Samstag, 9. Januar 2016

Tote Poeten und Pickelstift (Kooky Rooster)

Hallo meine Lieben!

Diesmal gibt es eine Rezension zu "Tote Poeten und Pickelstift" von Kooky Rooster. Das Buch umfasst 408 Seiten, wird frei publiziert und handelt von Erik, der sich in seinen Lehrer Jonas verliebt hat.


Beschreibung:

Im Gegensatz zu seinen Mitschülern, verkriecht Erik sich meist in seinem Zimmer und schreibt Liebesgedichte. Soziale Kontakte meidet er, außer es handelt sich um seinen Lehrer Jonas. Für diesen tritt er sogar der Theatergruppe bei. Aber mehr als Jonas aus der Ferne anzuschmachten, scheint für Erik nicht drin zu sein, denn Jonas möchte seine Karriere auf gar keinen Fall für einen Schüler riskieren. Allerdings hat Jonas auch eine Vorliebe für Poeten und damit auch für Erik.

Meine Meinung:

Nun, was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen. Ich weiß gar nicht, wo ich mit rezensieren anfangen soll, so viele Notizen habe ich mir gemacht.
Zunächst etwas zum Schreibstil: Diesen habe ich ja auch schon in anderen Rezensionen gelobt, aber auch hier muss ich sagen, dass er wirklich klasse ist. Flüssig, die Situation treffend beschreibend, aber dennoch ohne unnötige Details. Mir gefällt gerade hier sehr gut, wie zum Beispiel die Gedichte mit eingebaut werden. Erik ist schließlich ein Poet und das wird dadurch super unterstrichen.
Was mir auch gefallen hat, ist die Situationskomik, die in der einen oder anderen Szenen auftaucht. Ich mag das nicht so und wenn, dann nur in Maßen und hier ist wirklich das Gleichgewicht gut ausbalanciert, so dass es auch lustig und nicht lächerlich wirkt.
Natürlich muss man sagen, dass einige Szenen vielleicht ein wenig absurd sind, dies ist allerdings Eriks Teenagerdasein geschuldet und deshalb ist das für mich auch kein Kritikpunkt sondern eine super Umsetzung von Eriks Pubertät. Er bringt sich selbst in wirklich miserable Situationen, einfach dadurch, dass er vor Jonas cool erscheinen möchte. Das ist so typisch für sein Alter und so wunderbar dargestellt, das hat mich wirklich mit am meisten begeistert.
Überhaupt muss man sagen, dass die Gefühle von Erik super dargestellt sind. Aus der Pubertät heraus reagiert manchmal mit Sicherheit über, aber eben das macht es so authentisch. Und obwohl es doch recht viel Melodramatik gibt, ist es irgendwie nie zu viel.
Dazu kommt noch Eriks persönliche Entwicklung. Er muss in dem Buch erst nach und nach feststellen, dass er nicht mehr ein kleiner fetter Junge sondern ein hübscher junger Mann ist und er muss vor allem lernen, für sich und seinen Willen einzustehen. Ich finde es schön, diese Entwicklung in dem Buch wirklich nachvollziehbar miterleben zu können. Ich habe ja einen Faible für solche Coming-of-age-Geschichten.
Abgesehen von Erik sind aber auch die anderen Charaktere wunderbar dargestellt. Ich mag es ja, wenn auch Nebencharakteren eine gewisse Rolle in einem Buch zu Teil wird und hier ist es wirklich so, dass jeder seine Persönlichkeit und seinen Platz in der Geschichte hat - alles wunderbar umgesetzt, so dass man Eriks Umfeld wirklich erlebt, als gäbe es dieses wirklich.
Die Beziehung zwischen Erik und Jonas finde ich sehr gut beschrieben. Ein Hauch von Kritik wäre, dass ich nicht ganz verstehe, warum Jonas so gar keine Selbstkontrolle bei Erik. Er hätte tatsächlich etwas erwachsener reagieren und zumindest bis zu Eriks 18. Geburtstag warten können. Er sagt es ja selbst und der einzige Grund, warum er es nicht tut, ist die Liebe. So romantisch das auch sein mag, finde ich es dennoch ein wenig unvernünftig. Aber das tut der Geschichte nun wirklich keinen Abbruch, weil der Rest so wunderbar stimmig ist.
Ganz toll finde ich diese ernsten Themen, die in dem Buch behandelt werden. Sei es nun die Liebe eines Lehrer zu einem Schüler mit all den daraus resultierenden Problemen oder die Starrköpfigkeit und Intoleranz von Eltern, die sich nicht nur damit beschäftigen müssen, dass ihr Sohn nun schwul ist - sonden eben auch noch damit, dass er mit seinem Lehrer zusammen ist. Teilweise kann ich die Eltern wirklich verstehen, dass sie entsetzt sind. Teilweise bringen sie Aktion, bei denen sich einem beim Lesen der Brustkorb zuschnürt.
Das sind Probleme, die sich nicht von Jetzt auf Gleich lösen lassen und ich mag es, wie sich diese auf die Geschichte auswirken und dann nach und nach nicht zum Perfekten, aber zum Guten gelöst werden.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich höre jetzt lieber auf, die Rezension ist schon wieder viel zu lange. Aber ihr habt hoffentlich verstanden, wie klasse das Buch ist und ich hoffe, ich konnte euch neugierig machen, es zu kaufen. Der Kauf lohnt sich nämlich wirklich.

Weil ich sehr dumm bin, lösche ich Ab und An versehentlich Rezensionen und falle dann in eine mittelschwere Krise, weil sie plötzlich verschwunden ist. Ab jetzt mache ich also Sicherungskopien und fühle mich ein wenig paranoid damit.
Jules :)

Kommentare:

  1. JA!!! *armevorfreudeindieluftstreck*, ich bin so froh, dass Du das Buch so gut findest, da ich es Dir doch so ein wenig ans Herz gelegt habe ;-). Du hast eine tolle Rezension dazu geschrieben, die alles auf den Punkt bringt - sie ist wunderbar :-) Danke + lG
    PS: bei solch wunderbaren Büchern, kann eine Rezi gar nicht zu lang sein *g*

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    1. Haha, vielen Dank :D Es ist wirklich ein tolles Buch, wobei ich das auch erwartet habe. :P
      lg :)

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