Samstag, 5. September 2015

Live my life (Sam Nolan)

Huhu!

Heute geht es um "Live my life" von Sam Nolan. Diese Geschichte erschien bei BookRix und umfasst 184 Seiten. Sie handelt von Kai, der versucht, seinen besten Freund Elian ins Bett zu bekommen, nachdem er erfährt, dass dieser ebenfalls auf Männer steht.


Beschreibung:

Kai und Elian sind schon ewig beste Freunde. Doch seitdem Kai weiß, dass Elian ebenfalls auf Männer steht, versucht er, diesen ins Bett zu kriegen, was ihrer Freundschaft gar nicht gut tut. Denn Elian hat keine Lust auf schnellen Sex, sondern sucht nach der großen Liebe. Das er immer wieder abgewiesen wird, weckt in Kai jedoch seinen Kampfgeist. Bald jedoch muss er merken, dass er von Elian vielleicht noch mehr will, als nur schnellen Sex.

Meine Meinung:

Ich muss ja sagen, das Buch hat mich doch recht positiv überrascht. Wenn ihr euch daran erinnert, ich hatte ja schon zwei Bücher aus dieser Reihe vorgestellt und beim zweiten stark kritisiert, dass die Geschichte eigentlich fast die gleiche ist. Folglich hatte ich ziemlich Angst, dass es hier genauso werden würde und der einzige Grund, warum ich sie noch gelesen habe war, weil ich der Meinung war, der Sache noch eine Chance geben zu müssen, um objektiv darüber bloggen zu können.
Tatsächlich war die Geschichte hier dann aber komplett anders und hat zum Glück nicht in dieses Muster der anderen beiden Geschichten gepasst. Man konnte also auch nicht erahnen, wie es ausgeht und somit konnte sich auch wieder Spannung aufbauen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch sonst habe ich an der Geschichte eigentlich nicht viel auszusetzen. Ich fand es sehr schön, dass es sehr langsam voran geht und sie nicht gleich zusammenfinden, weil ich das immer so affig finde, wenn alles so schnell geht und dann mit dem ultimativen Argument „Liebe auf den ersten Blick“ abgetan wird. Ich mag es mehr, wenn sich alles langsam aufbaut – das gibt einer Geschichte auch mehr Spannung.
Trotzdem ist der Stil noch ein wenig ausbaufähig. Das klingt jetzt schlimmer, als ich es meine, es ist nur so, dass manchmal einfach das Geschehen zusammengefasst wird oder nur noch mal nacherzählt wird, statt den Leser direkt daran teilhaben zu lassen. Das finde ich nicht so schön. Oder anders: Man hat daran teil, dann wird die Sichtweise gewechselt und es noch mal erzählt, was ja in dem Moment eigentlich unnötig ist.
Obwohl ich prinzipiell sehr schön fand, dass im Buch die Sichtweise gewechselt hat. Ich mag es, wenn man von beiden Beteiligten einen Eindruck vom Geschehen vermittelt bekommt.
Leider ist mir aufgefallen, dass es doch die eine oder andere parallele zu den anderen Geschichten der Reihe gibt. Jetzt natürlich nicht, weil die Geschichten miteinander verwoben sind, sondern von den Geschehnissen her: Es passieren zwar andere Dinge, aber manche ähneln sich dann schon stark und das stört mich einfach ein wenig. Ich mag nicht immer das Gleiche lesen.
Was mich auch sehr gestört hat, war das Ende. Ich hätte es eigentlich am liebsten gehabt, die beiden finden zusammen und damit wäre es abgeschlossen gewesen. Stattdessen kam am Ende noch mal ein wirklicher Hammer, der einfach nicht hätte sein müssen. Ganz zu schweigen von den Geschehnissen nach dieser Sache, die mir persönlich einfach zu kitschig waren. Ich mag jetzt nichts vorwegnehmen, aber vielleicht könnt ihr es euch auch denken, ihr kennt mich ja und wisst, was ich absolut gar nicht abhaben kann. Die Krönung war dann übrigens noch der zweite Teil. Die Geschichte ist nämlich in zwei Teile gegliedert und während der erste Teil sich um Kai und Elian dreht, wird der zweite Teil noch mal aus Tristans Sicht beschrieben. Dieser ist der Bruder von Elian und Hauptfigur in einem anderen Teil dieser Reihe (-> „Just a lovesong“). Im Prinzip erfährt man in dem Teil dann noch, wie es mit Kai und Elian weitergeht, aber auch, was aus Tristan und Maximilian wird. Und dann wird es – wenn möglich – noch kitschiger und damit war der Punkt bei mir erreicht, an dem ich nicht mehr weiterlesen wollte. Obwohl es irgendwie total blöd klingt, habe ich das Buch dann also bei dem letzten Kapitel abgebrochen, bzw. habe die meisten Seiten übersprungen und nur noch die letzten Zeilen gelesen.
Auch das klingt jetzt wieder härter, als es gemeint ist, aber für mich geht so was einfach gar nicht. Ich bin eigentlich schon für Romantik zu haben, aber irgendwo hört es einfach auf und ich finde so einen Schluss einfach immer so absolut unpassend, weil es meistens einfach zu viel ist. Und auch hier fand ich es einfach zu viel. Kann gut sein, dass andere Leute es gut finden, aber ich kann damit leider gar nichts anfangen.
Was noch gesagt werden muss: Ich habe ja angesprochen, dass es sich hier um einen Teil einer Reihe handelt. Wenn ihr die Rezensionen dazu nicht kennt, dann sei hier noch mal gesagt, dass die Geschichten alle in sich abgeschlossen sind und auch gelesen werden können, wenn man die anderen Bücher nicht kennt. Alles, was man aus den anderen Büchern wissen muss, wird noch mal gesagt und ansonsten sind es wirklich unabhängige Geschichten.
Ich habe auch nicht alle Teile gelesen und die, die ich gelesen habe, nicht in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind und hatte keinerlei Nachteil.
Wer sich für die Rezensionen der Teile interessiert, die ich bereits gelesen habe, kann hier klicken:

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Prinzipiell hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es jedem Gay Romance Fan empfehlen. Gerade auch, weil es recht lange ist und nicht nur ein kurzes Leseerlebnis bietet. Wenn ihr ähnlich gestrickt seid, wie ich, dann werdet ihr den Schluss vielleicht kitschig finden, aber ihr solltet euch davon nicht abschrecken lassen. Notfalls müsst ihr ja den zweiten Teil nicht lesen, das sind eh nur 3 Kapitel. Der Rest ist echt okay. Wer auf seeehr romantische Enden steht, wird dieses sicher lieben.

Ich verstehe mich ja manchmal selbst nicht wirklich. Es kommt so oft vor, dass mir jemand sagt, er fand das und das Buch total klasse und romantisch, während ich es einfach nur unerträglich kitschig fand. Dann zweifle ich immer ein wenig an mir selbst. Habe ich echt so andere Ansichten? Mein Trost ist, dass ich nicht alleine damit bin. Sagte nicht einst schon Albert Einstein: „Eine Frage raubt mir den Verstand: Bin ich verrückt, oder alle anderen im Land?“
Jules :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen