Mittwoch, 17. Februar 2016

Darf ich deine Hand halten? (Marlene Lauterbach) [Q]

Hey!

Um Marlene Lauterbachs "Darf ich deine Hand halten?" soll es heute gehen. Die Kurzgeschichte umfasst 89 Seiten und handelt von Daniel, der sich in seinen Mitschüler Jason verliebt.


Beschreibung:

Daniel ist - vor allem im Vergleich zu seinen Geschwistern - der perfekte Sohn. Doch dann verliebt er sich ausgerechnet in seinen Mitschüler Jason und muss sich plötzlich damit auseinandersetzen, in einen Jungen verliebt zu sein. Was werden seine Eltern dazu sagen? Und was sagt Jason dazu? Dieser hat nämlich noch ein Handicap: ihm fehlt eine Hand - und das macht die Sache nur noch komplizierter.

Meine Meinung:

Die Geschichte hat mir sehr gefallen. Es ist eine typische süße Schulhofromanze, hinter der aber mehr steckt als man auf den ersten Blick denkt, eben aufgrund von Jasons Handicap. Ihr mag es ja, wenn die Protagonsiten ein wenig von der Norm abweichen und deswegen musste ich die Geschichte auch unbedingt lesen. Und ich finde, hier ist es wunderbar geschildert worden, wie Jason ohne seine Hand zurecht kommt und sich damit arrangiert hat. Gleichzeitig ist er dadurch aber auch teilweise unsicher und will eher verstecken, dass er eben keine Hand hat. Das zeigt noch mal so die verletztlich Seite und schildert damit wunderbar komplex die Situation, in der er sich befindet.
Ich mag auch, wie Daniel auf Jasons Handicap reagiert. Das macht ihm zu einer wunderbaren Persönlichkeit, in die man sich einfach verlieben muss.
Es ist auch toll, wie unsicher Daniel ist, weil er nicht weiß, ob Jason ähnlich für ihn fühlt, und wie er dann versucht, ihn irgendwie von sich zu überzeugen. Das ist so unschuldig und niedlich irgendwie und trotzdem nicht kitschig oder schwachsinnig oder so.
Ich finde auch gut, dass die Sexszene nur angeschnitten wird. Es ist hier schließlich eine Jugendliebe und auch wenn eine Sexszene prinzipiell nie verkehrt ist - bevor so ein erstes Mal ausufert und unrealistisch wird, lieber dezent lassen.
Was ich allerdings schade fand: Am Anfang träumt Daniel nur davon, wie er Jason kennenlernt und auch wie sich die Freundschaft entwickelt, wird nur angeschnitten. Richtig beginnen tut die Geschichte erst, wenn die Jungs schon zusammen sind. Ich hätte mir da einfach noch ein wenig mehr Hintergrund gewünscht. Ich hätte es gerne mitverfolgt, wie sie sich schon freundschaftlich annähern.
Und bei der geringen Seitenanzahl wäre dafür ja auch noch locker Platz gewesen. Ansonsten kann man aber an der Länge nicht meckern. Ich finde den Rest der Geschichte schön ausführlich und super geschrieben. Tatsächlich sagt mir der Stil irgendwie sehr zu und ich werde definitiv noch mehr von der Autorin lesen.
Was ich aber auch noch eher negativ ankreiden möchte: Es ist nun so, dass einige Dinge offen gelassen werden. Naja gut, offen vielleicht nicht, aber auch nicht wirklich ausgeführt. Zum Beispiel wird die ganze Zeit gesagt, Daniels Eltern sehen ihn als perfekten Sohn und werden geschockt von seiner Homosexualität sein. Aber dann am Ende wird ihre Reaktion kaum beachtet. Oder auch Jasons Mutter sorgt für Wirbel, geht dann aber einfach unter.. Da hätte ich mir einfach noch ein wenig mehr drum herum gewünscht.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich mag an der Geschichte dieses tiefsinnige (aufgrund von Jasons Handicap). Es ist aber gar keine schwere Kost, sondern immer noch eine zarte Liebesgeschichte, die Fans solcher Teenagerlieben begeistern kann. Und sie ist auch was für Teenager selbst, einfach, weil sie in deren Welt spielt.

In meinem Urlaub habe ich so viele Rezensionen geschrieben, der Wahnsinn. Ich liebe es, wenn man mal Zeit für den Blog und kreative Prozesse hat - mir sind Ideen eingefallen, da wäre ich im Alltagsstress nei drauf gekommen, obwohl sie so einfach und offensichtlich sind.
Jules

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