Mittwoch, 13. Januar 2016

Nebencharaktere - Schillernde Rahmen oder trostlose Schatten [K]

Hallo ihr Lieben!

Heute geht es mir wieder um eine wahre Herzensangelegenheit. Keine Ahnung, ob es euch schon mal aufgefallen ist, aber in meinen Rezensionen ist ein für mich wichtiger Punkt immer, ob die Charaktere eine eigene Persönlichkeit haben oder nur ein hohles Dasein fristet. Dabei geht es mir nicht mal so sehr um die Hauptcharaktere (von denen ich es einach mal erwarte), sondern eher um die Nebenfiguren. Ich finde es ziemlich schade, wenn diese nur ein Schattendasein fristen und als seelenlose Zombies durch die Geschichte wandern.
Manchen Leuten scheint einfach nicht klar zu sein, dass Bücher häufig von Nebencharakteren leben. Oft sind es diese, die der Geschichte erst richtig Leben einhauchen. Schon alleine deswegen, weil sie ihr einen Rahmen geben, auf der man die ganze Sache aufbauen kann. Beispiel: Wenn man eine Coming-out-Story in einer Schule erzählt, dann sollten die übrigen Schüler schon irgendwo eine Rolle spielen, sonst kann man es ja gleich lassen. Was wäre so eine Geschichte ohne ein paar homophobe Idioten, selbstlose Klassenkameraden und fürsorgliche (oder von mir aus auch ignorante) Lehrern?
Es sind doch gerade Nebencharaktere, die der Geschichte ihre notwendige Spannung verleihen, den Hauptfiguren Kraft spenden oder ihnen das Leben zur Hölle machen und letztlich einfach für den ganz besonderen Charme oder Witz der Story sorgen, die Geschichte realistischer wirken lassen. Wie kann man da gerade diesen Figuren so wenig Bedeutung beimessen, wenn sie doch in Wahrheit so eine große haben?
Sie haben es einfach verdient, eine eigene Persönlichkeit zu bekommen, die sie von ihrem hohlen Dasein erlöst. Klar haben Nebenfiguren oft einen gewissen Zweck in der Geschichte, aber sie sollten eben nie alleine darauf beschränkt werden. Und gerade wenn sie gewisse Stereotype darstellen, sollte man sie doch zu einem eigenständigen Menschen machen, um ihnen Form zu verleihen und sie für sich interessant zu machen. Letztlich ist es nämlich einfach so: Wenn sie nichts repräsentieren, dann sind sie irgendwo ein Stück weit überflüssig.
Wenn ein Autor sich die Mühe macht, ihnen ebenso Leben einzuhauchen, wie seinen Hauptfiguren, dann zeugt das für mich von Liebe ins Detail. Er möchte dann einfach die gesamte Geschichte perfekt machen und dabei alles mit einbeziehen und sich nicht nur auf die zwei Personen fokussieren, die eben den Kern der Geschichte bilden.
Und weil ich davon so überzeugt bin, dass Nebenfiguren so unglaublich wichtig für eine Geschichte sind, ist es für mich einfach ein riesiger Kritikpunkt, wenn sie eben nur kurz erwähnt werden und dabei auch noch 0-8-15 dargestellt werden.
Oft ist es nämlich auch einfach schade um die Sache, weil die Geschichten vielleicht richtig gut sind und man dann genau an dieser Stelle an Ausarbeitung gespart hat.
Keine Ahnung, ob ihr mir da vorbehaltlos zustimmt oder ob ihr findet, ich reagiere ein wenig über, aber wahrscheinlich werden eure Lieblingsbücher auch immer ausgearbeitete Nebencharaktere aufweisen, weil eine Geschichte dadurch eben einfach besser wird.
Wenn ich in meiner Rezension so etwas kritisiere, dann hoffe ich immer, der Autor oder die Autorin nimmt sich das wirklich zu Herzen, weil es so unbedeutend erscheint und doch so wichtig ist. Und ich hoffe, dass ihr als Leser wertschätzt, wenn sich jemand mit den Nebenfiguren Mühe geben hat und es auch in eure Rezension schreibt, wenn ihr denn eine verfasst.
Jules :)

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