Samstag, 23. Mai 2015

L ... wie Linus (Kay Monroe)

Hallo ihr!

Eine neue Rezension, diesmal über Kay Monroes "L ... wie Linus", welches 233 Seiten umfasst und frei publiziert wird. In dem Buch geht es um Linus, der seine Gefühle für seinen besten Freund Mika vor diesem verstecken muss.


Beschreibung:

Linus ist in seinen besten Freund Mika verliebt und muss diese Gefühle, aus Angst vor Ablehnung, vor diesem geheim halten. Er ahnt nicht, dass es Mika ähnlich geht. Als sie kurz davor sind, sich gegenseitig ihre Gefühle zu gestehen, kommt allerdings Lilli dazwischen. Die ist ein Groupie von Mika, der in einer Band singt, und will diesen für sich haben - koste es, was es wolle.

Meine Meinung:

Zunächst kann man sagen, dass dieses Buch doch recht niedlich ist. Ich mag es sehr, wie Mika und Linus sich ihre Gefühle so offensichtlich präsentieren, ohne dass der andere es wahr haben möchte. Das zeigt sehr schön die Unsicherheit und Angst, die in einer solch schwierigen Sitaution vorherrscht - nicht nur bezogen darauf, es sich gegenseitig zu sagen, sondern auch darauf, es sich überhaupt erstmal selbst einzugestehen. Es wird nämlich auch sehr schön geschildert, wie Mika vor seinen Gefühlen davon läuft und wie Linus diese zu Unterdücken versucht.
Allgemein fand ich, dass die Gefühle und Gedanken gut rübergebracht werden und man sich gut in die Charaktere einfühlen kann. Nicht zu letzt, weil die beiden Hauptcharaktere auch abwechselnd eine Stimme bekommen. So kann man die Geschichte sowohl aus Linus', als auch aus Mikas Sicht mitverfolgen und nachvollziehen.
Außerdem sind die Protagonisten - auch die Nebenfiguren - sehr liebenswert und bestizen zu meist ihren ganz eigenen Charakter, was Leben in die Geschichte bringt. Ich mag auch, dass sie sehr putzig in ihrer Beziehung miteinander umgehen, ohne dass es jetzt in Kitsch ertränkt wird. Dementsprechend niedlich sind auch die Sexszenen.
Ansonsten muss man aber leider zugeben, dass in der Geschichte schon ein wenig viel Drama vorkommt. Diese Stalkingsache mit Lilli macht zwar einerseits die halbe Story aus und ist nicht wegzudenken, aber ich finde es schon krass, wie das eskaliert. Ein wenig too much für mich, aber man kann damit leben.
Mehr gestört hat mich, dass manches ein wenig unbedacht ist. So finde ich es sehr erstaunlich, dass Linus Mika so leicht versteht. Ich meine, anhand von Gestik und Mimik kann man ja viel erahnen, was der andere sagen will, aber dass er angeblich von jetzt auf gleich perfekt Lippenlesen kann, finde ich ein wenig unrealistisch.
Zum Stil kann man sagen, dass er im Prinzip schon ganz schön ist. Flüssig und - so weit ich mitbekommen habe - fehlerfrei, so dass man sich gut in die Geschichte hineinversetzen kann. Jedoch finde ich, dass ein wenig sehr viel Blabla außen rum gemacht wird. Es wird also sehr viel unnötiges erzählt und bei Dingen in die Tiefe gegangen, die eigentlich nur eine Info am Rande darstellen sollen. Dadurch wird es ein wenig langatmig, wenn auch noch nicht langweilig.
All das sind eher kleinere Kritikpunkte, aber was mcih wirklich richtig gestört hat, war das Ende. Ich fand es ja noch okay, dass es sehr stark zusammengefasst wird, weil davor alles Wichtige gesagt und geklärt worden ist, aber ich finde es sehr scheiße, dass Rajkos (ein Nebencharatkere) Geschichte nicht zu Ende gebracht wird. Die ganze Zeit wird total darauf rumgeritten, dass er irgendetwas schreckliches erlebt haben muss und es ihm scheiße geht und Linus und Mika rausfinden wollen, warum - und dann heißt es nur, er hat es ihnen erzählt, aber der Leser selbst erfährt die Geschichte nicht. Zum Ende hin, als die Sache mit Mika und Linus halbwegs geklärt ist, ist Rajko nämlich fast interessanter. Und dann so ein unbefriedigendes Ende hin zu rotzen, finde ich einfach unmöglich.
Selbst wenn es vielleicht Absicht war, weil so eine Fortsetzung geschrieben werden kann, finde ich, hätte man es zumindest ein wenig anreißen können. Mal ehrlich: 1. wirkt die Geschichte so unfertig und 2. würde es auch einer Fortsetzung keinen Abbruch tun, wenn man grob wüsste, was mit Rajko geschehen ist. Im Gegenteil - vielleicht wäre man dann noch interessierter daran, es so schnell wie möglich ausführlich lesen zu können. So ist es wie ein fehlendes Puzzelteil und das nervt einfach.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Obwohl ich einiges kritsiert habe, ist es keine schlechte Story, auch wenn man natürlich noch ein paar Dinge besser machen kann. Ich empfehle sie als "etwas niedliches für Zwischendurch" und kann euch versichern, dass man sie gut schon als Jugendlicher lesen kann, aber sicher auch Erwachsene Freude daran finden werden.


EDIT: Mittlerweile gibt es tatsächlich eine Fortsetzung, die Rajkos Geschichte erzählt. Ich habe sie auch schon gelesen und werde bald die Rezension dazu posten. Auch wenn mich das ein wenig milde stimmt, finde ich es immer noch nervend, dass es in diesem Buch nicht wenigstens kurz angerissen wird. So ist es wie ein offenes Ende, das einfach nicht hätte sein müssen.
Jules :)

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