Mittwoch, 8. Juli 2015

Interview mit Denny van Heynen [K]

Hey Leute!

Heute habe ich mal etwas anderes für euch parat. Mein erstes Interview! Ich hatte das Glück, Denny van Heynen ein paar Fragen stellen zu dürfen. Ich durfte von ihm bereits zwei Geschichten rezensieren („Cryptal City“ und „Schokosucht“), die mir wirklich gut gefallen haben. Jetzt habe ich also die Möglichkeit, ein wenig mehr von ihm zu erfahren, was ihn selbst, seine Geschichten und sein Dasein als Autor anbelangt.

Lieber Denny,

1. Zunächst wäre es schön, wenn du ein wenig von dir selbst erzählen könntest. Was macht dich persönlich aus? Wie darf man sich dein Leben – gerade als Autor - so vorstellen?

Ich bin 21 Jahre alt und habe an vielen Dingen Interesse. Mich zu beschreiben finde ich immer schwer, man muss es selbst erleben.
Als Autor investiere ich viel Zeit in meine Bücher und betreibe zusätzlich meinen Autorenblog, der ja auch immer wieder neu gefüttert werden will. Meine Hobby´s stehen da momentan natürlich etwas hinten an.
Zeit ist ein generelles Thema von Autoren- es ist nun mal ein kreativer Job und Kreativität braucht bekanntlich Zeit.


2. Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen? Hast du irgendeine Motivation, die dich antreibt oder schreibst du einfach, weil es dir Spaß macht?

Also gelesen habe ich schon immer gerne. Ich hatte seit Jahren den Gedanken mal irgendwann eine Autobiographie zu schreiben, über Dinge die ich erlebt habe und über das Leben allgemein. Dafür sammle ich fleißig und veröffentliche diese auch irgendwann. An Miley Cyrus haben wir ja beispielsweise gesehen, dass man nicht erst kurz vor dem Abdanken stehen muss, um eine solche publizieren zu können.
Zum Schreiben bin ich 2014 gekommen. Der ausschlaggebende Gedanke war einfach, dass ich schon dort viel am Computer zu tun und meine Finger beim Schreiben beobachtet hatte. Ich dachte, dass ich meine Schreibaktivitäten doch bündeln konnte und als mir dann die Idee zu „Cryptal City- Vier Jugendliche gegen eine Stadt“ kam, schrieb ich sofort los. Ich lernte Plots zu setzen und das Leben meiner Figuren in bestimmte Art und Weise zu verknüpfen.

3. Woher holst du dir die Inspiration für neue Werke? Gibt es z.B. auch persönliche Erlebnisse, die du in deine Geschichten einfließen lässt?

Ich denke jeder Autor, der selbst liest, ist irgendwie geprägt. Das heißt nicht, dass man irgendetwas sinnlos kopiert, sondern das man als Schreiber weiß was einem gefällt und was nicht. Und dieses Wissen setzt man dann ein und macht ein Buch daraus. Wenn es einem gefällt, schickt man es an Verlage oder verkauft es selbst.
Persönliche Erlebnisse lasse ich im Moment noch nicht so mitschwingen, aber das plane ich für neue Bücher ein. Als Grundkonstrukt ist bei mir Homosexualität ein Thema, zum einen weil ich selbst schwul bin, zum anderen um den (geringen) Markt an Literatur für Homosexuelle zu erweitern. Ein anderes „Indiz“ für meine Bücher ist der Vegetarismus. Damit möchte ich niemanden belehren, sondern einfach aufzeigen, dass es normal ist, wenn man kein Fleisch isst. Diese Botschaft erwähne ich aber nur am Rande, weil meine Figuren auch irgendwann mal essen müssen.

4. Welche Rolle spielt Homosexualität in deinen Büchern?

Wie du in deinen Rezensionen schon geschrieben hast, liegt es mir besonders am Herzen die Homosexualität nicht zu etwas „Besonderem“ zu machen, sondern sie als das was sie ist, zu behandeln: natürlich. Und dass meine Charaktere bisher fast alle homosexuell sind, war reine Geschmackssache- zugegeben aber auch irgendwo reizvoll.
Trotzdem gibt es nicht nur schwule und lesbische Figuren, z.b. ist Mrs. Combe aus „Cryptal City“ seit Jahren mit einem Mann verheiratet. Karin aus „Schokosucht“ habe ich dagegen gar keine Sexualität eingeräumt und sie lässt auch nicht wirklich durchblicken, welche Orientierung sie hat. So etwas begegnet uns ja jeden Tag- von welchem fremden Menschen wissen wir schon, wen er sexuell attraktiv findet?

5. In „Schokosucht“ besprichst du ja das Thema Sucht, wenn auch auf eher unkonventionelle Weise. Was hat dich bewogen, das Thema anzusprechen – und dann noch auf diese humorvolle Weise?

Das Thema hat mich selbst viele Jahre begleitet. Es gab Zeiten, wo ich mir jeden Tag eine Tafel Schokolade reingepfiffen habe. Ich wusste dass das nicht gesund war, aber sie schmeckte eben so gut...
Mit der Zeit wurde die Lust auf Süßes weniger und als ich dann auf kuhmilchfreie Schokolade gewechselt bin, wurde mir noch mal mein durchlebter Konsum bewusst. Ich esse heute nur noch sehr wenig Schokolade, oftmals erlebe ich mich dabei, wie ich auch mal etwas Süßes ablehne.
Mit „Schokosucht“ wollte ich einfach aufzeigen, dass es auch Nebenwirkungen haben kann, wenn man es mit Süßem übertreibt. Immer hören wir etwas von Karies und den ganzen Dingen. In meinem Buch thematisiere ich endlich mal auch äußere Konsequenzen, im Bezug auf Arbeitsstelle und Partnerschaft.
Das Buch stellt zudem meinen ganz realen Abschied von der „Sucht“ dar.
Nach meinem ersten Roman wollte ich etwas kürzeres schreiben und bewusst von der Spur Mystery/ Fantasy abkommen. Jedes Buch ist schwer zu schreiben und ein humorvolles war für mich eine besondere Herausforderung. Man hat seine Leser ja nicht vor sich sitzen, die einen dann auf die lustigen Stellen hinweisen.
Die Kombi mit den „ernsten Untertönen“ habe ich aber sehr genossen. „Schokosucht“ ist wie das Leben; mal lustig, mal traurig.

6. „Cryptal City“ geht ja wiederum in ein ganz anderes Genre. Wie bist du auf die Idee gekommen, über übernatürliche Dinge zu schreiben? Und wie bist du dabei vorgegangen? Sind das alles Dinge, mit denen du dich auch privat beschäftigst oder hast du extra für den Roman Recherche betrieben?

Den übernatürlichen Dingen, wie du es beschreibst, galt schon immer mein Interesse. Es war nur klar, dass diese in meinem Buch auftauchen sollten. Allerdings habe ich in „Cryptal City“ bewusst nicht auf die Magie- Schiene gesetzt, da bin ich glaube ich nicht fantasievoll genug mir irgendwelche Sachen auszudenken, womit man herum zaubern kann. Ich glaube an viele Dinge und wollte diese Aspekte halbwegs „real“ für andere Leser, welche sich damit nicht so auskennen, umsetzen.
Ich hatte bei den „übernatürlichen“ Dingen meine Erfahrung einfließen lassen und versucht Klischees außen vor zu lassen. Im Volksmund sind die Tarotkarten „Der Teufel“ und „Der Tod“ beispielsweise immer Unheilbringer, was völliger Quatsch ist. Für mein erstes Buch hatte ich deshalb eigene Tarotkarten entworfen und ihnen tiefgründige Bedeutungen zugeschrieben.
Privat beschäftige ich mich viel mit Esoterik und habe mich damit auch vor kurzer Zeit selbstständig gemacht.
Recherche musste ich nicht wirklich betreiben, das meiste ist mir im Leben begegnet und ich bereitete allgemeines Volkswissen mit etwas Fantasy auf.

7. Stell dir vor, all deine Romanfiguren gäbe es wirklich. Mit wem würdest du dann am ehesten befreundet sein wollen und warum?

Eine schöne Frage! Bei „Cryptal City“ sind es alle Jugendlichen. Jeder hat irgendwo seine Eigenart und Besonderheit und die muss man einfach gern haben. Bei „Schokosucht“ ist es Karin, welche eine innere Ruhe ausstrahlt und mit der man viel Spaß haben kann.

8. Zu guter Letzt würde ich noch gerne wissen, ob du neue Projekte planst oder gar schon fleißig am Schreiben bist? Können wir demnächst neue Geschichten erwarten?

Planen ist zu viel gesagt, ich nehme das mit was kommt. Aber ja, ich schreibe gerade, aber es wird keine Geschichte. Nach meinen letzten beiden Veröffentlichungen bin ich irgendwie bei Ratgebern/ Sachbüchern hängengeblieben, in welche Richtung auch mein neues Buch laufen wird. Aber keine Sorge, ich habe noch viele Ideen zu Geschichten im Kopf, die ich noch umsetzen möchte.


Im Gegenzug zu diesem Interview, durfte ich einige Fragen von Denny beantworten. Wenn ihr das lesen oder noch mehr über Denny in Erfahrung bringen wollt, dann schaut doch auch mal auf seinem Blog vorbei.
Jules :)

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