Montag, 20. Juli 2015

Aristotle and Dante discover the secrets of the universe (Benjamin Alire Sáenz) [E]

Hallo meine Lieben!

Es gibt wieder ein englischsprachiges Buch und diesmal auch noch einen richtigen Schatz. Das Jugendbuch nennt sich "Aristotle and Dante discover the secrets of the universe", stammt von Benjamin Alire Sáenz und erschien bei Simon&Schuster. Es umfasst 368 Seiten und handelt von Ari, einem Einzelgänger, der sich mit dem lebensfrohen Dante anfreundet.
Dieses Buch ist bereits auf Deutsch ("Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums") erschienen.


Beschreibung:

Aristotle ist ein Einzelgänger, der mit Jungen in seinem Alter nicht viel anfangen kann. Zudem beschäftigt ihn die Tatsache, dass sein älterer Bruder, der im Gefängnis ist, von seiner Familie totgeschwiegen wird. Als er auf Dante trifft, ändert sich sein Alleinsein. Dante ist so viel lebensbejahender als er und schafft es irgendwie, sicht mit ihm anzufreunden.
Je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto enger wird die Freundschaft der Beiden und desto mehr lernen sie über die Geheimnisse des Universums - und vor allem über sich selbst.

Meine Meinung:

Ich habe lange nicht so ein gutes Buch gelesen. Auf der Vorderseite steht ein Zitat von James Howe: "This book took my breath away" - das beschreibt so ziemlich alles, was zu dem Buch gesagt werden muss. Es hat mich einfach bezaubert.
Ich habe bisher ganz selten erlebt, dass die Gefühlswelt eines Jugendlichen so detailliert und authentisch dargestellt wird. Bei vielen Jugendbüchern hat man das Gefühl, dass der Autor etwas beschreibt, das er selbst nicht kennt und nur mutmaßen kann. Aber hier spricht wirklich der Teenager Ari und nicht nur ein Autor, der glaubt, über irgendetwas Bescheid zu wissen.
Das Buch ist dabei auch an vielen Stellen so tiefgründig, dass es einem teilweise noch die Augen öffnet, wenn man schon aus dem Teenageralter heraus ist. Die Sprache ist dabei nicht mal wirklich anspruchsvoll, aber das macht es nur noch besonderer. Es ist, als würden die wirklichen Geheimnisse des Universums in einfache Worte verpackt, so dass sie nun endlich begriffen werden können. Das hat mir unglaublich gut gefallen.
Man erkennt auch ganz deutlich, was die Jungs einander bedeuten - auch, wenn sie es eigentlich selbst noch nicht wirklich wissen. Es ist wirklich keine Liebesgeschichte, sondern eine Geschichte über Freundschaft, die irgendwann einfach mehr wird. Das fand ich noch mit am besten. Das alles so  unterschwellig passiert und doch für den Leser so greifbar ist, einfach aus der Art heraus, wie sie die Protagonisten miteinander verhalten.
Allgemein finde ich es einfach schön, wie die Personen in dem Buch agieren. Übrigens auch die Nebenfiguren. Eltern sind in vielen Jugendbüchern ja nur Beiwerk oder gezwungenermaßen anwesend, aber hier hatten sie wirklich eine wichtige Rolle für das Buch. Das fand ich echt schön. Toll fand ich auch, wie ausgeprägt jeder einzelne Charakter war und wie er wirklich durchweg seine Eigenschaften beibehielt. Natürlich durchwandert gerade Ari einen gewissen Veränderungsprozess, was seine Denkweise betrifft (wie es bei Jugendlichen eben so der Fall ist) - aber auch dieser Prozess wird mit der nötigen Langsamkeit geschildert, die auch im wahren Leben herrscht. Man muss einfach sagen, dass dieses Entdecken-von-sich-selbst sehr großartig beschrieben wird, gespickt mit Gefühlen, die man als Leser wiedererkennt.
Als ich mit dem Buch angefangen habe, dachte ich erst, das wird eine eher langweilige Geschichte. Und irgendwie ist es auch so, dass eigentlich nichts erzählt wird, aber dabei doch so viel gesagt wird. Ich meine... Wir lernen einfach Ari und sein ganz normales Leben kennen, haben Teil an seiner Freundschaft zu Dante und erkenne nach und nach, was auch Ari erkennt. So etwas muss man erst mal schreiben können.
Dies ist definitiv ein Buch, von dem ich mir wünsche, es würde nie zu Ende gehen. Ich wollte einfach immer weiter und weiter und weiter lesen und als es vorbei war, hatte ich das Gefühl, jetzt etwas verloren zu haben, weil es zu Ende ist.
Ich bin froh, es gelesen zu haben und kann es nur weiterempfehlen!

Verständlichkeit:

Ich habe es oben eigentlich schon gesagt. Die Sprache ist in dem Buch nicht wirklich schwer und es ist leicht zu verstehen. Wenn man also nicht so gut im Englischen ist, dann kann man dieses Buch sicher trotzdem problemlos lesen.
Manchmal kommt ein wenig Jugend- oder Umgangssprache drin vor, aber da sollte man eigentlich trotzdem ohne Probleme durchkommen. Nichts davon ist unverständlich oder nicht geläufig.
Ab und an kommen doch mal Vokabeln vor, die ich so nicht kannte. Meist, wenn Dante spricht, weil dieser doch eine ganz eigene Art hat und das auch in seiner Sprache äußert. Dann musste ich auch nachschlagen. So oft kommt das aber auch nicht vor und wenn, dann sind es oft die gleichen Vokabeln, so dass man nur einmal nachsehen muss und danach weiß man es ja.
Ich bin hier sehr flüssig durchgekommen, obwohl das Buch recht dick ist. Wenn erstmal drin ist, kann man es eigentlich lesen, wie seine Muttersprache.
Aber falls ihr euch aus irgendwelchen Gründen so gar nicht traut: Es gibt das Buch ja auch auf Deutsch.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

JEDER sollte dieses Buch lesen, weil es großartig ist. Punkt.
Wenn ihr natürlich so gar nicht auf Jugendbücher steht, dann ist das hier eher nichts für euch. Aber falls ich mal eine ausfürhlcihe Reise in die Welt eines Teenagers antreten wollt, dann seid ihr hier richtig.

Als ich in dem Alter war, Jugendbücher zu lesen, fand ich diese einfach nur langweilig und hab lieber zu einem guten Thriller oder irgendetwas anderem gegriffen. Jetzt, da ich eigentlich aus dem Alter heraus bin, erkenne ich erst, was für ein Schatz Jugendbücher sein können. Bei manchen habe ich das Gefühl, sie sind viel tiefgründiger als Erwachsenenliteratur. Und gerade ein Coming-out oder sowas, wird in ihnen oftmals viel besser dargestellt.
Deshalb suche ich nach guten Jugendbüchern, die sich mit Homosexualität beschäftigen. Ob nun auf Englisch oder Deutsch, ist mir eigentlich egal. Aber falls ihr was wisst, dann sagt es mir bitte unbedingt.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hey Jules,

    das Buch habe ich letztens schon mal auf Deutsch gesehen, aber nach dem Klappentext hab ich die Rezension nicht mehr gelesen. Scheint ein Fehler gewesen zu sein.

    Was soll ich jetzt groß sagen? Deine Begeisterung ist wirklich ansteckend, das Buch wandert sofort auf die Wunschliste. Auf Englisch. :)

    Bin immer noch auf den ersten Blick verwirrt, wenn ich deinen Blog anklicke. Wegen dem anderen Design mein ich ;)

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    1. Mir ging es ähnlich. Hab es gesehen, den Klappentext gelesen und dachte, ich merks mir mal vor, war aber nicht wirklich begeistert. Und dann haben mir mehrere Personen davon vorgeschwärmt, so dass ich es mir dann doch gekauft habe. Zum Glück! So ein wunderschönes Buch.
      Englisch ist eine gute Wahl. Ich bin sicher, es ist super übersetzt, aber mir gefallen die Formulierungen in der englischen Sprache so sehr.

      Ich auch :D Dabei müsste ich ja der erste sein, der sich daran gewöhnt hat. xD

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