Samstag, 30. Januar 2016

Eigentlich (Elisa Schwarz) [abgebrochen]

Hey!

Und wieder so eine unschöne Rezension, weil ich das Buch eben abgebrochen habe. Es handelt sich um "Eigentlich" von Elisa Schwarz. Das Buch erschien im Dead Soft Verlag und umfasst 456 Seiten. Handeln tut sie von Cameron, der kurz vor seiner Hochzeit mit Kati merkt, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt.


Ich habe das Buch bis Kapitel 16 gelesen, was laut meinem Kindle 55% des Buchs ausmacht. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass ich deshalb auch nur diesen Teil bewerten kann. Für alles weitere, was in dem Buch noch vorkommt, kann ich nicht sprechen.

Beschreibung:

In wenigen Tagen möchte Cameron seine Freundin heiraten. Doch ausgerchnet an seinem Jungegesellenabschied gerät seine heterosexuelle Welt ins Wanken.
Plötzlich muss er sich fragen, ob er Kati wirklich heiraten kann oder ob er sich nicht doch eher von Männern angezogen fühlt. Gerade von Callboy Chris, der ihn einfach anzieht. Nicht nur sexuell, sondern auch als Mensch.

Meine Meinung:

Noch einmal: Diese Rezension umfasst nur die ersten 16 Kapitel, zum Rest kann ich nichts sagen!
Es ist mir wahnsinnig schwer gefallen, dieses Buch abzubrechen, weil ich die Geschichte selbst eigentlich echt super finde. Mir gefällt dieser Ansatz, dass er kurz vor seiner Hetero-Hochzeit merkt, dass er sich auch (oder nur) zu Männern hingezogen fühlt. Ich finde es auch total spannend, dass er sich in einen Callboy verliebt und dass darauf eingegangen wird, welche Konflikte so ein Beruf auf eine Beziehung bedeuten kann. Das war der Grund, warum ich das Buch gekauft habe und das ist auch der Grund, warum ich es eigentlich zu Ende lesen wollte. Ich möchte wirklich wissen, was noch alles passiert und wie sich die Probleme lösen.
Aber warum habe ich es dann abgebrochen? Ganz einfach. Der Inhalt von einem Buch kann noch so spannend sein, es hilft nichts, wenn die Umsetzung schlecht ist. Und hier hat mir die Umsetzung einfach gar nicht gefallen. Das liegt im Prinzip zu 90% am Schreibstil. Ich will mal versuchen, es zu erklären:
Das erste, was mich total stört, ist, dass ständig in so abgehackten, kurzen Sätzen gesprochen wird. Entweder ihnen fehlt das Verb und sie stellen nur Ausrufe dar oder sie besitzen ein Verb, sind aber trotzdem total kurz und einfach. Mich stört das ungemein. Ich finde, wenn man so etwas als Stilmittel einsetzt, ist das klasse. Wenn man aber keine komplexen Sätze bilden kann, sondern nur so ein Blabla macht, dann ist das unerträglich. Hinzu kommt noch, dass das häufigste Satzzeichen in dem Buch "..." ist. Entweder weil man was andeutet, oder der Satz abgebrochen bzw unterbrochen wird, aber es kommt ständnig "..." vor. Das ist überhaupt nichts für mich. Wenn der Rest passen würde, würde es mich vielleicht gar nicht stören. Aber so bringt es das Fass noch zum Überlaufen.
Dazu kommen noch Flüche. Es vergeht eigentlich keine Seite, ohne dass Cameron nicht wegen irgendetwas flucht. Und sei es, um seine abgehackten Sätze einfach noch ein wenig zu verdeutlichen. Ab und an finde ich das als Stilmittel okay - aber ständig nervt es eben einfach.
Dann muss man es einfach so sagen: Die Geschichte ist für mich teilweise sehr plump, fast schon niveaulos und ab und an auch obszön. Wenn schon Frauen nicht als Frauen sondern als Miezen oder Kätzchen oder Häschen dargestellt werden - und Bottoms keine Menschen sondern willige Katerchen sind. Das regt mich voll. Das macht das Buch auch nicht sexy, sondern einfach peinlich.
Dabei muss man echt sagen: Eigentlich wären die Sexszenen gar nicht schlecht. Wäre nur der Stil ein anderer und würden die Szenen nicht ständig durch irgendwelche dummen Kommentare vom Camerson kaputt gemacht werden. Oft werden sie auch einfach unterbrochen, was ich gar nicht verstehe. Das ganze Buch dreht sich meistens nur ums Ficken und wenn sie es dann tun, wird erstmal unterbrochen. Ist eine zusammenhängende, erotische Sexszene eigentlich zu viel verlangt?
Dann der Inhalt. Wie gesagt, ich finde die Grundthematik sehr schön. Aber die Umsetzung davon ist zum Haare raufen. Es beginnt schon damit, dass Kati nie zu Wort kommt oder überhaupt mal eine Rolle spielt. Ich hätte mir gewünscht, dass man mitbekommt, wie Cameron mit ihr spricht, einfach irgendeine Szene mit ihr, um mal ihre Gefühle ein wenig zu erleben. Stattdessen wird alles, was mit Kati zu tun hat, übersprungen und dann nur fix nacherzählt. Als wäre sie gar nicht wichtig. Das ärgert mich, weil man da so viel draus hätte machen können.
Stattdessen konzentriert sich die Geschichte rein auf Sex. Sex mit dem, und diesem und jenen und überhaupt. Das wird sich durch den Freundeskreis gefickt und wenn da abgeblockt wird, geht man halt in den Sexclub...
Was gut dargestellt wird. Wie er anfangs mit sich hadert, weil er erkennt, dass er eben auf Sex mit Männern abfährt. Das ist gut beschreiben, fast schon wieder zu sehr, weil man irgendwann einfach denkt: Jetzt nimm es halt mal hin, Junge, und mach nicht so ein Drama draus. Das ist nämlich das nächste. Er schein immer alles überzudramatisieren.
Allgemein habe ich auch das Gefühl, dadurch, dass das Buch mit so viel Drama, Gejammere und Sex gefüllt ist, zieht es sich unglaublich in die Länge. Es passiert ja schon einiges, aber eben nicht so viel, dass fast 4000 Positionen rechtfertigt.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:


Auch hier wieder: Kann ich es irgendwem noch empfehlen, wenn ich es abgebrochen habe? Natürlich kann es sein, dass euch meine Kritik gar nicht stört. Dann lest es ruhig. Wie gesagt, die Grundstory hätte mich wirklich interessiert. Aber naja... ich komme auf diesen Stil einfach nicht klar.

Am meisten erschüttert mich, dass das Buch im Dead Soft Verlag erschienen ist. Ich halte sehr viel von dem Verlag und wurde bisher nie enttäuscht.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hey,

    ich überlege gerade, warum mir das Buch so bekannt vorkommt. Auf meiner Wunschliste steht es nicht... Mh... kommt vielleicht einfach daher, dass ich deine Rezension dazu schon mal gelesen habe.

    Die Story klingt wirklich klasse, klingt für mich nach sehr viel Potenzial. Schade, wenn dann der Rest blöd ist. Hast du die letzten Seiten gelesen? Vielleicht gabs da noch ein paar interessante Sachen (Haben sie es geschafft ja/nein und was sonst noch so offen war). So ich mach das, wenn ich mal was abbreche. Dann weiß man immerhin wo dsa Ziel ist, aber nicht wie man hingekommen ist :D

    Die ... haben mich ja schon bei Fairy Tale gestört. Da reagiere ich ja auch allergisch drauf.

    Der Rest klingt jedenfalls auch so, dass es mir wahrscheinlich auch nicht gefallen würde.

    Weißt du, irgendwann muss ich dich glaube ich mal bezahlen. Die blöden Bücher sortierst du vorher für mich aus und die Diamanten präsentierst du mir auf einem Silbertablett. Vielen herzlichen Dank, Jules! :)

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    1. Vielleicht, weil es das Buch war, über das wir mal geredet haben, als ich am Zweifel war, ob ich ein Rezension über eine abgebrochene Geschichte schreiben soll? Du hattest mich darin ja so ein wenig bekärftigt. Aber ich weiß nicht, ob da ein Titel gefallen ist?

      Ja, ich habe mich auch sehr auf die Story gefreut und sie bietet eigentlich schon teilweise das, was man erwartet. Aber an mancher Stelle überspringt sie eben wichtige Passagen und gute Story hin oder her, der Schreibstil geht für mich gar nicht.

      Du ahnst nicht, was ich mir wegen dieser Rezension schon alles anhören durfte. Ich glaube, ich bin jetzt ein niveauloser Teufel, weil ich ein abgebrochenes Buch rezensiert habe. Dabei versteh ich das Problem wirklich nicht, weil ich mich ja nur zum gelesenen Teil äußere. Fakt ist aber, dass manche Leute eben meinen, wildfremde Menschen anschreiben und beleidigen zu müssen, weil sie selbst offenbar nichts besseres zu tun haben.
      Jedenfalls hat mich das jetzt erst recht darin bekräftigt, diese Rezension auf dem Blog zu lassen.

      Haha, ach naja, dafür ist der Blog ja schließlich da. Ich freu mich schon, wenn ich weiterhelfen kann. ;)

      lg

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    2. Ne, wir hatten nicht über den Titel gesprochen.
      Ich glaub, ich hab mir das näher angesehen, als es im Adventskalender verlost wurde.

      Ich finde das nach wie vor legitim, auch über abgebrochene Bücher zu sprechen. Jeder mit ein bisschen Verstand wird dann ja selbst begreifen, dass du nicht über das ganze Buch urteilen kannst und das theoretisch die Möglichkeit besteht, dass es noch besser wird.

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    3. Das kann natürlich auch sein.

      Ich auch. Aber offenbar kommt da doch nicht jeder drauf. Hatte da eine ziemliche Diskussion, in der dieses Argument einfach nicht begriffen (werden wollte) wurde.
      Aber was soll's, ich sehe es wie du: Ich finde es in Ordnung und werde das auch weiter machen.

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