich glaube, ich kann mich gar nicht mehr kurz fassen.
Jules :)




* Dieses Buch wurde mir Dreamspinner Press als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank noch einmal dafür!

Kommentare:

  1. Hey,

    irgendwie bringt mich der Inhalt ein bisschen zu schmunzeln. Ich weiß nicht, ob es gesundheitsfördernd ist, wenn man sich eine kleine Buchhandlung mietet. Ich würde da ja sofort an die Herzinfarktgefahr denken, weil sich so etwas doch leider kaum rentiert.

    Aber unabhängig von dieser Tatsache klingt das nach einem schönen Buch. So wie... ehm... in diesem Film mit... Meg Ryan? Oder so. E-Mail für dich?!

    Ein bisschen skeptisch macht mich das unlogische Verhalten. Aber wenn du sagst, man kann es dann doch verstehen...

    "Eine Randbemerkung" (schon allein der Titel ist wunderbar) wandert sofort auf den Wunschzettel.

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    1. Haha, vermutlich hast du da recht. Obwohl ich glaube schon, wenn man nicht zwingend drauf angewiesen ist, dann ist das schon ein schönes Schätzchen, so eine kleine alte Buchhandlung.

      Den kenn ich leider nicht. Nur vom Titel her.

      Naja, ich meine damit wirklich: Er handelt für sich und seinem Trauma sehr nachvollziehbar, aber ein "gesunder" Mensch würde das vielleicht anders sehen und anders reagieren. Aber dadurch, dass man ja weiß, was mit ihm los ist, versteht man es eben als Leser auch.

      Und glaub mir, im Buch wird noch erklärt, warum der Titel so heißt und das ist noch viel wunderbarer. :)

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