Montag, 10. August 2015

Der Bosporus-Kurier (Marc Weiherhof)

Hallo ihr Lieben!

Das heutige Buch nennt sich "Der Bosporus-Kurier" und stammt von Marc Weiherhof. Es erschien frei publiziert bei tredition und umfasst 156 Seiten. Handeln tut es von Sebastian, dem nach seinem Urlaub unterstellt wird, ein Drogen-Kurier zu sein.


Beschreibung:

Eigentlich sollte es für Sebastian nur ein schöner Urlaub in der Türkei werden, aber dann wird ihm bei der Abreise unterstellt, ein Drogen-Kurier zu sein. Er wird verhaftet, eingesperrt und gefoltert, um damit ein Geständnis zu erzwingen. Das einzig gute an der Sache ist sein Zellengenosse Fabian, dem es genauso wie ihm ergangen ist. Als die beiden Männer frei kommen, haben sie nur ein Ziel: Rache.

Meine Meinung:

Was mir sehr gut gefallen hat ist, dass  wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wird. Ich bin ja der Meinung, wenn man schon von Folter spricht, dann muss man diese dann auch wirklich in das Buch einbauen und klar benennen/beschreiben. Das ist hier wirklich gelungen. Mir ist teilweise sogar ein wenig schlecht geworden, aber das ist ja nur gut, weil es einen so wirklich erreicht hat. Ich finde halt besser, man schreibt es aus, statt es nur als gegeben hinzuklatschen. Das wäre dann irgendwie nicht oaky, dann kann man es ja auch weglassen.
Allgemein hat mir gut gefallen, wie alles beschrieben wurde. Gerade z.B. auch die Umgebung: Man hatte echt das Gefühl, selbst gerade in der Türkei zu sein.
Ansonsten muss man wirklich sagen, dass es spannend ist. Diesmal bin ich - im Gegensatz zum ersten Buch, dass ich von Marc Weiherhof gelesen habe - auch nicht gleich durchgestiegen, wer jetzt gut und böse ist, folglich war es für mich nocheinmal interessanter. Ich mag es, wenn alles ein wenig verworren ist und sich das Rätsel erst nach und nach löst. Das war hier definitiv der Fall und das fand ich echt gelungen.
Diesmal gab es auch eine Sexszene. Oder genau genommen sogar mehrere. Auch hier hat der Stil wieder gut dazu beigetragen, sie anregend und sexy zu gestalten. Also man kann wirklich ganz allgemein nicht über den Stil motzen.
Die Liebesgeschichte war überhaupt sehr schön in die Geschichte eingeflochten. Man kann natürlich meckern, dass es schon ein sehr großer Zufall ist: er sieht Fabian, findet ihn sexy - dann landen sie in der gleichen Zelle - dann sind sie auch noch beide schwul und stehen aufeinander... erkennt ihrer dieses Prinzip vom großen Zufall? Ich bin da ja echt kein Fan von, aber irgendwie mochte ich dann die Geschichte der zwei Männer doch. Ist halt mal eine andere Art, sich kennen zu lernen, da finde ich diese Nebensächlichkeiten dann gar nicht so wild.
Ein bisschen Kritik habe ich aber schon, was dieses Prinzipg angeht. Man kann nicht sagen, dass es das Buch jetzt negativ beeinflusst, aber ich fand z.B., dass die Mutter von Sebastian zufällig Anwältin ist, hat seine ganze Situation natürlich um ein Vielfaches vereinfacht. Man kann sagen, die ganze Geschichte über hat er immer diesen Bonus im Rücken, der natürlich alles viel simpler gestaltet, als wäre er jetzt ein ganz "normaler" Tourist, der sich komplett alleine durchschlagen oder zumindest nur mit einem 0-8-15-Anwalt behelfen müsste.
Aber um jetzt noch mal auf Sebastian und Fabian zu sprechen zu kommen: Ich mochte sehr, dass nicht alles von Anfang an eitel Sonnenschein ist. Fabian hintergeht Sebastian ja so ein bisschen und dann ist da ein wenig Drama drin, dass alles nochmal ein wenig aufmischt und spanneder gestaltet.
Und noch eine Kleinigkeit, die ich mochte: Fabian ist ja ein wenig pummelig oderr wie auch immer man das jetzt benennen will - ich mag das! Ihr wisst, ich hab einen Faible für ganz normale Menschen in Geschichten, die nicht immer gleich Adonis höchstpersönlich sein müssen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Eindeutig was für Crime-Fans. Aber auch wenn man es nicht so mag (wie ich), kann man der Geschichte sicherlich einiges abgewinnen. Es beinhaltet ja auch noch eine Liebesgeschichte.
Wer sich jetzt von der Folterszene abschrecken lässt - nachdem ich sie auch noch so gelobt habe -, sollte das Buch trotzdem lesen. So schlimm ist es dann auch wieder nicht.


Bei dieser Rezi ist alles wie verhext. Ich spreche meine Meinung ja immer aufs Sprachmemo und was geschieht: Als ich fast fertig bin, stürzt mein Handy ab und alles ist weg. Musste ich es also noch mal aufnehmen. Jetzt will ich es abhören, um die Rezi zu schreiben, ist der Akku fast leer und deswegen öffnet das Handy das Programm nicht. Gut, schreibe ich es eben alles frei aus dem Gedächtnis und hoffe, ich vergesse nichts. :D
Jules :)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen