Mittwoch, 24. Juni 2015

Schokosucht (Denny van Heynen) [Q]

Hallo!

Die heutige Kurzgeschichte nennt sich "Schokosucht"*, stammt von Denny van Heynen und wird frei publiziert. Das eBook umfasst 50 Seiten und handelt von Jonas, der süchtig nach Schokolade ist.


Beschreibung:

Jonas liebt Schokoladen, sehr zum Leidweisen seines Partners, der serh auf gesunde Ernäherung achtet. Nach und nach entwickelt sich eine ernstzunehmende Sucht, die er nicht mehr kontrollieren kann. Als er dann auch noch gefeuert wird, tritt er ausgerechnet in der Süßigkeiten-Abteilung eines Supermarktes eine neue Stelle an. Der perfekte Ort, um hemmungslos zu naschen.

Meine Meinung:

Man muss wirklich sagen, dass das Thema Sucht hier sehr gut beschrieben wird. Ich kenn das zwar eher in die andere Richtung (Magersucht), aber im Prinzip ist es ja immer das gleiche Schema: Lügen, Beweise verstecken, sich mit anderen verschwören... Das wurde hier ebenso gut dargestellt, wie die Sucht an sich. Wie sie das Denken beeinflusst und wie sie sich so langsam steigert und nach und nach zu Problemen führt, die der Betroffene einfach ignoriert oder schön redet.
Ich fand auch das Ende super, weil es eben schon Schritte in die richtige Richtung gab, die dann doch einen Dämpfer bekommen - ich mag nicht zu viel verraten, aber ich muss das halt jetzt echt mal loben - da sieht man, dass es eben schwer ist, da wieder rauszukommen.
Natürlich ist Schokosucht jetzt keine übliche Sucht, aber sie steht ja nur beispielhaft für Fresssucht, welche ja bekanntlich sehr häufig vorkommt. Das macht das ganze ein wenig humoristisch, auch, weil auf Witz in der Geschichte durchaus wert gelegt wird. Ich finde das nicht die schlechteste Herangehensweise an das Thema, weil man vielleicht schmunzelt, aber gleichzeitig trotzdem den Ernst der Lage begreift. Ich muss zugeben, dass ich mir immer schwer tue, was Humor angeht. Ich hab nämlich einen äußert schwarzen Humor und kann deshalb mit so gängigen lustigen Dingen nichts anfangen. Deswegen kann ich da immer gar nicht sagen, ob das Buch jetzt für den Großteil der Menschheit lustig ist oder nicht. Mir persönlich war es an manchen Stellen zu übertrieben (so ein bisschen, wie in diesen ganzen amerikanischen Comedy-Serien), aber an anderer Stelle musste ich dann doch mal lachen. Also bildet euch doch einfach ein eigenes Urteil, was diese Sache betrifft.
Was ich schon in "Cryptal City" gelobt habe: Hier wird einfach eine Geschichte erzählt, in der der Protagonist zufällig homosexuell ist. Ich mag diese beiläufige Art, wie Homosexualität hier verwendet wird, einfach total gerne. Weil wirklich die Geschichte im Vordergrund steht und man das auch dann im Prinzip lesen kann, wenn man eigentlich mit Gay Romance gar nichts zu tun hat.
Ich weiß, dass ist Denny van Heynens Stil - er hat es mir ja schon erklärt -, aber ich tue mich bei Zeitsprüngen einfach immer schwer und hier gab es wieder einige. Das wäre also so mein Kritikpunkt. Ich mag einfach nicht, wenn Geschichten durch Zeitsprünge gerafft werden.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Im Prinzip ist es genau das, was man in der Beschreibung zu lesen bekommt, wenn man die Geschichte kaufen möchte: Eine humorvolle Story mit ernsten Untertönen. Wer gerne mal lacht, ist hier richtig. Wer aber auch eine gute Herangehensweise an das Thema Sucht lesen möchte, ist hier auch richtig.

So, pünktlich zum letzten Tag des Monats habe ich meine Rezensionen für den Monat erledigt. XD Aber ihr bekomt ja davon gar nichts mit, weil die Rezi eh gefühlte 20 Jahre später erst on kommt. Ich erspare euch jetzt Gejammer, was dieses "Problem" betrifft, weil ich ja schon eine Lösung gefunden habe, die jetzt nur noch Wirkung zeigen muss... xD
Jules :)

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