Montag, 23. November 2015

Injection (Marc Weiherhof)

Hallo!

Meine heutige Rezension handelt von Marc Weiherhofs "Injection", welches im MAIN Verlag erschien und auf 285 Seiten von Korvin handelt, der seinen Sohn vor einem Terroristen retten muss.


Beschreibung:

Korvin bekommt das Angebot, im Swiss Biobank Laboratory an einem Heilmittel gegen ein tödliches Virus zu forschen. Nichts ahnend nimmt er diese Chance an und muss sich schon bald mit einigen Problemen auseinandersetzen. Seine Ehe leidet darunter und dann darf er sich auch noch mit Bioterroristen auseinandersetzen. Diese entführen seinen Sohn und injezieren ihm das Virus, um von Korvin das Heilmittel ausgehändigt zu bekommen. Nur muss dieses erst noch fertigstellt werden.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich leider größtenteils enttäuscht, weil es für mich sehr durchwachsen war.
Der Prolog hat mir noch sehr gut gefallen, weil man gleich mitten im Geschehen ist. Folglich wird von Anfang an eine gewisse Spannung aufgebaut, man will eben gleich wissen, wie es weiter geht. Auch finde ich, dass der Prolog schon ein wenig den erst der Lage verdeutlicht und deshalb ein sehr guter Einstieg ist.
Leider geht es dann nicht so weiter. Die nächsten Kapitel dienen als Rückblick, so dass man erstmal erfährt, wie Korvin lebt und wie sein Einstieg in das Swiss Biobank Laboratory erfolgt. Und hier beginnt es für mich sehr anstrengend zu werden. Die Dialoge zwischen Korvin und seinem Mann sind viel zu lang und vor allem auch teilweise sehr kitschig oder geprängt von Witzen bzw. kleinen Spitzen, die so überzogen sind, dass es meinen Humor leider überhaupt nicht getroffen hat. Es ist so, als ob man unbedingt witzig sein wollte und deswegen so übertrieben hat, dass es leider alles nur nicht witzig war.
Auch sonst fand ich manche Stellen einfach überhaupt nicht überzeugend. Zum Beispiel den Streit mit Korvin und seinem Mann. Er wirkt auf mich so, als muss es jetzt unbedingt Streit geben und dadurch wirkt er einfach total aufgesetzt und auf mich überhaupt nicht realistisch oder nachvollziehbar.
Wenn es dann um die Arbeit im SBL geht, wird es wieder interessant. Ich mag es, wie auf die wissenschaftlichen Details eingegangen wird, da scheint viel Recherche dahinter zu stecken und das merkt man auch. Ebenso finde ich es schön, dass alles sehr detailier beschrieben wird. Man kann sich wirklich alles genau vorstellen und fühlt sich so ein wenig wie mittendrin.
Auch mochte ich, dass die Wendungen in dem Buch teilweise nicht vorhersehbar sind und einen als Leser dann doch überraschen. So behält sich das Buch auch einiges an Spannung, weil man eben nicht weiß, wem Korvin trauen kann und wem nicht. Oder weil es sich letztlich in eine andere Richtung entwickelt, als zunächst vom Leser vermutet.
Ich finde, dass die Szenen teilweise auch ein wenig psycho sind. Ich mag es ja, wenn es ein wenig verstörend oder eklig ist - aber es ist jetzt auch nicht durchweg so, so dass man das auch "ertragen" kann, wenn man sowas nicht mag.
Die Protagonisten sehe ich eher mit gemischten Gefühlen. Es gab einige, die mochte ich eigentlich ganz gerne, weil sie wirklich auf ihre Art sehr schön dargestellt wurden. Leider konnte ich mich aber gerade mit Korvin so gar nicht identifizieren. Ich fand ihn ganz schrecklich. Er ist für mich egoistisch und schwanzgesteuert und dann gibt es auch noch so Dinge, die er in dem Buch abzieht, die für mich gar nicht gehen, so dass ich dann schon voll genervt von ihm war und deshalb auch nicht mit ihm mitfühlen konnte.
Das Ende fand ich dann übrigens noch mal ganz gut gelungen, es bildet einen schönen Abschluss. Natürlich ist es so, dass es dann letztich alles auf Friede, Freude, Eierkuchen rausläuft, was ich zwar okay finde - Happy End ist ja immer schön und gut -, mich aber nicht so wirklich befriedigt zurückgelassen hat. Nach den Sachen, die sich Korvin im Buch so leistet, hätte ich den nicht mehr haben wollen... Aber gut...

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Sicher etwas für Krimi-Fans und Leute, die gerne solche Geschichten lesen, die ein wenig mehr als nur platte Tatort-Handlung bieten. Liebe kommt zwar genug drin vor, aber ich würde es jetzt nicht als Liebesgeschichte definieren.

Ich hab von einigen Seiten gehört, dass dieses Buch bisher das beste von Marc Weiherhof sein soll. Leider kann ich diese Ansicht überhaupt nicht teilen. Ich fand sowohl "Der Bosporus-Kurier", als auch "Der Pakt" um Welten besser. Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Jules :)

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