Samstag, 9. Mai 2015

Hilfe, Engel im Haus! (Jill J. Jenkins)

Hey!

Das heutige Buch nennt sich "Hilfe, Engel im Haus!"* von Jill J. Jenkins. Das Buch wird frei publiziert und umfasst 442 Seiten. Handeln tut es von den Vampirjägern Tim und Daniel, die ihr Haus mit Engel Marty teilen müssen.


Beschreibung:

Daniel und Tim sind ehemalige Vampirjäger, die beschlossen haben, ihren Job an den Nagel zu hängen und endlich sesshaft zu werden. Ihr Leben könnte recht idyllisch sein, wäre da nicht Engel Marty. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen zu verstehen und sich deshalb mehr oder weniger bei den beiden eingenistet. Gänzlich unwissend, was die menschliche Kultur betrifft, sorgt er allerdings für sehr viel Chaos.

Meine Meinung:

Als erstes muss ich euch erzählen, wie witzig ich die Geschichte einfach nur fand. Ich bin ja jetzt nicht so für das Genre Komödie, weil es schnell mal affig werden kann, aber das war hier glücklicherweise der Fall. Marty besitzt einfach eine ziemliche Situationskomik, die einen einfach zum Lachen bringen muss. Und wenn darauf hin noch frustriert-verzweifelte Reaktionen der anderen Protagonisten folgen, ist das einfach amüsant.
Ich muss ja sagen, dass ich – wie so häufig – skeptisch war, weil ein Engel und Vampirjäger und all solches natürlich im Genre Fantasy zu Hause ist und ich das ja bekanntlich so überhaupt nicht mag. Umso überraschter war ich, dass ich mich eigentlich kaum daran gestört habe. Hier wurde es auch irgendwie dieser Spagat geschafft, es als alltäglich hinzustellen, ohne schon wieder so zu tun, als wären es nur ein paar dumme Ungläubige, die es noch nicht wüssten. Das mochte ich irgendwie. Und das hat es mir auch leichter gemacht, es einfach jetzt mal so zu akzeptieren und mich in die Story fallen zu lassen.
Wenn man mal von Marty absieht, dann spielt die Geschichte auch die meiste Zeit wirklich im ganz normalen Alltag, was mich immer sehr begeistert kann. Ich mag es, von den ganz normalen Beziehungsproblemen und Missverständnissen zu lesen, ohne Intrigen und all zu großes Drama. Ich bin auch eh der Meinung, dass dies Jill J. Jenkins bisher in all ihren Romane sehr gut gelungen ist, eben genau diese Art von ganz normalen Wahnsinn zu beschreiben, die wir alle doch irgendwie im Alltag schon miterlebt haben. Und das noch auf eine sehr witzige Art und Weise. Beim Lesen kommt es einen auch einfach so vor, als würde man daneben stehen und zusehen und das mag ich besonders.
Hauptsächlich schafft sie das auch dadurch, dass sie viel wörtliche Rede einfließen lässt und mittlerweile finde ich, hat sie das auch besser drauf. Bei einem ihrer ersten Romane habe ich noch kritisiert, dass man manchmal nicht so ganz überblicken kann, wer redet und so – hier hat sich das meiner Meinung nach schon echt gebessert und man kann es jetzt viel leichter nachvollziehen.
Die Sexszenen haben mir auch wieder gut gefallen, nicht zu ausführlich, aber dennoch detailreich. Nichts spektakuläres, aber das muss ja auch gar nicht sein. Es war sehr passend für den Rest der Geschichte.
Natürlich habe ich trotz all des Lobs auch etwas zu kritisieren. Eigentlich wiederhole ich mich nur, weil ich das schon bei früheren Rezensionen gesagt habe, aber auch hier ist es mir wieder aufgefallen: Das erste ist, dass manche Sachen einfach zu oft erklärt werden. Das typische Beispiel ist, dass mehrmals erläutert wird, dass Marty als Engel nicht essen muss. Das wird mehrmals in dem Buch erläutert, aber eigentlich reicht es ja, wenn es einmal gesagt wird. Danach weiß es der Leser ja und hat es hingenommen, da muss man es nicht immer wieder anmerken. Manches ergibt sich auch einfach wieder aus dem Kontext und muss deshalb nicht noch mal als Erklärung angefügt werden.
Das zweite ist, dass viele Probleme kaum gekommen sind, sind sie schon wieder gelöst. Gerade, wenn es in der Beziehung mal kriselt, ist das letzte böse Wort noch nicht ganz gefallen, feiert man schon wieder Versöhnung. Ich würde es schön finden, wenn so etwas ein wenig ausgebaut werden würde, so dass wirklich mal eine Zeit lang dicke Luft herrscht oder so. Es klärt sich einfach alles immer so schnell und um Spannung zu erzeugen, wäre es vielleicht sinnvoller, auch mal ein, zwei Kapitel mehr in den Streit oder was auch immer zu investieren, es einfach ein bisschen auszubauen.

Altersbeschränkung/Zielgruppe:

Wer mal wieder etwas lesen möchte, dass zum Schmunzeln anregt, ist hier sicher richtig. Wenn man Fantasy nicht so mag, dann muss man davon nicht abgeschreckt sein, weil eigentlich gar nicht sooo viel davon vorkommt. Wenn man natürlich total auf Fantasy steht, ist das hier wiederum wohl etwas zu wenig.
Ansonsten ist es eben eine hübsche Geschichte über den Alltag eines schwulen Pärchens, aufgelockert durch himmlische Kräfte, um es poetisch auszudrücken.

Ich habe Ostern so viel für den Blog gemacht, dass ich mich jetzt gar nicht richtig ausgeruht fühle. Echt super, oder? Ich brauche Urlaub vom Urlaub.
Jules :)


*Diese Geschichte wurde mir von Jill J. Jenkins zu Rezensionszwecken überlassen. Noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür!

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