Samstag, 30. Mai 2015

Zerrspiegel (Raik Thorstad)

Hey meine Lieben!

Es gibt wieder eine neue Rezension. Diesmal zu "Zerrspiegel" von Raik Thorstad. Das Buch umfasst 538 Seiten und erschien im Cursed Verlag.
Handeln tut es von Rockstar Steve, welcher durch den Bibliothekar Alex merkt, dass er dabei ist, sein Leben für seine Karriere an die Wand zu fahren.


Beschreibung:

Rockstar Steve führt ein Leben in der Öffentlichkeit. Obwohl nichts mehr so läuft, wie ursprünglich geplant, kann er seinen Traum vom Musikerleben einfach nicht aufgeben und klammert sich an jeden Strohhalm, der ihm gereicht wird. Als er auf Bibliothekar Alex trifft, öffnet sich damit die Tür in ein normales Leben für ihn, welches ihn mehr anlockt, als zunächst erwartet. Aber seinen Traum aufzugeben kommt für ihn nicht in Frage, selbst dann nicht, wenn er alles andere zu verlieren droht.

Meine Meinung:

Zunächst mal muss ich einfach anmerken, wie gut der Stil ist. Ich glaube, ich werde es noch mehrmals betonen müssen, aber das ist gleich das erste, was mir aufgefallen ist.
Allgemein hat mich das Buch eigentlich durchweg begeistert. So spontan fällt mir zumindest kein Kritikpunkt ein und ich glaube auch nicht, dass das im Laufe der Rezension noch was dazu kommen wird.
Es fängt schon beider Geschichte an. Sie ist so vielschichtig und doch hat man nie das Gefühl, es wäre zu viel Thematik, so dass man nicht mehr mitkommt oder ähnliches.
Ich mag vor allem, wie sie das Rockstarleben mit dem normalen Alltag verknüpft. Ich finde es schön, dass es nicht nur so dargestellt wird, als wäre das Leben als Star das Ultimative, sondern dass es für Stars einfach nur nötig ist, auch etwas zu haben, was sie erdet. Ich denke, das wird jetzt nicht nur bei denen so sein, welche die Schattenseiten des Ruhms erleben durften, sondern bei allen. Jeder braucht doch eine Konstante in seinem Leben, nicht?
Und in dem Buch wird das Showbiz eben von seiner harten Seite dargestellt. Vielleicht ist es ein wenig ein extremer Fall – wird so glaube ich auch im Buch gesagt –, aber trotzdem wirkt es nicht übertrieben. Es macht eher klar, dass nicht immer alles nur toll ist, was mit diesem Leben zu tun hat, sondern dass es auch viel harte Arbeit und viel Stress bedeutet. Letztlich macht es klar, dass einen zu viel davon einfach zerstören kann. Dass man das in dem Buch so gut nachvollziehen, ja fast schon nachfühlen konnte, zeugt nur wieder von dem guten Stil, den ich ja schon erwähnt habe. Man kann sich einfach völlig hineindenken und mitleiden und versteht es, obwohl man selbst so ein Leben nun wirklich nicht kennt.
Gut gefallen hat mir dabei auch noch der „Wendepunkt“. Das Buch hat mich dadurch beeindruckt, dass es einfach zeigt, dass manche Erfahrungen eben jeder für sich machen muss und dass man sich manche Entscheidungen nicht aufzwingen oder abnehmen lassen kann, sondern ganz für sich alleine treffen muss. Manchmal kann man eben nicht auf andere hören, sondern muss es selbst lernen. Und solche Erfahrungen machen doch auch das Leben aus. Das hat schon etwas lehrreiches, sehr konkret dargestellt.
Aber ich schweife ab.
Um beim Showbiz zu bleiben: Es wird auch gut gezeigt, dass man eben nicht immer alles glauben kann, was in den Medien erzählt wird. Das ist jetzt vielleicht nichts Neues, wird hier aber noch mal klar. Und auch klar wird eben, dass viele Realitäten unglaublich verzerrt werden, so dass man vielleicht nicht allzu schnell über jemanden urteilen sollte.
Ich glaube, dass Buch macht uns wieder einmal bewusst, dass hinter jedem Star einfach nur ein Mensch steckt, der Wünsche, Sehnsüchte und auch Geheimnisse hat.
Außerdem zeigt es, wie der Druck von Medien, Öffentlichkeit und Plattenfirma jemanden zerbrechen können.
Auch wenn, wie im Buch, eine Beziehung geheim halten muss. Jetzt nicht nur auf das Starsein bezogen, sondern auch, wenn z.B. ein „normaler“ Partner nicht geoutet ist. Es belastet den anderen einfach und man selbst, sowie die Beziehung, leidet einfach darunter. Darauf wird in dem Buch echt gut eingegangen.
Meine Güte, merkt ihr, wie viel ich zu dem Buch zu sagen habe? Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich euch nicht klar machen kann, wie viel eigentlich in diesem Buch steckt. Es behandelt so viele Themen und keines davon nur oberflächlich, dass ich euch jetzt noch seitenweise damit voll schwärmen könnte. Aber ich höre hier mal auf. Ich will ja auch nicht zu viel vorweg nehmen.
Nur eines will ich dazu noch sagen: Ob es die Liebe zu Büchern oder die Liebe zur Musik ist. Die Leidenschaft für Beides kann man hier einfach in den Zeilen fühlen und das finde ich einfach nur wunderschön.
Ansonsten ist das Buch nicht nur vom Thema „Rockstar“ her toll, sondern auch in den vielen kleineren Punkten, die es noch zu bieten hat. Sei es der Umfang mit einer Trennung oder mit der Krankheit Alzheimer. Was immer in dem Buch auftaucht, wird so beschrieben, dass man etwas darauf mitnehmen kann. Und oft auch so, dass einen berührt. Ich musste sogar einmal weinen.
Das Buch wird aus zwei Sichtweisen geschildert. Das ist gut, weil man so zum einen in Steves Welt und zum anderen auch in Alex’ Welt eintauchen kann. Und weil man so beide versteht. Man hat einfach einen besseren Überblick über die Situation und erkennt viel leichter, in welcher Zwickmühle die Jungs teilweise stecken.
Das wird auch noch mal durch die Zitate am Kapitelanfang unterstrichen. Beziehungsweise sind es ja nicht nur Zitate, sondern auch Pressemitteilungen und ähnliches – aber egal, was es ist: Es hat den Inhalt noch mal hervorgehoben.
Und der Sex war – zu guter letzt – auch nicht zu verachten.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Ihr habt schon gemerkt, ich kann das Buch nur loben. Aber man kann es einfach nicht so wirklich nachvollziehen, wenn man es nicht selbst gelesen hat. Ich glaube zumindest nicht, dass ihr aus meinem Geplapper schlau komplett schlau geworden seid. Aber ich hoffe, es hat Lust auf das Buch gemacht und ihr habt gemerkt, wie viel eben in diesem steckt, dass es lesenswert macht. Es ist jedenfalls mal wieder so ein Buch, dass ich einfach nur jedem empfehlen kann.

Ach, es tut gut, mal wieder einen dicken Wälzer in Händen zu halten. Ich hatte jetzt einige Zeit nur Kurzgeschichten oder so 200-seitige Bücher – da ist so ein längeres Leseerlebnis schon mal wieder ganz wohltuend.
Jules :)

Kommentare:

  1. Hallo,

    irgendwie irritiert mich der Buchtitel total, weil es aktuell auch ein Jugendbuch oder Fantasy oder so gibt, dass so heißt.

    Die Inhaltsbeschreibung klingt auch sehr sehr interessant und dann deine Begeisterung. Da bleibt mir ja fast gar nichts anderes übrig als das Buch auf meine Wunschliste zu setzen.

    Übrigens hab ich mir jetzt "Zwischen den Zeilen" von Rona Cole bestellt. Das geht ja gar nicht, dass ich ein Buch von ihr verehre und das andere... nun ja nicht so toll finde.

    Grüße :)

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  2. Hey

    Es ist definitiv lesenswert. Du wirst es sicher mögen.

    Hach, "Zwischen den Zeilen" <3. So süß ey.
    Und ja, da hast du Recht: Geht echt gar nicht. xD

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