Montag, 17. August 2015

Ben und Lotta: Gegenteile ziehen sich aus (Nessa Maral)

Hey ihr Lieben!

Heute gibt es wieder etwas Besonderes  für euch. Die Geschichte "Ben und Lotta: Gegensätze ziehen sich aus" von Nessa Maral handelt nämlich von Transsexualität. Sie erschien bei Books on Demand und handelt von Ben, der sich in die unnahbare Lotta verliebt.


Beschreibung:

Seit Ben Lotta das erste Mal gesehen hat, hat er nur ein Ziel: Sie rumzukriegen. Leider ist Lotta ziemlich unnahbar, auch wenn sie nicht gänzlich abgeneigt zu sein scheint. Was Ben nicht ahnt ist, dass Lotta ein Geheimnis mit sich trägt, dass ihn schon bald vor ungeahnte Probleme stellen wird. Denn Lotta ist gar kein Mädchen.

Meine Meinung:

Das Thema Transsexualität wird in dem Buch wirklich großartig aufgegriffen. Mir hat so gut gefallen, dass dabei der Fokus gar nicht auf Lottas Sexualität liegt (wenn diese natürlich auch angeschnitten wird), sondern eher drauf, wie es sich auf das Umwelt - und gerade eben auf die Liebe - auswirkt.
Nachdem Ben hinter Lottas Geheimnis kommt, strauchelt er nicht nur mit seiner eigenen Sexualität, sondern auch seinem recht konservativen Denken. Ich finde die, anfangs recht harte Reaktion und auch die Nachwellen, die diese mit sich zieht, sehr realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für einen Jungen, der überzeugter Hetero ist, ein großer Schock ist, wenn sich die Traumfrau als Mann herausstellt. Umso bedeutungsvoller finde ich, dass er trotz seines festgefahrenen Denkens einen Entwicklungsprozess in dem Buch mit macht, der wieder einmal deutlich zeigt, dass die Liebe jedes noch so große Hinternis überwinden kann, wenn man sich nur wirklich anstrengt. Ich denke, Betroffenen, die Angst haben, vielleicht wegen ihrer Transsexualität nie jemanden finden zu können, der sie akzeptiert, kann dieses Buch wirklich Mut machen.
Um noch mal auf Ben zurück zu kommen: Ich habe ja gesagt, dass er eine gewisse Entwicklung mitmacht und ich möchte noch mal betonen, dass diese im Buch wirklich sehr nachvollziehbar dargestellt wird.
Was man zunächst gar nicht so erwartet, ist das Thema Freundschaft, dass in dem Buch auch noch eine kleine Rolle spielt. Zeitweise hat Ben nämlich mit seinem besten Freund Sascha einige Differenzen wegen Lotta, die noch mal ein wenig frischen Wind in das Buch bringen. Leider verbringt sich dahinter ein kleiner Kritikpunkt: Mir erschien das Ende ein wenig zu gewollt. Für Saschas Verhalten werden dann Erklärungen geboten, die natürlich sämtliche Probleme der beiden Jungs aufheben, die für mich aber ein wenig plötzlich und wenig ausgefeilt daher kommen. Eben einfach so, als hätte man auch auf freundschaftlicher Basis unbedingt ein Happy End gewollt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass man nicht so genau erfährt, wie es mit Lottas besten Freund Andreas weitergeht. Er schien ja recht besessen von ihr zu sein, aber nachdem sie sich gegen ihn entscheidet, verschwindet er völlig von der Bildfläche. So, wie er drauf ist, hätte ich eher damit gerechnet, dass er sie vielleicht verfolgt, aber zumindest noch einmal ansprechen wird. Gut, dass er es nicht getan hat, aber das erschien mir einfach, in anbetracht der Situation, zu einfach.
Ich möchte da aber auch gar nicht weiter drauf rumreiten, weil ich sonst wirklich nur des Lobes für das Buch bin. Gerade auch der Stil hat mich überzeugt. Es ist ja auch noch ein Debutroman und dafür fand ich es wirklich flüssig und schön zu lesen und habe echt nichts daran zu kritisieren.
Ich habe mich oben ja schon genügend darüber ausgelassen, aber ich möchte noch einmal betonen, dass es wirklich ein sehr schönes Buch über Transsexualität ist und damit absolut lesenswert.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer sich für das Thema interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen. Ich finde eben besonders schön, dass es hier gar icht so sehr um Lotta geht, sondern eher um Ben und wie er mit seiner Liebe zu einem Mädchen umgehen lerenen muss, das physiologisch gesehen eben doch ein Junge ist.

Ich lege gerne Bücher über Transsexualität. Leider findet man dazu recht wenige. Es gibt kaum richtige Romane, eher Sachbücher. Umso mehr freue ich mich über dieses Buch.
Falls ihr mehr wollt: unter dem Tag "Transsexualität" findet ihr noch eine weitere Rezension zu einem Buch dieses Themas. Ich hoffe ja, dass es bald noch mehr werden.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hallo Jules,
    wenn Du gerne Romane über Transgender/Crossdresser liest und Du sie ggf. noch nicht kennst, kann ich Dir auf FF die beiden Geschichten von A.C. Lelis (FF-Autorensuche: Lelis) Cross Dress I + II, empfehlen.
    Nachdem auch mir Ben und Lotta sehr gut gefallen hat - könnte ich mir vorstellen, dass Dir evtl. auch die Geschichte von A.C. Lelis gefallen könnte. vG und mach weiter so, Dein Blog ist klasse :-)
    El Ma

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey,
      danke für den Tipp, die Geschichten kannte ich noch nicht. Aber ich bin sicher, sie werden mir gefallen, weil ich wirklich großer Fan von A.C. Lelis bin. Also danke dafür. :)
      lg
      Jules

      Löschen