Mittwoch, 19. August 2015

Zu früh! Zu spät? Versöhnung (Simon Winter) [Q]

Hallo!

Heute gibt es wieder einen Quickie. Diesmal geht es um Simon Winters frei publizierte Geschichte „Zu früh! Zu spät? Versöhnung“. Die Kurzgeschichte umfasst 21 Seiten und handelt von Martin, der am Flughafen vergeblich auf seinen Freund wartet.


Beschreibung:

Als Martin seinen Freund vom Flughafen abholen will, wartet er vergebens. Und auch danach geht alles schief, so dass bald der Haussegen schief hängt. Nun muss Martin alles geben, um seinen Freund wieder versöhnlich zu stimmen.

Meine Meinung:

Wieder mal eine Geschichte, die mich leider komplett enttäuscht hat. Tut mir leid, dass ich das jetzt wieder so stark kritisieren muss, aber hier gibt es eindeutig noch Luft nach oben. Angefangen beim Schreibstil. Ich möchte nicht sagen, dass die Geschichte ohne Gefühl geschrieben ist, aber es ist doch eher so, dass alles eher beschrieben wird, statt richtig erzählt. Soll heißen, man kommt sich vor, als würde man einen Lagebericht lesen, statt einer richtigen Geschichte. Irgendwie hat mir da dieses gewisse Extra gefehlt, das man braucht, um sich richtig in die Geschichte fallen lassen und mitfiebern zu können.
Dazu kam dann noch, dass die Story selbst sehr schnell voranging. Es gab den einen oder anderen Zeitsprung und allgemein wurde einfach vieles zu schnell abgehandelt. Kaum angefangen, war sie schon wieder vorbei. Und das meine ich genau so, wie ich es sage. Ich glaube, ich habe daran höchstens 15 Minuten gelesen. Ich finde aber, dass auch eine Kurzgeschichte zumindest 30 Minuten füllen sollte. Nur weil eine Geschichte kurz ist, kann sie ja trotzdem ausführlich erzählt werden.
Obwohl ich ein Freund von Sexszenen bin, hat mich ein wenig gestört, dass die Sexszene hier fast genauso lang war, wie der Rest der Geschichte. Offenbar hat man sein Augenmerk eindeutig auf diese Szene gelegt. Sie war nicht mal schlecht, im Grunde war sie tatsächlich das Beste an der ganzen Story, aber einfach im Verhältnis zur eigentlichen Erzählung zu lange.
Das schlimmste daran war aber, dass es einfach kaum Inhalt zu bieten hat. Ihr seht es ja schon an meiner Beschreibung. Und die ist noch länger als die, die man auf Amazon findet. Aber wenn es nichts zu sagen gibt, kann man auch nichts schreiben. Schwierige Sache.
Hinzu kam dann noch, dass die Story mit einigen – ich will jetzt nicht unbedingt Logikfehler sagen, aber was bessere fällt mir nicht ein – aufwartet. Angefangen dabei, dass zu Hause ein Meer aus brennenden Kerzen wartet, während er seinen Freund vom Flughafen abholt. Ich weiß, es muss immer alles ganz kitschig romantisch in diesem Genre sein, aber ernsthaft: Mein erster Gedanke war nicht „Oh wie süß“ sondern „Hat der keine Angst, dass in der Zeit die Bude abgefackelt ist?“. Dann sind beide offensichtlich Fußballprofis, aber darauf wird nicht eingegangen. Dabei ist gerade im Profisport Homosexualität doch ein heikles Thema. Wenn man schon so einen Beruf für seine Protagonisten wählt, muss man darauf auch ein wenig mehr eingehen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer sich nicht an der Kürze stört, der wird sicher auch hiermit Freude haben. Vielleicht mögt ihr es sogar, wenn das ausführlichste die Sexszene ist (da gibt es ja einige Werke, in denen das so ist, und die erfreuen sich auch großer Beliebtheit) und kauft das Buch genau aus diesem Grund…

Jetzt habe ich wieder so viel kritisiert, jetzt fühle ich mich wieder schlecht. Ich hasse das echt, wenn eine Geschichte nicht gut ist, weil es für mich so eine unangenehme Sache ist, so starke Kritik zu äußern.
Jules :)

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