Samstag, 2. Januar 2016

Im freien Fall (Pinco Pallino)

Hey!

Die erste Rezension im neuen Jahr! Sie handelt von Pinco Pallinos "Im freien Fall". Das Buch ist frei publiziert und umfasst 179 Seiten. Es handelt von Chris, welcher der Liebe abgeschworen hat, bis er auf Janosch in einem Club trifft.



Beschreibung:

Chris fühlt sich nach einem Unfall als Krüppel, weil sein Bein künstlich versteift wurde. Überzeugt, dass ihn niemand haben will und auch mit dem Vorsatz, sich nie mehr zu verlieben, nachdem seine letzte Beziehung ihn so verletzt hat, sucht er im 69 nur ein wenig Spaß. Doch dann trifft er dort Janosch, der mit ihm in eine Klasse geht. Obwohl sie sich bisher nie wirklich was zu sagen hatten, scheint Janosch kein schlechter Kerl zu sein und plötztlich hadert Chris mit seinen Prinzipien.

Meine Meinung:

Hier hat mir schon der Stil sehr gut gefallen. Er enthielt teilweise sehr schöne Phrasen, was mir irgendwie sehr gut gefallen hat. Auch wird wirklich nichts überflüssiges erzählt oder wichtiges weggelassen. Man kommt sehr gut mit. Was am wichtigsten ist: man konnte sich in den Protagonisten hineinversetzen und mitfühlen.
Das lag auch daran, dass wirklich super nachvollziehen kann, wie es ihm so geht. Man versteht, weshalb er sich auf gewisse Art minderwertig fühlt, aber man erkennt auch, dass er wirklich versuchen möchte, diesen Sog, der ihn hinunter zieht, zu überwinden. Ich mag es ja, wenn die Charaktere aus der Norm stechen und das dann auch authentisch dargestellt wird. Das war hier wirklich der Fall, man versteht Chris' Unsicherheit und man kann sich eben als Leser in ihn reinfühlen.
Janosch hingegen finde ich ein wenig undurchsichtig. Nicht, dass ich ihn nicht mochte, das tat ich schon, aber ich wusste teilweise nicht, wie man bei ihm eben dran ist. Aber trotz dessen, dass man nicht immer genau wusste, was seine Intention ist, konnte man sehr schön mitverfolgen, wie er sich Chris gegenüber langsam geöffnet hat.
Allgemein finde ich, dass die beiden in ihrer Beziehung eine Entwickelung mitmachen, die man als Leser gut begreifen kann. Nichts kommt irgendwie unrealistisch rüber und alles hat eine gewisse Langsamkeit, so dass es nicht übereilt wirkt.
Das Ende war sehr schlicht, wie ich fand, was ich aber doch begrüße, weil ich so großes Tamtam eigentlich nicht mag. Trotzdem hat es mich ein wenig enttäuscht. Es wurde dann doch ein recht großer Zeitsprung gemacht und dann erschien es mir, weil eben nicht mehr wirklich viel gesagt/beschrieben/erklärt wird, als wenn das Ende ein wenig überstürzt kommt und auch ein wenig zurechtgebogen.
Was ich auch nicht mochte, war die Verbindung, die Janosch und Chris' Vater miteinander haben. Ich weiß nicht so genau, warum das unbedingt in das Buch einfließen musste, weil das Buch ohen fast das gleiche gewesen wäre und weil dieser Punkt in der Geschichte irgendwie unglaubwürdig rüberkam. Das mochte ich nicht so.
Aber trotz der Kritik hat es mir wirklich gefallen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Mit Sicherheit wieder etwas für Leute, die es mögen, wenn der Protagonist irgendeinen Makel hat. Aber auch so ist es eine lockere Geschichte mit ein bisschen Gay Romance und sicher für den einen oder anderen interessant.

Ich freue mich auf das kommende Jahr und alles, was es für mich (und den Blog) zu bieten hat. Aber es ist schon auch krass, wie schnell das alte jetzt doch umging. Manchmal gruselig, wie die Zeit vergeht.
Jules :)

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