Mittwoch, 23. September 2015

Nachhilfe in Liebe (Melanie Elberfeld) [Q]

Hey ihr!

Dieser Quickie behandelt die Kurzgeschichte "Nachhilfe in Liebe" von Melanie Elberfeld. Diese umfasst 46 Seiten, wird frei publiziert und ist als eBook erhältlich. Sie handelt von Marc, der von seinem Nachbarn mehr als genervt ist.


Beschreibung:

Marcs Leben ist Stress pur: Überstunden, kaum Zeit zum Lernen oder für Sport und dann auch noch sein Nachbar, der ihn mit seiner lauten Musik zudröhnt. Zu guter letzt schleicht auch noch eine zwielichtige Gestalt ums Haus. Klar, dass irgendwann mit Marc die Nerven durchgehen. Seinen Frust lässt er natürlich an seinem Nachbarn aus - immerhin muss diesem ja mal gesagt werden, dass er seinen Krach abstellen soll. Allerdings hätte Marc wohl nicht damit gerechnet, dass er sich von diesem angezogen fühlen könnte.

Meine Meinung:


Von der Geschichte bin ich ziemlich enttäuscht. Es beginnt schon damit, dass die Sexszene übersprungen wird. Das nervt mich schon, aber das schlimmste ist, dass nicht mal der Moment kurz davor wirklich beschrieben wird. Sie befinden sich auf gefühlsneutralem Terrain, dann gibt es einen Zeitsprung und dann wird plötzlich gesagt, es gab einen Moment voller Leidenschaft und deshalb sind sie im Bett gelandet. Sorry, aber das ist doch echt scheiße. Ich liebe ja Sexszenen, aber ich könnte noch darauf verzichten, wenn zumindest das Drumherum gut beschrieben wird. Jetzt wird das aber auch schon übersprungen und im Prinzip bleibt dann doch gar nichts mehr übrig.
Allgemein gibt es in der Geschichte einige Zeitsprünge und mich nervt so was einfach. Vor allem, wenn dann immer erzählt wird, was in der Zwischenzeit passiert ist. Warum kann man das nicht einfach erzählen? Warum muss man das so zusammengefasst hinklatschen?
Vor allem, weil es eigentlich immer wichtige Dinge sind: Das erste Mal zusammen Sex, die Entscheidung, aus Sex eine Beziehung werden zu lassen, etc.
Ich fand auch Marcs Charakter nicht wirklich gut. Er ist so negativ. Regt sich über alles auf, verhält sich aber selbst wie ein Elefant im Porzellanladen. Dann diese ganzen Vorurteile, die er mit sich herum schleppt und dann noch die Art und Weise, wie er von sich selbst redet. Er wird 30, jammert aber über altersbedingte Probleme, dass man meinen könnte, er wäre schon 80. Was soll das denn?
Zuletzt noch: Ich weiß jetzt nicht genau, wie die Autorin zur Musikrichtung Metal steht, aber in dem Buch wird dieses Genre schon recht negativ dargestellt. Teilweise fand ich das gut, weil es einfach Marcs Art entspricht und seinen Charakter somit sehr authentisch erscheinen lässt, aber auf der anderen Seite hat es mich dann doch wieder ein wenig gestört. Ich liebe Metal! Ich mag keine klischeebeladenen negativen Äußerungen darüber lesen. Das ist eine echt unterschätzte Kunst.
Sorry, aber die Geschichte hat mir überhaupt nicht gefallen, was mich überrascht hat, weil ich die anderen, die ich bisher von Melanie Elberfeld gelesen habe, eigentlich mochte.
Aber wisst ihr, was ich wirklich mal positiv hervorheben möchte: Die Covergestaltung. Ich mag sie genau so: Ein wenig verspielt, trotzdem schlicht und immer zur Geschichte passend. Echt schön. 

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Na gut, im Prinzip ist das wieder etwas für jeden, der dieses Genre mag. Allerdings war ich eben nicht so überzeugt und wenn ihr auch kein Fan von Zeitsprüngen und ähnlichem seid, dann solltet ihr hiervon vielleicht doch lieber die Finger lassen.
Wenn ihr aber was Kurzes für Zwischendruch sucht und euch an sowas nicht stört, dann lohnt sich die Geschichte doch.

Irgendwie bin ich traurig, das mich diese Geschichte enttäuscht hat. Ich habe gedacht, Melanie Elberfeld ist eine zuverlässige Quelle für Quickies und jetzt frage ich mich immer, wenn mir etwas von ihr vorgeschlagen wird, ob ich es wirklich lesen will. Echt doof gelaufen. x.x
Jules :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen