Mittwoch, 2. September 2015

Wirklich nur Freundschaft (Gerry Stratmann/Nathan Jaeger) [Q]

Hallo ihr Lieben!

Die heutige Kurzgeschichte von Gerry Stratmanns und Nathan Jaegers nennt sich "Wirklich nur Freundschaft", umfasst 21 Seiten und handelt von Keith, der den Fremden von der Obsttheke nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Das eBook erschien in der Gay-fusioN GbR.


Beschreibung:

Seit Keith dem Fremden an der Obsttheke begegnet ist, bekommt er ihn nicht merh aus dem Kopf. Obwohl er ihn voller Abscheu angesehen hat, möchte Keith ihn wiedersehen. Und das, wo er selbst doch auch keine Nähe zulassen möchte.

 Meine Meinung:

Also... Erstmal vorweg noch zur Info: diese Geschichte ist wieder in zwei Teile geteilt. Einmal aus der Sicht von Keith und dann noch aus der von Lane (dem Fremden von der Obsttheke). Prinzipiell mag ich sowas ja immer, weil man so beide Sichtweisen kennt und ich finde, dass es die Geschichte so nochmal richtig schön beleuchtet.
Das ist aber leider eines der wenigen Dinge, die ich wirklich loben kann. Ansonsten muss ich gestehen, dass mich die Geschichte nicht so überzeugt hat. Ich fand einfach, der Schreibstil liest sich - bei beiden Seiten - eher wie ein Bericht. Es reißt einen als Leser einfach nicht so richtig mit. Es werden zwar ständig Gefühle, Gedanken und Sachverhalte geschildert, aber man kann sich trotzdem nicht in die Geschichte fallen lassen und mitfühlen.
Es wird auch ständig erzählt, dass sie sich bei dem jeweils anderne total gehen lassen und sie selbst sein können, ohne ihre jahrelang anbehaltenen Masken, aber warum es eigentlich so ist, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Es wird halt einfach gesagt.
Man weiß auch nicht, wie die Beziehung zwischen den beiden jetzt eigentlich definiert wird. Anscheinend ist es nur Freundschaft, aber auf so einer tiefen Ebene, dass es schon wieder Seelenverwandschaft ist - oder ist es doch Liebe. Ich mag so ungeklärte Sachen einfach nicht. Ich würde jetzt auf Seelenverwandschaft tippen - rein, weil es mir in der Beschreibung ihrer Beziehung so vorkommt. Und ich finde, so wie es beschrieben wird, ist es schon etwas ganz tolles. Nur müsste man es jetzt nicht nur lesen, sondern auch beim Lesen fühlen - dann wäre es perfekt.
Ich weiß nicht, ich komme mir schon wieder total doof vor, weil ich auf Amazon eigentlich durchweg äußert positive Reaktionen gelesen habe. Keine Ahnung, aber bei mir springt der Funke überhaupt nicht über.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ja, gut. Für Fans ist es allemal was und wer sich für die Geschichte interessiert, soll sich von mir jetzt nicht abgeschreckt fühlen. Ich möchte jetzt auch nicht abraten, aber ich finde, es wird halt viel gesagt und wenig kann man wirklich nachvollziehen. Wenn ihr aber nicht auf gefühlsduseligen Kram steht und euch an sowas also nicht stört, dann werdet ihr die Geschichte sicher mögen.

Ich weiß ja, dass ich sehr anspruchsvoll bin, aber dass meine Meinung so gänzlich von der aller anderen abweicht, gibt mir schon zu denken. Nur mag ich halt auch nichts beschönigen, nur weil es alle andere toll finden. Wenn einem was nicht gefällt, muss man das auch sagen! Sonst wäre meine Rezi ja auch nicht ehrlich, würde ich das nicht tun.
Jules :)

Kommentare:

  1. Ich finde es gut, dass du in deinen Rezensionen sagst, was du wirklich denkst, auch wenn dir eine Geschichte mal nicht gefallen hat. Das trauen sich leider die Wenigsten, vor allem auf Amazon nicht, weil man dann oft gleich vom aggressiven Fanclub mancher Autoren nieder gemacht wird.

    Mach' dir bitte keinen Kopf, wenn du nicht alles toll findest, das ist völlig normal, denn nicht jeder Leser ist gleich. :-)

    Und bitte weiter so ehrlich so bleiben, genau aus dem Grund schnuppere ich nämlich immer wieder bei dir rein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist lieb von dir, danke. Ich versuche auch immer, ehrlich zu sein. Es hilft ja niemand, wenn man was beschönt.
      Leider ist es echt so, dass "Fans" das dann als Angriff sehen und einen nieder machen. Ich verstehe das nur leider nicht. Ich meine, nicht jedem kann alles gefallen und es wird j wohl jeder seine Meinung sagen dürfen.

      Löschen
    2. Viele Autoren verstehen Kritik zu ihrem Buch als Angriff auf sich selbst und reagieren dann leider immer wieder völlig überzogen. Dabei stimmt das gar nicht. Es ist ja nicht so, als würden alle Leser, die eine Review schreiben, dabei ständig den Autor der Geschichte beleidigen.

      Es ist, wie du gesagt hast, niemandem gefällt alles. Das ist einfach so. Mir haben auch schon Bücher von Autoren nicht gefallen, die ich sonst mit Begeisterung lese, und ich sage das dann auch. Dass damit einige nicht umgehen können, weiß ich, aber böse ist das nie gemeint. Das Buch hat dann einfach nicht meinen Geschmack getroffen, das passiert halt.

      Aber ich gestehe, ich schreibe meine Kommentare zu gelesenen Geschichten mittlerweile nur noch auf Goodreads. Auf Amazon unterlasse ich das tunlichst, denn wie dort teils mit Lesern umgegangen wird (manchmal stänkert sogar der Autor persönlich öffentlich gegen den Leser), da kriege ich das Gruseln.

      Löschen
    3. Da gebe ich dir vollkommen recht. Und es kann ja auch nicht sein, dass man seine Meinung nicht mehr äußert darf, nur weil sich irgendwer dann daran stört oder es gleich persönlich nehmen muss. Wenn eine Rezension wirklich sachlich geschrieben ist, dann sollte man es einfach akzeptieren, statt den Verfasser als Feind anzusehen.

      Ich habe noch nie auf Amazon eine Rezension veröffentlicht und werde es auch nicht tun. Eben aus diesem Grund. Zumal ich nicht überall meine Rezensionen hinklatschen muss - dafür habe ich ja den Blog. Aber auch wenn es den Blog nicht gäbe: ich muss mich für meine Meinung einfach nicht krumm anmachen lassen, also meide ich solche Plattformen, auf denen manche Leute ja nur darauf warten, einen Streit wegen Nichtigkeiten anzufangen.

      Löschen
    4. Ich habe so einen Fall gerade erst wieder miterlebt. Eine Autorin bekam eine wirklich fundierte und ausführliche 1 Stern Rezi von einer Leserin, die dafür bekannt ist, recht streng zu sein, und was ist passiert? Die Autorin bezichtigt die Leserin neidisch auf sie zu sein, weil diese auch Bücher veröffentlicht.

      Ist doch unsinnig. Nur weil jemand selbst Bücher schreibt, verliert er doch damit nicht automatisch das Recht, auch ein Leser zu sein und seine Meinung zu sagen.

      Löschen
    5. Ich finde das einfach unmöglich. Wenn man mit Kritik nicht umgehen kann, soll man erst gar keine Bücher veröffentlichen. Und anderen Leuten dann noch solche Dinge vorzuwerfen, ist echt nicht in Ordnung. Wie du sagst, warum sollte sie als Autorin nicht auch noch Leserin sein. Was soll das auch mit Neid zu tun haben? Es gibt so viele Bücher auf den Markt - da müsste sie ja jedem einzelnen eine schlechte Rezension schreiben, wenn es ihr um Neid gehen würde. Manche Menschen merken wirklich nicht, wie sie sich mit ihren sinnlosen Argumenten blamieren. Sie stellen sich ja in wesentlich besseres Licht, wenn sie einfach souverän ihre Kritik einstecken.

      Löschen
    6. Sehe ich genauso. Natürlich tut Kritik weh, ich habe auch schon 1 Sterne Reviews kassiert, und klar ist man darüber nicht erfreut. Aber damit muss man umgehen lernen, musste ich auch. Das gehört, genau wie du gesagt hast, zum Autorenjob dazu.

      Was das mit Neid zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel und mMn als Argument nur vorgeschoben. Ein Leser ist ein Leser und hat das Recht auf seine Meinung, ganz gleich ob er nebenher selbst Autor oder Mechaniker oder Kindergärtnerin ist.

      Mit solchen Aussagen, dass der Leser "neidisch" wäre, demontiert sich der Autor schlicht selbst, denn so etwas spricht sich schnell herum und es bleibt in den Köpfen der Leute hängen, und das nicht im positiven Sinne.

      Ein amerikanischer Autor hat mal gesagt, er würde keine Reviews mehr lesen, weil sie von Lesern für Leser sind und nicht für ihn. Das fand ich richtig klasse. :-)

      Löschen
    7. Natürlich tut das weh. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Immerhin steckt man ja Mühe und Herzblut in die Sache und möchte dann von niemanden hören, dass es einfach nicht gut geworden ist.
      Aber wenn man von einigen positive und von anderen negative Resonanz bekommt, dann zeugt das ja eben nur davon, dass Geschmäcker eben verschieden sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemanden alles gefällt, auch diesem Autor nicht. Warum dann erwartet, dass das eigene jedem einzelnen Menschen auf diesem Planeten gefällt?
      Und wenn man nur negative Rückmeldungen bekommt, sollte man sich vielleicht überlegen, warum das so ist, statt andere dafür zu verteufeln.

      Richtig. Ich denke, wenn man so ein Argument vorschiebt, belügt man sich damit eigentlich nur selbst oder versucht etwas zu retten, das nicht zu retten ist und macht dabei gleichzeitig noch alles schlimmer. Wie du sagst, es bleibt ja dann in den Köpfen der Leute hängen und dann werden die eher darüber den Kopf schütteln, als über die Rezension.

      Im Prinzip ist das eine gute Eintstellung. Obwohl ich ja überzegut bin, dass es dem Autor nie schaden kann, Lesermeinungen einzuholen. Manchmal kann man dadurch ja wirklich noch etwas verbessern oder lernen. Gar keine zu lesen, finde ich dann also auch schwierig. Aber die Grundeinstellung passt. Man darf es halt nicht so an sich heran lassen.

      Löschen
    8. Wenn der Autor das durchzieht, dass er wirklich gar keine Reviews liest, Hut ab. Ich kann das nicht, da überwiegt dann ab und an doch die Neugierde. *grins*

      Aber mir würde deswegen nicht einfallen, einem Leser Neid zu unterstellen oder ihn verbal anzugreifen, wie es auf Amazon gang und gebe zu sein scheint, wenn man nicht nur 5 Sterne verteilt.

      Einerseits wollen SPler als Autoren ernst genommen werden, andererseits heißt es dann, Autorenkollegen sollen doch bitte keine Kritik öffentlich verkünden, weil: das macht man nicht. Da denke ich mir dann auch: Blödsinn. Entweder oder. Man kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken, gerade im Buchgeschäft nicht, wo die Konkurrenz täglich wächst. Entweder man lebt mit Kritik und macht was draus (oder auch nicht, das ist jedem selbst überlassen) oder man fällt immer wieder durch solche negativen Geschichten auf. Und ob das auf Dauer für die eigene Karriere, vor allem für den Ruf, gut ist, wage ich zu bezweifeln.

      Löschen
    9. Ja, das glaube ich nur zu gerne. :D

      So ein Unsinn. Niemand hat nur positive Rezensionen und das ist auch nur richtig so. Und ich denke nicht, dass eine negative Rezension gleich zu Einbußen im Kauf führt. Eher ist es das eigene Verhalten, dass dazu führt.
      Anderen dann noch vorzuschreiben, Rezensionen zu unterlassen, ist ja fast schon ein Witz. So etwas weiß ich, ehe ich etwas veröffentliche.
      Ja eben. Wenn die Kritik nicht berechtigt oder einfach nur sehr subjektiv ist, dann wird sich das in anderen Rezensionen wiederspiegeln. Und wenn in allen Rezensionen Kritik vorherrscht, dann sollte man vielleicht lieber etwas daran ändern, statt die Leser anzupöbeln. Irgendwann hat man dann nämlich keine mehr und ob das besser ist, wage ich zu bezweifeln.

      Löschen
    10. Genau das meine ich. Wenn ich mit meinem neuen Buch plötzlich nur noch 1 Sterne Reviews bekomme, stelle ich mich nicht hin und gebe dem "doofen Leser" die Schuld, sondern frage mich eher, was ich falsch gemacht habe. Ausnahmslos schlechte Kritiken bekommt niemand ohne Grund und der liegt dann allgemein in einer miesen Story. Ist zumindest meine Erfahrung.

      Ja, da stimme ich dir zu, denn es ist einfach eine Tatsache, dass sich vor allem negative Erlebnisse bei Menschen einprägt, so kann man sich seinen Ruf als Autor schneller ruinieren als man glaubt. Und wenn Leser erst mal weg sind, kommen sie so schnell auch nicht wieder.

      Löschen
    11. Das ist dann eindeutig der Grund - auch wenn manche dann mit Verschwörungstheorien und sonstigem Mist um die Ecke kommen, statt zu akzeptieren, dass es einfach nicht gut war.

      Ganz genau. Vor allem verschreckt man mit diesem Verhalten dann nicht nur die, die dieses Gezicke abbekomen haben, sondern auch die, die es nur lesen und es dann lieber gleich lassen, statt auch noch sowas abzubekommen.

      Löschen
    12. Ja, das kann ich nur bestätigen. Als Leserin habe ich mich auch schon von Autoren abgewandt, die sich in der Öffentlichkeit ihren Lesern gegenüber benahmen, wie ein Elefant im Porzellanladen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es andere Leute gibt, die das genauso machen.

      Löschen
    13. Davon bin ich überzeugt und es ist meiner Meinung nach auch nur berechtigt.

      Löschen
  2. Ich finde auch, dass du dir darüber nicht so viele Gedanken machen solltest. Autoren müssen mit Kritik umgehen können (es ist nicht leicht, aber es funktioniert *lach*) und deine Art zu kritisieren ist immer sehr respektvoll und ehrlich. Manchmal mag man einen Geschichte nicht, auch wenn sie jeder lobt. Das ging mir auch schon einige Male so (sogar hier bei dir auf dem blog *gg* wo eine Empfehlung für mich total nach hinten losgegangen ist) Das passiert und es ist doch gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.
    Also mach weiter so ;-)
    lg
    Karo

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und auch dir danke. Schön, dass du meine Rezensionen so einstufen kannst.
      Ich finde eben auch, dass man, wenn man eine Rezension zu seinem Werk haben will, auch Kritik in Kauf nehmen muss. Und wenn man mal einen Punkt nicht nachvollziehen kann, kann man ihn ja ignorieren. Ich meine, man sollte schon daraus lernen, aber manchmal kann man es eben auch nicht jedem Recht machen und dann muss man einfach filtern: Was ist wichtige Kritik, was ist nicht so zwingend zu ändern.

      Oh, welches Buch war das denn? Das würde mich jetzt echt mal interessieren, vielleicht kann ich das dann nachvollziehen.. Ich muss nämlich ehrlich gestehen, dass ich manchmal meine eigenen Rezensionen lese und mir dann denke: "Was redest du da für einen Mist?!" Manchmal stelle ich etwas doch besser dar, als es ist, weil ich in dem Moment geflasht bin - und wenn ich dann zwei Monate später noch mal darüber nachdenke, würde die Rezension wohl ganz anders ausfallen. :D

      Löschen