Mittwoch, 1. Juli 2015

Verloren ohne dich (Jana Martens)

Hi ihr!

Das heutige Buch nennt sich "Verloren ohne dich" von Jana Martens, erschien bei bookshouse und umfasst 293 Seiten. Darin geht es um Lucas, dessen Leben eine Katastrophe ist, bis er seinen Nachbarn Ben kennenlernt.


Beschreibung:

Lucas wird von der Familie Patton adopitert, nachdem seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Doch statt Liebe und Zuneigung erfährt er nur Ablehnung und wird von ihnen fast vollständig von der Außenwelt isoliert.
Eines Tages trifft er auf seinen Nachbarn Ben und zwischen ihnen entwickelt sich schnell mehr. Doch alles muss heimlich geschehen, zu sehr fürchtet sich Lucas vor seinen aggressiven Adoptiveltern. Ben erzählt er davon jedoch nichts und verstrickt sich lieber in Lügen.
Als die Gefühle der beiden Jungs heraus kommen, schwebt Lucas dann auch noch in Lebensgefahr.

Meine Meinung:

Im Prinzip hat die Geschichte mich wirklich überzeugt. Ich mochte den Stil sehr gerne, schön lang und ausführlich, so dass man wirklich gut schmöckern konnte und nicht nach wenigen Seiten schon wieder alles geklärt war.
Ich fand auch gut, dass zwar in der 3. Person geschrieben wird, aber dennoch die Sichtweise mehrere Personen angesprochen wird, so dass man einen komplexen Überblick erhält und besser durchsteigen kann.
Das ist im übrigen auch nötig, weil die Geschichte schon sehr verzwickt ist. Zwar mag ich es, wenn etwas sehr detailliert und verschlungen ist, aber hier musste ich dann doch an manchen Stellen mehrmals lesen, ehe ich die Textpassage so wirklich begreifen konnte. Das lag aber nicht am Schreibstil, der, wie gesagt, wirklich gut ist, sondern einfach an der Story selbst. Sie ist eben sehr komplex und geht auch ziemlich in die Crime-Richtung, so dass man manche Hintergründe erstmal zusammenfügen muss, um zu verstehen, was jetzt eigentlich Sache ist.
Das macht es aber auch sehr fesselnd, weil sich erst zum Ende alles wirklich klärt und man folglich immer weiter lesen will, um endlich zu wissen, was eigentlich los ist. Ich konnte das Buch kaum weglegen und musste es einfach beenden, ehe ich schlafen gehen konnte.
Die Liebesgeschichte, die natürlich auch nicht zu kurz kam, würde ich als märchenhaft bezeichnen. Das natürlich nicht ohne Grund, denn so ein bisschen hat es mich schon an ein moderne Aschenputtel erinnert. Märchen sind natürlich auch immer sehr romantisch und auch diese Geschichte ist nur knapp an zu viel Kitsch vorbeigeschrammt. Hier hat es mich aber gar nicht so gestört, weil durch diese Crime-Elemente ein guter Ausgleich geschaffen wurde. Dass es noch ein wenig um Missbrauch und solche Dinge ging, hat mir auch gut gefallen, weil ich ja gerne so ein wenig extreme Sachen lese. Ansonsten finde ich es ja schon eher langweilig.
Etwas gestört hat mich, dass es an manchen Stellen etwas lang gezogen war. Das lag jetzt nicht unbedingt daran, dass irgendetwas zu ausführlich erzählt wurde, sondern dass es einfach an manchen Stellen in der Geschichte nicht so voran ging sondern eher still stand. Es hat zwar in gewisser Weise dazu beigetragen, dass sich Spannung aufgebaut hat, teilweise habe ich mir dann aber schon gewünscht, dass es jetzt endlich mal weitergeht.
Man muss vielleicht sagen, dass es an einigen Stellen ein wenig zu zufällig oder übertrieben ist, aber ich finde, es hält sich noch im Rahmen, so dass es das Leseerlebnis jetzt nicht irgendwie beeinträchtigt oder so.
Vielleicht noch kurz zu den Charakteren: ich fand sie eigentlich alle sehr gut gelungen. Jeder hat so ein wenig seine eigene Persönlichkeit, die er im Buch auch einbehält – selbst die Randfiguren. Das finde ich sehr wichtig, dass niemand 0-8-15 dargestellt wird, weil die einzelnen Charaktere der Geschichte ja erst wirkliches Leben einhauchen.
Alles in allem würde ich die Story wirklich sehr positiv bewerten und über die kleineren Mankos hinwegsehen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ich empfehle sie jedem, der Lust auf eine romantische Gay-Romance-Geschichte hat, die auch noch super ein wenig Crime und Spannung mit sich bringt. Das ist mal was anderes, dass selbst Leute überzeugen dürfte, die – wie ich – eigentlich nichts so auf Krimis und ähnliches stehen.

Ich habe das irgendwie ein wenig verdrängt, dass hier Crime eine Rolle spielt und wurde beim Lesen davon eher überrascht. Erste dachte: „Oh scheiße!“, weil ich das Genre einfach nicht so mag, aber dann hat es mich doch überzeugt. Im Prinzip ist das eigentlich das größte Lob, dass ich einem Buch machen kann. ;D
Jules :)

Kommentare:

  1. Hey,

    da ich ja eigentlich im Thriller-Genre beheimatet bin, klingt dieses Buch nach einer sehr guten Empfehlung.

    Die Mischung aus märchenhaft und Krimi kann ich mir zwar noch nicht so ganz vorstellen, aber das werde ich dann selbst entdecken.

    Allerdings wird das wohl noch warten müssen, da ich im Moment ein bisschen zu viele Bücher mit zu vielen Zufällen gelesen habe. Das brauche ich derzeit nicht.^^

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    1. Nochmals hey,

      also du kannst es dir jetzt nicht komplett wie einen Thriller vorstellen, es hat halt so ne schöne Crime-Hintergrundstory. Ich denke aber, selbst wenn es nicht der totale Krimi ist, kann man dem sicher viel abgewinnen, wenn man prinzipiell diese Richtung mag.

      Und was das märchenhafte angeht... ich empfinde es irgendwie einfach so. Bisschen wie Aschenputtel. :D

      Ja, das kenne ich nur zu gut. Manchmal hat man das einfach satt, dass alles immer gaaaanz zufällig zusammen passt und ins Lot kommt. :D
      Aber auf deinem Wunschzettel ist es sicher auch gut geparkt.

      lg :3

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