Mittwoch, 25. November 2015

Andere Wege (Anna Martin)

Hallo!

Das heutige Buch nennt sich "Andere Wege", stammt von Anna Martin und erschien bei Dreamspinner Press. Auf 233 Seiten geht es um Jesse, der neben seiner Beziehung zu einer Frau noch eine Affäre mit einem Mann hat.


Beschreibung:

Jesse lebt mit seiner Freundin zusammen und alles könnte perfekt sein, würde er nicht eine heimliche Affäre mit einem Mann führen. Er fühlt sich ziemich wohl darin, ein Doppelleben zu führen und sieht keinen Grund darin, irgendetwas daran zu ändern.
In Wahrheit aber läuft die Beziehung mit Adele deshalb nicht mehr sonderlich gut und je mehr Jesse seine devote Seite entdeckt, desto mehr fühlt er sich auch von seinem Master Will angezogen. Als dieser ihm auch noch gesteht, ihn nicht nur als Sub, sondern auch als Partner haben zu wollen, weiß Jesse nicht mehr, was tun. Er muss eine Entscheidung treffen und sich endlich seiner Gefühle klar werden.
Meine Meinung:

Gleich vorweg, ich fand dieses Buch einfach rundum gelungen und habe es wirklich geliebt. Dabei hatte ich am Anfang gar nicht den Eindruck, dass dies so werden könnte. Anfangs habe ich nämlich ein wenig mit dem BDSM-Szenen gehadert, die mir ein wenig zu leidenschaftslos rüber kamen. Ich kann das nicht richtig beschreiben, aber irgendwie muss eine Szene eine gewisse Stimmung haben, um mich anzusprechen und nicht jede Szene hat diese Stimmung. Leider finde ich das aber essentiell wichtig, um eine gelungene BDSM-Geschichte auf Papier zu bringen.
Hier war es nun aber so, dass sich das im Lauf der Geschichte irgendwie geändert hat. Ich hatte ein wenig das Gefühl, je näher sich Jesse und Will gekommen sind, desto intensiver sind auch die BDSM-Szenen geworden und desto mehr haben sie mir gefallen. Im Prinzip ist das also ein gewisser Prozess gewesen, der mich echt positiv erfreut hat.
Allgemein muss man sagen, dass die Beziehung zwischen Jesse und Will super dargestellt wurde. Das lag sicher auch viel am Stil, der doch eine sehr lockere und schöne Atmosphäre geschaffen hat. Es erschien mir alles so lebendig und real und einfach irgendwie auf dem Punkt. Man hat gemerkt, dass sie scharf aufeinander sind, man konnte aber auch mitverfolgen, wie die Gefühle zwischen ihnen sich verstärkt haben. Ich liebe es einfach, wenn man so etwas als Leser miterleben kann. Hinzu kam noch, dass die ganze Geschichte mit so einem tollen Humor gespickt war, dass ich ganz oft schmunzeln wurde und fast ein wenig neidisch auf die Beziehung der beiden Jungs geworden bin.
Auch auf den Sex bzw. die BDSM-Szenen bezogen, kann ich eigentlich nur Lob finden. Sie waren wirklich erotisch und vor allem hat man hier mit einem gewissen Hintergrundwissen gearbeitet. Sehr schön fand ich vor allem, dass es aus Jesses Sicht geschrieben ist und man wirklich seine Rolle als Sub nachempfinden kann. Man versteht quasi, was ihm solcher Sex bedeutet und warum ihm das so viel bringt. Außerdem wird auf Safer Sex und auf die Sicherheit während einer Szene eingegangen und das ist echt großartig. Das macht nämlich nicht jeder, obwohl es doch so wichtig ist.
Eigentlich kann man das Buch in zwei Teile teilen. Ich hoffe, ich nehme jetzt nicht zu viel vorweg, aber im Prinzip ist das nichts, was man nicht irgendwie erwarten würde: Im ersten geht es im Prinzip um das, was in der Beschreibung auch genannt wird. Darin finde ich vor allem schön dargestellt, wie Jesse mit seinen Gefühlen kämpft und wie er Adele nicht loslassen kann, weil er eben noch an ihr und ihrer gemeinsamen Zeit hängt.
Im zweiten Teil müssen Jesse und Will dann ihre Beziehung neu ordnen und das gefällt mir ebenfalls sehr gut. Jetzt geht es ja nicht nur um Sex, sondern auch um ihren gemeinsamen Alltag und ich mag, dass sie dabei auch mal vor Probleme gestellt werden und gemeinsam nach Lösungen suchen oder Abstriche machen. Dieses Finden in einer Beziehung ist irgendwie so real, dass es die Geschichte noch einmal greifbarer macht.
Noch ein Lob geht daran, dass Jesse sich nicht wirklich als schwul bezeichnet. Aus dem Buch geht nicht so recht hervor, ob er es nun ist oder nicht, sondern es wird nur gesagt, wie tief die Gefühle für Will sind, dass es aber auch welche für Adele gab. Und z.B. auch, dass er den Sex mit Adele eigentlich auch mochte. Ich weiß auch nicht, ob man immer alles in Kategorien stecken muss, das macht doch eigentlich keinen Sinn. Umso toller finde ich, dass er nicht plötzlich 100%ig schwul ist, sondern das es einfach ist, wie es ist. Man muss Liebe doch gar nicht definieren, sie ist einfach da.
Ansonsten weiß ich gerade nichts, aber ich hoffe, ihr habt auch so gemerkt, wie schön dieses Buch einfach ist.

Altersempfehlung/Zielgruppe:

Jedem zu empfehlen, der sich für BDSM interessiert. Aber auch, wer das nicht so gerne liest, wird vielleicht mit der restlichen Geschichte glücklich werden, weil diese einfach sehr schön geworden ist.


Es gibt nicht vieles, was mich so glücklich macht, wie eine gute BDSM-Geschichte. Davon sollte es noch so viele mehr geben. (Vorschläge immer zu mir!)
Jules :)

Kommentare:

  1. BDSM gehört nicht unbedingt zu meinen Lese-Vorlieben. Deshalb ist es ganz wichtig, dass die Atmosphäre stimmt, das hast Du für Dich ja auch schon festgestellt. Ich weiß nicht, ob wir die gleiche Vorstellung von gelungenem BDSM-Buch haben, aber ich habe mir mal Gedanken darüber gemacht, welche ich toll fand. Besonders die hier sind mir im Gedächtnis geblieben, sind aber alle auf englisch:

    How to Train Your Dom in Five Easy Steps von Josephine Myles
    An Old Fashioned Love Song von Michelle K Grant
    For Real von Alexis Hall

    Von Anna Martin habe ich schon „Tattoos & Teacups“ und „Signs“ auf englisch gelesen und beide haben mir sehr gut gefallen. Und „Another Way“, also die englische Version von „Andere Wege“ ist auch schon auf meinem Reader. So könnte ich dann auch gleich die beiden Fortsetzungen lesen, von denen es wohl (noch) keine deutsche Übersetzung gibt. Dank Deiner begeistetern Rezi ist „Another Way“ auf jeden Fall schon mal in der Leseliste ganz nach oben gerutscht!

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    1. Ich kenne die alle noch nicht - hab bisher noch kein BDSM-Buch auf englisch gelesen. Hab imme Angst, dass ich dann nichts verstehe und es mir selbst versaue. Also die Sexszenen halt. :D
      Sind die denn einigermaßen verständlich?
      Ich werde sie mir auf jeden Fall mal anschauen.

      Ich hab auch schon mit dem Gedanken gespielt, die anderen Bände von "Andere Wege" gleich zu lesen, statt auf die Übersetzung zu warten. Aber mal sehen. Vllt lese ich auch erst eines ihrer anderen und warte wegen der Übersetzungen doch noch ab. Mal seh.

      Freut mich ejdenfalls, wenn es auf deiner Leseliste hochrutscht. Ich weiß auch nicht, ob wir genau den gleichen BDSM-Geschmack haben, aber ich fand es wirklich gelungen.

      Liebe Grüße! :)

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  2. Josephine Myles und Alexis Hall sind britisch und deshalb hatte ich mit deren Englisch keine Probleme, aber auch bei Michelle K Grant hat mir die Sprache keine Probleme gemacht (kommt schon mal vor, aber mehr bei US- oder australischem Englisch)

    An Old Fashioned Love Song von Michelle K Grant ist kostenlos, also könntest Du bei diesem mal unverbindlich reinschnuppern, ob es mit der Sprache klappt. Ich hoffe, es ist okay, dass ich hier mal den Downloadlink poste (ist ja keine Werbung für mich):
    http://www.mmromancegroup.com/an-old-fashioned-love-song-by-michelle-k-grant/

    Bin gespannt, ob und wie es Dir gefällt.
    LG Gabi

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    1. Okay, danke, dann werde ich sie mal auf meine Wunschliste setzen. :3 ich bin ja gar nicht so schlecht in Englisch, aber ich hab da irgendwie trotzdem immer Angst :D"

      Ja, das ist perfekt, dann kann ich das mal abchecken. Danke. :)

      lg

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