Samstag, 14. November 2015

Männerbande (Sylvia Pranga)

Hi Leute,

heute geht es um Sylvia Prangas Werk "Männerbande", welches im Sieben Verlag erschien und 352 Seiten umfasst. Es handelt von John, der schon jahrelang heimlich in seinen besten Freund Calum verliebt ist.


Beschreibung:

Seit ihrer Jugend liebt John Calum, traucht sich aber nicht, diesem die Wahrheit zu sagen. Das liegt unter anderem daran, dass dieser verheiratet ist und zwei Söhne hat. Um endlich mit Calum abschließen zu können, beschließt John, seinem Liebesleben neuen Schwung zu verleihen und geht wieder aktiv auf Partnersuche. Dies führt jedoch dazu, dass nach und nach seine Geheimnisse ans Licht kommen. Aber nicht nur John hat Geheimnisse, auch Calum trägt einiges mit sich herum.

Meine Meinung:

Ein bisschen muss ich hier kritisieren, was ich häufig kritisiere: Offensichtliches wird hier manchmal erklärt, obwohl man als Leser auch so dahinter steigen kann. Ich mag das einfach nicht, wenn Dinge gesagt werden, die man sich denken kann. Ansonsten kann ich aber am Stil nicht wirklicht etwas beanstanden.
Die Geschichte selbst entwickelt sich recht langsam, was ich an sich loben muss, weil ich es nicht leiden kann, wenn sich Geschehnisse überstürzen und alles so schnell zu einem Ende kommt. Hier muss ich allerdings sagen, dass es auch mir manchmal ein wenig zu langsam voran ging. Ich sag es mal so: Die Veränderung, welche die beiden mitmachen, die ist wirklich auf den Punkt dargestellt, aber was die Entwicklung an ihrer Beziehung angeht, muss ich gestehen, dass es mir etwas zu langatmig war. Die Geschichte ist nun eben auch sehr lang und wenn man da nicht die Lust verlieren will, dann darf da einfach kein Stillstand drin vorkommen.
Um noch mal auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit zurück zu kommen: Ich fand es wirklich klasse umgesetzt, man konnte es nachvollziehen und wirklich miterleben. Etwas, was ich ja total liebe. So kommt es einem dann auch nicht unrealisisch oder übereilt vor, sondern es ist wirklich ein angenehmer Prozess, der die Story spannend macht.
Trotzdem gab es Dinge, die ich eher übertrieben fand. Angefangen bei den Dates, die John hatte, und von denen eigentlich fast jedes eine Katastrophe war. Ich weiß nicht, ob es da nicht auch "normale" Männer getan hätten, statt absoluter Nullnummern. Ich meine... letztlich haben die Dates dazu gedient, ihm zu zeigen, dass er eben nur Calum lieben kann, aber das hätte er doch mit Männern, vor denen nicht JEDER schreiend weggelaufen wäre, auch begreifen können. Vielleicht noch mehr, weil es dann noch mehr Bedeutung gehabt hätte. Versteht ihr, was ich meine?
Bei was ich nicht ganz durchgestiegen bin, ist Calums Sexualität. Eine Weile hat man das Gefühl, er wäre einfach bi, dann stellt es sich so dar, als wäre er doch schwul, dann bezeichnet er sich glücklicherweise selbst als bi... Ich finde gut, dass das dann so stehen gelassen wird, statt es so zu drehen, dass er schon immer nur Männer geliebt hat. Ich sage es ja so oft: Lasst die Leute doch einfach bi sein! Aber trotzdem finde ich diese Sache im Roman undurchsichtig. Auch, was seine Frau anbelangt. Hieß es zu Anfang noch, er mochte sie mal wirklich und dann haben sie sich außeinander entwickelt, hieß es am Ende, diese Ehe war nie wirklich von ihm gewollt. Da denke ich mir einfach: Was denn nun? Und ehrlichgesagt hätte ich die erste Erklärung auch tausend mal schöner gefunden, als die zweite, die dann ja wohl die offizielle ist.
Trotz meiner Kritik, hat mir die Geschichte dann doch gefallen. Es waren hier auch viele Kleinigkeiten, die ich mochte: Ich fand es schön, dass die Charaktere so ihre Eigenheiten hatten, die sich auch durchgezogen haben oder das durch Calums Hund ein wenig Witz in die Geschichte kam. Und allgemein mochte ich auch die Idee der Geschichte sehr. Das klingt jetzt zwar so plump, aber ich finde solche Freundschaft-wird-zu-Liebe-Entwicklungen einfach sehr schön zu lesen. Und deswegen ist die Geschichte vielleicht kein absoluter Favorit von mir, aber doch in positiver Erinnerung.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Jedem zu empfehlen, der auf langsam aufbauende Geschichten ohne viel Kitsch steht. Auch wenn ich manches zu kritisieren habe, so finde ich doch, dass es die Geschichte wert ist, gelesen zu werden.

Nach zwei Wochenenden, in denen ich mich kaum um den Blog kümmern konnte, muss ich dieses einiges aufholen. Das macht mich echt wahnsinnig, ich komme zu nichts anderem mehr.
Jules :)

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